Zwölf Monate. Zwölf Bücher. Ein Jahr, um ein gebrochenes Herz zu heilen …
Tilly fällt aus allen Wolken, als sie an ihrem Geburtstag einen Anruf von Buchhändler Alfie Lane erhält. Ihr Ehemann Joe hat in Alfies kleinem Laden ein Geschenk für sie hinterlegt: ein Jahr voller Bücher – für jeden Monat eins. Seit Joes Tod vor fünf Monaten ist Tilly nicht mehr dieselbe, doch nun fasst sie sich ein Herz. Die Bücher führen sie von einem Abenteuer ins nächste. Durch die lebhaften Straßen New Yorks, zu neuen Freunden in Paris, in die friedvollen Hügel der Toskana und zu den kilometerlangen Sandstränden von Bali. Mit Alfies Hilfe entdeckt sie alte und neue Seiten an sich und lernt eine Tilly ganz ohne Joe kennen. Kann ihr dieses Jahr voller Bücher und Wunder zeigen, wie man wieder lacht, träumt und Pläne schmiedet? Und wie man sich vielleicht sogar neu verliebt?
Ungekürzte Lesung mit Michaela Gaertner
11h 1min
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Zwischen Verlust und Neubeginn
Rei Shimura am 03.01.2026
Bewertungsnummer: 2691294
Bewertet: Hörbuch-Download
"P.S. Ich liebe dich" von Cecelia Ahern habe ich geliebt und auch die Verfilmung mit Hilary Swank und Gerard Butler habe ich mir mehrmals angesehen und dabei viele Tränen vergossen. Der Grund, warum ich dies erwähne, ist, dass mich die beiden Bücher sehr stark aneinander erinnern. Beim Lesen hatte ich oft das Gefühl, dass auch Libby Page ein großer Fan von Cecelia Aherns Roman war und sich bis zu einem gewissen Grad daran orientiert hat.
Natürlich hat Libby Page keine Kopie des Buches erstellt, aber eine gewisse Ähnlichkeit ist auf jeden Fall vorhanden. Leider muss ich aber sagen, dass obwohl mir das Buch sehr gut gefallen hat, es im Vergleich ein wenig hinter Aherns Roman liegt.
Positiv hervorheben möchte ich auf jeden Fall den angenehmen und sehr flüssigen Schreibstil der Autorin. Ich konnte mich schnell in die Geschichte einfinden und mich mit den Charakteren vertraut machen. Tilly und Alfie sind zwei liebenswerte und leicht kauzige Protagonisten, die ich beide von Anfang an ins Herz schließen konnte. Sie sind sympathisch, man leidet mit ihnen und hofft, dass am Ende alles gut wird.
Holly Kennedy, die Hauptperson aus "P.S. Ich liebe dich" hat gleich wie Tilly in diesem Buch ihren Mann verloren und in beiden Büchern begleiten wir die Damen durch ihren Trauerprozess, dürfen aber auch immer wieder in ihre glückliche Vergangenheit eintauchen. Hierbei muss ich sagen, dass mich Hollys Trauer stärker berührt und mitgenommen hat als die von Tilly. Ich denke, dass liegt an der Art und Weise wie die beiden Autorinnen mit dem Thema umgehen und wieviel Raum sie der Trauer geben. Libby Page ist da meiner Meinung nach ein wenig zurückhaltender und legt den Fokus mehr auf den Blick nach vorne, auf das Danach.
Wie so häufig in Liebesromanen gibt es eine Mischung aus realistischen und authentischen Szenen und einigen bei denen man weiß, dass die Wahrscheinlichkeit, dass dies in der Wirklichkeit auch so passieren würde, recht gering ist. Manch eine oder einen mag das stören, ich finde es in Ordnung, solange diese Dinge sich gut in die Geschichte einfügen, kann ich mit ein wenig künstlerischer Freiheit sehr gut leben.
Das Hörbuch wird von Michaela Gaertner gelesen. Für mich war dies eine interessante und angenehme Erfahrung, denn ich mochte ihre Art zu lesen sehr gerne. Ihre Stimmfarbe und der Klang haben hervorragend zu dem Buch und dessen Inhalt gepasst. Michaela Gaertner hat dieses Buch mit viel Hingabe und Wärme gelesen und der Erfahrung dadurch noch etwas mehr Tiefe verliehen.
Das Hörbuch war eine durchwegs schöne Erfahrung und ich habe die elf Stunden wirklich sehr genossen. Da es vergleichbare Bücher gibt, die mir einen Ticken besser gefallen und mich vor allem emotional stärker angesprochen haben, gebe ich dem Buch nicht die Höchstnote. Eine Empfehlung für das Buch/Hörbuch möchte ich aber dennoch aussprechen, vor allem für all jene die Geschichten über Verlust und Hoffnung mögen.
Sehr klischeehaft und voraussehbar
Bewertung am 29.12.2025
Bewertungsnummer: 2687327
Bewertet: Hörbuch-Download
Vor Jahren habe ich das Buch „Im Freibad“ von Libby Page gelesen und fand es unterhaltsam und herzerwärmend. Deshalb habe ich mich nun über die Neuerscheinung „Das Jahr voller Bücher und Wunder“ der Autorin gefreut. Um es kurz zu machen: ich hatte viel mehr erwartet. Die Story hörte sich vielversprechend an. Mathilda Nightingale, deren Mann Joe vor einem halben Jahr gestorben ist, bekommt einen Anruf aus einer Buchhandlung, wonach sie ein Buch abholen soll, das Joe für sie hinterlegt hat. Es stellt sich heraus, dass Joe ihr für ein ganzes Jahr Bücher ausgesucht hat, jeden Monat kann Tilly sich ihr Buch in der Buchhandlung „Book Lane“ abholen. Seit Joes Tod konnte Tilly, die eigentlich eine Leseratte ist, kein Buch mehr lesen. Durch die monatliche Lektüre verliert sich ihre Leseblockade und dank der Bücher schafft sie es, sich wieder auf das Leben und seine Herausforderungen einzulassen. Sie unternimmt Reisen, lernt Kochen und beginnt mit Joggen, um nur ein paar zu nennen. So weit, so gut, die Idee ist ganz schön, doch leider ist die Geschichte von Anfang an auch mit einer Liebesgeschichte verquickt. Ich habe überhaupt nichts gegen Liebesgeschichten, doch die kitschigen Formulierungen und die überdeutlichen Anzeichen, wer am Schluss ein Paar wird, haben mir überhaupt nicht gefallen. Dauernd errötet jemand angesichts von putzigen Sommersprossen oder bekommt weiche Knie, wenn ein bestimmter Name genannt wird oder ein Stückchen nackte Haut aufblitzt. Ich habe das Buch als Hörbuch gehört. Gut möglich, dass es mir in Buchform besser gefallen hätte, denn obwohl die Sprecherin eine angenehme Stimme hat, verleiht sie manchen Personen eine dermaßen fürchterliche Stimme, dass mir das Zuhören schwerfiel. Beispielsweise Prudence, die über 70jährige Mitarbeiterin der Buchhandlung Book Lane, die eine dermaßen brüchige und zittrige Stimme hat, wie ich sie noch nie an einer lebenden Person gehört habe. Mir ist klar, dass es nicht einfach ist, so viele verschiedene Stimmen für all die Charaktere eines Buchs so darzustellen, dass man sie unterscheiden kann, aber man kann auch übertreiben. Ähnlich ist es mit Tillys Schwester Harper, die total hysterisch und überdreht klingt.
Die vielen Klischees, deren sich die Autorin bedient, haben mich auch genervt. So riecht Buchhändler Alfie nach Büchern, was ich reichlich seltsam finde, während Tilly, die mit ihrer roten Mähne und ihren Ringelstrümpfen an eine erwachsene Pippi Langstrumpf erinnert, nach Apfel und Vanille duftet.
Es gab Passagen im Buch, die mich gut unterhalten haben, aber alles in allem hat mich „Das Jahr voller Bücher und Wunder“ enttäuscht.
Meinung aus der Buchhandlung
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Wenn ein Leben ohne Bücher plötzlich nicht mehr möglich ist
Bewertet: Buch (Taschenbuch)
Tillys Lebenstraum ist zerstört. In einer Buchhandlung in London lernt sie vor wenigen Jahren ihre große Liebe Joe kennen. Dieser ist ein wahrer Freund des gedruckten Buches und hat schon viele Klassiker gelesen. Er führt Tilly in diese magische Welt nur durch seine Erzählungen ein und kann sie so für die Buchwelt begeistern. Sie sehen sich bald wieder und es kommt, etwas klischeehaft, zur Hochzeit der beiden. Sie führen eine liebevolle Ehe. Jeder geht seiner beruflichen Tätigkeit nach, ohne dabei den anderen zu stören. Doch dann passiert das Unfassbare. Joe erhält eine katastrophale Diagnose. Er ist unheilbar krank und wird in wenigen Wochen sterben. Für Tilly bricht die Welt zusammen.
Ab diesem Zeitpunkt liest sie kein einziges Buch mehr. Mehr noch, sie zieht sich fast völlig aus ihrer gewohnten Umgebung zurück. Vernachlässigt Freunde und ihre Familie, die ihr eigentlich Hilfe angeboten hätten. Doch alles nützt nichts, bis auf ihre beste Freundin bricht sie den Kontakt zu allen Außenstehenden ab. Sie arbeitet fast ausschließlich von zuhause aus, was ja in Zeiten von Home Office nicht mehr so außergewöhnlich ist wie früher. Auch zieht sie wieder in eine ländliche Gegend und weg aus London. Doch dann erhält sie eine überraschende Nachricht: Ihr verstorbener Mann Joe hat ihr ein Vermächtnis hinterlassen, welches sie zunächst nicht annehmen möchte.
Vom örtlichen Buchhändler erhält sie eine überraschende Nachricht. Ihr verstorbener Mann Joe hat ihr zu Weihnachten ein ganz besonderes Geschenk gemacht. Einmal im Monat darf sie beim örtlichen Buchhändler, er heißt Alfie, ein Buch in seinem Namen abholen und erhält dabei auch noch eine monatliche persönliche Nachricht von Joe. Zunächst sträubt sie sich dagegen, hat sie doch seit Joes Tod kein einziges Buch mehr angerührt. Doch die erste Nachricht aus dem Jenseits macht sie immer nachdenklicher. Schließlich überwindet sie sich und erhält so jeden Monat nicht nur eine schöne Geschichte zum Lesen, sondern auch eine Botschaft von Joe mit Widmung dazu.
Eine sehr herzerwärmende, manchmal auch klischeehafte Erzählung, die zeigen kann, wie die Macht des geschriebenen und gedruckten Wortes dazu führen kann, dass man auch über die dunkelsten Stunden hinwegkommen kann. Die Arbeit, die der Buchhändler Alfie hier verrichtet, ist schon etwas überzeichnet und man denkt es spielt nicht in der Jetztzeit, sondern in den 1990er Jahren. Wenn er Rechnungen mit Hand verbucht, wirkt das für mich dann doch etwas aus der Zeit gefallen.
Auch lernt man wieder Einiges über die großen britischen Literat:innen, vor allem des 19. Jahrhunderts. Die meisten davon waren mir bekannt, einige dürften aber nur im englischen Sprachraum ein Begriff sein. Auch ich als Buchhändler kannte nicht alle und somit geht an manchen Stellen vermutlich etwas der britische Humor verloren. Dennoch eine sehr herzerwärmende Geschichte, die uns zeigt, wie man nach einem großen Verlust wieder zu neuer Lebensfreude finden kann.
Ein Wunder habe ich beim Lesen leider nicht erlebt.
Bewertet: Buch (Taschenbuch)
Was mir an diesem Buch besonders gut gefallen hat, ist die Botschaft, welchen Zauber Bücher entfalten können und wie sie Menschen dabei helfen, auch in schwierigen Lebensphasen das Schöne zu erkennen oder aus diesen zu lernen. Mit Tillys Liebe zu Büchern konnte ich mich gut identifizieren, und ich habe mich jedes Mal gefreut, wenn sie Alfies Buchhandlung betreten hat. Die Idee des „Jahres voller Bücher“ empfand ich als sehr gelungen und innovativ – ein Konzept, das wohl jeden Buchliebhaber anspricht.
Weniger überzeugt hat mich die Liebesgeschichte. Alfie und Tilly wirkten als Paar auf mich nicht besonders harmonisch, und ich hatte das Gefühl, dass Tilly keinen neuen Partner gebraucht hätte, um wieder glücklich zu werden. Alfie blieb für mich stark im „Gute-Freund“-Schema verhaftet; eine romantische Anziehung oder emotionale Magie konnte ich hier kaum erkennen.
Etwas oberflächlich empfand ich zudem die übergeordnete Botschaft des Romans. Glück und Lebenssinn werden fast ausschließlich im Außen gesucht – sei es durch Reisen, sportliche Herausforderungen oder neue Unternehmungen. So schön und bereichernd solche Erfahrungen auch sein können, vermitteln sie meiner Ansicht nach eher kurzfristige Freude als nachhaltigen Sinn. An dieser Stelle hätte ich mir mehr Tiefgang gewünscht.
Der Schreibstil ist angenehm und flüssig, die Geschichte lässt sich gut lesen. Für Leserinnen und Leser, die gerne in warmherzige Feel-Good-Geschichten eintauchen, ist der Roman sicherlich empfehlenswert. Mich persönlich konnte er emotional jedoch nicht mitnehmen.
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