FEMALE REVENGE: eine Künstlerin, ein radikaler Gegenentwurf zur betrogenen Ehefrau und hemmungsloser SexLustvoll, hart, andersSie ist alles, was man Frauen nie erlaubt hat zu sein: erfolgreich, sexuell souverän, unabhängig – und völlig ungerührt davon, ob man sie dafür bewundert oder hasst. Eine Performancekünstlerin Ende dreißig, die nicht bereit ist, sich zu entschuldigen oder sich gar zu schämen. Nicht für ihre Karriere, nicht für ihren Körper, nicht für ihre Lust oder ihre Entscheidung, keine Kinder zu gebären. The main character? The opposite of a good girl!FUCKGIRL lebt in einer einseitig offenen, scheinbar glücklichen Ehe, in der sie den Ton angibt. Als sie herausfindet, dass einer ihrer One-Night-Stands seine Freundin betrügt, schmiedet sie einen Racheplan. Weibliche Solidarität, da ist sie sich sicher, ist das, was wir brauchen. FUCKGIRL ist der Gegenentwurf zur betrogenen Ehefrau, zur ewigen Wartenden, zur Frau, die sich Liebe verdienen muss. Ein radikal feministischer Roman über Selbstermächtigung, Sex und Wut; ein Roman, der Monogamie und Non-Monogamie kritisch betrachtet, über gesunde und toxische Beziehungen reflektiert, Abhängigkeit und Selbstverrat ins Visier nimmt – und der Frage auf den Grund geht: Was kommt nach der sexuellen Selbstbestimmung? Eine moralische Konfrontation in RomanformIn roher, unverwechselbarer Sprache schreibt Bianca Jankovska über weibliche Verbundenheit, Rachegelüste, eine notwendige Portion Größenwahn und die Abwendung vom alles umfassenden männlichen Blick. Diese Geschichte ist: intensiv, körperlich, kompromisslos – und in ihrem Mut zur Ambivalenz alles andere als gefällig.
Kundinnen und Kunden meinen
4.2/5.0
nessabo
Thalia Book Circle Community
5/5
31.08.2026
Buch (Gebundene Ausgabe)
Ein schonungsloses feministisches Manifest
Ich kannte Bianca Jankovska bereits aus ihrem Essayband „Potenziell furchtbare Tage“ und fand ihre Gedanken sowie radikale Ausdrucksweise schon darin reizvoll. Der Klappentext ihres Debütromans klang großartig und hat glücklicherweise auch gehalten, was er versprochen hat!
Jankovskas Sprache ist schonungslos, ehrlich und manchmal vulgär. Ich finde das toll, aber wer damit ein Problem hat, sollte dieses Buch vielleicht mit Vorsicht lesen. Besonders innovativ fand ich zudem die Umschiffung jeglicher Eigennamen. Fuckgirl ist mit Mann in einer Beziehung, hat Dates an Bekannter Platz und findet Männer auf Feministische Dating-App. Ich fand das witzig, ungewöhnlich und unterhaltsam.
Fuckgirl ist unapologetic, verarscht betrügende Männer und lässt sich auf Neues ein. Themen wie Kink und BDMS spielen ebenso eine Rolle wie die feministische Selbstreflexion darüber, was sie in Bezug auf Beziehungen eigentlich wirklich will. Ich fand Jankovskas Gedanken radikal, interessant und manchmal schlicht mind-blowing.
Strukturell ist der Roman etwas wilder, lose Schilderungen werden unterbrochen von Blogposts, Zitaten und popkulturellen Referenzen (etwa zum ekelhaften Beziehungsverhalten David Beckhams). Obwohl ich klare Strukturen bevorzuge, konnte ich mich dank der lebensnahen Sprache und vielen guten Gedanken recht problemlos in die Erzählung fallen lassen.
Was mir besonders positiv in Erinnerung bleibt, ist die feministische Solidarität der Hauptfigur. Als sie herausfindet, dass ihr Partner (namens Loser) auch noch eine andere Frau sieht, fühlt sie sich von ihr nicht bedroht, sondern solidarisiert sich mit Andere Frau.
„Andere Frauen sind alles, was wir haben. Sie nehmen uns nicht den Mann weg - der ist schon lange vorher weggewesen. Andere Frauen sind vertrauenswürdiger als unsere Männer; andere Frauen wissen über alles Bescheid, was uns verheimlicht wird.“
Jankovska hat mit ihren radikalen feministischen Gedanken ein Stück weit meine eigene Gedankenwelt verändert und das passiert nicht so oft. Auch, wenn sie sprachlich manchmal bis an meine Schmerzensgrenze gegangen ist und die rohe Sprache auch zu emotionaler Distanz beiträgt, möchte ich den Roman allen ans Herz legen. Was ich hier lernen durfte darüber, was Frauen von Männern verdienen und wie wir miteinander umgehen sollten, war eine echte Bereicherung. Die Autorin hat ein von vorn bis hinten konsequentes Buch geschrieben und scheut sich nie, Menschen damit auch zu verschrecken.
MarieOn
5/5
07.07.2026
Buch (Gebundene Ausgabe)
Ein kluges feministisches Manifest
Glücklich waren sie nicht miteinander, waren sie nie. Fuckgirls Vater verachtete ihre Mutter, ihre Kochkünste genau wie ihre Kleidung und ihre Freude an Fernreisen. Er hingegen hatte Phasen, da war er schon mittags besoffen. Dann saß ihre Mutter mit Fuckgirl und ihren beiden jüngeren Schwestern im Kinderzimmer auf dem Bett, um ihm aus dem Weg zu gehen.
Mit der ihm gebührenden Erwartungshaltung setzte er sich nach der Arbeit auf die geblümte Küchenbank, ließ sich von Mutti das Essen aufwärmen und servieren. Er wäre nie auf den Gedanken gekommen, sich selbst ein Essen zuzubereiten, das ihm womöglich noch schmeckte, obwohl sie arbeitete, sich um die Kinder kümmerte und den Haushalt schmiss. ER verdiente eben mehr.
In ihrer ersten gesunden Beziehung, zwanzig Jahre später, vermisste Fuckgirl kein Genörgel, kein Dominanzgehabe, keine emotionale Erpressung -ach komm, bleib doch noch, es ist so still ohne dich. Und doch war es, als fehlte ihr etwas. Etwas Unbestimmtes, das Sicherheit gibt, weil man es kennt. Sie konnte ihre Bedürfnisse aussprechen, ohne abgewiesen, verlassen, provoziert oder mit Schweigen bestraft zu werden.
Im Grunde ist sie Künstlerin geworden, um ihren Vater zu enttäuschen, der sich so gefreut hätte, wenn sie einer akademischen Linie wie Betriebswirtschaft gefolgt wäre, etwas mit dem sich viel Geld verdienen ließ und das sie zwang, sich ordentlich zu kleiden. Es verging dann auch kein Tag, an dem er sie nicht mit seinen Ratschlägen unterstützte. Fortan wurde jede Familienfeier zum Anlass genutzt, über ihre Fehlentscheidungen zu lästern. Fast möchte sie ihnen sagen, dass sie in ihrer Ehe das einseitige Vergnügen pflegt, fremde Männer zu daten und sich big dicks reinzupfeifen, aber sie zögert noch mit derlei Offenbarungen.
Fazit: Die Autorin Bianca Jankovska hat in ihrem Romandebüt alles gegeben, was das Feminist*innenherz begehrt. Schon ab Seite 11 war mir klar, dass ich jeden ihrer klugen Sätze unterschreiben werde. Ihre Protagonistin schenkt mir einen Blick in ihre Herkunftsfamilie, der mir aus meiner eigenen bekannt ist. Ich lerne ihren ersten festen Freund kennen, genannt „Loser“, der ihr Vertrauen missbraucht. Sie wollte es wirklich, dieses Zweierding aus großen Gefühlen, das zu einer eigenen Familie führt. Danach macht die erfolgreiche, unabhängige Performancekünstlerin alles anders. Ihr geerdeter Ehemann, weder sexuell attraktiv noch in irgendeiner Weise leidenschaftlich, wird ihr Fels in der Brandung, der sie auffängt, wenn sie frustriert von einem Fuckdate kommt. Sie trifft Männer die verantwortungslos, selbstgefällig, illoyal, egoistisch und empathielos sind. Dieser Roman ist ein feministisches Manifest, weil er alles infrage stellt, was meine und die nächsten Generationen für richtig erachten. Ganz nebenbei analysiert die Protagonistin dieses attraktive, leidensfähige Frauenbild, das wir alle internalisiert haben, weil das Patriarchat einst ausgetrieben immer neue Anspruchsfrüchte trägt. Zum Schluss reflektiert sie ehrlich ihre wirklichen Bedürfnisse, frei von Selbstbetrug. Was für ein intelligenter, selbstbewusster Roman, zugegeben unbequem, ein bisschen schmutzig, ein wenig gehässig und streckenweise urkomisch. Es ist befreiend über das zu lesen, was ich selbst gut kenne und es so aufgeräumt und klar begreifen zu dürfen, ohne Bagatellisierungen (so is er halt) Selbstzweifel (liegt vielleicht an mir) und den ganzen weiblichen Quatsch.
Johanna Zimmermann
5/5
28.06.2026
Buch (Gebundene Ausgabe)
Der radikale Gegenentwurf zum Good Girl
Allein dieses Cover und der Titel haben bei mir sofort dieses Gefühl ausgelöst: Ja. Das muss ich lesen.
Und nachdem ich schon länger wieder richtig Lust auf einen feministischen literarischen Roman hatte, kam FUCKGIRL für mich einfach genau zur richtigen Zeit.
Im Mittelpunkt steht eine erfolgreiche Performancekünstlerin Ende dreißig, die nur FUCKGIRL genannt wird. Sie ist unabhängig, sexuell selbstbestimmt, möchte keine Kinder und weigert sich, sich für ihre Karriere, ihren Körper oder ihre Lust zu entschuldigen. In ihrer einseitig offenen Ehe gibt sie die Regeln vor. Als sie jedoch herausfindet, dass einer ihrer One-Night-Stands seine Freundin betrügt, entwickelt sie einen Racheplan, und aus dieser persönlichen Abrechnung wird schnell eine viel größere Auseinandersetzung mit Fuckboys, toxischen Beziehungsmustern, weiblicher Solidarität und der Frage, was nach der sexuellen Selbstbestimmung eigentlich kommt.
Bianca Jankovska schreibt direkt, roh, essayistisch und teilweise fast monologisch. Genau dieser Stil hat mich von der ersten Seite an gepackt. Der Roman ist in verschiedene Lessons unterteilt, die teilweise wie Blogbeiträge wirken und sich mit Fuckgirls Leben, ihren Erfahrungen und ihren Gedanken verbinden. Dadurch wechselt das Buch immer wieder zwischen schonungsloser Analyse und sehr körperlichem, unmittelbarem Erleben, und ich habe es innerhalb kürzester Zeit regelrecht verschlungen.
Besonders raffiniert fand ich, dass die Figuren keine richtigen Namen tragen. Es gibt nur Bezeichnungen und Rollen wie FUCKGIRL, Mann, Internetgirl, Mama, Loser, Daddy oder der Journalist. Anfangs war das etwas ungewohnt, aber je länger ich gelesen habe, desto logischer wurde es für mich. Die Figuren wirken dadurch fast austauschbar. Nicht, weil sie unwichtig wären, sondern weil die Rollen, Erwartungen und Beziehungsmuster, in denen sie stecken, überall vorkommen können. FUCKGIRL ist deshalb nicht nur eine einzelne Figur, sondern auch ein Gegenentwurf, eine Möglichkeit und vielleicht sogar ein Spiegel. ✨
Dabei ist sie keineswegs einfach nur laut, stark und unangreifbar. Hinter ihrer Selbstinszenierung stecken auch Zweifel, Verletzungen und generationenübergreifende Traumata. Das Buch zeigt sehr eindrücklich, was es mit einem Menschen machen kann, wenn toxische Beziehungen und die Unterdrückung von Frauen schon innerhalb der eigenen Familie als Normalität weitergegeben werden. Gerade diese Ambivalenz hat FUCKGIRL für mich so greifbar und spannend gemacht.
Auch die Darstellung weiblicher Lust empfand ich als sehr gelungen. Sie ist präsent, selbstbewusst und körperlich, ohne sich wie reine Provokation anzufühlen. Gleichzeitig betrachtet der Roman sowohl Monogamie als auch Non-Monogamie kritisch und romantisiert keine der beiden Beziehungsformen. Denn nur weil eine Beziehung offen ist, ist sie nicht automatisch gesund, und Selbstbestimmung schützt einen nicht zwangsläufig vor Abhängigkeit, Selbstverrat oder alten Wunden.
FUCKGIRL ist intensiv, manchmal schmerzhaft direkt und definitiv nicht darauf aus, seiner Leserschaft zu gefallen. Das Buch schmeichelt einem nicht, es schaut zurück, stellt unbequeme Fragen und lässt einen mit der eigenen Vorstellung von Liebe, Freiheit, Wut und weiblicher Solidarität sitzen. Und genau deshalb hallt es so lange nach.
Ein mutiger, kluger und kompromissloser Debütroman für alle, die feministische Gegenwartsliteratur mögen, die nicht nur hübsche Empowerment-Sätze liefert, sondern tiefer gräbt. Für Girlies, die Bücher lieben, die ein bisschen wehtun, viel auslösen und noch lange im Kopf bleiben.
Female Rage, Real Talk, hemmungslose Lust und eine verdammt notwendige Portion Größenwahn. Große Leseempfehlung von mir.
Bewertung
5/5
04.05.2026
Buch (Gebundene Ausgabe)
Weibliche Solidarität & Selbstermächtigung
》 5 ⭐
Das Cover spricht mich so sehr an, man kann das Buch gar nicht nicht in die Hand nehmen. Die neongrüne Farbe, der Titel, das starke Retro-Bild. Ich liebe alles daran ♡
Schon auf den ersten Seiten dachte ich mir, endlich mal wieder ein feministisch-literarischer Roman, der sich etwas traut, sei es mit Schreibstil oder Inhalt.
Der Stil ist direkt, ungeschönt, fesselnd, aufrüttelnd. Es macht wütend, manchmal etwas hilflos, dann wieder empowernd. Man merkt, dass die Geschichten auf wahren Erlebnissen verschiedener Frauen beruhen, zunächst habe ich es für autobiografisch gehalten.
Die Protagonistin erlaubt sich, sich zu nehmen, was sie will und ihr zusteht. Sie ist offen, unabhängig und souverän. Spricht an, wenn ihr etwas nicht passt, supportet Frauen und würgt toxic Fckboys eins rein. Besonders hat mir gefallen, wie sie der betrogenen Mutter die Screenshots des Fremdgängers geschickt hat. Das bekomme ich in meinem Umfeld auch öfter mit - das moralische Grübeln zuvor war sehr authentisch dargestellt und die Einsicht, dass nicht die girls in den dating apps die Ehe zerstören, sondern einzig der Mann, der sich heimlich mit anderen trifft. Der Prota ging es nicht darum, gemocht zu werden, sondern konsequent zu handeln. Dafür habe ich sie geliebt.
Spannend fand ich, dass die Charaktere keine Namen haben, sondern als Funktionen wie Fckgirl, Mann, Loser, Daddy, Journalist etc bezeichnet werden und damit repräsentativ fungieren.
Ich habe öfter gelesen, Mann würde unsympathisch wirken, aber für mich war er wie Möbelinventar, irgendwie einfach nur da, ohne Emotionen auszulösen.
Das Buch klärt auf über verschiedene Beziehungstypen, Dating, Feminismus und rüttelt darüber wach, was sich viele Frauen gefallen lassen, um angebliche Harmonie vorzutäuschen. Oder was man von einem ONS verlangen darf und sollte.
Ich habe den Struggle der Prota gefühlt, ihre Wünsche, ihre Ängste, ihr Denken, und bin der Meinung, das Buch hat viel mehr Aufmerksamkeit verdient. Zwischen den Kapiteln gibt es passende Lyrics-Zeilen. Ich habe es definitiv nicht das letzte Mal gelesen. Ich liebe diese Form weiblicher Solidarität ♡
seitenmusik
5/5
05.03.2026
Buch (Gebundene Ausgabe)
Selbstermächtigung im Zeitalter der Fuckboys
„Und so wird die begrenzt vorhandene mentale Energie für die Interpretation von Gemeinheiten abgebaut statt für die Abschaffung des Patriarchats. Es ist eine Lose-Lose-Rechnung, auf ganzer Linie." Dieser Satz aus Bianca Jankovskas Debütroman „Fuckgirl", erschienen am 5. März 2026 im Haymon Verlag, trifft den Kern dessen, worum es in diesem Buch geht & und er fällt bereits auf Seite 9. Eine Performancekünstlerin Ende dreißig, toxische Beziehungsmuster als Normalzustand kennenlernt & schließlich ihr eigenes Regelwerk entwirft: eine einseitig offene Ehe, in der sie den Ton angibt. Als sie herausfindet, dass einer ihrer One-Night-Stands seine Freundin betrügt, entwickelt sie einen Racheplan und der Roman wird zur Abrechnung, die weit über diesen einen Mann hinausgeht.
Meine Meinung
Was mich von der ersten Seite an gepackt hat, ist der Schreibstil. Jankovska schreibt essayistisch, provokativ, manchmal fast monologisch und trotzdem nie unstrukturiert. Der Roman ist in Lessons unterteilt, die die Ich-Erzählerin wie Blog-Einträge kommentiert, ergänzt durch Fließtext, der zwischen Analyse und rohem Erleben hin- und herpendelt. Diese Struktur hat mich anfangs kurz auf die falsche Fährte gelockt: Eine Figur, bei der ich lange mitgegangen bin, entpuppte sich als etwas völlig anderes, als ich dachte. Das war handwerklich sehr gut gemacht und hat mich als Leserin auf eine angenehme Art überrumpelt.
Zunächst irritierend aber am Ende durchaus logisch und raffiniert fand ich, wie das Buch Figuren konsequent namenlos lässt. Es gibt keine Namen, nur Funktionen und Rollen: Fuckgirl, Mann, Loser, Mama, die Andere, der Journalist. Ich habe gemerkt, das ist keine literarische Spielerei, sondern eine politische Entscheidung. Denn die Figuren sind austauschbar, weil das System, das sie hervorbringt, austauschbar ist. Gleichzeitig ist Fuckgirl selbst damit mehr als eine Figur. Sie ist ein Typ, ein Entwurf, eine Möglichkeit.
Das Buch ist manchmal schmerzhaft direkt, etwa wenn es um die Weitergabe von Gewalt über Generationen geht, oder wenn es fragt, was Liebe ist, wenn man nur gelehrt wurde, Traumata zu tolerieren: „Als Liebe wurde ihr beigebracht, Traumata in Kauf zu nehmen. Als Liebe wurde ihr beigebracht, nicht zu fragen, ob sie etwas Besseres verdient." (S. 61) Das trifft, weil es keine Ausnahme beschreibt, sondern eine Regel.
Einen Moment gab es allerdings, bei dem ich nicht mitgegangen bin: Jankovskas Argumentation bzw. die der Protagonistin rund um Dickpics hat mich herausgeworfen. Der Versuch, diese zu normalisieren oder zu entdramatisieren, hat mir (bei allem Verständnis für die Grundhaltung) gefehlt, weil er die realen Machtdimensionen hinter unerwünschtem Bildmaterial meiner Meinung nach zu schnell beiseite schiebt. Das ist einer der wenigen Momente, in denen ich das Gefühl hatte, dass die Provokation um ihrer selbst willen kommt.
Fazit
„Fuckgirl" ist ein Debütroman, der sich traut, unbequem zu sein. Er ist für alle, die Gegenwartsliteratur wollen, die Feminismus nicht als Haltung, sondern als Analysewerkzeug begreift; für alle, die Bücher mögen, die ihnen nicht schmeicheln, sondern zurückstarren. Von mir gibt es eine große Empfehlung. Vielen Dank an der Stelle an den Haymon Verlag sowie netgalley.de für das digitale Rezensionsexemplar.
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5/5
25.03.2026
eBook (ePUB 3)
Triggerwarnung: Heterosexualität
Es fällt mir schwer dieses Buch in Worte zu fassen obwohl es mir so gut gefallen hat. Es handelt von unserer Protagonistin Fuckgirl, Performance Künstlerin in ihren 30ern und eine Frau die ihr Leben so lebt wie es ihr gefällt ohne sich dazwischen quatschen zu lassen. Sie lebt sexuell komplett Selbstbestimmt und hat so viele One-Night-Stands wie sie will.
Sie führt mit ihrem Partner "Mann" eine einseitige offene Ehe. Sie darf machen was sie will "Mann" nicht. Trotz der vermeintlichen Ungerechtigkeit sind beide glücklich in dieser Beziehung. Beispiel dafür wäre als Fuckgirl was mit "Daddy" hatte, und "Mann" es kaum abwarten konnte die Chats durchzulesen und sich drüber lustig zu machen.
Wir lesen davon das Fuckgirl Betrüger rächt rein aus weiblicher Solidarität. Wir erfahren von ihrer Vergangenheit mit ihrem Ex Bf "Loser" und wie sie sich seitdem verändert hat.
Man bekommt einen Facettenreichen Einblick in ihr Leben, das sie sich manchmal fehl am Platz fühlt und davon das sie Kinderlos bleiben will.
Wie der Klappentext schon sagt, es ist ein radikal feministischer Roman über die sexuelle Selbstbestimmung, Lust und Wut. Es beschäftigt sich mit der Frage was nach der sexuellen Selbstbestimmung kommt.
#femalerevenge
Mir persönlich hat das Buch so so gut gefallen. Auch wenn das Thema des Buches kein leichtes ist musste ich oft während des Lesens schmunzeln. Es hat Humor und behält trotzdem Ernsthaftigkeit. Viele Passagen sind darauf ausgelegt Ekel zu erzielen, so zumindest für mein Empfinden. Sehr große Empfehlung definitiv ein Jahreshighlight.
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5/5
05.03.2026
Buch (Gebundene Ausgabe)
Ganz große Empfehlung!
Eine erfolgreiche Künstlerin Ende 30, die ihre Lust vollkommen hemmungsfrei in einer nicht-monogamen Beziehung auslebt und weiblich solidarisch ist - das ist genau die Art von Buch, die wir brauchen. In dem Moment, in welchen ich von Bianca Jankovskas Romandebüt "Fuckgirl" gehört habe, wusste ich, dass ich diesen schnellstmöglich lesen muss und tatsächlich habe ich ihn in innerhalb von einem Tag weggesnackt. Die von der Autorin dazu passende Playlist bietet gleich auch noch eine zusätzliche Ebene, in die Geschichte einzutauchen. Lieben wird doch.
In dem Roman erzählt Fuckgirl von ihrem Leben. Sie ist eine bekannte und erfolgreiche Performancekünstlerin und lebt mit Mann in einer einseitig nicht-monogamen Ehe. Bereits bei ihrem Kennenlernen kommunizierte Fuckgirl klar, dass nur so eine Beziehung für sie in Frage kommen kann - Mann war direkt einverstanden und so bauten sie eine sichere, solide Beziehung zueinander auf, die auf Kommunikation, Vertrauen, Kontinuität basiert. Nebenbei swipt sie nun durch verschiedene Dating Apps, auf der Suche nach den perfekten dicks. Wir werden mitgenommen zu ihren Bekanntschaften mit Journalist und Daddy, erfahren von ihrer Vergangenheit mit Loser. Ihre BF Internetgirl steht ihr mit Rat aber auch Fragen an der Seite und Fuckgirl versucht im Laufe der Geschichte das Eigentliche zu finden, nachdem es sie verlangt.
Jankovska schreibt einen starker Roman, der über Selbstermächtigung, weiblicher Verbundenheit, Kommunikation und Verbindungen jeglicher Art abseits der Norm erzählt. Ihr Stimme ist eine laute und wichtige und bringt feministische Einsichten zu Thema Non-Monogamy, die ich so zuvor noch nicht gelesen habe. Ich finde es wichtig und spannend, dass Lebensrealitäten abseits der patriarchalen Norm immer mehr Gehör finden, besonders auch im literarischen Bereich, besonders auch nicht-monogame, welche (wie jede anderen Formen von Beziehungen auch) nochmals viele Facetten wie Farben aufwerfen können. Noch dazu - Jankovskas Take den weiblichen Part der Ehe, Fuckgirl, als den nicht-monogamen zu verwenden - top. Sie steht für sich selbst ein, verlangt nach der Befriedigung ihre Lust ohne wenn und aber, erkundet die BDSM Szene, Fetische werden offen angesprochen und immer wieder wird auch erwähnt, auf welchen Grundsteinen Beziehungen aufgebaut werden sollten, um festen Boden zu bekommen, nicht nur im monogamen, besonders auch im nicht-monogamen Bereich. Sie betont immer wieder, wieviel Vertrauen, Kraft, offene Kommunikation und Ehrlichkeit es dazu benötigt, eine - für alle Beteiligten abgesprochene - offene/poly Beziehung zu führen. Auch die Bemerkungen von Freund*innen werden erwähnt mit "Ach, ich wäre auch gerne so frei. Das muss doch schön sein, ständig neue Flirts zu erleben." Doch auch das braucht Arbeit, Energie, kann an Reserven zerren; auch Abgesprochenes kann sich dehnen und ändern, nichts wird in Stein geschrieben, Veränderungen sind fließend - auch hier wieder, Kommunikation. Und selbst Fuckgirl muss immer wieder Neues erlernen.
Auch, dass Fuckgirl kinderlos leben möchte und auch hierfür für sich einsteht, finde ich einen wichtigen Punkt, der immer wieder auch im Literarischen angesprochen werden kann und soll. Patriarchale Normen stecken überall und immer wieder stoßen besonders Frauen gegen Wände, wenn sie sich gegen die heteronormative Kleinfamilie entscheiden. Im Roman verfolgen wir ihre Geschichte, ihre Leben und ihrem Suchen, nach dem Ihren. Das Ende des Buches fand ich persönlich sehr gelungen und ich hatte rundum eine richtig gute Zeit beim Lesen.
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4/5
16.04.2026
eBook (ePUB 3)
Sie darf machen was sie will, "Mann" nicht.
Ein sehr provozierender und feministischer Roman über eine Frau, die sich verhält wie viele Männer der heutigen Zeit. „Fuckgirl“ ist die Hauptprotagonistin des Romans, und es bleibt das ganze Buch über dabei, dass keine Namen genannt werden. Es geht um Rache, Wut und weibliche Solidarität. Ich war während des Lesens fasziniert, denn vieles kann man gut nachempfinden, über manches kann man lachen, und einiges regt zum Nachdenken an.
Die Protagonistin ist all das, was viele Frauen nicht sein dürfen. Das Buch ist eine große Empfehlung von mir. Allerdings ist die Sprache sehr derb und provokant, was zwar zur Handlung passt, aber sicher nicht für jeden etwas ist.
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4/5
27.03.2026
Buch (Gebundene Ausgabe)
provokant und herrlich ehrlich
Ein gutes, provozierendes und herrlich ehrliches Buch.
So wie Männer heutzutage oft "selbstverständlich" leben, tut es in diesem Roman die Frau. Die Ehe einseitig offen, lebt sie ihren Drang Sex mit anderen Männern zu haben, ohne Hemmungen aus. Auf der einen Seite bringt es einem zum Nachdenken, auf der anderen Seite zum beneiden.
Ich fand die Schreibweise toll, es gibt keine persönlichen Namen. Nur "Mann", "Journalist", "Daddy",...
Im Grunde ein toll gelungenes Buch. Witzig, direkt, nachdenklich.
Einen Stern Abzug für die doch ziemlich vielen englischen Absätze. Ich selbst kann es zwar verstehen, aber es gibt bestimmt einige denen das nicht so gelingt.
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