Ein Haus im Moor, ein schicksalhafter Sommer und ein Geheimnis, das Generationen verbindet.
Mitten in der Nacht flieht Catharina mit ihrer kleinen Tochter in ein altes Haus tief im Moor. Die ruhige Weite lässt sie erstmals wieder Kraft schöpfen. Doch das rettende Idyll trügt. Als das Moor ein längst vergessen geglaubtes Geheimnis freigibt, ruft das ihren Mann auf den Plan. Catharina muss eine Entscheidung treffen, die alles verändert. Jahrzehnte später sucht Catharinas Enkel Zuflucht bei seiner Großmutter. Bald ahnt er: Seine Familiengeschichte verbirgt Untiefen, die auch ihn bis heute lenken.
Ein berührender Roman über den Mut, das Leben entgegen aller Widerstände in die eigenen Hände zu nehmen.
Noch mehr Lesestunden mit Rebekka Frank:
Das Echo der Gezeiten
Stromlinien
Spiegelland
Kundinnen und Kunden meinen
4.7/5.0
Bewertung
5/5
25.06.2026
Buch (Gebundene Ausgabe)
Ein absolutes Highlight!
Die drei Erzählstränge und Zeitebenen, ihr Zusammenspiel und Aufeinanderaufbauen, die Figuren, die Bearbeitung der schweren Themen – einfach nur wow!
Die drei Handlungsstränge sind jeder für sich schon spannend und gut erzählt. Aber wie sie dann miteinander verwoben werden und aufeinander aufbauen, und was für eine Sogwirkung durch jedes einzelne Kapitel entsteht, hat mich komplett begeistert. Auch waren die Hauptpersonen der jeweiligen Zeitebene sehr nahbar und nachvollziehbar.
Die Sprecher:innen haben die Geschichte großartig interpretiert und definitiv zu ihrem mitreißenden Eindruck auf mich beigetragen. Dass jede Zeitebene von unterschiedlichen Sprecher:innen gelesen wurde, hat zudem dafür gesorgt, dass diese für mich als Hörerin gut verständlich und auseinander zu halten waren.
Die Auseinandersetzung mit dem Thema Gewalt gegen Frauen in drei unterschiedlichen Jahrhunderten fand ich extrem gelungen. Trotz des schweren Themas und der teils dramatischen Handlung war die Stimmung des Buchs für mich nicht zu düster und teilweise sogar hoffnunggebend.
Ich habe von der ersten bis zur letzten Seite mitgefiebert und kann die Geschichte kaum loslassen.
Diana Heide
5/5
25.05.2026
Buch (Gebundene Ausgabe)
Bewegend, Intensiv und nachdenklich...
Hat mich das Buch hinterlassen.
In 3 verschiedenen Zeitebenen und drei Geschichten erzählt die Autorin einen Roman mit dem Fokus Gewalt gegen Frauen welches am Ende ein Grosses Ganzes ergibt.
Trotz der eher traurigen, tristen, anfangs hoffnungslosen Grundstimmung, zieht sich ein Hoffnungsschimmer durch das gesamte Buch, der zum Ende hin immer heller wird und mich zufrieden das Buch zuklappen lässt.
Schoko_und_Buch
aus Friedberg
5/5
21.04.2026
Buch (Gebundene Ausgabe)
Intensiv und bewegend
Spiegelland ist bereits mein zweites Buch der Autorin – und es hat mich sogar noch mehr überzeugt.
Im Mittelpunkt steht Cato im Jahr 1999: Nach Jahren voller Gewalt und Unterdrückung flieht sie mit ihrer zwölfjährigen Tochter in das abgelegene Haus ihrer Großmutter, mitten ins Moor. Mit wenig Geld und kaum Berufserfahrung kämpft sie sich langsam zurück ins Leben, arbeitet für die Regionalzeitung und gewinnt Stück für Stück ihre Stärke zurück. Trotz anfänglicher Skepsis findet sie im Ort Unterstützung – doch die Angst vor ihrem Ehemann bleibt allgegenwärtig.
Ein zweiter Handlungsstrang begleitet Elias in der Gegenwart, Catos Enkel. Auf der Flucht vor sich selbst, nachdem er gewalttätig geworden ist, gerät sein Weltbild ins Wanken, als er mehr über die Familiengeschichte erfährt.
Der dritte Strang führt weit zurück in die Zeit der Moorbesiedlung. Allettas Leben ist geprägt von bitterer Armut, Entbehrung und Härte – auch hier spielen Gewalt und Rache eine zentrale Rolle.
Alle drei Perspektiven haben ihren eigenen Reiz, wobei mich Catos Geschichte am meisten berührt hat. Allettas Abschnitt war ebenfalls spannend, zog sich zum Ende hin für mich jedoch etwas. Das verbindende Thema ist Gewalt gegen Frauen – erschreckend präsent, selbst in der noch gar nicht so fernen Vergangenheit. Besonders nachdenklich stimmt dabei auch das Nachwort der Autorin.
Mit über 900 Seiten ist das Buch (Ebook) ein echtes Schwergewicht, das ich dennoch in wenigen Tagen verschlungen habe. Atmosphärisch dicht, eindringlich erzählt und absolut lesenswert – eine klare Empfehlung, besonders für alle, die gern tief in vielschichtige Familiengeschichten eintauchen.
Bewertung
Thalia Book Circle Community
5/5
08.04.2026
Buch (Gebundene Ausgabe)
Wie Vergangenheit Generationen formt
Rebekka Frank erzählt eindringlich und erschütternd, wie sich Gewalt gegen Frauen und ihre Unterdrückung über Generationen hinweg wiederholt. In der Gegenwart versteckt sich der Jugendliche Elias bei seiner Großmutter, nachdem er einen schweren Fehler begangen hat. 1999 flieht Cato mit ihrer Tochter Kira vor ihrem gewalttätigen Ehemann und baut sich in einem abgelegenen Haus im Moor ein neues Leben auf. Am meisten hat mich die dritte Handlung bewegt, die im 18. Jahrhundert spielt. Die mutige Aletta führt ein hartes Leben im Moor und kämpft gegen gesellschaftliche Zwänge und Gewalt.
Stück für Stück wird enthüllt, wie die drei Zeitebenen miteinander verknüpft sind, was viel Spannung erzeugt und starke Gefühle auslöst. Man leidet mit den Frauen, die einen hohen Preis zahlen müssen, um ein selbstbestimmtes Leben zu führen, und freut sich mit ihnen, wenn ihnen ein kleiner Schritt zur Unabhängigkeit gelingt. Stark fand ich, wie das Teufelsmoor bei Worpswede als gemeinsamer Schauplatz nicht nur die Geschichten verbindet, sondern auch die Figuren und das Geschehen beeinflusst. Er kann Zufluchtsort und zugleich eine existenzielle Bedrohung sein, Geheimnisse verbergen und Künstler inspirieren. In dem sehr gut umgesetzten Hörbuch konnte ich sowohl in die bildhaft beschriebene Moor-Atmosphäre als auch in die Gefühlswelten der Figuren tief eintauchen.
Mellie Wassmann
aus Nordhessen
5/5
06.04.2026
Buch (Gebundene Ausgabe)
Ein toller Roman, dessen Thematik Jahrhunderte und Generationen überdauert und direkt ins Herz trifft.
Dies ist eine Geschichte - nein, eigentlich sind es drei Geschichten, die verwoben sind wie ein Wandteppich, der lang verborgene Familiengeheimnisse offenbart.
Die Geschichte von Cato und ihrer Tochter Kira hat mich gefesselt und mitgerissen... ich habe den Regen in der Nacht der Flucht beim Lesen gespürt und konnte mir die Landschaft rund um das Teufelsmoor sehr gut vorstellen. Nach und nach erfährt man immer mehr, was Cato während ihrer Ehe alles erlebt und erlitten hat.
In der Zeitebene rund um Aletta reist man zurück ins Jahr 1756 und erfährt währen des Lesens einiges über das Leben im Moor, wie Familien damals zusammen und auch gegeneinander arbeiteten, dass Frauen nichts weiter waren als das Eigentum des Mannes.
Je weiter man in die Geschichte eintaucht, desto mehr offebaren sich die verschiedenen und zum Teil auch erschreckenden Charaktereigenschaften der Protagonisten. Und immer wieder ziehen sich patriarchale Strukturen quer durch das gesamte Buch und zeigen dem bzw. der Lesenden auf, dass sich im Wandel der Zeit doch nicht so viel im Bezug auf Gewalt und narzistisches Verhalten von Männern gegenüber Frauen geändert hat. Es geht es um Liebe, Leben und verletzten Stolz.
Ich bin stolz auf Aletta, die sich nicht alles gefallen lassen wollte... auf Cato, die mutig für sich eingestanden und gekämpft hat. Die dritte Zeitebene rund um Elias war für mich etwas schwächer, aber dennoch interessant um den Bogen zur Vergangenheit zu spannen und eine weitere Sichtweise zu verdeutlichen.
Spätestens als ich die Haupt-Charaktere zuordnen konnte und die verschiedenen Verbindungen gesehen habe bin ich immer tiefer in die Geschichte eingetaucht und brauchte zwischendurch Pausen zum durchatmen. Dank der kleinen Cliffhanger zu den Kapitelenden habe ich gleichzeitig immer mehr den Sog gespürt, unbedingt weiterlesen zu wollen. Gerade aktuell ist dieses Buch ein mahnendes Beispiel zu Themen wie Patriarchat und Unterdrückung der Frau,
Gewaltbereitschaft gegenüber Frauen, vererbter Frauenhass oder "verletzte" Männerehre und auch das Recht auf ein selbstbestimmtes Leben. Ich bin zum Teil erschrocken darüber, wie wenig sich in vielen Köpfen und Denkweisen im Verlauf der Zeiten verändert hat und man unbedingt immer wieder darauf hinweisen muss, dass noch ganz viel zu tun ist.
Spiegelland von Rebekka Frank hat mich absolut mitgerissen und begeistert und dank bzw. trotz der nervenaufreibenden Ereignisse im Storyverlauf, der atmosphärischen Beschreibungen und der emotionalen Erlebnisse der Protagonistinnen ist dieses Buch ein JAHRESHIGHLIGHT für mich. Bereits mit Stromlinien konnte die Autorin mich begeistern und dank des eindringlichen Schreibstils hat sich Rebekka Frank erneut in mein Herz geschrieben.
Dieses Buch hat wieder einmal begeistert.
Drei Generationen - Drei Frauen wurden misshandelt. Aletta, die um ihre Freiheit kämpft, Cato, die mit ihrer Tochter Kira flüchtet, Elias, der bei einem Fussballspiel schreckliches getan hat, und zu seiner Oma flüchtet.
Um alles zu begreifen erfährt Elias von seiner Oma nach und nach ihre Familiengeschichte und warum sie im tiefen Moorland lebt.
Ein wirklich gutes Buch. Die Autorin beschreibt einfühlsam und schafft Parallelen zwischen den Generationen.
Dramatische Familiengeschichte auf drei Zeitebenen – spannend und hochaktuell
Nachdem „Stromlinien“ mich sehr begeistert hat, konnte ich es nicht abwarten, den neuen Roman von Rebekka Frank zu lesen. Und ich wurde nicht enttäuscht: Erneut berührt sie mit einer dramatischen Familiengeschichte, vielen Geheimnissen und „teuflischen“ Schauplätzen.
2025: Elias flüchtet sich in den Sommerferien zu seiner Oma ins Teufelsmoor. Er hat Scheiße gebaut und läuft seiner Verantwortung, seiner Mutter und sich selbst davon.
1999: Catharina, kurz Cato, flüchtet mit ihrer 12-jährigen Tochter Kira vor ihrem Ehemann ins Moor, in das alte Haus ihrer Großmutter, das sie geerbt hat. Endlich hat sie es geschafft auszubrechen – doch sind sie und ihre Tochter nun wirklich sicher?
1756: Aletta folgt ihrem Bruder Carsta ins Moor, dieser hat die Chance bekommen, sich innerhalb eines Jahres ein Haus zu bauen. Gemeinsam mit anderen möchten sie ein neues Dorf gründen. Doch Aletta verlässt dafür ihren Verlobten. Welchen Preis wird sie zahlen müssen?
Wie auch schon in „Stromlinien“ beeindruckt mich Rebekka Franks Schreibstil. Die Geschichte ist einnehmend und flüssig geschrieben, die Landschaft und die Natur wirken greifbar. Ich hatte das Gefühl, selbst mit Elias durchs Moor zu radeln, vor dem See zu stehen oder die Kraniche fliegen zu sehen. Kleine Details im Text machen deutlich, dass hier nicht einfach drauflos geschrieben, sondern sich viel überlegt wurde: beispielsweise endet ein Kapitel im Jahr 1999 genauso wie eines 1756 beginnt (die Figuren lauschen; oder ein Gewitter zieht auf). Hier wird mit den Zeitebenen gespielt und man hat das Gefühl, noch näher dran zu sein. Mit einer unleugbaren Dringlichkeit weist die Autorin auf aktuell gesellschaftliche Themen hin: Es geht um das Patriarchat, Femizide, Gewalt und Rollenbilder.
Am meisten begeistern konnte mich Alettas Geschichte. Sie ist eine offene, ehrliche Frau, die für sich selbst einsteht. Gerechtigkeit ist ihr wichtig, sie würde niemandem etwas zuleide tun. Trotz der schweren Arbeit im Moor, der Dauerfeuchtigkeit, der Kälte ... folgt sie ihrem Bruder und möchte an der Entstehung des Dorfes mitwirken. Ich wusste bisher nichts über Moorbauern, die Arbeit mit dem Torf und die Dörfer Heudorf und Breddorf. Die Tätigkeiten damals wirken beim Lesen so weit weg ... was umso faszinierender und lehrreicher war. Die Liebesgeschichte zwischen Aletta und Krischan war zart und authentisch. Die beiden haben sich ganz langsam angenähert und viele Gespräche geführt. Männer und Frauen sollten sich die zwei als Vorbild nehmen: So funktionieren Kommunikation und Beziehung und es wirkte beim Lesen so leicht.
Am wenigsten begeistern konnte mich die aktuelle Zeitebene, 2025. Das liegt einerseits daran, dass die Kapitel sehr kurz waren und ich Elias dadurch nicht richtig kennenlernen konnte, und andererseits daran, dass ich ständig das Gefühl hatte, eine Influencerin auf Instagram würde mich darauf hinweisen, wie man sich politisch korrekt verhält. Mir war die Ebene zu belehrend, ich verstehe aber, dass sie im Gesamtkontext wichtig war, um die Geschehnisse einzuordnen und zu kommentieren.
Ich war eigentlich ständig schockiert, wie viel in der Beziehung zwischen Männern und Frauen schiefläuft, wie leicht man(n) gewalttätig wird, was Männer von Frauen erwarten und nicht erwarten – und das quer über alle Zeiten hinweg. Mir hat das Buch aber auch gezeigt, dass auch Frauen oft nur Schlechtes über Männer denken, was ich ebenso als Problem ansehe. Sich nicht als etwas Besseres sehen, auf Augenhöhe miteinander kommunizieren, ehrlich sein, miteinander statt gegeneinander. Das sollte das Ziel sein, daran müssen wir alle arbeiten.
Rebekka Frank hat nicht nur einen Roman über eine bestimmte Familie geschrieben, sondern einen Roman über unsere Gesellschaft, der uns alle angeht. Ich empfehle das Buch jedem, der gerne in unterschiedliche Zeiten eintaucht, gut recherchierte Geschichten liest, Familiengeheimnisse entdecken und zum Nachdenken angeregt werden möchte.
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