Missstände aufdecken und die Menschen wachrütteln - dafür ist Juliane Journalistin geworden. Es ist 1971, und Missstände gibt es zuhauf, findet sie. Kaum hat etwa ihre beste Freundin Marianne einen Ring am Finger, ist all ihre Selbstständigkeit [SW1] [AS2] dahin. Auch Juliane träumt von der großen Liebe, aber auf Augenhöhe. Den Mann dafür hat sie noch nicht gefunden - bis Andreas auftaucht. Mit ihm kann sie sich vorstellen, dass eine gleichberechtigte Beziehung möglich ist. Wenn da nur nicht die Angst vor einer ungewollten Schwangerschaft wäre. Dann entbrennt die Debatte um den Paragraphen 218, und Juliane muss Stellung beziehen - als Redakteurin und als Frau ...
Hochaktuell und mit viel Feingefühl erzählt: eine außergewöhnliche Liebe und der Kampf der Frauen um das Recht, über den eigenen Körper entscheiden zu dürfen.
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Frauenpower
Hoelzchen aus Bad Oldesloe am 14.01.2026
Bewertungsnummer: 2980938
Bewertet: eBook (ePUB 3)
1971: Juliane hat es geschafft. Mit 25 Jahren ist sie ausgebildete Journalistin und Redakteurin der Frauenzeitschrift „Brigitte“. Der Beruf ist ihr wichtig. Mit den drei „K´s“ dieser Zeit: Kinder, Küche, Kirche, kann sie nichts anfangen. Ihre beste Freundin hingegen schlägt einen anderen Lebensweg ein, für Juliane unbegreiflich. Sie entfremden sich. Die Bundesrepublik ist im Umbruch. Eine Welle der Emanzipation und Offenheit schwappt aus Frankreich nach Deutschland. Die Redaktion der „Brigitte“ schwimmt mit dieser Welle mit. Auch Juliane ist mit ganzem Einsatz dabei und engagiert sich für die Rechte von Frauen. Als sie Andreas kennenlernt, stellt sie fest, dass es auch Männer gibt, die Frauen als gleichberechtigte Partnerinnen sehen. Wäre da nur nicht der Verlust ihrer Mutter, der immer wieder an ihr nagt.
Dieser Roman erscheint in der Reihe „Sternstunden der Frauen“. Verschiedene Autorinnen veröffentlichen hier Romane über Frauen, die sich für die Belange von Frauen einsetzten. Susanne Lieder verwebt in ihrem neuen Unterhaltungsroman historische Begebenheiten mit einer fiktiven Geschichte. Ihre Protagonistin Juliane ist eine sympathische Figur, die ich auf den 352 Seiten sehr liebgewonnen habe. Sie punktet durch ihre Authentizität. Mittlerweile sind 55 Jahre ins Land gegangen und es gerät oft in Vergessenheit, was wir den „Julianes“ dieser Zeit zu verdanken haben. Sie sind damals aufgestanden und haben für Dinge gekämpft, die für uns heute selbstverständlich sind. Wie gut, dass dieser Roman uns daran erinnert. Nebenbei bringt uns die Autorin ganz charmant den Zeitgeist dieser Jahre näher. Hinweise auf Lieder, Fernsehsendungen und der Mode lassen die Zeit wieder aufleben und zauberten mir ein Lächeln ins Gesicht. Ganz schnell hatte mich der Roman in den Bann genommen und ich konnte ihn nicht mehr aus der Hand legen. Ich bin ein großer Fan von historischen Unterhaltungsromanen und freue mich immer wieder, dass es noch Themen gibt, über die ich noch nicht gelesen haben. Die mir bislang unbekannte Autorin Susanne Lieder hat es geschafft, mir eine sehr gute Lesezeit zu bescheren und es wird bestimmt nicht bei diesem ihrer Romane bleiben. Ihr Schreibstil ist zeitgemäß modern und flüssig. Die Geschichte erscheint mir gut recherchiert. Deshalb ganz klar von mir eine absolute Leseempfehlung für die Leserschaft dieses Genres.
In der Liebe wollen wir frei sein
Bewertung am 26.04.2026
Bewertungsnummer: 3120353
Bewertet: eBook (ePUB 3)
Inhalt siehe Klappentext.
Ich hatte letztes Jahr schon den ersten Band aus der Reihe „Sternstunden der Frauen“ gelesen, von Autorin Susanne Lieder hatte ich ausserdem vor 4 Jahren einen Roman über Astrid Lindgren gelesen (Teil 23 der Reihe "Mutige Frauen zwischen Kunst und Liebe“) gelesen. Der Titel „In der Liebe wollen wir frei sein“ nimmt zunächst einen großen Teil im 352 Seiten umfassenden Roman ein, man schreibt das Jahr 1971, viele Frauen in Frankreich gehen mit ihrem „Geheimnis“ einer illegalen Abtreibung an die Öffentlichkeit, Frauen aus Deutschland, darunter auch bekannte Persönlichkeiten, ziehen nach, die „Brigitte“, der „Stern“ und Alice Schwarzer sind Namen, die man kennt, auch wenn es alles vor meiner Zeit war. Nicht jede/r ist für diese Meinungsfreiheit, es gibt Kritik von Männern, von Frauen, manche sind dafür, andere dagegen, letztendlich sollten die Frauen über sich selbst entscheiden können und dürfen, ohne dafür bestraft zu werden, weder von der Gesellschaft, noch vom Gesetz. Journalistin Juliane hat einen etwas anderen Bezug zu Familie, weil ihre Mutter sie als Baby bei der Tante zurückgelassen hat und seitdem kein Kontakt bestand. Juliane und Tante Magda sind eine Familie, doch der Wunsch nach der wahren Mutter belastet diese Familie und auch Julianes Beziehung zu Lehrer Andreas Sandmann, bei dem ich anfangs dachte, ist er wirklich „der Mann“ für Juliane, gibt es einen Haken? Julianes beste Freundin Marianne wendet sich von ihr ab, als Anne heiratet und ein Kind bekommt, sie hat nun anderes im Kopf. Ganz anders die wiederentdeckte Freundschaft zu Schulfreundin Conny, die Selbstzweifel wegen ihrer Schwangerschaft hat, aber immer ein offenes Ohr für Juli. Man merkt, drei junge Frauen Mitte Zwanzig, drei unterschiedliche Meinungen und Lebensformen, jede, wie sie es für sich will. Ich fand die Einblicke in Julianes journalistischen Alltag bei der „Brigitte“ spannend, was die Frauen alles organisieren, um ihren Themen und Artikeln Nachdruck zu verleihen, Frauen anzusprechen, wachzurütteln. Gleichzeitig nehmen Familie und Beziehung einen guten Teil in Julis Leben ein, nicht zu viel, eher zu wenig. Mir kam es so vor, als sei das Thema „In der Liebe wollen wir frei sein“ an einem bestimmten Punkt im Buch angekommen, aber dann abgeschlossen und es wird nicht mehr vordergründig erwähnt. Juliane lebt nun mit Andreas „in wilder Ehe“, Tante Magda akzeptiert es, eine große Überraschung kommt auf Juli zu, aber auch dort ist es kein Hauptthema mehr. Also ein bisschen in den Hintergrund geraten, um die Familie neu aufzustellen. Flüssig zu lesen, aber im letzten Teil hakt es mir zu sehr. Insgesamt 4,5 Sterne mit Leseempfehlung.
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