Nicht berühmte Herrscher, grausame Kriege oder denkwürdige Ereignisse sind das Thema des Historikers Ian Mortimer, sondern der Alltag der Menschen im Mittelalter: Wie feierten sie? Worüber lachten sie? Wie liebten sie? Mortimer beschreibt, wie es in den engen Gassen roch, welche Mahlzeiten sich die Bewohner zubereiteten und wie man sich auch ohne Handy und SMS in Windeseile verständigte. Endlich ein Buch, das zeigt, dass Geschichte nicht nur studiert, sondern auf einer Zeitreise erlebt werden kann!
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England im 14. Jahrhundert
Bewertung aus Wien am 21.06.2021
Bewertungsnummer: 848969
Bewertet: eBook (ePUB)
Mortimer nimmt den Leser auf eine Zeitreise ins England des 14. Jahrhunderts, dabei geht es nicht um grosse Weltgeschichte, sondern das alltägliche Leben. Ein Leben, das in seiner Härte für uns moderne Menschen kaum zu meistern wäre. Medizin, Ernährung, Rechtswesen, Literatur oder Wohnen sind einige der Themen die hier behandelt werden.
Dieses "Handbuch für Zeitreisende" ist eine anschauliche und lebendige Beschreibung einer faszinierenden Epoche der Geschichte.
Mittelalter mit allen Sinnen erleben
Bewertung am 15.09.2020
Bewertungsnummer: 393620
Bewertet: eBook (ePUB)
Unterhaltsam, anschaulich und vor allem lehrreich nimmt der Autor den Leser mit auf eine Reise durchs 14. Jahrhundert. Dabei räumt er mit so manchem Vorurteil auf und macht deutlich, dass das Mittelalter nicht nur das "dunkle Zeitalter" war, als das es heutzutage oft dargestellt wird. Kleiner Wermutstropfen für die deutsche Leserschaft: Der Autor beschränkt sich zum größten Teil auf Großbritannien, so kann es vorkommen, dass man hier und da ein wenig fremdelt ... Das schmälert den positiven Gesamteindruck aber glücklicherweise nur wenig - wer das Mittelalter mit allen Sinnen erleben will, ist hier an der richtigen Adresse!
Meinung aus der Buchhandlung
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Das Mittelalter war schon immer eine Zeit, welche mit vielen Klischees und falschen geschichtlichen Tatsachen behaftet war. Lange Zeit ist dies auch in der Schule noch unterrichtet worden, doch neueste Forschungen zeichnen hier ein völlig anderes Bild. Das Mittelalter an sich, war natürlich eine Zeitperiode der großen Herrscher und edlen Rittern. Es war auch eine Zeit großer Handwerkskunst und religiöser Neuausrichtung. Doch was wirklich stimmt und was in das Reich der Legenden gehört, zeigt sehr unterhaltsam, das hier vorliegende Buch.
Ian Mortimer, ein aus Großbritannien stammender Historiker, versucht nun diese Vielzahl an falschen Tatsachen in ein rechtes Licht zu rücken. Sein Schwerpunkt liegt, aufgrund seiner Nationalität, auf dem England des 14ten Jahrhunderts. Seine Forschung, sowie seine Berichte, stützen sich auf zahlreiche Dokumente, historische Überlieferungen und Bildmaterial aus jener Zeit. Er wählte diesen Zeitraum, das 14te Jahrhundert deswegen, weil es exemplarisch für die Hochzeit des leuchtenden Mittelalters steht und daher für viele spätere Zeitepochen bis in unsere Zeit nachwirkt.
So war es für mich sehr interessant zu lesen, dass Großbritannien in jener Zeit in vielen Regionen nur sehr dünn besiedelt war. Die größte Stadt des Landes, wenig überraschend, war London. Dicht gefolgt von Exeter und York. Diese drei Städte zusammen beherbergten nicht weniger als fast 20 Prozent der damaligen Gesamtbevölkerung des Landes. Noch einmal knapp 30 Prozent lebten in den nächst größeren Städten oder größeren Orten. Keine der nachfolgenden 17 Städte jedoch, hatte mehr als 10.000 geschätzte Einwohner. Unglaublich zur heutigen Zeit, wie ich finde.
Auch die Berufsgruppen der damaligen Zeit unterscheiden sich sehr vom Bild, welches wir von jener Zeit haben. Der klassische Ritter, welcher täglich eine Frau in Not rettet und gleichzeitig dann auch noch eine Handvoll Turniere bestreitet, ist definitiv die Ausnahme. Das Rittertum an sich stellte nicht einmal ein Prozent der Bevölkerung der ganzen britischen Inseln dar. Auch die Art der Fortbewegung und -Bildung ist nicht so wie allgemein angenommen.
Die meisten Menschen lebten auf dem Land und gingen nicht zur Schule oder in die Arbeit wie mancher vielleicht annehmen sollte. Die meisten Menschen konnten nicht lesen und schreiben und mussten daher einen handwerklichen Beruf ausüben. Auch die Tatsache, dass die meisten Menschen zu Fuß gingen und nur die wenigsten mit einem Pferd ritten oder mit einem Fuhrwagen unterwegs waren, war für mich zur Gänze neu. Die wenigsten Wege waren, im Gegensatz zur römischen Zeit gepflastert, sondern einfache Trampelpfade. Ein Straßennetz gab es allerdings sehr wohl. Es wurde eben von der örtlichen Verwaltung in Schuss gehalten und man konnte sich danach auch sehr gut orientieren. Selbst die Tatsache, dass es in gehobenen Kreisen fließendes Wasser und eine funktionierende Kanalisation gab, war für mich neu. Ebenso die Vielfalt an Gewändern und bunter Alltagskleidung. Wirklich interessant zu lesen, da hier mit einer Vielzahl an Klischees jener Zeit aufgeräumt wird.
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