Produktbild: Balkan-Odyssee, 1933-1941

Balkan-Odyssee, 1933-1941 Auf der Flucht vor Hitler durch Südosteuropa. I Preis der Leipziger Buchmesse 2026

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Beschreibung

Produktdetails

Verkaufsrang

24855

Einband

Gebundene Ausgabe

Erscheinungsdatum

15.10.2025

Abbildungen

mit 38 Abbildungen und 2 Karten

Verlag

C.H. Beck

Seitenzahl

383

Maße (L/B/H)

21,6/14,8/3,2 cm

Gewicht

629 g

Farbe

Beige / Kaffee

Auflage

2. Auflage

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-406-83634-3

Beschreibung

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Verkaufsrang

24855

Einband

Gebundene Ausgabe

Erscheinungsdatum

15.10.2025

Abbildungen

mit 38 Abbildungen und 2 Karten

Verlag

C.H. Beck

Seitenzahl

383

Maße (L/B/H)

21,6/14,8/3,2 cm

Gewicht

629 g

Farbe

Beige / Kaffee

Auflage

2. Auflage

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-406-83634-3

Herstelleradresse

C.H. Beck
Wilhelmstrasse 9
80801 München
DE

Email: produktsicherheit@beck.de

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Die weniger bekannte Fluchtroute – Geschichte und Geschichten

Johanna aus München am 23.10.2025

Bewertungsnummer: 2634104

Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)

Über „die große Flucht der Literatur“ nach Marseille im Jahr 1940 hat Uwe Wittstock eine beeindruckendes Buch geschrieben. Marie-Janine Calic verschiebt die Perspektive auf Südosteuropa und weitet den Blick. Ihr Sachbuch umfasst die Jahre 1933 bis 1941 und erzählt von den Flucht-Schicksalen einiger bekannter und vieler weniger bekannter deutschsprachiger Persönlichkeiten. „Die Exilforschung hat sie weitgehend übersehen. Doch viele Verfolgte retteten sich nicht in den demokratischen Westen, sondern in den vermeintlich rückständigen Osten, mindestens 55 000 allein nach Jugoslawien. […] Ihre einzige Gemeinsamkeit war, dass sie irgendwo auf dem Balkan strandeten, die meisten ohne Beziehungen, Sprachkenntnisse und Vermögen.“ Unter den bekannteren Personen, deren Schicksal Calic darlegt, sind die Schauspielerin Tilla Durieux, die Schriftsteller Manès Sperber und Franz Theodor Csokor und der Maler Richard Ziegler. Nicht weniger ergreifend sind die Opferbiographien der unbekannten Gestrandeten, denen Calic nachgeht. Sie schöpft aus vielen Briefen, Tagebüchern, Akten und anderen Dokumenten und legt Wert auf die Authentizität ihrer Darstellung: „Nichts wurde erfunden und kein Zitat verändert, um den Erzählfluss oder Spannungsbogen aufrechtzuerhalten.“ Geschichtsschreibung ohne journalistische oder romanhafte Aufbereitung. Die Fluchtgeschichten sind deshalb nicht weniger bestürzend. Bevor die Nazis die endgültige Vernichtung der Juden beschlossen, unterstützten sie deren Auswanderung im Rahmen ihrer Vertreibungspolitik. Der kriminelle „Judenschlepper“ Schleich wurde von ihnen sogar ganz offiziell zum „Reisebegleiter“ ernannt. Die jüdischen Hilfsorganisationen konnten nicht anders, als mit ihm zusammenzuarbeiten. Unterkünfte mussten besorgt werden, Einreisegenehmigungen und Transitvisa. Alles äußerst schwierig und gefährlich. Calic berichtet aber auch von der Freundlichkeit und Hilfsbereitschaft der Jugoslawen und Albaner und der Unterstützung durch die jüdischen Gemeinden. Ohne die hätten etwa die Menschen des Kladowo-Transportes nicht so lange durchgehalten. Die Geschichte dieser Flüchtlingsgruppe ist besonders tragisch. Die Menschen saßen in einem jugoslawischen Donauhafen fest. Der Wintereinbruch 1939 verhinderte ihre schnelle Weiterreise. Versprochene Schiffe kamen nicht, 1941 dafür die Nazis, die sie ermordeten. Calic bettet die vielen ausgewählten dramatischen Fluchtgeschichten jeweils in die politischen Zeitläufte ein. Sie behandelt ausführlich die größeren Zusammenhänge des Weltgeschehens, die für die Flucht auf der Balkanroute von Bedeutung waren. Daneben wirken die eindringlichen Beschreibungen des „Alltags“ auf der Flucht zum Teil beinahe szenisch. Geschichte und Geschichten aus dem 20. Jahrhundert. Sehr lesenswert.

Die weniger bekannte Fluchtroute – Geschichte und Geschichten

Johanna aus München am 23.10.2025
Bewertungsnummer: 2634104
Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)

Über „die große Flucht der Literatur“ nach Marseille im Jahr 1940 hat Uwe Wittstock eine beeindruckendes Buch geschrieben. Marie-Janine Calic verschiebt die Perspektive auf Südosteuropa und weitet den Blick. Ihr Sachbuch umfasst die Jahre 1933 bis 1941 und erzählt von den Flucht-Schicksalen einiger bekannter und vieler weniger bekannter deutschsprachiger Persönlichkeiten. „Die Exilforschung hat sie weitgehend übersehen. Doch viele Verfolgte retteten sich nicht in den demokratischen Westen, sondern in den vermeintlich rückständigen Osten, mindestens 55 000 allein nach Jugoslawien. […] Ihre einzige Gemeinsamkeit war, dass sie irgendwo auf dem Balkan strandeten, die meisten ohne Beziehungen, Sprachkenntnisse und Vermögen.“ Unter den bekannteren Personen, deren Schicksal Calic darlegt, sind die Schauspielerin Tilla Durieux, die Schriftsteller Manès Sperber und Franz Theodor Csokor und der Maler Richard Ziegler. Nicht weniger ergreifend sind die Opferbiographien der unbekannten Gestrandeten, denen Calic nachgeht. Sie schöpft aus vielen Briefen, Tagebüchern, Akten und anderen Dokumenten und legt Wert auf die Authentizität ihrer Darstellung: „Nichts wurde erfunden und kein Zitat verändert, um den Erzählfluss oder Spannungsbogen aufrechtzuerhalten.“ Geschichtsschreibung ohne journalistische oder romanhafte Aufbereitung. Die Fluchtgeschichten sind deshalb nicht weniger bestürzend. Bevor die Nazis die endgültige Vernichtung der Juden beschlossen, unterstützten sie deren Auswanderung im Rahmen ihrer Vertreibungspolitik. Der kriminelle „Judenschlepper“ Schleich wurde von ihnen sogar ganz offiziell zum „Reisebegleiter“ ernannt. Die jüdischen Hilfsorganisationen konnten nicht anders, als mit ihm zusammenzuarbeiten. Unterkünfte mussten besorgt werden, Einreisegenehmigungen und Transitvisa. Alles äußerst schwierig und gefährlich. Calic berichtet aber auch von der Freundlichkeit und Hilfsbereitschaft der Jugoslawen und Albaner und der Unterstützung durch die jüdischen Gemeinden. Ohne die hätten etwa die Menschen des Kladowo-Transportes nicht so lange durchgehalten. Die Geschichte dieser Flüchtlingsgruppe ist besonders tragisch. Die Menschen saßen in einem jugoslawischen Donauhafen fest. Der Wintereinbruch 1939 verhinderte ihre schnelle Weiterreise. Versprochene Schiffe kamen nicht, 1941 dafür die Nazis, die sie ermordeten. Calic bettet die vielen ausgewählten dramatischen Fluchtgeschichten jeweils in die politischen Zeitläufte ein. Sie behandelt ausführlich die größeren Zusammenhänge des Weltgeschehens, die für die Flucht auf der Balkanroute von Bedeutung waren. Daneben wirken die eindringlichen Beschreibungen des „Alltags“ auf der Flucht zum Teil beinahe szenisch. Geschichte und Geschichten aus dem 20. Jahrhundert. Sehr lesenswert.

Eine Odyssee zum Lesen

Bewertung am 14.12.2025

Bewertungsnummer: 2677350

Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)

Der Einstieg in das Buch war für mich super, mit einem Schicksal verknüpft steigen wir in die Flucht vor dem Nationalsozialismus in/ durch den Balkan. Doch immer mehr persönliche Schicksale werden uns vorgestellt und ich verliere den Überblick. Ich verliere auch die Freude am Buch, muss mich zwischenzeitlich wirklich dadurch quälen. Die Abschnitte, bei denen es um die Geschichte geht, Politik und wichtige Akteure überzeugt mich das Buch hingegen wieder. Insgesamt war es für mich leider kein Lesevergnügen, ich war regemäßig kurz vorm Abbruch. Das wurde nur durch die guten Abschnitte verhindert. Wenn man die Zahl der einzelnen Personen reduzieren würde, wäre mir definitiv geholfen. Dafür könnte das Ende vielleicht weniger abrupt kommen.

Eine Odyssee zum Lesen

Bewertung am 14.12.2025
Bewertungsnummer: 2677350
Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)

Der Einstieg in das Buch war für mich super, mit einem Schicksal verknüpft steigen wir in die Flucht vor dem Nationalsozialismus in/ durch den Balkan. Doch immer mehr persönliche Schicksale werden uns vorgestellt und ich verliere den Überblick. Ich verliere auch die Freude am Buch, muss mich zwischenzeitlich wirklich dadurch quälen. Die Abschnitte, bei denen es um die Geschichte geht, Politik und wichtige Akteure überzeugt mich das Buch hingegen wieder. Insgesamt war es für mich leider kein Lesevergnügen, ich war regemäßig kurz vorm Abbruch. Das wurde nur durch die guten Abschnitte verhindert. Wenn man die Zahl der einzelnen Personen reduzieren würde, wäre mir definitiv geholfen. Dafür könnte das Ende vielleicht weniger abrupt kommen.

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Balkan-Odyssee, 1933-1941

von Marie-Janine Calic

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Meinung aus der Buchhandlung

Martin Berger

Thalia Wien – Mitte / W3

Zum Portrait

5/5

Eine kaum bekannte Geschichte von Flucht und Exil.

Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)

In den meisten Büchern über die Flucht vor dem Nationalsozialismus wird (fast) ausschließlich die Route über den Westen Europas und dann weiter nach Übersee behandelt, der Südosten des Kontinents, also der Balkan, spielt hier meist kaum eine Rolle. Diese Lücke in der Literatur hat Marie-Janine Calic mit ihrem neuen Buch geschlossen. Es gab also bereits vor Jahrzehnten eine sogenannte Balkan-Route. Hier treffen wir ebenfalls auf prominente und unbekannte Flüchtlinge und erfahren, wie es ihnen auf ihrer dramatischen und oftmals lebensgefährlichen Reise erging. (Siehe auch: Calic, Südosteuropa)
  • Martin Berger
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5/5

Eine kaum bekannte Geschichte von Flucht und Exil.

Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)

In den meisten Büchern über die Flucht vor dem Nationalsozialismus wird (fast) ausschließlich die Route über den Westen Europas und dann weiter nach Übersee behandelt, der Südosten des Kontinents, also der Balkan, spielt hier meist kaum eine Rolle. Diese Lücke in der Literatur hat Marie-Janine Calic mit ihrem neuen Buch geschlossen. Es gab also bereits vor Jahrzehnten eine sogenannte Balkan-Route. Hier treffen wir ebenfalls auf prominente und unbekannte Flüchtlinge und erfahren, wie es ihnen auf ihrer dramatischen und oftmals lebensgefährlichen Reise erging. (Siehe auch: Calic, Südosteuropa)

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