Wie tief musst du graben, um die Wahrheit zu finden?
Elias hat so richtig Mist gebaut, das weiß er. Er versteckt sich den Sommer über bei seiner Großmutter Catharina im Moor. Doch auch sie hütet ein Geheimnis, das alles infrage stellt, was Elias zu wissen glaubt ...
Ein unendlich weiter Sommer, ein Vierteljahrhundert zuvor: Nach Jahren der Angst findet Catharina endlich den Mut, aus ihrer Ehe auszubrechen. Mit ihrer Tochter flieht sie in ein altes Haus im Moor. Während der Sonnentau im ersten Licht des Morgens leuchtet und die Rauchschwalben rufen, spürt sie sich zum ersten Mal wieder. Doch nichts ist wirklich sicher. Erst recht nicht, als Catharina im Moor eine Entdeckung macht, die ihren Mann auf ihre Spur bringen könnte.
Berührende Lesestunden mit Rebekka Frank:
Das Echo der Gezeiten
Stromlinien
Spiegelland
Kundinnen und Kunden meinen
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Bewegend, Intensiv und nachdenklich...
Diana Heide am 25.05.2026
Bewertungsnummer: 3148932
Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)
Hat mich das Buch hinterlassen.
In 3 verschiedenen Zeitebenen und drei Geschichten erzählt die Autorin einen Roman mit dem Fokus Gewalt gegen Frauen welches am Ende ein Grosses Ganzes ergibt.
Trotz der eher traurigen, tristen, anfangs hoffnungslosen Grundstimmung, zieht sich ein Hoffnungsschimmer durch das gesamte Buch, der zum Ende hin immer heller wird und mich zufrieden das Buch zuklappen lässt.
Intensiv und bewegend
Schoko_und_Buch aus Friedberg am 21.04.2026
Bewertungsnummer: 3115555
Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)
Spiegelland ist bereits mein zweites Buch der Autorin – und es hat mich sogar noch mehr überzeugt.
Im Mittelpunkt steht Cato im Jahr 1999: Nach Jahren voller Gewalt und Unterdrückung flieht sie mit ihrer zwölfjährigen Tochter in das abgelegene Haus ihrer Großmutter, mitten ins Moor. Mit wenig Geld und kaum Berufserfahrung kämpft sie sich langsam zurück ins Leben, arbeitet für die Regionalzeitung und gewinnt Stück für Stück ihre Stärke zurück. Trotz anfänglicher Skepsis findet sie im Ort Unterstützung – doch die Angst vor ihrem Ehemann bleibt allgegenwärtig.
Ein zweiter Handlungsstrang begleitet Elias in der Gegenwart, Catos Enkel. Auf der Flucht vor sich selbst, nachdem er gewalttätig geworden ist, gerät sein Weltbild ins Wanken, als er mehr über die Familiengeschichte erfährt.
Der dritte Strang führt weit zurück in die Zeit der Moorbesiedlung. Allettas Leben ist geprägt von bitterer Armut, Entbehrung und Härte – auch hier spielen Gewalt und Rache eine zentrale Rolle.
Alle drei Perspektiven haben ihren eigenen Reiz, wobei mich Catos Geschichte am meisten berührt hat. Allettas Abschnitt war ebenfalls spannend, zog sich zum Ende hin für mich jedoch etwas. Das verbindende Thema ist Gewalt gegen Frauen – erschreckend präsent, selbst in der noch gar nicht so fernen Vergangenheit. Besonders nachdenklich stimmt dabei auch das Nachwort der Autorin.
Mit über 900 Seiten ist das Buch (Ebook) ein echtes Schwergewicht, das ich dennoch in wenigen Tagen verschlungen habe. Atmosphärisch dicht, eindringlich erzählt und absolut lesenswert – eine klare Empfehlung, besonders für alle, die gern tief in vielschichtige Familiengeschichten eintauchen.
Dieses Buch hat wieder einmal begeistert.
Drei Generationen - Drei Frauen wurden misshandelt. Aletta, die um ihre Freiheit kämpft, Cato, die mit ihrer Tochter Kira flüchtet, Elias, der bei einem Fussballspiel schreckliches getan hat, und zu seiner Oma flüchtet.
Um alles zu begreifen erfährt Elias von seiner Oma nach und nach ihre Familiengeschichte und warum sie im tiefen Moorland lebt.
Ein wirklich gutes Buch. Die Autorin beschreibt einfühlsam und schafft Parallelen zwischen den Generationen.
Dramatische Familiengeschichte auf drei Zeitebenen – spannend und hochaktuell
Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)
Nachdem „Stromlinien“ mich sehr begeistert hat, konnte ich es nicht abwarten, den neuen Roman von Rebekka Frank zu lesen. Und ich wurde nicht enttäuscht: Erneut berührt sie mit einer dramatischen Familiengeschichte, vielen Geheimnissen und „teuflischen“ Schauplätzen.
2025: Elias flüchtet sich in den Sommerferien zu seiner Oma ins Teufelsmoor. Er hat Scheiße gebaut und läuft seiner Verantwortung, seiner Mutter und sich selbst davon.
1999: Catharina, kurz Cato, flüchtet mit ihrer 12-jährigen Tochter Kira vor ihrem Ehemann ins Moor, in das alte Haus ihrer Großmutter, das sie geerbt hat. Endlich hat sie es geschafft auszubrechen – doch sind sie und ihre Tochter nun wirklich sicher?
1756: Aletta folgt ihrem Bruder Carsta ins Moor, dieser hat die Chance bekommen, sich innerhalb eines Jahres ein Haus zu bauen. Gemeinsam mit anderen möchten sie ein neues Dorf gründen. Doch Aletta verlässt dafür ihren Verlobten. Welchen Preis wird sie zahlen müssen?
Wie auch schon in „Stromlinien“ beeindruckt mich Rebekka Franks Schreibstil. Die Geschichte ist einnehmend und flüssig geschrieben, die Landschaft und die Natur wirken greifbar. Ich hatte das Gefühl, selbst mit Elias durchs Moor zu radeln, vor dem See zu stehen oder die Kraniche fliegen zu sehen. Kleine Details im Text machen deutlich, dass hier nicht einfach drauflos geschrieben, sondern sich viel überlegt wurde: beispielsweise endet ein Kapitel im Jahr 1999 genauso wie eines 1756 beginnt (die Figuren lauschen; oder ein Gewitter zieht auf). Hier wird mit den Zeitebenen gespielt und man hat das Gefühl, noch näher dran zu sein. Mit einer unleugbaren Dringlichkeit weist die Autorin auf aktuell gesellschaftliche Themen hin: Es geht um das Patriarchat, Femizide, Gewalt und Rollenbilder.
Am meisten begeistern konnte mich Alettas Geschichte. Sie ist eine offene, ehrliche Frau, die für sich selbst einsteht. Gerechtigkeit ist ihr wichtig, sie würde niemandem etwas zuleide tun. Trotz der schweren Arbeit im Moor, der Dauerfeuchtigkeit, der Kälte ... folgt sie ihrem Bruder und möchte an der Entstehung des Dorfes mitwirken. Ich wusste bisher nichts über Moorbauern, die Arbeit mit dem Torf und die Dörfer Heudorf und Breddorf. Die Tätigkeiten damals wirken beim Lesen so weit weg ... was umso faszinierender und lehrreicher war. Die Liebesgeschichte zwischen Aletta und Krischan war zart und authentisch. Die beiden haben sich ganz langsam angenähert und viele Gespräche geführt. Männer und Frauen sollten sich die zwei als Vorbild nehmen: So funktionieren Kommunikation und Beziehung und es wirkte beim Lesen so leicht.
Am wenigsten begeistern konnte mich die aktuelle Zeitebene, 2025. Das liegt einerseits daran, dass die Kapitel sehr kurz waren und ich Elias dadurch nicht richtig kennenlernen konnte, und andererseits daran, dass ich ständig das Gefühl hatte, eine Influencerin auf Instagram würde mich darauf hinweisen, wie man sich politisch korrekt verhält. Mir war die Ebene zu belehrend, ich verstehe aber, dass sie im Gesamtkontext wichtig war, um die Geschehnisse einzuordnen und zu kommentieren.
Ich war eigentlich ständig schockiert, wie viel in der Beziehung zwischen Männern und Frauen schiefläuft, wie leicht man(n) gewalttätig wird, was Männer von Frauen erwarten und nicht erwarten – und das quer über alle Zeiten hinweg. Mir hat das Buch aber auch gezeigt, dass auch Frauen oft nur Schlechtes über Männer denken, was ich ebenso als Problem ansehe. Sich nicht als etwas Besseres sehen, auf Augenhöhe miteinander kommunizieren, ehrlich sein, miteinander statt gegeneinander. Das sollte das Ziel sein, daran müssen wir alle arbeiten.
Rebekka Frank hat nicht nur einen Roman über eine bestimmte Familie geschrieben, sondern einen Roman über unsere Gesellschaft, der uns alle angeht. Ich empfehle das Buch jedem, der gerne in unterschiedliche Zeiten eintaucht, gut recherchierte Geschichten liest, Familiengeheimnisse entdecken und zum Nachdenken angeregt werden möchte.
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