Lisa Fipps' unglaublich berührende und empowernde Geschichte über Bodyshaming und Mobbing und die große Bedeutung von Freundschaft
Ich bin richtig, genau so, wie ich bin! Das begreift die elfjährige Ellie nach einem Leidensweg aus Bodyshaming und Mobbing aufgrund ihres Gewichts. In Starfish erzählt sie von den unzähligen Diäten, zu denen ihre Mutter sie zwingt. Vom Aufstellen von Dicke-Mädchen-Regeln, um nicht aufzufallen. Aber Ellie erzählt auch von Akzeptanz, Solidarität und Freundschaft, die sie erfährt. Von ihrem sich wandelnden Selbstbild, ihrer Psychologin und ihrer besten Freundin, die ihr helfen, sich schließlich ihren mobbenden Mitschüler:innen, ihren Geschwistern und ihrer Mutter entgegenzustellen. Und Ellie erzählt von ihrer Liebe zu Wasser. Denn im Wasser treibend, alle viere von sich gestreckt wie ein Seestern, fühlt sie sich sicher, schwerelos, grenzenlos und frei.
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Geht unter die Haut!
Gertie G. aus Wien am 27.01.2026
Bewertungsnummer: 3026715
Bewertet: eBook (ePUB)
Dieser Debütroman von Lisa Fipps geht unter die Haut. Warum?
Die elfjährige Ellie ist ein schwergewichtiges Mädchen, das von allen Seiten verspottet und gemobbt wird. Ihre Geschwister nennen sie Platschi und die Mitschüler Wal. Besonders Marissa und Kortnee entpuppen sich als besonders fies, Feindin Nr. 1 und Nr. 2.
Die einzige, die Ellie so nimmt, wie sie ist, ist Viv. Doch dann muss Viv übersiedeln und Ellie scheint ganz alleine zu sein, bis Catalina mit ihrer Familie in der Nachbarschaft einzieht, die als Neue in der Schule und auf Grund ihrer Herkunft ebenfalls mit Vorurteilen zu kämpfen hat.
Nur im Swimmingpool fühlt sie sich leicht und wohl. Hier kann sie als „Seestern“ den Raum für sich einnehmen, der ihr zusteht.
Der Vater, selbst Psychiater, erkennt das Leid seiner Tochter und bringt sie zu einer Therapeutin, der es gelingt, Ellie Mut zu machen. In kleinen Schritten beginnt Ellie Selbstvertrauen aufzubauen und sich zu wehren, zumal sie entdeckt, dass sie nicht die Einzige ist, die in der Schule gemobbt wird. So hat auch ihr Feind Nr. 3 ein Geheimnis, das er hinter seinen Angriffen auf Ellie krampfhaft zu verbergen sucht.
Wie geschickt Ellie mit Worten umgehen kann, fällt einer Lehrkraft auf, die sie ermuntert, diese Gabe zu nutzen, um sich zu wehren ohne selbst beleidigend zu werden.
Doch erst als Ellie in der Schule auch körperlich verletzt wird, reagieren Lehrkräfte und die Familie. Doch zunächst nicht ganz so, wie man es Ellie wünschen würde. Der Bruder tritt die schulische Aktion unter lautem Lachen beim Abendessen breit und die Mutter erklärt, dass Ellie selbst schuld am Mobbing ist, weil sie so fett ist, während der Vater in der Schule anrufen will, um das Mobbing zu unterbinden. Nur Ellies Schwester fasst sich ein Herz und versucht, ihr Verhalten Ellie gegenüber zu ändern. Aber auch nur deswegen, weil Ellie wegen der blauen Flecken sichtbare Verletzungen davon getragen hat. Die seelischen sind ja unsichtbar.
Meine Meinung:
Dieser Jugendroman, den ich auch Eltern empfehle, hat mich sehr berührt, weil ich selbst zu jenen gehöre, die nicht untergewichtig sind. Den Sportunterricht habe ich ähnlich in Erinnerung, zumal wir Leistungsturnerinnen in der Klasse hatten, die uns als Vorbilder vor die Nase gesetzt worden sind. Mein persönliches großes Plus war letztlich, dass ich ungefähr mit zwölf Jahren, quasi über Nacht, einen großen Busen bekommen habe, um den mich alle beneidet haben. Diäten waren kein Thema zu Hause, weil meine Eltern im Zweiten Weltkrieg aufgewachsen sind und häufig gehungert haben.
Doch zurück zu Buch:
Das eigentliche Tragische und ziemlich Verstörende ist hier, dass es vor allem Ellies Mutter ist, die sie durch ihre dauernden Maßregelungen, Dicke-Mädchen-Regeln und Diäten sowie zahlreiche Übergriffe, diejenige ist, die Ellie am meisten verletzt. Statt ihr angeschlagenes Selbstvertrauen aufzurichten und zu stärken, fällt der Mutter nichts anderes ein, als ihr eine Operation zur Magenverkleinerung anzudrohen und damit auch ihren Ehemann zu hintergehen, der einen solchen Eingriff ablehnt, vor allem auch deswegen, weil Ellies Tante bei einer solchen Operation beinahe gestorben wäre. Echt, dass in den USA Magenverkleinerungen auch schon bei Kindern durchgeführt werden dürfen? Das ist für mich Kindesmisshandlung! Mit ihrem Diät-Wahn für Ellie merkt sie nicht, wie sehr sie die anderen Familienmitglieder verletzt. Liam und Anaïs lassen ihre Wut, die aus Ohnmacht ihrer Mutter gegenüber entsteht, an Ellie aus. Einzig Ellies Vater ergreift, spät aber doch, ein.
Eigentlich gehört Ellies Mutter therapiert, die mit ihrem schon manischen Bestreben, Ellies Gewicht zu reduzieren.
Catalina spricht das aus, als sie erfährt, dass Ellie zu einer Therapie muss und Ellie kommen erste Zweifel an ihrer Mutter.
“Ob Catalina recht hat? Ist es möglich, dass Mams Denken in Ordnung gebracht werden muss - und nicht ich?“
Das Buch, das sich sehr gut lesen lässt, ist ein wichtiges Buch für junge Leserinnen und Leser sowie für deren Eltern und Lehrkräfte. Es vermittelt die Botschaft, welchem Druck Kinder und junge Erwachsene durch Mobbing und Bodyshaming ausgesetzt sind.
Fazit:
Gerne gebe ich diesem emotionalen und mutigen Buch 5 Sterne und eine klare Leseempfehlung.
Man möchte applaudieren, sie in den Arm nehmen und stehende Ovationen leisten.
LeLiPä am 16.05.2026
Bewertungsnummer: 3140148
Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)
Der Tag könnte kaum grauer sein, als Ellies (12) beste Freundin Viv in eine andere Stadt umziehen muss. Wer passt denn jetzt auf sie auf, wenn sie wegen ihres Übergewichtes gemobbt wird? Und wer hört ihr zu, wenn sie von den vielen Demütigungen in der Schule erzählen muss? Ellies Vater, der grundsätzlich zu ihr hält, arbeitet sehr viel, und ihre Mutter ist sowieso nur damit beschäftigt, ihr Diäten zu verpassen, Kalorien zu zählen und über eine Magen-OP für ihre Tochter nachzudenken. Ellies Geschwister bieten ihr erst recht keinen Halt. Schlimmer noch.... aus Scham wünscht sich ihrer jüngerer Bruder sogar, sie möge sterben.
Elli hat gelernt, ihren Körper zu hassen. Nur durch das Aufstellen ihrer „Dicke-Mädchen-Regeln“ schafft sie es täglich, irgendwie durch den Tag zu kommen. Dabei möchte sie doch einfach nur so akzeptiert werden, wie sie ist. Ein Mädchen, das gerne Gedichte schreibt und es liebt, sich im Wasser zu bewegen. Alleine, immer mit der Option, abtauchen zu können und sich schwerelos zu fühlen.
Nur gut, dass bald eine andere Familie in das Nachbarhaus einzieht und Ellie in der fast gleichaltrigen Catalina eine neue Freundin findet.
In einer, von ihrer Mutter initiierten Gesprächstherapie, lernt Ellie nach und nach sich verbal gegen alle Anfeindungen und psychischen Misshandlungen – auch die ihrer eigenen Mutter - zur Wehr zu setzen. „Ich bin kein dickes, fettes Ding.“
„Eltern sollen Kinder mit Gewichtsproblemen auf keinen Fall verurteilen. Das erleben sie schon viel zu oft.“
Das Mädchen wächst im Laufe der Geschichte über sich hinaus, und die Lesenden dürfen sie auf diesem Weg begleiten. Man möchte applaudieren, sie in den Arm nehmen und stehende Ovationen leisten. Die im optisch poetischen Schreibstil aufgemachte Geschichte erzählt von einem starken Mädchen, das sich für Menschenwerte, Vielfalt und respektvollen Umgang miteinander einsetzt.
Meinung aus der Buchhandlung
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Eine bewegende Geschichte in Versform, geschrieben von einem 10-jährigen Mädchen, das gegen Bodyshaming und Mobbing kämpft. Mit den Worten eines Kindes, das viel zu schnell erwachsen geworden ist, erzählt Ellie mit großer Stärke und Widerstandskraft von ihren täglichen Kämpfen. Dank einer großartigen Therapeutin, ihrer beiden besten Freundinnen und der Unterstützung ihres Vaters kämpft sie mutig gegen Vorurteile: Sie fühlt sich wohl in ihrer Haut und es steht ihr nicht zu, sich für andere zu verändern! Und schon gar nicht für ihre Mutter und deren bedingte Liebe.
Für Eltern und Lehrkräfte ist dieses Buch ein ideales Werkzeug, um über Akzeptanz, Andersartigkeit und Gefühle zu sprechen.
Absolut empfehlswert.
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Ein berührendes Jugendbuch über Mobbing, Freundschaft und den Weg zur Selbstakzeptanz.
In Versen erzählt das Buch sensibel und nahbar von Ellies Erfahrungen und ist insgesamt eine schöne, emotionale Geschichte für junge Leser:innen. Dennoch hätte fehlt an manchen Stellen eine kritische Reflexion, etwa darüber, dass Begriffe wie „dick“ oder „fett“ zunächst neutrale Beschreibungen sind und erst durch gesellschaftliche Zuschreibungen zu Beleidigungen werden. Auch der Umgang der Schule und einzelner Lehrkräfte mit dem Mobbing bleibt zu wenig hinterfragt, auch von Ellies Eltern.
Trotzdem ein lesenswertes Buch, das wichtige Themen anspricht. Besonders für Jugendliche empfehlenswert, idealerweise begleitet von Gesprächen mit Erwachsenen, um die Inhalte gemeinsam einzuordnen.
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