Cristina Henríquez' gefeierter Roman über den Bau des Panamakanals. 'Der Sog dieser Geschichte ist ebenso gewaltig wie das Projekt, von dem sie erzählt.' The New York Times
Als um 1900 ein Kanal gebaut wird, der Atlantik und Pazifik verbindet, treffen in Panama die unterschiedlichsten Menschen aufeinander: Arbeiter aus der Karibik, amerikanische Journalisten, aber auch Malaria-Ärzte und Wahrsagerinnen. Viele sehnen sich nach einem neuen Leben. So auch Ada und der Fischerssohn Omar, die sich ineinander verlieben. Doch wie nah beieinander stehen Fortschritt und Ausbeutung? Und welche Rolle spielen Frauen bei dieser Unternehmung? Ein tiefer Riss geht durch die Gesellschaft, die getrennt ist durch Geschlecht, Hautfarbe und Status. Henríquez¿ gefeierter Roman behandelt Fragen, die aktueller denn je sind, und erzählt aus der Perspektive von Frauen von Menschen, die im Getriebe der Geschichte kaum wahrgenommen wurden.
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Menschen Ein Roman, den man…
pajo47 aus Sundern am 23.02.2025
Bewertungsnummer: 2924247
Bewertet: eBook (ePUB)
Menschen Ein Roman, den man nicht gern aus der Hand legt. Die Schreibweise von Christina Henriquez ist so angenehm zu lesen, dass man von Anfang an gefangen ist. Es geht um den Bau des Panamakanals. Dabei spielt der eigentliche Bau nur eine untergeordnete Rolle. Die Menschen sind es, die bei diesem Roman im Vordergrund stehen und sehr liebevoll vorgestellt werden. Es gibt keine echten Hauptpersonen. Alle sind hier gleich wichtig. Selbst Personen, von denen man annehmen sollte, dass sie eigentlich eine Nebenrolle spielen, werden sehr ausführlich vorgestellt. Dazu macht Henriquez immer wieder Rückgriffe, um uns die entsprechenden Personen näher zu bringen. Zwei Schauplätze werden in diesem Buch bespielt. Einmal natürlich die Baustelle des Kanals. Ein weiterer Schauplatz ist Barbados, von wo Ada sich aufmacht, um in Panama Geld zu verdienen für eine Operation, die lebenswichtig für ihre Schwester ist. In Panama trifft sie auf Omar, ein Panamaer, der nicht wie sein Vater Fischer werden will sondern sich auch beim Bau verdingt hat. Wenn ich oben geschrieben habe, dass der Roman angenehm zu lesen ist, bedeutet das nicht, dass hier nur Angenehmes beschrieben wird. Die Situation der Arbeiter besonders der Frauen, die von den reichen Amerikanern ausgebeutet werden, ist alles andere als angenehm. Henriquez schönt die Situation nicht. Aber für sie stehen die Menschen im Vordergrund, die sich in dieser Situation ihre Würde bewahrt haben.
Eindrucksvoll
Magnolia am 18.02.2025
Bewertungsnummer: 2415954
Bewertet: eBook (ePUB)
Der Panamakanal ist eine der wichtigsten Schifffahrtsstraßen weltweit. Die etwa 82 km lange, künstliche Wasserstraße mit Schleusen und einer Scheitelhaltung von 26 m Höhe verbindet den Atlantik mit dem Pazifik. Schon Kaiser Karl V. hatte die Idee, die beiden Ozeane miteinander zu verbinden, um 1900 dann wurden die Arbeiten vorangetrieben, Cristina Henriquez erzählt in ihrem großartigen Roman „Der große Riss“ davon. Schon der erste Blick auf das BuchCover zeigt, mit welch gewaltigem Bau wir es hiermit zu tun haben.
Sie kommen aus allen Ecken der Welt, aus Barbados, Jamaika, Peru, Argentinien… es sind zu viele Herkunftsländer, um sie alle aufzuzählen. Es sind tausende von Männern, die sich Tag für Tag durch den Matsch schaufeln, durchnässt vom Regen.
„Sie strömten in Arbeitszügen herbei und kletterten hinunter in den Riss, und wenn die Pfeife ertönte, arbeiteten sie. Von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang öffneten sie die Erde. Sie standen bis zu den Knien im Schlamm. Sie atmeten den Kohlequalm der Lokomotiven ein, die unentwegt an ihnen vorbeizogen. Ihnen dröhnten die Ohren von den Hämmern der Felsbohrer…“
La Boca wird der Kanal von ihnen genannt. Ein klaffendes Loch, das alles verschlingt, was sich ihm in den Weg stellt. Es gibt gewaltige Erdrutsche, es gibt viele Opfer. Ganze Ortschaften werden verlegt, Seuchen und Krankheiten bekämpft, sie arbeiten bis zum Umfallen und doch bleibt ihnen nicht viel.
Anhand von Einzelschicksalen wird der Bau dieses gewaltigen Projekts deutlich. John etwa, der die Malaria ausrotten will, stellt Ada ein, die sich um seine kranke Frau Marian kümmert. Ada wiederum will für ihre schwerkranke Schwester Millicent Geld verdienen, um die Arztkosten bezahlen zu können. Mit Omar, dem Sohn des Fischers Franciscos, stecken wir direkt im Schlamm. Es ist ein Knochenjob, der durch die Willkür des Aufsehers zusätzlich erschwert wird. Auch wird die Umsiedlung Gatúns thematisiert, ein Riss geht nicht nur durch Panama, er geht durch ihrer aller Leben. Und diese Leben bindet Cristina Henriquez in die Arbeiten um den Panamakanal ein. Ihre so unterschiedlichen Leben haben Berührungspunkte, ihre Lebenswege entlang des Kanals kreuzen sich. Die Autorin zeigt auf, was der Riss aus ihnen allen macht. Ein Riss, der sich durch alle Schichten der Gesellschaft zieht, der Arm gegen Reich, Schwarz gegen Weiß anspricht, ohne zu werten. Der auch heute, mehr als ein Jahrhundert später, nachdenklich macht.
Ganz viel habe ich rund um die Entstehung des Panamakanals mitgenommen. Wer sich eher für die technischen Daten interessiert, wird sie alle im Netz finden. Es ist ein Roman, kein Sachbuch. Das Historische wird mit den interessanten, durchweg authentischen Charakteren gut verständlich aufbereitet, es ist ein lebendiges, sehr lesenswertes Buch, das wie nebenbei viel Wissenswertes vermittelt.
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Bangen um Millicent, trauern mit Francesco (und mutig sein mit Ada)
Bewertet: eBook (ePUB)
„Der große Riss“ erzählt vom Bau des Panama Kanals. Das gewaltige Projekt hatte zu Beginn des 20. Jahrhunderts Arbeitssuchende aus der ganzen Karibik, aber auch den USA und sogar Europa angezogen. ____ Cristina Henriquez führt eine ganze Reihe handelnder Personen ein, deren Geschichten sich um die Themenkreise Migration und ihre Folgen, Sprachbarrieren, mangelnde Gleichstellung von Frauen und Rassismus drehen. Ich hatte den Eindruck, dass es ihr vor Allem darum gegangen ist, diese Themen plastisch und nachempfindbar werden zu lassen und etwa weniger, eine politische Geschichte Panamas belletristisch nachzuerzählen. Wie auch immer ihre eigene Gewichtung gewesen sein mag, ihre Abstammung von einem panamaischen Vater wird für die US-Amerikanerin wohl auf die eine oder andere Art prägend gewesen sein. ___ Wenn das Attribut nett nicht so sehr in Verruf stünde würde ich genau diese Eigenschaft dem Roman attestieren und ihn nicht herabwürdigen sondern damit seine Stimmungslage beschreiben wollen: die Geschichten sind in ihrer Gesamtheit weder zu tragisch noch zu versöhnlich (oder gar kitschig) und auch die damaligen technologischen und gesellschaftlichen Umbrüche sind glaubwürdig abgebildet. ____ Mir hat es gefallen!
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