Wie durch GlasMayas Leben scheint nahezu perfekt. Sie arbeitet in Hamburg als Ärztin in einer Klinik und lebt in einer festen Beziehung. Doch dann erhält sie einen Anruf. Sie soll zurück nach München kommen. Ihre Mutter hatte einen Unfall, und Maya muss sich um ihren Bruder kümmern, der als Autist schon immer das Zentrum der Familie war. Bereits als Kind hatte sie das Gefühl, für ihre Eltern unsichtbar zu sein. Alle Sorge galt ihrem Bruder Tobias. Als Maya zurückkehrt, begreift sie, dass sie endlich ihren eigenen Weg finden muss - nicht gegen, sondern zusammen mit ihrer Familie.Nach dem Erfolg von "Nebelkinder" - der neue, zutiefst bewegende Roman von Stefanie Greggu
Kundinnen und Kunden meinen
4.5/5.0
begine
aus Lemwerder
5/5
13.12.2024
Hörbuch-Download (MP3)
Authentisch und berührend
Stefanie Gregg ist eine Autorin, die immer wieder brisante Themen bespricht.
Das Glaskind, habe ich als Hörbuch genossen. Lina Syren hat es mit guter Sprache gelesen, so das es noch intensiver herüberkommt.
Jetzt habe ich erst erfahren, was Glaskinder sind. Es sind Geschwister eines kranken oder behinderten Kindes. Die Eltern müssen sich so um das Kind bemühen, das sie das gesunde Kind fast übersehen. Das Glaskind versucht auch immer bei der Pflege zu helfen und alles richtig zu machen. Die ganze Familie ist überfordert und oft sind die Geschwister dadurch auch geschädigt.
In diesem Roman ist Tobi ein Autist. Seine ältere Schwester Maj erzählt uns aus ihrer Kindheit.
Es zeigt wie die ganze Familie fast zu Außnseitern wird.
Es ist ein berührender Roman, der äußerst lesenswert ist.
Bewertung
aus Wertingen
5/5
12.02.2026
Buch (Taschenbuch)
Das Glaskind
Maya ist eine erfolgreiche Ärztin in einer Hamburger Klinik. Doch dann hat ihre Mutter einen schweren Autounfall und muß für mehrere Wochen in eine Klinik. Aber da gibt es noch den Bruder Tobias, einen Autist, der nicht alleine Leben kann. Maya läßt sich beurlauben und fährt nach München, um sich um Tobias zu kümmern. Dieser ist zwar hochbegabt und arbeitet als IT-Spezialist im Home-Office, das normale tägliche Leben bekommt er nicht auf die Reihe. Alles muß genormt sein, nach Maß und pünktlich. Maya hat sich schon als Mädchen um den 5 Jahre Jüngeren gekümmert, da sie gut auf ihn eingehen konnte und in beruhigen, wenn er sich den Kopf an der Wand blutig geschlagen hat. Die Mutter fühlte sich durch das Kind überfordert, es kam dann noch einen kleineren Bruder auf die Welt. Die Ehe von Mayas Eltern ging in die Brüche und Maya war das Glaskind, durchsichtig, sie hatte keine Ansprüche und verzichtete zugunsten von Tobias. Als sie dann nach Hamburg zum Studium ging, war ihre Mutter sehr enttäuscht. Nun ist Maya wieder für alles Verantwortlich und da gib es noch den Nachbarn David, der als einzige fremde Person zu Tobias Zugang hat. Die Autorin schreibt derart authentisch, man merkt, dass sie davon Erfahrung hat. Das Buch greift immer wieder Situationen in der Vergangenheit auf, zurück zur Kindheit von Tobias und Maya. So bekommt man wirklich einen guten Einblick in das Leben eines Glaskindes und das Leben eines Behinderten in der Familie. Die Kapitel lesen sich gut, die Ausdrucksweise ist prägnant und klar, ohne viel Schnörksel oder Beschönigungen. Die Lektüre hinterläßt einen tiefen Eindruck und das Thema wird den Leser noch lange beschäftigen. Das Cover zeigt drei Kinder, die auf einem Steg sitzen im untergehenden Sonnenlicht.
Bewertung
5/5
05.04.2025
eBook (ePUB 3)
Leseerlebnis
Die Autorin hat erneut einen großartigen Roman geschrieben.
Er handelt von einer jungen Frau, die das Gefühl hat, dass sie von ihrer Familie im Regen stehen gelassen wurde,
Da ihr kranker Bruder stets im Mittelpunkt des Interesses stand.
Der Bruder wird eigentlich nur von seiner Schwester Maya verstanden.
Und das belastet das Mädchen, da es wenig Zeit für sich selbst hat.
Aus diesem Grund geht sie nicht zum Studieren nach München, im Gegenteil, sie flüchtet vor ihrer Familie nach Hamburg und später nach Afrika.
Dieses Buch hat mich sehr berührt.
Ich hab es gern gelesen und empfehle es
Eliza
5/5
23.02.2025
Buch (Taschenbuch)
Die unsichtbaren Kinder
Stefanie Gregg hat wieder einmal einen sehr berührenden Roman geschrieben, der sich sehr intensiv mit Familiendynamiken auseinandersetzt.
Maya ist eine sehr bemerkenswerte Hauptfigur, mit der ich mich gut identifizieren konnte. Nur weiß ich nicht, ob ich dies alles so gekonnt hätte, wie sie es in dem Roman getan hat. Mayas Bruder ist anders, er ist Autist und für seine Eltern eine Belastung. Seine Mutter und sein Vater sind mit ihm überfordert, darüber geht auch die Ehe der beiden kaputt. Maya ist die Einzige, die Zugang zu ihrem Bruder hat. Als ihre Mutter einen Unfall hat, lässt sie in Hamburg, wo sie als Ärztin arbeitet, alles stehen und liegen, um zu ihrem Bruder zu fahren.
Zu Doris, der Mutter der drei Geschwister, konnte ich keine richtige Beziehung aufbauen, auch zu dem Vater Johannes. Dafür waren mir die drei Geschwister Maya, Tobi und Merlin sehr nah. Maya die Verantwortungsbewusste, Tobi der Autist und Merlin, der Junge der immer lacht.
Glaskinder: Kinder, die durchsichtig neben den Geschwistern sind, weil diese die volle Aufmerksamkeit der Familie einfordern, aufgrund von einer Behinderung, psychischen Erkrankung, Suchtprobleme oder anderen Faktoren, wie etwa, weil sie besonders frech, anstrengend sind oder ein Hobby haben, dem sich die gesamte Familie unterordnet, um nur ein paar Beispiele zu nennen. Diese Geschwisterkinder, wie Maya übernehmen zu viel Verantwortung, als dass sie diese eigentlich leisten können. Eltern nehmen diese Hilfe als selbstverständlich an und schauen durch diese Kinder hindurch, ohne sie zu wertschätzen und sie wirklich wahrzunehmen.
Der Schreibstil der Autorin ist wie gewohnt sehr gut und leicht zu lesen. Der Roman zeichnet sich durch viele Rückblenden in die Kindheit der Geschwister aus. Jahreszahlen geben Orientierung, wo man sich befindet, in meinem Rezensionsexemplar von NetGalley fehlte diese Einteilung, was es mir teilweise etwas schwer machte.
Ebenso wird die Familiendynamik durch die diversen Dialoge gut dargestellt, was gleichzeitig zu einen hohem Lesetempo beiträgt. Ich bin regelrecht durch den Roman geflogen, was mir sehr gut gefallen hat und Spaß gemacht hat, trotz des recht ernsten Themas.
Vielen lieben Dank an Stefanie Gregg, dass Du den Glaskindern in jeglicher Form ein Denkmal gesetzt hast.
Bewertung
aus Mainz
5/5
15.02.2025
eBook (ePUB 3)
Berührt mit allen Farben des Lebens
„Glaskind“ ist ein ganz besonderes Buch. Nicht nur durch die Thematik, die es aufgreift, sondern vor allem durch die Art und Wiese, wie es sie durchdringt.
Mit leisen Tönen gelingt es der Autorin, die Tragik, aber auch die Liebe in der Situation einer Familie zu spüren, die ein Kind mit besonderen Bedürfnissen hat. Eine Grundsituation, die an die Grenzen bringt und oft weit darüber hinaus.
Die Geschichte psychologisiert und moralisiert nicht, sondern gibt Raum, malt nicht schwarz-weiß, sondern kommt mit allen Farben des Lebens daher.
Sie macht aufmerksam auf die unmögliche Situation der Glaskinder, die nicht gesehen werden, die immer stark sind und doch so zerbrechlich. Sie wird aber auch den anderen Familienmitgliedern gerecht. Nachdem Protagonistin Maya ihre eigenen Bedürfnisse und Grenzen sieht und ebensolche zieht, wird sie gesehen. Aber sie fängt auch an, andere zu sehen. Die alten Rollen brechen auf und Begegnung wird möglich. Alle sind überfordert, aber das haben sie gemein. Und daraus erwächst gegenseitige Hilfe, die Möglichkeit, an einem Strang zu ziehen.
Ein Buch, das Mut macht, sich gegenseitig zu sehen, statt zu übersehen, Zerbrechlichkeit zuzulassen und Grenzen zu setzen, wenn es nicht mehr geht.
Sprachlich einfühlsam erzählt, hat die Geschichte einen Rhythmus, der einen mitnimmt in die Erlebenswelt eines Glaskindes und die Neuentdeckung ihres Lebens jenseits der alten Rolle.
Ein großartiges Buch zu einem wichtigen Thema. Meine volle Leseempfehlung!
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