Wie tief musst du graben, um die Wahrheit zu finden?
Elias hat so richtig Mist gebaut, das weiß er. Er versteckt sich den Sommer über bei seiner Großmutter Catharina im Moor. Doch auch sie hütet ein Geheimnis, das alles infrage stellt, was Elias zu wissen glaubt ...
Ein unendlich weiter Sommer, ein Vierteljahrhundert zuvor: Nach Jahren der Angst findet Catharina endlich den Mut, aus ihrer Ehe auszubrechen. Mit ihrer Tochter flieht sie in ein altes Haus im Moor. Während der Sonnentau im ersten Licht des Morgens leuchtet und die Rauchschwalben rufen, spürt sie sich zum ersten Mal wieder. Doch nichts ist wirklich sicher. Erst recht nicht, als Catharina im Moor eine Entdeckung macht, die ihren Mann auf ihre Spur bringen könnte.
Berührende Lesestunden mit Rebekka Frank:
Das Echo der Gezeiten
Stromlinien
Spiegelland
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50 Bewertungen
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Atmosphärisch und unvergesslich
Magdalena aus Köln am 08.04.2026
Bewertungsnummer: 3102737
Bewertet: eBook (ePUB 3)
Da mir Stromlinien schon sehr gut gefallen hat, habe ich mich schon sehr auf den neuen Roman von Rebekka Frank gefreut, und wurde nicht enttäuscht.
Spiegelland spielt auf drei Zeitebenen, im Mittelpunkt steht Aletta im Moorland im 18. Jahrhundert, ihre Urururenkelin Cato im Jahr 1999 und der 14jährige Elias im Jahr 2025.
Der Erzählstrang im 18. Jahrhundert hätte etwas straffer sein können, am meisten hat mich Catos Geschichte gefesselt. Ihr Ehemann ist gewalttätig, er misshandelt sie psychisch und körperlich. Als sie das Haus ihrer Großmutter in Teufelsmoor erbt, beschließt sie eines Nachts, dort mit ihrer Tochter Zuflucht zu suchen. Sie findet einen Job als Reporterin bei der Lokalzeitung, doch ihr Mann ist ihr stets auf den Fersen.
Elias ist Catos Enkel, er besucht seine Oma, nachdem bei ihm auf dem Sportplatz alle Sicherungen durchgebrannt sind. Er hat Angst, dass er die gewalttätige Veranlagung seines Großvaters geerbt hatte. Bei Cato findet er Zuflucht und Hilfe.
Ich habe das Buch gelesen und gehört, leider enthält das Hörbuch nicht das Nachwort, das Informationen zur Recherche liefert und viele Hintergrundinformationen, unter anderem zum Rechtssystem Ende des 20. Jahrhunderts, als lächerlich geringe Strafen an gewalttätige Ehemänner verhängt wurden.
Sowohl das Buch als auch das Hörbuch kann ich sehr empfehlen, sehr gerne vergebe ich fünf Sterne.
Fesselnde Familiengeschichte auf drei Zeitebenen
Bewertung am 15.03.2026
Bewertungsnummer: 3077183
Bewertet: eBook (ePUB 3)
Das Buch wird in drei Zeitebenen erzählt.
2025 Elias der sich nach einem Vorfall, total aufgewühlt, zu seiner Oma ins Moor flüchtet um Abstand von den Geschehnissen und seiner Mutter zu haben.
1999 Caro, die das Haus von ihrer, ihr unbekannten Großmutter vererbt bekam und Hals über Kopf mit ihrer 12- jährigen Tochter vor ihren gewalttätigen Ehemann flüchtet.
1756 Aletta, die mit ihren Bruder und ihrer Schwägerin versucht, sich ein eigenes, besseres Leben aufzubauen.
Die Geschichte war sehr fesselnd. In jedem Zeitstrang geht es um Gewalt und Unterdrückung von Frauen, also ein sehr emotionales Buch mit sehr starken Charakteren.
Der Schreibstil gefiel mir sehr gut und der Wechsel in die verschiedenen Zeiten ist perfekt gelungen.
Ich kann das Buch jedem, der Familiengeschichten mag, sehr empfehlen.
Dieses Buch hat wieder einmal begeistert.
Drei Generationen - Drei Frauen wurden misshandelt. Aletta, die um ihre Freiheit kämpft, Cato, die mit ihrer Tochter Kira flüchtet, Elias, der bei einem Fussballspiel schreckliches getan hat, und zu seiner Oma flüchtet.
Um alles zu begreifen erfährt Elias von seiner Oma nach und nach ihre Familiengeschichte und warum sie im tiefen Moorland lebt.
Ein wirklich gutes Buch. Die Autorin beschreibt einfühlsam und schafft Parallelen zwischen den Generationen.
Dramatische Familiengeschichte auf drei Zeitebenen – spannend und hochaktuell
Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)
Nachdem „Stromlinien“ mich sehr begeistert hat, konnte ich es nicht abwarten, den neuen Roman von Rebekka Frank zu lesen. Und ich wurde nicht enttäuscht: Erneut berührt sie mit einer dramatischen Familiengeschichte, vielen Geheimnissen und „teuflischen“ Schauplätzen.
2025: Elias flüchtet sich in den Sommerferien zu seiner Oma ins Teufelsmoor. Er hat Scheiße gebaut und läuft seiner Verantwortung, seiner Mutter und sich selbst davon.
1999: Catharina, kurz Cato, flüchtet mit ihrer 12-jährigen Tochter Kira vor ihrem Ehemann ins Moor, in das alte Haus ihrer Großmutter, das sie geerbt hat. Endlich hat sie es geschafft auszubrechen – doch sind sie und ihre Tochter nun wirklich sicher?
1756: Aletta folgt ihrem Bruder Carsta ins Moor, dieser hat die Chance bekommen, sich innerhalb eines Jahres ein Haus zu bauen. Gemeinsam mit anderen möchten sie ein neues Dorf gründen. Doch Aletta verlässt dafür ihren Verlobten. Welchen Preis wird sie zahlen müssen?
Wie auch schon in „Stromlinien“ beeindruckt mich Rebekka Franks Schreibstil. Die Geschichte ist einnehmend und flüssig geschrieben, die Landschaft und die Natur wirken greifbar. Ich hatte das Gefühl, selbst mit Elias durchs Moor zu radeln, vor dem See zu stehen oder die Kraniche fliegen zu sehen. Kleine Details im Text machen deutlich, dass hier nicht einfach drauflos geschrieben, sondern sich viel überlegt wurde: beispielsweise endet ein Kapitel im Jahr 1999 genauso wie eines 1756 beginnt (die Figuren lauschen; oder ein Gewitter zieht auf). Hier wird mit den Zeitebenen gespielt und man hat das Gefühl, noch näher dran zu sein. Mit einer unleugbaren Dringlichkeit weist die Autorin auf aktuell gesellschaftliche Themen hin: Es geht um das Patriarchat, Femizide, Gewalt und Rollenbilder.
Am meisten begeistern konnte mich Alettas Geschichte. Sie ist eine offene, ehrliche Frau, die für sich selbst einsteht. Gerechtigkeit ist ihr wichtig, sie würde niemandem etwas zuleide tun. Trotz der schweren Arbeit im Moor, der Dauerfeuchtigkeit, der Kälte ... folgt sie ihrem Bruder und möchte an der Entstehung des Dorfes mitwirken. Ich wusste bisher nichts über Moorbauern, die Arbeit mit dem Torf und die Dörfer Heudorf und Breddorf. Die Tätigkeiten damals wirken beim Lesen so weit weg ... was umso faszinierender und lehrreicher war. Die Liebesgeschichte zwischen Aletta und Krischan war zart und authentisch. Die beiden haben sich ganz langsam angenähert und viele Gespräche geführt. Männer und Frauen sollten sich die zwei als Vorbild nehmen: So funktionieren Kommunikation und Beziehung und es wirkte beim Lesen so leicht.
Am wenigsten begeistern konnte mich die aktuelle Zeitebene, 2025. Das liegt einerseits daran, dass die Kapitel sehr kurz waren und ich Elias dadurch nicht richtig kennenlernen konnte, und andererseits daran, dass ich ständig das Gefühl hatte, eine Influencerin auf Instagram würde mich darauf hinweisen, wie man sich politisch korrekt verhält. Mir war die Ebene zu belehrend, ich verstehe aber, dass sie im Gesamtkontext wichtig war, um die Geschehnisse einzuordnen und zu kommentieren.
Ich war eigentlich ständig schockiert, wie viel in der Beziehung zwischen Männern und Frauen schiefläuft, wie leicht man(n) gewalttätig wird, was Männer von Frauen erwarten und nicht erwarten – und das quer über alle Zeiten hinweg. Mir hat das Buch aber auch gezeigt, dass auch Frauen oft nur Schlechtes über Männer denken, was ich ebenso als Problem ansehe. Sich nicht als etwas Besseres sehen, auf Augenhöhe miteinander kommunizieren, ehrlich sein, miteinander statt gegeneinander. Das sollte das Ziel sein, daran müssen wir alle arbeiten.
Rebekka Frank hat nicht nur einen Roman über eine bestimmte Familie geschrieben, sondern einen Roman über unsere Gesellschaft, der uns alle angeht. Ich empfehle das Buch jedem, der gerne in unterschiedliche Zeiten eintaucht, gut recherchierte Geschichten liest, Familiengeheimnisse entdecken und zum Nachdenken angeregt werden möchte.
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