Ein Haus im Moor, ein schicksalhafter Sommer und ein Geheimnis, das Generationen verbindet.
Mitten in der Nacht flieht Catharina mit ihrer kleinen Tochter in ein altes Haus tief im Moor. Die ruhige Weite lässt sie erstmals wieder Kraft schöpfen. Doch das rettende Idyll trügt. Als das Moor ein längst vergessen geglaubtes Geheimnis freigibt, ruft das ihren Mann auf den Plan. Catharina muss eine Entscheidung treffen, die alles verändert. Jahrzehnte später sucht Catharinas Enkel Zuflucht bei seiner Großmutter. Bald ahnt er: Seine Familiengeschichte verbirgt Untiefen, die auch ihn bis heute lenken.
Ein berührender Roman über den Mut, das Leben entgegen aller Widerstände in die eigenen Hände zu nehmen.
Noch mehr Lesestunden mit Rebekka Frank:
Das Echo der Gezeiten
Stromlinien
Spiegelland
Kundinnen und Kunden meinen
4.7/5.0
nessabo
Thalia Book Circle Community
5/5
05.09.2026
Buch (Gebundene Ausgabe)
Eine makellos erzählte Geschichte mit der richtigen Portion Wut
Mein erster Roman von Rebekka Frank und es wird auf keinen Fall der letzte sein! Was für eine unglaublich begabte Autorin, die verstanden hat, dass Literatur niemals unpolitisch war und entsprechende Botschaften zum Kern ihrer Erzählung macht.
„Spiegelland“ ist eine komplexes, intelligent verwobenes Werk, das die Geschichten dreier Generationen in den Kontext patriarchaler Gewalt setzt - und das alles in einem detailliert historischen Setting. Es ist spürbar, wie viel Recherche in Franks Roman steckt. Gleichzeitig nimmt sie sich fiktionale Freiheiten, die ihre Geschichte optimal ergänzen. Im Nachwort ordnet sie Fakt und Fiktion ein, beim Lesen verschwimmt beides aber grenzenlos.
Ich habe selten eine Geschichte gelesen, in der die verschiedenen Zeitebenen so dermaßen perfekt miteinander verbunden wurden. Frank greift Szenen, Bilder und Worte aus vorherigen Kapiteln auf, um eine andere Zeitebene fortzuführen. Die Kapitel sind kurz und enden oft mit gut gesetzten Cliffhangern, sodass ich kaum aufhören konnte zu lesen.
Die Autorin bringt immer wieder feministische Botschaften ein. Etwa zum männlich-patriarchalen Anspruchsdenken oder zum Fakt, dass Männer (in diesem Fall Elias) ihre Sorgen vorrangig bei Frauen loswerden und somit diese als Betroffene wieder für Bildung und Sensibilisierung verantwortlich gemacht werden. Ich fand das richtig stark und mag es, wenn fiktive Geschichten auch einen explizit politischen Bezug haben.
Der Roman ist spannend und einfach unglaublich gut geschrieben, aber auch im richtigen Maß wütend. Männer werden in die Verantwortung genommen, während wir viel und am Ende auch wirklich überraschende weibliche Solidarität erleben dürfen. Ich mochte sehr, dass es auch sanfte Männerfiguren gab, denn die sind Teil eines gesellschaftlichen Wandels. Vor allem aber habe ich mich auf so vielen Ebenen an den starken, sensiblen und schlicht beeindruckenden Frauen erfreut.
Eine riesige Empfehlung - auch für alle, die wie ich eher selten historische Romane lesen. Lasst euch davon nicht abschrecken, denn alle Zeitebenen sind zugänglich geschrieben, ohne dass ihre Authentizität darunter leiden würde.
crazygirl
5/5
13.08.2026
Buch (Gebundene Ausgabe)
Das Teufelsmoor
1999, Catharina flieht mit ihrer Tochter Kira vor ihrem gewalttätigen Ehemann ins Teufelsmoor. Ihre Oma, zu der sie keinen Kontakt hatte, hat ihr ein Haus vererbt von dem Sven nichts weiß. Sie schreibt Artikel für die dortige Regionalzeitung und beschäftigt sich mit der Vergangenheit vom Teufelsmoor uns findet in dem Haus einen Teppich mit verschiedenen Symbolen, der Hinweise zu ihren Urahnen verbirgt. Derweil sucht Sven nach ihr.
2025, Elias, der Sohn von Kira, hat Mist gebaut und flüchtet zu seiner Oma Catharina ins Teufelsmoor. Die Gespräche mit Cato über ihre Flucht 1999 ins Moor, helfen ihm, sein eigenes Dilemma aufzuarbeiten.
Das Cover und der Titel gefallen mir sehr gut. Auf der 1. Seite gibt es eine kleine Landkarte vom Moor. Die Protagonisten werden sehr authentisch und liebevoll beschrieben. Die Handlungsorte und das Moor mit seinen Veränderungen über die Zeit werden beeindruckend geschildert. Die Handlung wird in drei Zeitebenen erzählt. Zuerst von 2025 und 1999. Nach 50 Seiten beginnt dann die Geschichte von Aletta und das Leben auf den Höfen von zwei verfeindeten Gemeinden im Jahr 1756. Letztendlich sind die Schicksale aller drei Zeitstränge miteinander verwoben. der Schreibstil der Autorin hat mich schon beim Buch Stromlinien beeindruckt und hat sich hier fortgesetzt.
Bewertung
5/5
25.06.2026
Buch (Gebundene Ausgabe)
Ein absolutes Highlight!
Die drei Erzählstränge und Zeitebenen, ihr Zusammenspiel und Aufeinanderaufbauen, die Figuren, die Bearbeitung der schweren Themen – einfach nur wow!
Die drei Handlungsstränge sind jeder für sich schon spannend und gut erzählt. Aber wie sie dann miteinander verwoben werden und aufeinander aufbauen, und was für eine Sogwirkung durch jedes einzelne Kapitel entsteht, hat mich komplett begeistert. Auch waren die Hauptpersonen der jeweiligen Zeitebene sehr nahbar und nachvollziehbar.
Die Sprecher:innen haben die Geschichte großartig interpretiert und definitiv zu ihrem mitreißenden Eindruck auf mich beigetragen. Dass jede Zeitebene von unterschiedlichen Sprecher:innen gelesen wurde, hat zudem dafür gesorgt, dass diese für mich als Hörerin gut verständlich und auseinander zu halten waren.
Die Auseinandersetzung mit dem Thema Gewalt gegen Frauen in drei unterschiedlichen Jahrhunderten fand ich extrem gelungen. Trotz des schweren Themas und der teils dramatischen Handlung war die Stimmung des Buchs für mich nicht zu düster und teilweise sogar hoffnunggebend.
Ich habe von der ersten bis zur letzten Seite mitgefiebert und kann die Geschichte kaum loslassen.
Diana Heide
5/5
25.05.2026
Buch (Gebundene Ausgabe)
Bewegend, Intensiv und nachdenklich...
Hat mich das Buch hinterlassen.
In 3 verschiedenen Zeitebenen und drei Geschichten erzählt die Autorin einen Roman mit dem Fokus Gewalt gegen Frauen welches am Ende ein Grosses Ganzes ergibt.
Trotz der eher traurigen, tristen, anfangs hoffnungslosen Grundstimmung, zieht sich ein Hoffnungsschimmer durch das gesamte Buch, der zum Ende hin immer heller wird und mich zufrieden das Buch zuklappen lässt.
Schoko_und_Buch
aus Friedberg
5/5
21.04.2026
Buch (Gebundene Ausgabe)
Intensiv und bewegend
Spiegelland ist bereits mein zweites Buch der Autorin – und es hat mich sogar noch mehr überzeugt.
Im Mittelpunkt steht Cato im Jahr 1999: Nach Jahren voller Gewalt und Unterdrückung flieht sie mit ihrer zwölfjährigen Tochter in das abgelegene Haus ihrer Großmutter, mitten ins Moor. Mit wenig Geld und kaum Berufserfahrung kämpft sie sich langsam zurück ins Leben, arbeitet für die Regionalzeitung und gewinnt Stück für Stück ihre Stärke zurück. Trotz anfänglicher Skepsis findet sie im Ort Unterstützung – doch die Angst vor ihrem Ehemann bleibt allgegenwärtig.
Ein zweiter Handlungsstrang begleitet Elias in der Gegenwart, Catos Enkel. Auf der Flucht vor sich selbst, nachdem er gewalttätig geworden ist, gerät sein Weltbild ins Wanken, als er mehr über die Familiengeschichte erfährt.
Der dritte Strang führt weit zurück in die Zeit der Moorbesiedlung. Allettas Leben ist geprägt von bitterer Armut, Entbehrung und Härte – auch hier spielen Gewalt und Rache eine zentrale Rolle.
Alle drei Perspektiven haben ihren eigenen Reiz, wobei mich Catos Geschichte am meisten berührt hat. Allettas Abschnitt war ebenfalls spannend, zog sich zum Ende hin für mich jedoch etwas. Das verbindende Thema ist Gewalt gegen Frauen – erschreckend präsent, selbst in der noch gar nicht so fernen Vergangenheit. Besonders nachdenklich stimmt dabei auch das Nachwort der Autorin.
Mit über 900 Seiten ist das Buch (Ebook) ein echtes Schwergewicht, das ich dennoch in wenigen Tagen verschlungen habe. Atmosphärisch dicht, eindringlich erzählt und absolut lesenswert – eine klare Empfehlung, besonders für alle, die gern tief in vielschichtige Familiengeschichten eintauchen.
Dieses Buch hat wieder einmal begeistert.
Drei Generationen - Drei Frauen wurden misshandelt. Aletta, die um ihre Freiheit kämpft, Cato, die mit ihrer Tochter Kira flüchtet, Elias, der bei einem Fussballspiel schreckliches getan hat, und zu seiner Oma flüchtet.
Um alles zu begreifen erfährt Elias von seiner Oma nach und nach ihre Familiengeschichte und warum sie im tiefen Moorland lebt.
Ein wirklich gutes Buch. Die Autorin beschreibt einfühlsam und schafft Parallelen zwischen den Generationen.
Dramatische Familiengeschichte auf drei Zeitebenen – spannend und hochaktuell
Nachdem „Stromlinien“ mich sehr begeistert hat, konnte ich es nicht abwarten, den neuen Roman von Rebekka Frank zu lesen. Und ich wurde nicht enttäuscht: Erneut berührt sie mit einer dramatischen Familiengeschichte, vielen Geheimnissen und „teuflischen“ Schauplätzen.
2025: Elias flüchtet sich in den Sommerferien zu seiner Oma ins Teufelsmoor. Er hat Scheiße gebaut und läuft seiner Verantwortung, seiner Mutter und sich selbst davon.
1999: Catharina, kurz Cato, flüchtet mit ihrer 12-jährigen Tochter Kira vor ihrem Ehemann ins Moor, in das alte Haus ihrer Großmutter, das sie geerbt hat. Endlich hat sie es geschafft auszubrechen – doch sind sie und ihre Tochter nun wirklich sicher?
1756: Aletta folgt ihrem Bruder Carsta ins Moor, dieser hat die Chance bekommen, sich innerhalb eines Jahres ein Haus zu bauen. Gemeinsam mit anderen möchten sie ein neues Dorf gründen. Doch Aletta verlässt dafür ihren Verlobten. Welchen Preis wird sie zahlen müssen?
Wie auch schon in „Stromlinien“ beeindruckt mich Rebekka Franks Schreibstil. Die Geschichte ist einnehmend und flüssig geschrieben, die Landschaft und die Natur wirken greifbar. Ich hatte das Gefühl, selbst mit Elias durchs Moor zu radeln, vor dem See zu stehen oder die Kraniche fliegen zu sehen. Kleine Details im Text machen deutlich, dass hier nicht einfach drauflos geschrieben, sondern sich viel überlegt wurde: beispielsweise endet ein Kapitel im Jahr 1999 genauso wie eines 1756 beginnt (die Figuren lauschen; oder ein Gewitter zieht auf). Hier wird mit den Zeitebenen gespielt und man hat das Gefühl, noch näher dran zu sein. Mit einer unleugbaren Dringlichkeit weist die Autorin auf aktuell gesellschaftliche Themen hin: Es geht um das Patriarchat, Femizide, Gewalt und Rollenbilder.
Am meisten begeistern konnte mich Alettas Geschichte. Sie ist eine offene, ehrliche Frau, die für sich selbst einsteht. Gerechtigkeit ist ihr wichtig, sie würde niemandem etwas zuleide tun. Trotz der schweren Arbeit im Moor, der Dauerfeuchtigkeit, der Kälte ... folgt sie ihrem Bruder und möchte an der Entstehung des Dorfes mitwirken. Ich wusste bisher nichts über Moorbauern, die Arbeit mit dem Torf und die Dörfer Heudorf und Breddorf. Die Tätigkeiten damals wirken beim Lesen so weit weg ... was umso faszinierender und lehrreicher war. Die Liebesgeschichte zwischen Aletta und Krischan war zart und authentisch. Die beiden haben sich ganz langsam angenähert und viele Gespräche geführt. Männer und Frauen sollten sich die zwei als Vorbild nehmen: So funktionieren Kommunikation und Beziehung und es wirkte beim Lesen so leicht.
Am wenigsten begeistern konnte mich die aktuelle Zeitebene, 2025. Das liegt einerseits daran, dass die Kapitel sehr kurz waren und ich Elias dadurch nicht richtig kennenlernen konnte, und andererseits daran, dass ich ständig das Gefühl hatte, eine Influencerin auf Instagram würde mich darauf hinweisen, wie man sich politisch korrekt verhält. Mir war die Ebene zu belehrend, ich verstehe aber, dass sie im Gesamtkontext wichtig war, um die Geschehnisse einzuordnen und zu kommentieren.
Ich war eigentlich ständig schockiert, wie viel in der Beziehung zwischen Männern und Frauen schiefläuft, wie leicht man(n) gewalttätig wird, was Männer von Frauen erwarten und nicht erwarten – und das quer über alle Zeiten hinweg. Mir hat das Buch aber auch gezeigt, dass auch Frauen oft nur Schlechtes über Männer denken, was ich ebenso als Problem ansehe. Sich nicht als etwas Besseres sehen, auf Augenhöhe miteinander kommunizieren, ehrlich sein, miteinander statt gegeneinander. Das sollte das Ziel sein, daran müssen wir alle arbeiten.
Rebekka Frank hat nicht nur einen Roman über eine bestimmte Familie geschrieben, sondern einen Roman über unsere Gesellschaft, der uns alle angeht. Ich empfehle das Buch jedem, der gerne in unterschiedliche Zeiten eintaucht, gut recherchierte Geschichten liest, Familiengeheimnisse entdecken und zum Nachdenken angeregt werden möchte.
Kurze Frage zu unserer Seite
Vielen Dank für Ihr Feedback
Wir nutzen Ihr Feedback, um unsere Produktseiten zu verbessern. Bitte haben Sie Verständnis, dass wir Ihnen keine Rückmeldung geben können. Falls Sie Kontakt mit uns aufnehmen möchten, können Sie sich aber gerne an unseren Kund*innenservice wenden.