Die neunjährige Maja wächst in einer zerrütteten Familie auf - ein tyrannischer Vater, eine liebevolle, aber unterdrückte Mutter, dazwischen viel Schweigen und Dinge, die ihr keiner erklärt. Als Frank, Majas Vater, ihre Mutter tötet, reißt er ein Loch in die Welt - für Maja, aber auch für alle anderen, die zurückbleiben.Von einem Moment auf den anderen ist nichts mehr, wie es war: Zwischen Trauer, Sorgerechtsstreit und Bürokratie wird Maja zum Spielball und verliert inmitten von Anträgen und Zuständigkeiten ihre Familie, ihr Zuhause, das Gefühl von Sicherheit und die Gewissheit, zu wem sie gehört.Ihre Patentante Liv wird Majas einziger Lichtblick: Liv arbeitet als Astrophysikerin und begeistert Maja für die Wunder des Universums. Gleichzeitig ringt sie mit eigenen Unsicherheiten, alten Ängsten und der Überforderung, plötzlich Verantwortung übernehmen zu müssen. Und doch wachsen Liv und Maja zusammen: beim Blick durchs Teleskop und beim Versuch, im endlosen Weltraum Antworten zu finden, die ihnen niemand sonst geben kann.Ein Hörbuch über das Echo von Gewalt, über strukturelles Versagen - und darüber, wie eine Gemeinschaft ins Wanken gerät, wenn ein Femizid alles erschüttert. Erzählt aus mehreren Perspektiven entfaltet sich das Panorama einer Familie im Ausnahmezustand und einer Gesellschaft, die dem strukturellen Kern der Gewalt noch immer ausweicht.
Kundinnen und Kunden meinen
4.8/5.0
Bewertung
5/5
27.11.2025
Hörbuch-Download (MP3)
Gewalt an Frauen
Wie wirkt sich der plötzliche Tod deiner Tochter, Mutter, besten Freundin auf dich aus? Wie gehst du damit um, wie geht es weiter?
Dieses Buch hat mich gebrochen. Immer und immer wieder.
Wie schafft man es, so viele Emotionen auf den Leser, oder Hörer zu übertragen?!
Ich habe wirklich alles gefühlt. Trauer (davon so viel, dass ich regelmäßig geweint habe), Wut, Freude, Angst, Hass.
Für mich stimmte hier wirklich alles. Die Charaktere waren sehr gut ausgearbeitet, hatten Tiefe und haben glaubwürdig und altersgerecht gehandelt. Trotzdem waren die einzelnen Personen eben nicht perfekt. Sie machen Fehler, stellen sich selbst in Frage und zweifeln. Und genau das, macht es hier für mich aus.
Wer überlegt, das Hörbuch zu hören, wird hier übrigens auch auf seine Kosten kommen. Die Sprecherin Lydia Herms macht das richtig gut. Eine ruhige, angenehme Stimme, die sie auch je nach Person noch etwas anpasst.
Empfehlen würde ich dieses Buch jedem, der mal wieder emotional tief berührt werden möchte.
Bewertung
aus Rainau
5/5
01.08.2026
eBook (ePUB)
Tolles Buch
Ich habe das Buch sehr gerne und interessiert gelesen. Wahnsinn, wie eine solche Tragödie die ganzen Familienmitglieder trifft und sich jeder schuldig fühlt. Mir tun auch die Eltern des Mörders leid.
Wie schlimm, dass so etwas in der eigenen Familie passiert.
Interessant wäre schon zu wissen, was in dem Kopf eines solchen Ehemanns vorgeht. Zeigt ein solcher Mensch irgendwann Reue?
Man kann nur hoffen, dass die Kinder ihr Leben, trotz so eines schrecklichen Ereignisses, irgendwann unbedarft leben können.
Bewertung
5/5
15.04.2026
Buch (Gebundene Ausgabe)
So hart, aber so gut!
Als Emma von ihrem Mann getötet und somit zum Opfer eines Femizids wird, bricht für ihre Lieben eine Welt zusammen. Ihre Tochter Maja kommt zunächst in die Obhut von Emmas Eltern – Per und Brigitte – und gemeinsam mit Emmas bester Freundin Liz versuchen sie diese schreckliche Tat zu verarbeiten. Aber wie soll man mit so einem Trauma umgehen? Dieses Buch hat mich eingenommen. Der Schmerz, die Wut und die Ungerechtigkeit dieser schrecklichen Tat werden durch jedes Wort zum Leben erweckt. Und gleichzeitig schafft es Jasmin Schreiber mit einer Zärtlichkeit wie keine andere, dieses schwierige Thema auf die Seiten zu bringen. Auf jeden Fall kein leichtes Leseerlebnis, aber dafür umso notwendiger!
mimitatis_buecherkiste
aus Krefeld
5/5
12.04.2026
Buch (Gebundene Ausgabe)
Protokoll einer Tragödie
Maja wächst in einer zerrütteten Familie auf, der tyrannische Vater unterdrückt und misshandelt die Mutter, die unterwürfig alles erträgt. Als er diese schließlich tötet, bricht die Welt des kleinen Mädchens zusammen. Einzig ihre Patentante Liv findet Zugang zum Kind, als Astrophysikerin zeigt sie Maja die Wunder des Universums und beschützt gemeinsam mit den Großeltern das traumatisierte Mädchen so gut es geht.
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»Männer töten Frauen, weil es eben geht.« (Seite 199)
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Frauen werden umgebracht von ihren Partnern, Ex-Freunden, ihren Ex-Männern und Ehemännern, ihren Vätern, Brüdern, Söhnen. Es sind keine Familientragödien, Beziehungstaten, Schicksale und auch keine familiären Streitigkeiten. Es ist Mord, Femizid nennt man das, weil es Frauen sind, die sterben. Die genaue Definition lautet: Tötung einer Frau oder eines Mädchens aufgrund ihres Geschlechts. Es ist schrecklich und abscheulich, es passiert in Deutschland jährlich Hunderte von Malen, die Dunkelziffer ist unerträglich hoch. Männer töten Frauen. Schon immer. Oder immer noch. Wann hört das auf? Wann gibt es Schutz? Für dich, für mich, für uns?
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»Eifersucht, Trennungsschmerz, psychische Ausnahmesituation, bla, bla, bla, was für ein Gelaber - denn eigentlich geht es doch um Macht. Um Kontrolle, um Selbstverständlichkeit, um Besitzanspruch. Oft darum, dass jemand nicht akzeptieren will, dass eine Frau ein eigenes Leben führt.« (Seite 196)
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Aus verschiedenen Perspektiven erzählt Jasmin Schreiber von der Zeit nach der Tragödie. Den Mord selbst und die Einzelheiten lässt sie hierbei aus, bietet dem Täter dafür keine Bühne, wofür ich dankbar bin, denn die Opfer sind es, auf die wir unser Augenmerk richten sollten, nur ihnen und den anderen Überlebenden gebührt unsere Anteilnahme, unser Mitgefühl und auch unser Respekt. Sehr einfühlsam und behutsam erzählt die Autorin den Weg der Familie, den der kleinen Maja, die ihre Mutter fand, aber auch den der Großeltern mütterlicherseits sowie väterlicherseits, die genauso mit dieser schrecklichen Tat leben lernen müssen. Daneben ist die Sicht der besten Freundin Liv für mich persönlich am schwersten zu ertragen, sie und Maja rühren mich zu Tränen und sind die heimlichen Heldinnen dieser Geschichte, die so unfassbar traurig, aber dennoch voller Hoffnung und Liebe ist.
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Wieder einmal hat Jasmin Schreiber bewiesen, was für eine großartige Erzählerin sie ist. Große Leseempfehlung und zehn von fünf Sternen gibt es dafür von mir.
Magdalena
aus Köln
5/5
22.02.2026
Buch (Gebundene Ausgabe)
Berührend und erschütternd
Da, wo ich dich sehen kann von Jasmin Schreiber hat mich tief berührt und zum Nachdenken gebracht. Es geht um den Femizid an der 31jährigen Emma und darum, wie ihre Eltern, ihre beste Freundin Liv und ihre 9jährige Tochter Maja mit dieser traumatischen Erfahrung weiterleben.
„Laut Bundeskriminalamt wurden im Jahr 2023 insgesamt 180.715 Frauen in Deutschland Opfer häuslicher Gewalt. Statistisch gesehen sind das über 495 betroffene Frauen pro Tag. 360 Frauen und Mädchen wurden Opfer eines vollendeten Tötungsdelikts, weitere 578 überlebten schwer verletzt.“ (S. 149)
Nach dem Verlust ihrer Eltern ist Maja schwer traumatisiert. Sie lebt bei Emmas Eltern in Frankfurt, doch auch die Eltern ihres Vaters erheben Anspruch auf ihr Enkelkind. Maja fühlt sich schlecht, da sie ihren Papa mindestens genauso vermisst wie ihre Mama. Das Mutter-Tochter-Verhältnis war schwierig, Emma stellte Regeln auf, die Frank missachtet hatte. Maja ist in Therapie, will ihre wahren Gefühle der Therapeutin gegenüber jedoch nicht offenbaren, stattdessen verletzt sie sich selbst.
Liv ist Astrophysikerin und Majas Patentante, sie war seit der Kindheit Emmas beste Freundin. Sie bemüht sich, Maja auf andere Gedanken zu bringen und ihr zu helfen, ihre Trauer zu verarbeiten, ihr Hund Chloe hilft ihr dabei. Die drei verbringen viel Zeit miteinander und beobachten den Sternenhimmel durch das Teleskop.
Liv und Emmas Eltern Brigitte und Per machen sich schwere Vorwürfe, dass sie nicht gemerkt haben, dass Emma von ihrem Mann misshandelt wurde. Sie denken an Begegnungen mit Emma zurück, bei denen sie was hätten merken müssen.
Auf schwarzen Seiten mit weißen Buchstaben offenbart Emma in einem Paralleluniversum, wie Frank sie quält und misshandelt. „Ich hab das alles so lange runtergespielt. Mir selbst gegenüber, euch gegenüber. Ich dachte, das sei Privatsache, Eheprobleme, nichts Schlimmes, ich wollte niemandem zur Last fallen. Ich wollte nicht, dass ihr euch Sorgen macht.“ (S. 344)
Das Buch hat mich sehr berührt, ich habe mit Maja, Brigitte, Per und Liv gelitten. Es gibt Bücher über Femizide, aber kaum welche, in denen die Angehörigen im Fokus stehen, die mit dem tragischen Verlust weiterleben müssen.
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5/5
29.03.2026
eBook (ePUB)
Ein schmerzhaftes, aber wichtiges Buch!
Femizid - ein Thema das hochaktuell ist und immer wieder erschüttert. Jasmin Schreiber erzählt in ihrem Roman "Da, wo ich dich sehen kann" von einem Femizid, der die Familie der kleinen Maja erschüttert. Ihre Mutter Emma wird von ihrem Mann Frank getötet. Im Laufe des Romans beschreibt jedes Kapitel die Perspektive einer nahestehenden Person von Emma. Von ihren Eltern Brigitte und Per, bis zu ihrer besten Freundin Liv. Dabei ist es wichtig zu betonen, dass nie der Fokus auf dem Verbrechen oder dem Täter selbst liegt, sondern immer auf dem Nachhall des Femizides. Mich hat das Buch enorm emotional & psychisch mitgenommen, besonders in Anbetracht der steigenden Zahl an Gewaltverbrechen an Frauen, wobei die Dunkelziffer noch weitaus höher ausfallen dürfte.
Mich hat auch der einfühlsame aber dennoch klare Schreibstil der Autorin absolut abgeholt, der diesem sensiblen Thema absolut gerecht geworden ist!
Eine große Empfehlung von Mir!
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5/5
26.01.2026
eBook (ePUB)
Da, wo ich dich sehen kann..
Wenn ein Femizid alles erschüttert!
Vielleicht ist es heftig und fast nicht auszuhalten, weil es einem sehr traurig macht und wütend, weil man so mitleidet mit dem Kind, den Eltern und der besten Freundin. Aber es war trotz des schweren Themas ein so tolles Buch! Wie kann man wieder positiv sein und Hoffnung haben? Unbedingt Lesen!!
Mit ihrem neusten Roman legt Jasmin Schreiber den Finger in eine offene Wunde. Das Thema "Femizide" ist eines, dass brennt - nicht nur bei Frauen. Die Autorin schafft es, einfühlsam mit dem Thema umzugehen, indem sie z.B. den Täter nicht zu Wort kommen lässt und gleichzeitig zeichnet sie ein bewegendes und schmerzhaftes Bild der ambivalenten Gefühle der Hinterbliebenen. Sehr stark eingesetzt sind auch die Kapitel, die offizielle Dokumente oder bürokratischen Schriftverkehr darstellen – die zunächst gewähnte Emotionslosigkeit selbiger, machen das geschilderte oft umso schmerzhafter. Denn genau hier fehlt die Empathie und Verbundenheit, die aus den Berichten der Figuren spricht. Das Buch geht unter die Haut, rüttelt auf und lässt einen versöhnt zurück. Vielleicht nicht mit der Welt, aber mit der Hoffnung, wenn es mal schlimm wird nicht alleine zu sein und dass jede Wunde irgendwann wieder heilt, auch wenn sie Narben hinterlassen wird.
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