«Es gibt Bücher, die lange nachhallen. Dieses ist so eines. Steht auf meiner persönlichen Bestsellerliste jetzt ganz oben.» Christine Westermann
Linda ist fünfzehn und würde am liebsten vor ein Auto laufen. Doch noch halten zwei Menschen sie davon ab: ihr einziger Freund Kevin, der daran verzweifelt, dass die Welt am Abgrund steht. Und Hubert, sechsundachtzig Jahre alt, ein Bademeister im Ruhestand, der seine Wohnung kaum mehr verlässt, Karotten toastet und auf seine Frau wartet, die vor sieben Jahren verstorben ist. Dreimal wöchentlich verbringt Linda den Nachmittag bei Hubert, um die polnische Pflegerin Ewa zu entlasten, die mit durchaus eigenwilligen Mitteln ihren Beruf ausübt. Feinfühlig und spielerisch begegnet Linda Huberts fortschreitender Demenz und versucht, den alten Bademeister im Leben zu halten. Bis das Schicksal ihre Pläne durchkreuzt …
Petra Pellini erzählt mit Wärme und Humor vom Erwachsenwerden und Vergessen und von einer einzigartigen Freundschaft.
Auf der Shortlist zum Lieblingsbuch der unabhängigen Buchhandlungen 2024.
Kundinnen und Kunden meinen
4.6/5.0
Bewertung
5/5
20.08.2026
Buch (Taschenbuch)
So schlicht … und doch so tief
Diese Geschichte hat mich sehr berührt. Wie es ist, mit einem demenzkranken Menschen zu leben bzw. umzugehen, weiß ich aus eigener Erfahrung. Die Autorin hat das sehr authentisch beschrieben - daher ein großes Lob.
Bewertung
5/5
02.08.2026
Buch (Taschenbuch)
Die Kraft, einen Menschen wirklich zu sehen bis zum Schluss
Bademeister ohne Himmel erzählt die Geschichte der jungen Linda, die selbst mit dem Leben hadert und immer wieder den Gedanken an den eigenen Tod nicht loswird. Eine unerwartete Aufgabe gibt ihrem Alltag jedoch Halt: Gemeinsam mit der polnischen Pflegerin Ewa kümmert sie sich um den ehemaligen Bademeister Hubert, der an Demenz erkrankt ist. Während auch ihr Freund Kevin an den Zuständen der Welt und der Umweltzerstörung verzweifelt, entwickelt Linda eine ganz besondere Beziehung zu Hubert. Sie begegnet seiner Krankheit nicht mit Mitleid oder Ungeduld, sondern mit einer bewundernswerten Offenheit und findet immer wieder einen Zugang zu seiner zunehmend entrückten Welt.
Mich hat dieses Buch tief berührt. Besonders beeindruckt hat mich, wie sensibel Petra Pellini das Thema Demenz behandelt. Linda versucht nie, Hubert in die Realität zurückzuzwingen, sondern begleitet ihn dorthin, wo er sich gerade befindet. Gerade diese bedingungslose Annahme macht ihre Beziehung so glaubwürdig und bewegend. Gleichzeitig gelingt es der Autorin, existenzielle Themen wie Einsamkeit, Lebensmüdigkeit und Hoffnung mit viel Feingefühl zu erzählen, ohne dabei jemals schwer oder belehrend zu wirken.
Obwohl sich das Ende früh erahnen lässt, hat es mich emotional vollkommen getroffen. Es ist ein leises, zutiefst menschliches Buch, das lange nachhallt und zeigt, wie viel Trost, Menschlichkeit und Sinn in echter Nähe liegen können. Für mich ist Bademeister ohne Himmel ein Roman, der weit über seine Handlung hinaus wirkt und noch lange nach dem Zuklappen des Buches beschäftigt. Eine uneingeschränkte Leseempfehlung für alle, die feinfühlige, tiefgründige und berührende Geschichten schätzen.
Der Bademeister ohne Himmel – Petra Pellini
Linda ist 15 und lebensmüde. Sie sieht keinen Sinn mehr und überlegt, wie sie dem allen ein Ende machen könnte. Das ist der Einstieg, und er ist erschreckend. Aber er lohnt sich, denn was folgt, ist alles andere als das, was man erwarten würde.
Von diesen Gedanken ablenken können Linda nur zwei Menschen: Kevin, ein Schulfreund, viel zu nachdenklich für diese Welt, der an der zunehmenden Umweltzerstörung verzweifelt. Und Hubert, 86 Jahre alt, ehemaliger Bademeister, dement, dritter Stock. Linda leistet ihm regelmäßig Gesellschaft, zusammen mit Ewa, einer polnischen Pflegekraft sind sie ein richtig gutes Team. Ewa professionell mit kreativen Ideen und Linda mit grossem Einfühlungsvermögen und jeder Menge Humor.
Was Petra Pellini dabei gelingt, ist bemerkenswert. Sie schreibt über Demenz mit Humor, Wortwitz und einer großen Portion Empathie, ohne das Thema zu verharmlosen. Linda erkennt, dass Erinnerungen wachzuhalten oft weniger zählt als Anteilnehmen, einbinden, sich hineinfühlen. Sie erfindet Geschichten für Hubert, so wie es für ihn passt, nicht wie es andere für richtig halten würden.
Petra Pellini, geboren 1970 in Vorarlberg, war lange in der Pflege demenzkranker Menschen tätig. Das prägt diesen Roman spürbar. Ihre Erfahrungen fließen mit ein, stimmen nachdenklich und machen Hoffnung, dass es eben nicht nur um Pflege geht, sondern um Einfühlen.
Sie hat die verschiedenen Aspekte sehr gut auf den Punkt gebracht. Das Bedürfnis der Angehörigen, die Erwartung an die Pflegerinnen, die eigene Welt des Betroffenen und mittendrin: Ewa und Linda mit ihrer ganz eigenen Art Hubert jeden Tag den bestmöglichen Tag zu schenken.
Ein Roman über Demenz und Erwachsenwerden, der trotz schwerer Themen leicht und lebendig bleibt. Die Dialoge voller Witz haben mich schmunzeln und Linda still immer wieder ermutigen lassen, gut so.
Ich konnte das Buch nicht aus der Hand legen und vergebe 5 Sterne, aus Überzeugung. Ich hoffe, viele bemerken, entdecken und lesen dieses Buch.
Bewertung
aus Oberursel
5/5
16.03.2026
Hörbuch-Download (MP3)
emotional und authentisch
Dies ist einer der Romane, die wir in meinem Lesekreis dieses Semester besprechen, und wäre mir ansonsten auch völlig entgangen; ich hab das Buch vorher noch nirgends gesehen, ist mir zumindest null aufgefallen. Ich habe es jetzt als Hörbuch gehört, und nachdem ich mich die erste Viertelstunde gefragt habe, auf was ich mich hier eigentlich eingelassen habe …. war ich dann irgendwie völlig „angefixt“ und in die Story eingesogen. Also, der Roman braucht ein wenig Anlaufzeit :-)
Hierum geht’s (und Achtung, ich hab ein paar kleinere Spoiler in dieser Rezi): Die 15jährige Linda ist die Ich-Erzählerin. Wir sind in einer Kleinstadt in einem Wohnblock; Linda wohnt mit ihrer alleinerziehenden Mutter im unteren Stockwerk, Linda ist nicht wirklich depressiv aber schwer pubertierend und schäumt vor Lebensfreude nicht gerade über. Sie hat aber durchaus einen sehr gesunden Menschenverstand und analysiert teils messerscharf ihre Umgebung. Sie hat 2 Freunde; den einige Jahre jüngeren hochintelligenten Kevin (und der zeigt durchaus depressive Züge) und den hochbetagten Hubert. Hubert ist Ü80 und dement;wohnt im 3. Stock und Linda bessert, wie der Klappentext schon sagt, 3 mal die Woche ihr Taschengeld damit auf, indem sie in besucht und die polnische Vollzeitpflegerin und „live in“ – Fachkraft Ewa damit entlastet. Lindas Mutter ist mit diesem Job meist eher semi-glücklich, sie findet, das sei zu viel Verantwortung für Linda, und sie blickt das Verhältnis zwischen Linda und Hubert und Ewa auch über lange Strecken nicht so wirklich….
Ja, und genau um dieses Verhältnis geht es auch. Zumindest zum Teil. Linda beschreibt ihren Alltag und ihr Leben mit Hubert, Eva und Kevin. Es geht um Freundschaft, es geht um gegenseitigen Respekt, es geht um mental health, es geht um Demenz. Linda lässt uns daran teilhaben, wie die Demenz bei Hubert unaufhaltsam voranschreitet. Während sich Ewa zum größten Teil um das leibliche und pflegerische Wohlergehen von Hubert kümmert und den Haushalt in Schuss hält, ist Linda eher so eine Art Gesellschafterin für den alten ehemaligen Bademeister, und auf ihre lakonische und ganz und gar von Hausverstand geleitete Art und Weise schafft sie es, eine Freundschaft mit Hubert aufzubauen. Linda geht mit Huberts Erinnerungen mit und hält diese aufrecht; und so erfahren auch wir Leser / Hörer peu á peu mehr aus Huberts Leben…..
Auch Lindas Freundschaft mit Kevin hat ihren Raum; Kevin, der auch ein Außenseiter ist. Beide sind ernst, beide sind ein wenig des Lebens an sich müde, und doch haben sie eine intensive Freundschaft aufgebaut, die ihnen sehr wichtig ist.
Ja, Lindas Selbstmordgedanken sind auch so ein zentrales Thema. Linda hat mit ihrer Mutter zusammen früher viel häusliche Gewalt erfahren, daraus haben sich beide erfolgreich befreit, aber Linda hat nicht wirklich viel Selbstwertgefühl. Einerseits. Denn andererseits hat sie durchaus einen starken Charakter und eine relative Coolness drauf; und sie hat einen ziemlich scharfen durchschauenden Blick auf ihre Mitmenschen. Linda malt sich ziemlich häufig aus, ob und inwiefern man sie nach ihrem Tode vermissen würde; aber so recht konkret werden ihre Pläne eigentlich nie, denn erst mal gibt es hier noch genug zu tun: Hubert braucht sie, ihre Mama braucht sie, und Kevin auch.
Kurz zum Thema Lindas Mama: wir haben hier ein paar typische Mutter-Tochter-Dialoge; aber es geht hier auch um einiges mehr, es gibt hier fein eingeflochten noch einen weiteren Erzählstrang. Lindas Mutter hat nämlich seit kurzem einen neuen Freund. Jürgen, seines Zeichens Bestatter, macht sich im Leben der beiden breit, und einerseits gönnt Linda ihrer Mutter eine neue Beziehung – so zumindest mein Eindruck – andererseits hat Linda aber auch feine Antennen für alles, was nicht wirklich gut läuft, und bei Jürgen springt so das Alarmsystem an. Das fand ich jetzt spannend; es gibt hier so ein paar Situationen / Unterhaltungen am Esstisch, bei denen Linda ganz non-chalant und wie nebenbei den neuen Mann an der Seite ihrer Mama ausfragt und nach 5 Minuten wissen wir Leser / Hörer: diese Beziehung geht garantiert nicht lange gut.
Aber zurück zu Hubert, und zu meinem Leseeindruck: ich fand die Geschichte dieser Demenz sehr, sehr berührend und authentisch. Vor allem die fortschreitende Demenz, und damit einhergehende die fortschreitende pflegerische Leistung von Ewa und Linda, und ja, auch die vom „Nachtfalter“, Huberts Tochter. Sehr sensibel gezeichnet von der Autorin, sehr sensibel gesprochen von Frau Walke. Wie gehe ich mit dementen Personen um? Linda macht es automatisch richtig und geht in Huberts Filmen mit; sie geht entspannt in seine Welt und taucht mit ihm in seine Erinnerungen ein. Das hat mir richtig gut gefallen.
Sehr emotional dann auch die Beschreibung von Huberts letzten Wochen und dem langsamen Prozess des Sterbens…..hat mich sehr berührt, und wer jemals schon mal so einen Prozess begleitet hat, wird hier viele Dinge wiederfinden….sehr realitätsgetreu, und sehr liebevoll und einfühlsam beschrieben von der Autorin.
Wir haben hier sehr viele sehr ernste Topics, und immer wieder geht es ums Sterben und um die Vergänglichkeit des Lebens; aber trotzdem hat mich dieser Roman am Ende mit einem Lächeln zurück gelassen. Trotzdem gibt es Hoffnung, trotzdem gibt es Freundschaft und Liebe, und irgendwie geht es immer weiter. Und es gibt immer wieder auch durchaus Witz und Humor in der Story; also das ist jetzt kein tieftrauriger Roman, Lindas Alltag hat durchaus auch witzige und skurrile Augenblicke. Das Leben mit dementen Personen birgt ja auch durchaus so manch überraschenden komischen Aspekt….man muss sie nur sehen...und nicht verurteilen….und manchmal hat jemand ohne Kurzzeitgedächtnis auch Recht :-) …. und manchmal lebt es sich auch entspannter mit Gedächtnislücken, Hubert weiß das :-)
Ja, wie auch immer, mich hat der Roman wunderbar unterhalten, aber auch sehr sehr emotional abgeholt und zum Nachdenken gebracht.
Ich bin froh, ihn gehört zu haben, die Sprecherin war wunderbar unaufgeregt und professionell, es hat Spaß gemacht, ihr zuzuhören.
Von mir gibt es 5 von 5 Sternen!
Aline
aus Bern
5/5
21.07.2025
eBook (ePUB 3)
Wirklich toll!
Ich mochte den ruhigen Schreibstil und die Story sehr. Die vielen Lacher und auch die traurigen Stellen machen das Buch für mich zu einem Hit. Ein wirklich sehr empfehlenswertes Exemplar!
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5/5
25.08.2024
Hörbuch-Download (MP3)
eine Geschichte, die nachhallt und im Gedächtnis bleibt
ein Auszug aus dem Buch:
"Wenn jeder sich anders erinnert - Hat jeder eine andere Realität - wenn jeder eine andere Realität hat - gerät alles ins Wanken - wenn alles ins Wanken gerät - sind Sicherheit und Halt - eine Illusion"
Diese so reale, berührende und menschliche Geschichte - die schöne und traurige Parts beinhaltete - zog mich voll in ihren Bann.
ich konnte das Hörbuch nicht auf die Seite legen - es war super gut eingelesen von Maria-Isabel Walke.
Sehr berührend und stark in Szene gebracht, die ungewöhnliche Konstellation der Protagonisten (Linda, Hubert, Kevin, Ewa, ..) eine Geschichte, die nachhallt und im Gedächtnis bleibt!!! Volle Empfehlung!!!
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5/5
29.07.2024
Buch (Gebundene Ausgabe)
Mit vielen liebevollen Lesemomenten!
So ein starkes Thema (Demenz) so umzusetzen. Grandios!
Ein Buch über einen alten dementen Mann und eine junge Frau, die darüber nachdenkt, sich das Leben zu nehmen. Warum soll man sich eine so rabenschwarze Geschichte jetzt im Sommer antun? Weil sie auf jeder der 300 Seiten hell und leuchtend daherkommt, getragen von einer zarten Fröhlichkeit, von witzigen Dialogen, bei denen man in sich hineinlacht.
Sehr empfehlenswert, ein Lieblingsbuch von mir.
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5/5
18.07.2024
Buch (Gebundene Ausgabe)
Feinfühlig und liebenswert
Die Geschichte der 15jährigen Linda und ihrem demenzkranken Nachbarn berührte mich sofort. Linda weiß mit ihrem Leben nichts anzufangen und verbringt daher viele Stunden bei Hubert. Und Hubert weiß vom Leben fast nichts mehr - fortschreitende Demenz. Mit welch einer Leichtigkeit Linda mit dem Kranken umgeht, hat mir sehr imponiert. Und dann ist da noch Ewa, Huberts polnische Pfleferin, die man einfach mögen muss…
Ein sprachlich wunderschön geschriebenes Buch über Leben und Sterben, über Jung und Alt. Ein Roman, bei dem man so manch eine Passage am liebsten mit Leuchtstift markieren würde.
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5/5
18.07.2024
Buch (Gebundene Ausgabe)
Bademeister ohne Himmel
Hubert 86, ist an Demenz erkrankt. Er war mit voller Leidenschaft Bademeister, und ist immer noch sehr stolz darauf, dass bei ihm nie jemand ertrunken ist. Linda ist 15, und weiß manchmal nicht so viel mit Ihrem Leben anzufangen. Doch bei Hubert fühlt sie sich wohl u.kümmert sich um ihn. Sie erzählt Ihm fast täglich Schwimmbadgeschichten und es werden Schwimmflügel sortiert. Und dann gibts da noch Ewa die Pflegerin, die man auch sofort ins Herz schließen muss.
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5/5
17.07.2024
Buch (Gebundene Ausgabe)
Keiner braucht 5 Spiegel in einer...
Keiner braucht 5 Spiegel in einer 60qm Wohnung.( aus dem Buch)
Liebevoll und berührend eine Geschichte mit viel Herz. Ein 16-jähriges Mädchen (Linda so klug und erwachsen) und eine polnische Pflegerin Eva kümmern sich um den Bademeister Hubert, der an Demenz erkrankt ist.
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