Als Mirza aus der Schule kommt, steht sein Papa schon am Tor und wartet auf ihn. Ohne etwas zu erklären, fährt er mit ihm im vollgepackten Auto los … Je länger sie fahren, desto mehr wird Mirza klar, dass etwas nicht stimmt. Wohin fahren sie? Und warum? Mirza will zurück nach Hause, zurück zu seinem besten Freund. Bis er begreift, was sein Vater vor ihm verheimlicht. Und dass es kein Zurück gibt.
Eine fesselnde und hoffnungsvolle Geschichte über den Neuanfang in einem anderen Land.
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Gelincik am 01.03.2026
Bewertungsnummer: 3062016
Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)
In dem Buch "Zuhause ist woanders" von Enne Koens geht es um Mirza. Er ist ein Junge, der seine Spielsachen vermisst, der die neue Sprache nicht versteht und der versucht, in einer neuen Welt seinen Platz zu finden.
Das Wort für Zuhause, das Mirza immer wieder begleitet, schwingt wie eine Melodie durch das Buch. Man spürt förmlich den Kontrast zwischen der Wärme seiner Erinnerungen und der Sterilität der neuen Unterkunft.
Die Illustrationen passen super zum Inhalt. Das Buch fängt dieses zermürbende Gefühl ein, wenn das Leben „auf Pause“ steht, weil man auf Papiere oder eine Entscheidung wartet. Aber Mirza verliert dabei nie seine Neugier. Sein Blick auf die Welt ist trotz allem voller Poesie.
Von mir gibt es 4 von 5 Punkten.
Nachdenklich stimmende Erzählung, die Fragen offen lässt.
Nourea aus Straubing am 12.05.2026
Bewertungsnummer: 3136182
Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)
Völlig unerwartet wird Mirza von seinem Vater an der Schule abgeholt und in ihr vollgepacktes Auto bugsiert. Mehrere Tage und Nächte fahren sie Richtung Osten, immer weiter weg von dem Land (vielleicht Niederlande oder Deutschland?), das Mirza schon seit vielen Jahren seine Heimat nennt. Auf seine Fragen, wohin sie fahren und warum, bekommt Mirza keine Antwort. Seinen besten Freund Lukas, der auf ihn wartet, darf er nicht anrufen.
Als sie bei einem kleinen Haus auf einem Berg ankommen, erkennt Mirza, dass sein Vater mit ihm zum Haus seiner Großeltern gefahren ist, in einem Land, das der Vater einst unter Verwendung eines falschen Namens verlassen hatte. Die Großeltern sind mittlerweile verstorben. Haus und Garten sind verwahrlost. Mirzas Hoffnung, dass sie hier nur kurzzeitig Urlaub machen, verflüchtigt sich zusehends, als er dort zur Schule gehen muss, obwohl er kein Wort der Landessprache spricht. Mirza braucht einige Woche, bis ihm klar wird, dass dieses Land und dieser Ort nun sein neues Zuhause sind. Als er diese Tatsache nach einem gescheiterten Fluchtversuch zu akzeptieren beginnt, gelingt es ihm auch zunehmend, sich durch den Erwerb der Sprache und seiner Liebe zum Fußballspielen zu integrieren.
Das Buch ist sprachlich sehr gut geschrieben und greift auch wichtige Themen aus den Bereichen Migration und Rückkehr in die einstige Heimat auf. Moralisch hat es für mich aber ziemlich Schwachstellen, die ich so in einem Kinderbuch nicht unreflektiert lesen möchte. Mirzas Vater hat sich mit seiner Autowerkstatt verschuldet und flieht deshalb mit seinem Sohn. Das man für Fehler geradestehen sollte, wird nicht angesprochen, auch nicht, dass andere ja geschädigt wurden. Der Vater, der mit Mirza nie in seiner Muttersprache gesprochen hat, mutet seinem Sohn einiges zu, auch weil es viel zu lange dauert, bis Mirza auf seine vielen Fragen wenigstens ein paar Antworten bekommt. Mirza, der ja nur noch seinen Vater hat, kann gar nicht anders, als sich beständig zu fügen. Seine Wut und Ohnmacht darüber kann man allerdings nur erahnen. Das Buch bittet für mich somit reichlich Stoff zum Diskutieren und Vertiefen.
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