Produktbild: Schuldhafte Unwissenheit

Schuldhafte Unwissenheit Essays wider Zeitgeist und Judenhass

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Beschreibung

Produktdetails

Verkaufsrang

37608

Einband

Gebundene Ausgabe

Erscheinungsdatum

11.02.2025

Verlag

Czernin

Seitenzahl

128

Maße (L/B/H)

21,5/13,3/1,6 cm

Gewicht

253 g

Farbe

Messing

Auflage

1

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-7076-0873-1

Beschreibung

Rezension

"Der trittsichere Wanderer bewegt sich auf dem Boden eines aufgeklärten Humanismus […] er scheut weder das Minenfeld des Meinungskriegs, noch ist er sich zu gut, den einen oder anderen Tritt auszuteilen."
Daniela Strigl, Laudatio zum Leipziger Buchpreis zur Europäischen Verständigung
"Erzählung, Reflexion, Erinnerung, Polemik, Würdigung, Analyse, Notat, Attacke, Trost – eine eigene Form: das Gaußische, der facettenreiche Idealessay."
Robert Menasse

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Verkaufsrang

37608

Einband

Gebundene Ausgabe

Erscheinungsdatum

11.02.2025

Verlag

Czernin

Seitenzahl

128

Maße (L/B/H)

21,5/13,3/1,6 cm

Gewicht

253 g

Farbe

Messing

Auflage

1

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-7076-0873-1

Herstelleradresse

Czernin Verlags GmbH
Piaristengasse 1
1080 Wien
AT

Email: office@czernin-verlag.com

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  • Sonja

    aus Hallein

    5/5

    19.01.2026

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Gegenmittel bei selbst verschuldeter Unwissenheit

    Bereits im Titel des ersten Essays, „Das umjubelte Massaker“, nimmt Karl-Markus Gauß Inhalt und Ziel des Bandes vorweg, nämlich zu erklären, was zum steigenden Antisemitismus seit dem 7. Oktober 2023 geführt hat; er tut dies ohne Anklage oder Vorwürfe, aber auch ohne Rücksichtnahme auf eventuelle Befindlichkeiten aus verschiedensten Richtungen. Vor allem im letzten Essay rechnet der Autor schonungslos mit der selbstverschuldeten Unbildung innerhalb der sogenannten Bildungselite ab: „Sie wissen nichts, das macht sie so unbeirrbar. Sie haben keine Ahnung, daraus beziehen sie ihre Überzeugung. Ihre Unwissenheit darf man ihnen nicht nachsehen, denn sie ist selbstverschuldet.“ (S. 95) In den 10 Essays dazwischen lesen wir vom Pogrom von Jedwabne in Polen, über das 60 Jahre lang geschwiegen wurde, um eventuelle Mittäterschaften nicht eingestehen zu müssen, und über eine angebrachte Form des Gedenkens, ebenso wie über Minderheiten, wie dem slowenischen, in Triest aufgewachsenen Autor Boris Pahor. Anhand der Biografien jüdischer Wiener werden die Umbrüche Ende des 19. und zu Beginn des 20. Jahrhunderts erklärt und der soziopolitische Hintergrund aufgezeigt, vor dem Herzls Der Judenstaat verfasst wurde, und diese Kapitel sind somit besonders heute und für jeden Österreicher eine Pflichtlektüre. Gauß reflektiert über die erschreckende Aktualität der Essays von Jean Améry im woken Hass auf alle Menschen, die „als Juden `gelesen`werden“ (S. 31). Berühmte Autoren, wie der Literaturnobelpreisträger Isaac Bashevis Singer, werden ebenso angeführt wie zu Unrecht vergessene, wie Grigori Kanowitsch. Mit Hugo Bettauers 1922 verfassten Roman Die Stadt ohne Juden wird über den heute auf Demonstrationen und in sozialen Medien wiederholt geäußerten Wunsch nach einer Vertreibung aller Juden (wohin?) reflektiert. Nicht alle Israeli sind Juden, nicht alle Juden sind Zionisten, und nicht alle Zionisten leben in Israel. Diesen Satz habe ich vor einiger Zeit in einem Forum gelesen. Karl-Markus Gauß erklärt und analysiert diese Zusammenhänge in seinen Essays auf seine Weise, von Judith Butler über die Demonstrationen seit dem 7. Oktober, wenn nötig auch mit beißendem Zynismus. Viele kennen und schätzen die klugen, in pointierter Sprache verfassten Essays von Karl-Markus Gauß. Für andere kann dieser Essayband ist ein Gegenmittel sein, das jeden Leser aus seiner selbst verschuldeten Unwissenheit herauszuführen vermag. Voraussichtliche Nebenwirkungen der Lektüre sind der Weg zur nächsten Buchhandlung und die Bestellung einiger der zitierten Bücher.

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