Die junge Urlauberin Iris Carr unterhält sich im Zug nach Triest mit einer wie sie aus England stammenden Gouvernante. Doch als Iris nach einem kurzen Schläfchen aufwacht, ist die Mitreisende verschwunden, und deren ehemalige Arbeitgeberin, die im selben Zug reist, bestreitet, sie je darin gesehen zu haben. Bald zweifelt Iris, die vor der Abreise einen mysteriösen Schlag auf den Kopf erlitten hat, an ihrem eigenen Verstand. Aber sie sucht weiter nach der verschwundenen Frau, und allmählich wird klar, dass auf dieser Reise etwas nicht mit rechten Dingen zugeht.
Der legendäre, von Alfred Hitchcock verfilmte Bestseller aus den dreißiger Jahren – ein Muss für jede Bahnfahrt.
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Meinung aus der Buchhandlung
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Die Lektüre dieses neu aufgelegten Klassikers ist wahrhaft eine Zeitreise. Vielleicht auch eine in das Südosteuropa der Zwischenkriegszeit, von wo aus die Britin Iris ihre Heimreise antritt. Vor allem aber ist es eine Reise in eine ganz andere Epoche der Spannungsliteratur mit einer ganz anders gearteten Könnerschaft! Scheinbar mühelos wird hier von Beginn an in ganz alltäglichen Situationen Spannung aufgebaut sodass der Leser dem Sog der Erzählung bereits vollkommen erliegt, lange bevor auch nur irgendein Verdacht eines Verbrechens oder eines Unglücks anklingt. ____ Als die vermögende und von einem sie stets umgebenden Freundeskreis verwöhnte Iris ihre Reise allein anzutreten beschliesst, ereignen sich Missgeschicke, die für sich genommen nicht schwer wiegen, ihr Selbstverständnis aber doch erschüttern. Zudem beherrscht sie die Landessprache nicht und fühlt sich unter den Mitreisenden des Zuges sehr isoliert. Umso angenehmer ist es ihr daher, mit Miss Froy ins Gespräch zu kommen, einer englischen Gouvernante, die in der Region gelebt hatte, um die Sprache zu lernen. ____ Als Miss Froy plötzlich nicht mehr auffindbar ist, scheint Iris die Einzige zu sein, die sich an die kontaktfreudige Engländerin erinnern kann. Mit ihr gemeinsam durchlebt der Leser zahlreiche emotionale Wendungen. Mal scheint man ihr doch zu glauben und sich an die Dame zu erinnern, dann treten wieder glaubwürdige Belege auf, dass Iris, geschwächt wie sie ist, sich die Konversation schlicht eingebildet hat. Mal ist sie voll des Tatendrangs und möchte alles daransetzen, die Verschwundene ausfindig zu machen, mal resigniert sie ob der scheinbaren Ausweglosigkeit, scheint es doch ausser ihr keine einzige Person zu geben, die Miss Froy ebenfalls wahrgenommen hätte. Das alles ereignet sich in einem unaufhaltsam seiner Endstation entgegen rasenden Zug, wo Miss Froy’s Schicksal wohl für immer besiegelt wäre. ____ Auch wenn man die Verfilmung von Hitchcock nicht kennt mutet der Text sehr filmisch an. Er ist wirklich ausserordentlich spannend und - obwohl Iris durchaus ein Verbrechen vermutet - wohltuend frei von Gewaltdarstellungen. Mir hat die Lektüre große Freude bereitet und ich denke, Freunden klassischer englischer Krimis wird es ebenso ergehen.
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