Nadine Schneiders RomanDas gute Lebenist eine große Mütter-Töchter-Geschichte über vier Generationen, ein Buch von Abschied, Neuanfang und der Arbeit des Lebens.Es ist Spätsommer, und im Garten sind die Trauben reif, als Christina das Haus ihrer Großmutter Anni erbt. Hier, in einem kleinen Dorf bei Nürnberg, ist sie bei Anni aufgewachsen: Anni, die Mitte der sechziger Jahre aus Rumänien nach Deutschland flieht. Anni, die ganz allein ihr Kind und ihr Enkelkind aufzieht und beim Quelle-Versand Pakete packt, die ins Wirtschaftswunderland verschickt werden. Die gegen Einsamkeit, Armut und Fremdsein kämpft, mit Zähigkeit, Kraft und Pflichtbewusstsein. War das das Leben, von dem sie geträumt hat? Oder hat sie beim Leben das Leben verpasst?Zögernd verabschiedet sich Christina von Anni und ihrem Haus. In der stillen Wärme der letzten Sommertage versinkt sie immer tiefer in ihren Erinnerungen, stößt auf überraschende Fundstücke und fährt auch zu dem inzwischen verlassenen Gelände des Quelle-Versandzentrums. Ihren eigentlich geplanten Urlaub hat sie abgesagt, und von ihrer Arbeit dringen nur gelegentliche Mails zu ihr. Und allmählich erkennt sie, was sie ihrer Großmutter wirklich verdankt: die Freiheit, loszulassen und selbst den Ort zu finden, wo das gute Leben zu Hause ist.
Kundinnen und Kunden meinen
3.9/5.0
Bewertung
5/5
06.03.2026
Hörbuch-Download (MP3)
Sichtweisen
"Das gute Leben" von Nadine Schneider ist im Februar 2026 als Buch im S. Fischer Verlag und als Hörbuch im Argon Verlag erschienen. Das Hörbuch wird von Inka Löwendorf gelesen. Auf dem Cover sind die Blätter einer Weinrebe in kräftigen Blau- und Grüntönen zu sehen und darin der Titel des Romans zu lesen.
Christina hat das Haus ihrer Großmutter Anni geerbt. Als sie das Haus ausräumen will, lässt sie das Leben ihrer Großmutter Revue passieren und welche Rollen ihre Urgroßmutter in Rumänien, ihre Mutter Helene und sie selbst in dem Leben von Anni gespielt haben.
Mitte der sechziger Jahre verlässt Anni Rumänien und geht nach Deutschland. Anni ist schwanger und sie fragt sich, wie ihre Zukunft aussehen wird. In Deutschland geht es allmählich wieder aufwärts und bald arbeitet Anni bei Quelle im Versand. Die Arbeit wird der Mittelpunkt ihres Lebens und die Konzernchefin, Frau Schickedanz, ein Vorbild. Als ihre Tochter Helene in die USA geht, bleibt deren Tochter Christina bei Anni.
Nadine Schneider beschreibt die unterschiedlichen Sichtweisen über ein gutes Leben und wie diese geprägt werden vom Wandel der Zeit und den verschiedenen Generationen. Man spürt die Sorgen und Ängste von Anni vor dem fremden Land, davor die Arbeit oder das Haus zu verlieren und man spürt ihre Sehnsucht und ihre Einsamkeit.
Inka Löwendorf versteht es, diese Emotionen und die Persönlichkeiten auf so unterschiedliche Weise hervorzuheben und es macht viel Spaß ihr zuzuhören.
Ceodaz
4/5
28.03.2026
Hörbuch-Download (MP3)
Die Suche nach dem guten Leben – und was davon bleibt
Nach dem Tod ihrer Großmutter Anni kehrt Christina in das Haus zurück, in dem sie aufgewachsen ist. Während sie Abschied nimmt, taucht sie tief in ihre Erinnerungen an Anni ein, die einst aus Rumänien nach Deutschland kam und sich ein Leben voller Entbehrungen und Verantwortung aufgebaut hat. Im Wechsel zwischen Vergangenheit und Gegenwart stellt sich die Frage, was ein „gutes Leben“ eigentlich bedeutet und ob man es vielleicht erst im Rückblick erkennt.
Grundsätzlich haben mir die Struktur und der Leitgedanke der Geschichte gut gefallen. Der Wechsel zwischen Vergangenheit und Gegenwart zeigt eindrücklich, wie sehr Annies Leben Christina geprägt hat. Allerdings empfand ich die vielen Zeitsprünge stellenweise als anstrengend. Ohne klare Übergänge oder eine deutliche Abgrenzung der Perspektiven fiel es mir manchmal schwer, mich zu orientieren.
Besonders berührt hat mich die Metapher der Weinreben. Anni hat sie einst aus Rumänien mitgebracht, und nun überlegt Christina, sie mit nach Berlin zu nehmen. Diese Vorstellung schafft eine schöne Verbindung zwischen den Generationen und Orten. Gleichzeitig zeigt die Geschichte sehr deutlich, wie viel innerhalb einer Familie unausgesprochen bleibt. Konflikte werden still ausgetragen, Gefühle verdrängt – und hinterlassen dabei Spuren von Misstrauen und Schmerz.
Auch die Frage, was man im Leben wertschätzen sollte, zieht sich durch den Roman. Es geht darum, das Gute zu erkennen, anstatt sich nur an dem festzuhalten, was nicht gelungen ist. Besonders Annies Verbitterung wird dabei auf eindrückliche Weise nachvollziehbar dargestellt.
Trotz dieser starken Ansätze bin ich insgesamt nicht mit allem warm geworden. Einige Passagen blieben für mich emotional auf Distanz, sodass mich die Geschichte nicht durchgehend erreichen konnte.
Fazit:
Ein ruhiger, nachdenklicher Roman mit schönen Bildern und wichtigen Themen, der mich jedoch emotional nicht ganz erreichen konnte. Trotz kleiner Schwächen bleibt ein stimmungsvolles Hörbuch, das zum Innehalten anregt.
AerdnaLiest
3/5
07.04.2026
Hörbuch-Download (MP3)
Buch mit Potenzial, als Hörbuch konnte es mich nicht überzeugen.
„Das gute Leben“ durfte ich kostenlos im Rahmen einer Rezension über NetGalley hören.
Entdeckt hatte ich das Buch schon eine Weile vorher und war unheimlich gespannt darauf, weil es mich thematisch auf Grund meiner eigenen Familiengeschichte sehr angesprochen hat und die Leseprobe sich sehr vielversprechend las.
Da es mir als Buch zunächst nicht zur Verfügung stand und mein Budget für Bücher schon aufgebraucht war, habe ich mich dazu entschieden, einen Versuch mit dem Hörbuch zu machen, das mich aber letztlich nicht überzeugen konnte.
Zwar hat die Leserin eine grundsätzlich angenehme Stimme, für mich jedoch liest sie zu gleichförmig.
Ich bin immer wieder daran gescheitert, den vielen Zeit- und Personenwechseln der Erzählung zu folgen, diese waren für mich nicht deutlich genug heraus hörbar, sodass ich den Geschehnissen nicht gut folgen konnte und nicht alle Zusammenhänge mitbekommen und verstanden habe.
Hier hätte ich mir eine klarere Differenzierung gewünscht.
Zudem ist das Buch thematisch schon eher größtenteils schwer und wird für mein Empfinden durch die Tonmodulation der Leserin beständig in diesem schweren Gefühl gehalten.
Es kommen kaum leichte Momente auf, sodass es sich für mich schließlich schleppend und drückend angefühlt hat und ich mir den Schluss nicht mehr angehört habe, weil es sich nach zu viel anfühlte.
Ich hätte mir hier eine variantenreichere Sprechweise gewünscht, vor allem für Anni und Christina, deren von mir herausgelesene, sehr subtile, aber doch vielschichtige Emotionalität ich nicht ganz hören konnte.
Die Feinheit von Anni, die hier so ausschließlich garstig wirkt, aber doch eigentlich auch so viel Gefühl für Christina hat, geht mir zu sehr unter.
Um zu heilen, müssen wir verstehen; eine Anni muss in ihren vielen Facetten gesehen werden, finde ich, nicht nur in ihrer Bissigkeit und Schwere.
Das Buch ist gut geschrieben und sehr berührend; ich habe damit das Gefühl, mich ein klein wenig auf den Spuren meiner Großmutter, deren Generation, bewegen, etwas mehr verstehen und nachfühlen zu können. Der Frage auf den Grund zu gehen, wo diese Härte herkam, die dort oft spürbar ist, in den Betroffenen.
Abschließend würde ich mich deshalb für das Buch entscheiden, anstelle des Hörens. Vielleicht hole ich das irgendwann noch nach.
Ich denke zwar, dass es im Wesentlichen eines der Bücher bleibt, die eher mit Melancholie arbeiten, die vorwiegend die weniger rosigen Seiten der „Ost-Geschichte“ fühlbar aufzeigen, die ja auch da waren und ihre Berechtigung haben, denn diese Geschichte war unbestreitbar enorm schwer, dennoch vermute ich, dass beim Selbst-Lesen die Zusammenhänge klarer werden, die Stimmungen variabler fühlbar.
„Das gute Leben“ ist für mich so ein Buch, das ich in der Hand haben muss, das Zeit braucht. Zum immer mal wieder Zurück-Blättern, Nachlesen, Wirken-Lassen, Abtasten, Neu-Spüren; eine Chance hat es allemal verdient.
Sehr schön finde ich die Beschreibungen von Stimmungen, jahreszeitlichen Eindrücken, Begegnungen - ich konnte die trockene Sommerhitze fühlen, die reifen Trauben sehen und riechen, das Misstrauen und den Groll zwischen Nachbarn spüren; Nadine Schneiders Art, zu schreiben hat etwas sinnliches, fast nüchtern poetisches, das mir gefällt und Bilder in mir gemalt hat.
AerdnaLiest
3/5
07.04.2026
Hörbuch-Download (MP3)
Buch mit Potenzial, als Hörbuch konnte es mich nicht überzeugen.
„Das gute Leben“ durfte ich kostenlos im Rahmen einer Rezension hören.
Entdeckt hatte ich das Buch schon eine Weile vorher und war unheimlich gespannt darauf, weil es mich thematisch auf Grund meiner eigenen Familiengeschichte sehr angesprochen hat und die Leseprobe sich sehr vielversprechend las.
Da es mir als Buch zunächst nicht zur Verfügung stand und mein Budget für Bücher schon aufgebraucht war, habe ich mich dazu entschieden, einen Versuch mit dem Hörbuch zu machen, das mich aber letztlich nicht überzeugen konnte.
Zwar hat die Leserin eine grundsätzlich angenehme Stimme, für mich jedoch liest sie zu gleichförmig.
Ich bin immer wieder daran gescheitert, den vielen Zeit- und Personenwechseln der Erzählung zu folgen, diese waren für mich nicht deutlich genug heraus hörbar, sodass ich den Geschehnissen nicht gut folgen konnte und nicht alle Zusammenhänge mitbekommen und verstanden habe.
Hier hätte ich mir eine klarere Differenzierung gewünscht.
Zudem ist das Buch thematisch schon eher größtenteils schwer und wird für mein Empfinden durch die Tonmodulation der Leserin beständig in diesem schweren Gefühl gehalten.
Es kommen kaum leichte Momente auf, sodass es sich für mich schließlich schleppend und drückend angefühlt hat und ich mir den Schluss nicht mehr angehört habe, weil es sich nach zu viel anfühlte.
Ich hätte mir hier eine variantenreichere Sprechweise gewünscht, vor allem für Anni und Christina, deren von mir herausgelesene, sehr subtile, aber doch vielschichtige Emotionalität ich nicht ganz hören konnte.
Die Feinheit von Anni, die hier so ausschließlich garstig wirkt, aber doch eigentlich auch so viel Gefühl für Christina hat, geht mir zu sehr unter.
Um zu heilen, müssen wir verstehen; eine Anni muss in ihren vielen Facetten gesehen werden, finde ich, nicht nur in ihrer Bissigkeit und Schwere.
Das Buch ist gut geschrieben und sehr berührend; ich habe damit das Gefühl, mich ein klein wenig auf den Spuren meiner Großmutter, deren Generation, bewegen, etwas mehr verstehen und nachfühlen zu können. Der Frage auf den Grund zu gehen, wo diese Härte herkam, die dort oft spürbar ist, in den Betroffenen.
Abschließend würde ich mich deshalb für das Buch entscheiden, anstelle des Hörens. Vielleicht hole ich das irgendwann noch nach.
Ich denke zwar, dass es im Wesentlichen eines der Bücher bleibt, die eher mit Melancholie arbeiten, die vorwiegend die weniger rosigen Seiten der „Ost-Geschichte“ fühlbar aufzeigen, die ja auch da waren und ihre Berechtigung haben, denn diese Geschichte war unbestreitbar enorm schwer, dennoch vermute ich, dass beim Selbst-Lesen die Zusammenhänge klarer werden, die Stimmungen variabler fühlbar.
„Das gute Leben“ ist für mich so ein Buch, das ich in der Hand haben muss, das Zeit braucht. Zum immer mal wieder Zurück-Blättern, Nachlesen, Wirken-Lassen, Abtasten, Neu-Spüren; eine Chance hat es allemal verdient.
Sehr schön finde ich die Beschreibungen von Stimmungen, jahreszeitlichen Eindrücken, Begegnungen - ich konnte die trockene Sommerhitze fühlen, die reifen Trauben sehen und riechen, das Misstrauen und den Groll zwischen Nachbarn spüren; Nadine Schneiders Art, zu schreiben hat etwas sinnliches, fast nüchtern poetisches, das mir gefällt und Bilder in mir gemalt hat.
JJs_Welt
aus Nürnberg
2/5
07.04.2026
Hörbuch-Download (MP3)
Konnte mich nicht berühren
Es ist schon realistisch dargestellt, wie das Leben in einer Familie stattfindet, die zwar miteinander spricht, aber nicht wirklich miteinander redet. Aber das macht nun eben noch keine gute Geschichte und lässt alles recht zäh und distanziert erscheinen, ohne wirkliche Highlights.
Ich selbst komme aus Franken, lebe in Nürnberg und konnte die reichlichen Stellen, in denen es über die Quelle ging, gut nachvollziehen, da das wirklich für viele Angestellte eine eigene Identität war. Aber nur das an manchen Stellen zu erwähnen, macht auch noch keine mitreißende Geschichte.
Genauso distanziert wie die Protagonisten miteinander umgehen, bleiben auch wir als Leser und dann ist es leider schwierig, irgendein Interesse aufzubauen.
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4/5
26.02.2026
Buch (Gebundene Ausgabe)
35 Jahre Quelle und Frau Schicketanz
Eine vier Generationen Geschichte, Anni, die in den 60er aus Rumänien nach Nürnberg flieht, die dort versucht mit Kind und Enkelin wurzeln zu geschlagen. Ihr Leben für die Quelle lebt und manchmal vergisst was wirklich wichtig ist. Nach ihrem Tod nimmt die Enkelin langsam Abschied von Ihr und ihrem Leben in Rumänien. Sehr schön, still, ruhig erzählt. Empfehlung
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