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Solange wir schwimmen

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Beschreibung

Produktdetails

Einband

Taschenbuch

Erscheinungsdatum

11.07.2025

Verlag

Mareverlag

Seitenzahl

160

Maße (L/B/H)

18,5/12,1/1,2 cm

Gewicht

164 g

Farbe

Anthrazit / Beige

Originaltitel

The Swimmers

Übersetzt von

Katja Scholtz

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-690-94004-7

Beschreibung

Produktdetails

Einband

Taschenbuch

Erscheinungsdatum

11.07.2025

Verlag

Mareverlag

Seitenzahl

160

Maße (L/B/H)

18,5/12,1/1,2 cm

Gewicht

164 g

Farbe

Anthrazit / Beige

Originaltitel

The Swimmers

Übersetzt von

Katja Scholtz

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-690-94004-7

Herstelleradresse

mareverlag GmbH
Pickhuben 2
20457 Hamburg
DE

Email: mare@marbuch.de

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Unter der Oberfläche

WortGewand aus Krefeld am 19.05.2026

Bewertungsnummer: 3143394

Bewertet: Buch (Taschenbuch)

Manche Bücher beginnen nicht auf der ersten Seite, sondern unter der Oberfläche - im wörtlichen wie im übertragenen Sinn. Genau so habe ich dieses Buch erlebt. Unter einem Schwimmbad irgendwo in Amerika ziehen Menschen Tag für Tag ihre Bahnen. Unterschiedlichste Lebensgeschichten begegnen sich dort im Wasser leise, routiniert, beinahe schwerelos. Das Schwimmbad wird zu einem Ort der Zugehörigkeit. Einer zweiten Heimat. Auch Alice schwimmt dort. Solange sie schwimmt, scheint vieles noch in Ordnung zu sein. Doch dann entsteht ein feiner Riss im Beckenboden. Und gleichzeitig beginnen auch in Alice’ Innerem die ersten Brüche: Erinnerungen verschwinden. Orientierung geht verloren. Sprache zerfasert. Die Demenz nimmt ihr langsam die Verbindung zur gemeinsamen Wirklichkeit. Besonders bewegt haben mich dabei die Themen Demenz und Alterseinsamkeit. Wie viele ältere Menschen verlieren nicht nur ihr Gedächtnis, sondern auch ihren Platz mitten unter uns? Wie oft verschwinden Menschen langsam aus Gesprächen, Beziehungen und gesellschaftlicher Sichtbarkeit – lange bevor sie physisch nicht mehr da sind? Und wer hält eigentlich die Einsamkeit der Angehörigen mit aus? Vielleicht beginnt gesellschaftlicher Zusammenhalt genau dort: wo wir wieder lernen hinzusehen. Auf verletzliche Menschen. Auf generationsübergreifende Beziehungen. Auf das tiefe menschliche Bedürfnis nach Zugehörigkeit. Julie Otsuka erzählt all das mit einer Sprache, die leise bleibt und gerade deshalb so eindringlich wirkt. Der 1. Teil beschreibt in einer ungewöhnlichen kollektiven „Wir“-Perspektive die Gemeinschaft der Schwimmerinnen und Schwimmer. Erst im 2. Teil wird Alice’ Geschichte durch die Stimme ihrer Tochter persönlich und schmerzhaft nah. Gerade dieser Perspektivwechsel macht das Buch so besonders. Kurze Sätze. Präzise Beobachtungen. Schwarzer Humor. Und eine große Menschlichkeit. Dieses Buch bietet unglaublich viel Stoff für Gespräche: über Demenz, über Mutter-Tochter-Beziehungen, über Pflege, über gesellschaftliche Verantwortung, über Einsamkeit, über Würde, über Liebe. Fast jedes Kapitel trägt die Tiefe eines eigenen Buches in sich. Für mich ist „Solange wir schwimmen“ deshalb ein wichtiges Buch. Eines, das bleibt. Und eines, das Fragen stellt, die wir nicht länger verdrängen sollten.

Unter der Oberfläche

WortGewand aus Krefeld am 19.05.2026
Bewertungsnummer: 3143394
Bewertet: Buch (Taschenbuch)

Manche Bücher beginnen nicht auf der ersten Seite, sondern unter der Oberfläche - im wörtlichen wie im übertragenen Sinn. Genau so habe ich dieses Buch erlebt. Unter einem Schwimmbad irgendwo in Amerika ziehen Menschen Tag für Tag ihre Bahnen. Unterschiedlichste Lebensgeschichten begegnen sich dort im Wasser leise, routiniert, beinahe schwerelos. Das Schwimmbad wird zu einem Ort der Zugehörigkeit. Einer zweiten Heimat. Auch Alice schwimmt dort. Solange sie schwimmt, scheint vieles noch in Ordnung zu sein. Doch dann entsteht ein feiner Riss im Beckenboden. Und gleichzeitig beginnen auch in Alice’ Innerem die ersten Brüche: Erinnerungen verschwinden. Orientierung geht verloren. Sprache zerfasert. Die Demenz nimmt ihr langsam die Verbindung zur gemeinsamen Wirklichkeit. Besonders bewegt haben mich dabei die Themen Demenz und Alterseinsamkeit. Wie viele ältere Menschen verlieren nicht nur ihr Gedächtnis, sondern auch ihren Platz mitten unter uns? Wie oft verschwinden Menschen langsam aus Gesprächen, Beziehungen und gesellschaftlicher Sichtbarkeit – lange bevor sie physisch nicht mehr da sind? Und wer hält eigentlich die Einsamkeit der Angehörigen mit aus? Vielleicht beginnt gesellschaftlicher Zusammenhalt genau dort: wo wir wieder lernen hinzusehen. Auf verletzliche Menschen. Auf generationsübergreifende Beziehungen. Auf das tiefe menschliche Bedürfnis nach Zugehörigkeit. Julie Otsuka erzählt all das mit einer Sprache, die leise bleibt und gerade deshalb so eindringlich wirkt. Der 1. Teil beschreibt in einer ungewöhnlichen kollektiven „Wir“-Perspektive die Gemeinschaft der Schwimmerinnen und Schwimmer. Erst im 2. Teil wird Alice’ Geschichte durch die Stimme ihrer Tochter persönlich und schmerzhaft nah. Gerade dieser Perspektivwechsel macht das Buch so besonders. Kurze Sätze. Präzise Beobachtungen. Schwarzer Humor. Und eine große Menschlichkeit. Dieses Buch bietet unglaublich viel Stoff für Gespräche: über Demenz, über Mutter-Tochter-Beziehungen, über Pflege, über gesellschaftliche Verantwortung, über Einsamkeit, über Würde, über Liebe. Fast jedes Kapitel trägt die Tiefe eines eigenen Buches in sich. Für mich ist „Solange wir schwimmen“ deshalb ein wichtiges Buch. Eines, das bleibt. Und eines, das Fragen stellt, die wir nicht länger verdrängen sollten.

Grandiose Umsetzung eines schwierigen Themas

Sophia am 12.09.2024

Bewertungsnummer: 2290473

Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)

Alice ist pensionierte Rentnerin und schwimmt täglich ihre Bahnen im Schwimmbad der Stadt, was unterirdisch liegt und wo es immer nach Chlor riecht. Täglich kommen die immer gleichen Menschen hierher: der Blumenverkäufer, die Langsamschwimmer, die Inhaberin des Lottogeschäfts und viele mehr. Sie haben ihre Rituale eingeprägt und jeder kennt seine Bestimmung hier. Im Wasser sind alle gleich, egal wie fit oder alt. Als in Bahn vier jedoch eines Tages ein kleiner Riss zu sehen ist, ignorieren ihn die einen und machen weiter wie bisher die Anderen. Bald jedoch wird Bahn vier gesperrt und die Gerüchte nehmen zu. Die Menschen nehmen den Riss mit nach Hause, lassen ihn größer werden. Auch die Verwaltung des Schwimmbads kümmert sich nun um den Riss in Bahn vier, in dieser Zeit vergisst Alice die Namen ihres Mannes und ihrer Tochter. Ich hatte bereits "Wovon wir träumten" von Julie Otsuka gelesen und war sehr gespannt auf diesen Roman von ihr. Auch wenn das Buch nur fünf Kapitel beinhaltet, haben die es gewaltig in sich. Die Autorin erzählt leise und unaufgeregt vom Beginn einer Demenz bei einer fitten Rentnerin. Der Erzählstil ist typisch Otsuka, mich hat er zu jeder Zeit abgeholt und berührt. Grob lässt sich das Buch in zwei Teile unterteilen: im ersten Teil wird das Schwimmen beschrieben, es wird mal mehr, mal weniger auf die Menschen im Schwimmbad eingegangen, es werden die Regeln und die Rituale beschrieben. Schwimmen bedeutet für die meisten Auszeit, Freiheit, Selbstbestimmung und Loslassen. Im zweiten Teil wird auf die beginnende Demenz Alice´ eingegangen. Sie vergisst immer öfter Namen und verlegt Dinge, irgendwann muss sie ins Pflegeheim, auch das wird hervorragend und eindrücklich beschrieben. Eine wirkliche Handlung sucht man in dem Buch vergebens, aber das ist auch nicht nötig, denn das Buch erzählt seine eigene Geschichte über die Gemeinschaft beim Schwimmen, den Riss im Schwimmbad und im Kopf. Sprachlich hervorragend ausgearbeitet ist das Buch eine große Metapher. Ich hatte vorher so gut wie keinen Zugang zum Thema Demenz, dieses Buch gibt dem Leser einen Zugang, ohne belehrend zu wirken. Eine Empfehlung für alle, die sich mit diesem Thema beschäftigen möchten und einen hervorragenden Roman lesen möchte!

Grandiose Umsetzung eines schwierigen Themas

Sophia am 12.09.2024
Bewertungsnummer: 2290473
Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)

Alice ist pensionierte Rentnerin und schwimmt täglich ihre Bahnen im Schwimmbad der Stadt, was unterirdisch liegt und wo es immer nach Chlor riecht. Täglich kommen die immer gleichen Menschen hierher: der Blumenverkäufer, die Langsamschwimmer, die Inhaberin des Lottogeschäfts und viele mehr. Sie haben ihre Rituale eingeprägt und jeder kennt seine Bestimmung hier. Im Wasser sind alle gleich, egal wie fit oder alt. Als in Bahn vier jedoch eines Tages ein kleiner Riss zu sehen ist, ignorieren ihn die einen und machen weiter wie bisher die Anderen. Bald jedoch wird Bahn vier gesperrt und die Gerüchte nehmen zu. Die Menschen nehmen den Riss mit nach Hause, lassen ihn größer werden. Auch die Verwaltung des Schwimmbads kümmert sich nun um den Riss in Bahn vier, in dieser Zeit vergisst Alice die Namen ihres Mannes und ihrer Tochter. Ich hatte bereits "Wovon wir träumten" von Julie Otsuka gelesen und war sehr gespannt auf diesen Roman von ihr. Auch wenn das Buch nur fünf Kapitel beinhaltet, haben die es gewaltig in sich. Die Autorin erzählt leise und unaufgeregt vom Beginn einer Demenz bei einer fitten Rentnerin. Der Erzählstil ist typisch Otsuka, mich hat er zu jeder Zeit abgeholt und berührt. Grob lässt sich das Buch in zwei Teile unterteilen: im ersten Teil wird das Schwimmen beschrieben, es wird mal mehr, mal weniger auf die Menschen im Schwimmbad eingegangen, es werden die Regeln und die Rituale beschrieben. Schwimmen bedeutet für die meisten Auszeit, Freiheit, Selbstbestimmung und Loslassen. Im zweiten Teil wird auf die beginnende Demenz Alice´ eingegangen. Sie vergisst immer öfter Namen und verlegt Dinge, irgendwann muss sie ins Pflegeheim, auch das wird hervorragend und eindrücklich beschrieben. Eine wirkliche Handlung sucht man in dem Buch vergebens, aber das ist auch nicht nötig, denn das Buch erzählt seine eigene Geschichte über die Gemeinschaft beim Schwimmen, den Riss im Schwimmbad und im Kopf. Sprachlich hervorragend ausgearbeitet ist das Buch eine große Metapher. Ich hatte vorher so gut wie keinen Zugang zum Thema Demenz, dieses Buch gibt dem Leser einen Zugang, ohne belehrend zu wirken. Eine Empfehlung für alle, die sich mit diesem Thema beschäftigen möchten und einen hervorragenden Roman lesen möchte!

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Solange wir schwimmen

von Julie Otsuka

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Mara Hollenstein-Tirk

Thalia Graz – Murpark

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5/5

Ein Riss im Schwimmbecken

Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)

Manchmal sind es gerade die leisen Töne, das Ungesagte zwischen den Zeilen, das einen als Leser am nachhaltigsten berührt. Kein großes Drama, kein deutlicher Einschnitt, sondern die kleinen, alltäglichen Dinge brennen sich einem ins Gedächtnis - bis sie es nicht mehr tun.
  • Mara Hollenstein-Tirk
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5/5

Ein Riss im Schwimmbecken

Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)

Manchmal sind es gerade die leisen Töne, das Ungesagte zwischen den Zeilen, das einen als Leser am nachhaltigsten berührt. Kein großes Drama, kein deutlicher Einschnitt, sondern die kleinen, alltäglichen Dinge brennen sich einem ins Gedächtnis - bis sie es nicht mehr tun.

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