Der neue Roman von Nils Mohl über Familie, Freundschaft und die Suche nach den eigenen Wurzeln. Emotionaler Jugendroman ab 14 Jahren.
Die 17-jährige Pepper hat auf den ersten Blick eine ganze Menge: ein schönes Zuhause in der Hamburger Hafencity; eine coole Mutter, die Politikerin ist; einen richtig guten Freund namens August. Und bald Abitur. Trotzdem ist da diese große Lücke in ihrem Leben: Pepper kennt ihren Vater nicht, er war eine flüchtige Affäre ihrer Mutter, die mit seinem Namen nicht rausrücken will. Pepper beschäftigt das Thema bis zur Besessenheit. Sie hält Zillionen von offenen Fragen in ihrem Notizbuch fest – denn wie soll man wissen, wohin man will im Leben, wenn man nicht weiß, woher man kommt? Doch dann ist es endlich soweit: Pepper erfährt den Namen ihres Vaters. Und dass er nur ein paar Kilometer von ihr entfernt wohnt. Pepper ist wild entschlossen, ihren Vater endlich kennenzulernen. Kurzerhand beschließt sie, inkognito in seine WG zu ziehen. Denn wie kann man sich besser kennenlernen als unter demselben Dach?
Eine Geschichte über die großen Themen der Jugend, eine schräge WG und die viel zu unbekannte Band Kimme & Popkorn!
Kundinnen und Kunden meinen
4.4/5.0
ReadingFoxy
aus Leipzig
5/5
22.05.2026
Buch (Gebundene Ausgabe)
Kann man sich Familie aussuchen?
Kann man sich Familie aussuchen?
Mich hat das Buch interessiert, da auch ich ohne einen Vater aufgewachsen bin und jede Person das ja etwas anders sieht und verarbeitet. Daher war ich hier auf die Idee gespannt, dass Pepper, ohne dass er es weiß in eine WG mit ihm zieht.
Denn die 17-jährige Pepper lebt scheinbar ein gutes Leben, doch sie leidet darunter, ihren Vater nicht zu kennen. Als sie endlich seinen Namen erfährt und herausfindet, dass er ganz in der Nähe wohnt, beschließt sie, ihn heimlich kennenzulernen. Und zwar indem sie inkognito in seine WG zieht, um Antworten auf ihre Fragen über ihre Herkunft zu finden.
Und ich hatte meine Freude beim Lesen, denn es ist weit mehr als ein typischer Coming-of-Age-Roman. Er erzählt die Geschichte einer Jugendlichen, die nach ihrer eigenen Herkunft sucht. Mit viel Gefühl, Humor und einer ehrlichen und direkten Sprache. Besonders gelungen fand ich, wie authentisch und nahbar Pepper als Figur wirkt. Manchmal impulsiv, manchmal verletzlich, aber immer so geschrieben, dass man sie als Mädchen aus der Nachbarschaft identifizieren könnte. Dennoch fand ich es ab und an, da ich selbst Mutter bin, nicht so schön zu lesen, wie sich so manche Rollenbilder verschoben haben.
Die Mischung aus Familiengeschichte, Selbstfindung und wilder (und bekannter) WG-Atmosphäre macht das Buch emotional und unterhaltsam. Auch die Nebenfiguren haben eine gute Tiefe und sorgen dafür, dass man die Geschichte nachvollziehen und sich teilweise in die hineinversetzen kann. Der Schreibstil ist an sich locker, kurzweilig, aber dennoch voller leiser und auch nachdenklicher Momente.
Das Buch zeigt, dass Familie nicht immer einfach ist und dass die Suche nach der eigenen Identität oft ein bisschen Mut braucht. Trotz einiger ernster Themen bleibt die Geschichte recht schön zu lesen. Ich würde es jedoch vermutlich nicht unbedingt ab 14 empfehlen. Vielleicht sollten Eltern erstmal reinlesen und dann je nach eigenem Kind entscheiden.
ISBN: 978-3757101930
Autor: Nils Mohl
Verlag: Fischer
ET: 25.02.26
Umfang: 272 Seiten
Daggy
Thalia Book Circle Community
5/5
01.03.2026
Buch (Gebundene Ausgabe)
Vatersuche, in schönen Worten mit viel Gefühl erzählt
Auf dem Cover sehen wir Pepper mit ihrem roten Notizbuch, in dem alle Fragen stehen, die sie ihrem Vater stellen wird, sobald sie weiß, wer es ist.
Die Frage nach ihre Vater stellt Pepper ihrer Mutter immer wieder, doch erst als sie schon 17 ist, gibt sie ihr überraschenderweise den Namen auf einem Zettel: „Kimme“. Ihre Mutter ist Politikerin und die beiden wohnen sehr feudal in der HafenCity in Hamburg. Bald erfährt sie, dass ihr Vater, der in jungen Jahren als Musiker eine gewisse Berühmtheit erlangt hatte, immer noch mit seinen Bandkollegen in einer WG wohnt. Da macht sie sich auf um dort in eine freies Zimmer zu ziehen. Ihre Mutter und ihr Freund August raten ihr ab, doch Pepper möchte ihren Vater erstmal inkognito kennen lernen. Ihr Vater ist eine eigenwilliger Typ, das kann sie schon an seiner Kleidung erkennen, aber auch seine schroffe Art und seine weisen Kommentare bringen wenig Nähe. Als er dann Pepper unter Druck setzt, sie müsse eine riesige Einweihungsparty organisieren, ist diese völlig überfordert. Denn sie ist ein ruhiges jungen Mädchen, dass wenig Frende hat und nie auf wilde Partys geht.
„Kann man vermissen, was man nie hatte? – Wie würde es wohl klingen, wenn du meinen Namen sprichst?“ das sind Fragen, die Pepper in ihren Notizen stehen hat. Erst ganz am Ende wir sie Antworten bekommen, aber dann ist ihr Vater schon sterbenskrank.
Jedes Kapitel beginnt mit einer grauen Seite, auf der wir Peppers Notizen lesen oder auf der deutsche Songtexte von der Band „Kimme & Popkorn“ stehen. Uns wird die Geschichte von Pepper erzählt, die ihren Vater immer direkt anspricht, wodurch für mich eine besondere Nähe zu spüren war. Der zunächst schroffe Kimme zeigt im letzten Teil doch noch viel Gefühl und die kurze Zeit, die den beiden bleibt, gibt Pepper sehr viel. Mir gefiel es auch sehr gut, dass das Verhalten der Mutter nicht zu einem Bruch geführt hat. Ein Buch mit vielen Fassetten, neben den Jungen gibt es eine Truppe alternder Menschen und dann noch drei Senioren mit viel Witz und Lebenserfahrung. Eine hervorragende Mischung und ein Jugendroman, der gelesen werden muss.
Bewertung
Thalia Book Circle Community
5/5
01.03.2026
Buch (Gebundene Ausgabe)
Eine schräge WG und eine wunderbare Geschichte.
Das Cover hat mich sofort neugierig auf die Geschichte gemacht. Ich mag die Illustration sehr und auch die reduzierten Farben passen das Cover sehr harmonisch wirken. Die Haptik es Hardcover Buches finde ich sehr ansprechend.
In dem Jugendroman ab 14 Jahren vom Autor Nils Mohl geht es um Pepper. Die 17 jährigen erfährt nach Jahren des Schweigens endlich den Namen ihres Vater. Sie möchte ihn unbedingt kennenlernen. Dabei hat sie eine etwas verrückte Idee. Sie zieht in die WG ihres Vaters ein. Sie sammelt seit Jahren Fragen, die sie ihrem Vater stellen möchte in einem Notizbuch. So kommt es, dass sie unter einer anderen Identität bei ihrem Vater und seinen Freunden einzieht. Doch das Kennenlernen gestaltet sich schwieriger als gedacht, ist die Realität doch ganz anders als ihre Wunschvorstellung? Pepper muss ihren Weg gehen und erhält dabei Unterstützung von ihrem Freund August und Frau Ericsson, einer herrlich authentischen Dame und ihrer Senioren-Clique.
Das Buch hat mich sehr berührt, ich mochte die Thematik und die Handlung. Pepper ist ein facettenreicher Charaktere gewesen. Ich konnte ihre Gefühle und Empfindungen gut nachvollziehen. Für mich ein wirklich tolles Buch mit sehr emotionalen Szenen, ich empfehle es auf jeden Fall weiter.
Bewertung
aus Claußnitz
5/5
23.02.2026
Buch (Gebundene Ausgabe)
Wie ist mein Vater?
Wie lernst Du Deinen Vater, der nichts von Dir weiß, am Besten kennen? Indem Du einfach in seine WG ziehst! Aber kann das gutgehen? Lerne Pepper, ihren Freund August, ihren Vater Kimme und seine Bandkollegen kennen. Erfahre, wie sich sich langsam annähern, was für Gemeinsamkeiten und Unterschiede sie haben und ob Pepper Kimme erzählt, dass er ihr Vater ist. Welche melancholische Bedeutung hat im Buch der Satz: „Wenn du etwas verlierst, was dir die Welt bedeutet, sei dankbar – das Leben hat es offenbar wirklich gut mit dir gemeint…“ Eine wunderbare herzzerreisende Tochter-Vater-Geschichte, realistisch und ehrlich erzählt. Authentische Charaktere mit Ecken und Kanten sowie die tiefgründigen Songtexte der Band Kimme & Popkorn machen das liebevolle und berührende Buch rundum gelungen.
Bewertung
5/5
20.02.2026
Buch (Gebundene Ausgabe)
Kann man vermissen, was man nie gekannt hat?
Wow, das ist ein richtig starkes Buch- sehr ausdrucksstark und enorm realistisch! Da haben die Charaktere auch mal Ecken und Kanten, was besonders auf Kimme zutrifft. Doch auch Personen, wie Pepper oder August sind so authentisch dargestellt, dass es einem nicht schwer fällt sich in sie hineinzuversetzen.
Pepper erfährt von ihrer Mutter erst nach Jahren den Namen ihres abwesenden Vaters. Und beschließt, um ihn unbefangen kennenzulernen, ohne dessen Wissen um die verwandtschaftlichen Verhältnisse in seine Altmänner-WG zu ziehen. Doch ganz so rosig, wie sie es sich vorgestellt hatte, läuft es dann doch nicht. Warum ist dieser Mann so unzugänglich und abweisen und kann er überhaupt der Vater sein, den sie sie immer gewünscht und vorgestellt hatte?
Trotz Musikerkarriere wirkt die Handlung bodenständig. Sie spielt in Wilhelmsburg/Hamburg und ist durchzogen von Melancholie, aber auch von Tagebucheinträgen Peppers und den Songtexten einer Band namens ‚Kimme und Popkorn‘, die zum Zeitpunkt der Handlung faktisch nicht mehr existent war und auch nie den großen Durchbruch hatte. Trotzdem musste ich sie einfach googeln, weil alles, wirklich alles in diesem Buch so echt wirkt, dass es mich nicht gewundert hätte, wäre ich im Internet auf diese Band gestoßen. Sogar ihre Cover und Titel sind im Buch abgedruckt.
Pepper steht im Zentrum der Handlung. Sie versucht durch ihren Einzug in die WG, DEM Mann näher zu kommen, den sie bereits ihr gesamtes Leben über vermisst hatte, die Handlung hat aber auch noch deutlich mehr zu bieten. Da gibt es z.B. diesen jungen, aufstrebenden Musiker, der mir sehr ans Herz wuchs, ein toller Typ!, das ADE ADE mit ganz besonders herzlichen Leutchen, eine hippe Redakteurin, die Pepper im richtigen Moment unter die Arme greift, eine griesgrämige Vorgesetzte, die irgendwann ihr ‚wahres Ich’ zeigt und zwei, nein eigentlich drei Herren, die irgendwo in ihrem Leben gestrandet zu sein scheinen. Und allesamt scheinen durch Pepper miteinander verbunden. Loslassen kann ich sie aber jetzt, so kurz nach der Beendigung des Buchs, noch nicht. Ich glaube da bleibt mir nur es ein zweites Mal zu lesen.
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4/5
31.03.2026
Buch (Gebundene Ausgabe)
Kann man vermissen, was man nie gekannt hat?
Ein tiefgründiger, nachdenklicher und sehr anspruchsvoller Jugendroman, eher eine Vater-Tochter-Geschichte, die sich mitten in Hamburg abspielt. Dieses Buch thematisiert das Erwachsenwerden, die Bedeutung von Familie und Freundschaft, sowie den Mut sich der eigenen Geschichte zu stellen und seinen Platz in einer unübersichtlichen Welt zu finden. Pepper hat alles, außer die Wahrheit über ihren Vater, die ihr ihre Mutter eisern verschweigt. Um das Rätsel zu lösen, lässt sie das wohlhabende Leben zurück und macht sich auf die Suche, nach dem ihr unbekannten Vater. Zwischen einer schrägen WG und den alten Geschichten der Band "Kimme & Popkorn" begibt sich Pepper auf eine atmosphärische Spurensuche. Es ist eine Reise zu ihren Wurzeln und zu sich selbst und stellt vieles infrage, was sie über ihre Familie zu wissen glaubte. Ein Trip in die eigene Vergangenheit, der zwar einige von den Zillionen Fragen in Peppers Notizbuch beantwortet, aber nicht die Unsicherheit löst, die zwischen ihnen steht. Können sie einander vertrauen und sich respektieren, oder wird alles anders kommen? Ein Buch mit wenig Worten, aber viel Gefühl, ein echtes Leseerlebnis für alle, die das Besondere suchen.
„Pepper“ von Nils Mohl ist ein Jugendroman über Familie, Freundschaft, Verlust, Musik und die Frage, wie und ob man sich in kürzester Zeit überhaupt kennenlernen kann. Das Buch erscheint zwar als Coming-of-Age-Roman ab 14 Jahren, macht aber definitiv auch Erwachsenen Spaß.
Zu Nils Mohls Büchern habe ich einen besonderen Bezug: Ich habe vor einigen Jahren eine wissenschaftliche Arbeit über die Funktion des Doppelgängers in „Es war einmal Indianerland“ geschrieben. An dieser Stelle eine große Empfehlung für dieses Buch, es ist eines meiner absoluten Lieblingsbücher. Umso erfreuter habe ich mich ans Lesen von „Pepper“ gemacht und wurde nicht enttäuscht.
Nils Mohl beweist erneut sein sprachliches Können, jeder Satz sitzt und hat eine Wirkung. Besonders interessant ist, dass es aus der Sicht von Pepper erzählt wird und diese ihren Vater direkt adressiert. So hat man als Leser das Gefühl, dass das verwendete Du auch irgendwie einem selbst gilt. Sein Stil lässt sich als anspruchsvoll bezeichnen, ist aber trotzdem ein Genuss beim Lesen. Vor allem für junge Leserinnen und Leser, die einmal etwas anderes als von Social Media gelobte Romantasy lesen möchten, ist dieses Buch eine schöne Abwechslung.
Denn das ist die Geschichte: schön. Von Beginn an hat man ein gutes Gefühl beim Lesen und das Ende ist zwar traurig, aber auch rührend und schön. Das Nachwort des Autors macht das Geschriebene gleich greifbarer. Ich würde mich gerne weiter in der warmen Wolke aufhalten, die das Buch kreiert hat.
Die kleine Pepper fühlt sich unvollständig, denn sie kennt ihren Vater nicht. Als Jugendliche, nach langer Suche und vielen Fragen, die sie in ein Notizbuch schreibt (beispielsweise „Welche ist deine Lieblingsfarbe?“), erfährt sie die Wahrheit. Ihr Vater ist Uli Kimme, Frontman der 80er-Band Kimme & Popkorn. Er wohnt in einer WG mit ehemaligen Bandkollegen und zufällig ist ein Zimmer frei. Gibt es eine bessere Möglichkeit, um seinen Vater kennenzulernen?
Jedes Kapitel beginnt entweder mit einem Eintrag aus Peppers Notizbuch („Welcher Wunsch für die Zukunft stand mit siebzehn in deinem imaginären Lebenslauf ganz weit oben?“) oder mit einem Songtext der Band („Die Zukunft gehört der Jugend, und die hat einen Lauf: Jeden Tag sieht die Vergangenheit ein kleines bisschen älter aus.“ oder „Wie jemand dir deinen Kopf verdreht – zu früh oder zu spät. Wie alles Schöne einmal vergeht – zu früh oder zu spät. Wie der Wind deine Spuren verweht – zu früh oder zu spät.“) – und diese sind so lyrisch und gelungen, dass ich verleitet war zu glauben, dass es die Band tatsächlich gibt.
Ich habe Pepper sehr gerne begleitet auf ihrer Suche nach dem Vater und auf ihrer Reise – genretypisch – zu sich selbst. Dabei passiert Unangenehmes, Peinliches, Lustiges – es wird sich versöhnt, geküsst, gestritten. Und alles mit einer erzählerischen Leichtigkeit und Originalität, die ich so selten in Büchern finde.
Im Text haben wir dreimal ein interessantes Dreiergespann an Figuren: Kimme, Helge und Harald – Peppas neue Mitbewohner –, Frau Ericsson, Frau Malka und Herr Remi – Peppas Freunde und Schützlinge aus der Altersresidenz, und Pepper, August und Jasmin. Spannendes Detail: Jasmin wird von ihrer Tochter mit Vornamen angesprochen. Denn wenn man niemanden mit Mama adressiert, fällt nicht auf, dass es niemanden gibt, den man mit Papa adressieren kann. Dabei fällt auf, dass Pepper hauptsächlich von erwachsenen und älteren Figuren umgeben ist. Vielleicht, um ihr auf dem Weg zum Erwachsensein zu helfen? Oder aber um ihr zu zeigen, dass sie noch jung ist und sich, wie Kimme sagt, um ihren Scheiß kümmern soll? Zu Beginn des Buches weiß Pepper nicht genau, wer sie ist und woher sie kommt. Sie fühlt sich anders. Am Ende der Geschichte hat sie einige ihrer Fragen beantwortet bekommen und bricht auf eine große Reise auf. Mit Zuversicht, Hoffnung und Mut im Gepäck.
Ich kann mich dem Zitat der Süddeutschen Zeitung zu Beginn des Buches nur anschließen: Nils Mohl gehört auch für mich zu den wichtigsten Stimmen der deutschsprachigen Jugendliteratur und ich kann sein Buch „Pepper“ uneingeschränkt weiterempfehlen.
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