»Ein Sprachspiel und intellektueller Genuss … eine zärtliche Liebeserklärung … ein wunderbares Buch.« Stefan Kuzmany, Der Spiegel
»Ich war angefressen. Mein ganzes Leben lang hat mir meine Mutter weisgemacht, dass es ihr schlecht ging. Drei Tage vor dem Tod kam sie mit der Neuigkeit daher, dass es ihr gut ging. Es musste ein Irrtum vorliegen.« Mit liebevoll grimmigem Witz erzählt Wolf Haas die heillose Geschichte seiner Mutter, die, fast fünfundneunzigjährig, im Sterben liegt. 1923 geboren, hat sie erlebt, was Eigentum bedeutet, wenn man es nicht hat. »Dann ist die Inflation gekommen und das Geld war hin.« Für sie bedeutete das schon als Kind: Armut, Arbeit und Sparen, Sparen, Sparen. Doch nicht einmal für einen Quadratmeter war es je genug. Erneut ein herausragender Roman von Wolf Haas. Ein großes, berührendes Vergnügen.
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4.3/5.0
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Einzigartiges Buch
Bewertung am 22.06.2024
Bewertungsnummer: 2228385
Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)
Ich finde das dieses Buch ein Wahnsinn war zu lesen!
Ich musste Nämlich für die Schule ein Lesetagebuch erstellen, ich habe dieses Buch gewählt weil es ganz anders war als alle anderen. Es ging um eine Trauer Geschichte die berührend ist.
In meinen Fall würde ich dieses Buch nochmal nehmen um so eine Arbeit zu machen, auch wenn das Buch nicht so einfach ist um für solche Arbeiten verwendet zu werden!
10/10
Haas ist Haas und bleibt sich treu
Manfred Fürst aus Kirchbichl am 10.02.2024
Bewertungsnummer: 2128073
Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)
„Am Ende hieß es noch, ich hätte mich über sie lustig gemacht. Man schuldet ja allen einen gewissen Respekt. Auch jenen, die es vielleicht nicht wahrnehmen, wenn man ihn nicht zeigt. Man kann auch den Verlöschenden und vor sich hin Dämmernden nicht irgendwas erzählen, nur weil es langweilig ist mit ihnen. Man darf unterlegene Menschen nicht auf die Schaufel nehmen. Man darf Schwachsinnige nicht verarschen, man darf kleine Kinder nicht verarschen, man darf Behinderte nicht verarschen. Im Prinzip darf man überhaupt niemanden verarschen, fürchte ich. Schon gar nicht seine sterbende Mutter.“ (S. 8, Haas)
Wolf Haas besucht das Altersheim, in dem seine 95-jährige Mutter wohnt, die in drei Tagen sterben wird. Haas tut gar nicht so, als ginge sie ihm nicht auf die Nerven. (Unausgesprochen: Ich darf doch etwas dement sein, wenn ich meinen Sohn bitte, meinen längst verstorbenen Eltern eine Nachricht zu überbringen.) Ausgesprochen: „Meine Mami und mein Tati, wo sie jetzt sind, ich weiß nicht wie es da heißt, aber du kannst dort mit dem Handy anrufen und ihnen sagen, dass es mir gut geht.“
Das Gejammer tönt ihm noch in den Ohren: „Immer nur sparen, sparen, sparen.“ Immer nur „arbeiten, arbeiten, arbeiten“,
Und im Rückblick Geschichte: Die seiner Mutter und der Familie und die Österreichs, von einer Frau, die 1923, ins Jahr der Superinflation, hineingeboren wurde.
Sicher Autofiktion, aber weder geschmacklos noch sentimental. Von Seite zu Seite verschwindet der lapidare Ton, der Sohn erzählt von der Mutter, die in Zeiten jung gewesen ist, als fast jeder ein Schicksal hatte und nicht nur ein Leben mit Aufs und Abs. Krieg. Krankheit. Gewalt. Tod überall. Und die Hoffnung auf das Eigenheim, das sich nie erfüllt hat. Bis jetzt. Seit vielen Jahren steht schon ihr Name auf dem Grab, ihre eigenen Kubikmeter nun bereit, bezogen zu werden – nur ein Datum fehlt.
„Mein ganzes Leben lang hat mir meine Mutter weisgemacht, dass es ihr schlecht ging. Drei Tage vor dem Tod kam sie mit der Neuigkeit daher, dass es ihr gut ging." (W. Haas)
Wolf Haas, Autor beim Carl Hanser Verlag, wovon viele seiner Kollegen nur träumen.
Meinung aus der Buchhandlung
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Trotz aller Kürze ein hervorragend unterhaltendes Buch über die verstorbene Mutter des Autors. Auf die für Wolf Haas so typische, lockere und humorvolle Art durchleuchtet er deren Leben und schafft dabei einen derartigen Sog, dass man nicht mehr aufhören möchte zu lesen.Top!
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Wolf Haas erinnert sich in diesem berührenden, wunderbaren kleinen Buch an seine kürzlich verstorbene Mutter und ihre Erzählungen. Er begleitet sie am Sterbebett während ihrer letzten drei Lebenstage und es gibt noch soviel zu sagen. Auch zu sich selbst. Dadurch entsteht ein mosaikartiges Portrait einer eigenwilligen Frau, vom Schicksal benachteiligt, aber voller Trotz und mit dem Lebensmotto: Sparen, sparen, sparen!
Mit Leichtigkeit und viel Sprachwitz setzt der Autor seiner Mutter mit diesem Buch ein Denkmal und reflektiert gleichzeitig über sein eigenes Leben.
"So lernte ich schon als kleiner Dreck, dass die Sprache eigentlich Musik ist." Besser hätte er seinen eigenen unvergleichlichen Sprachstil nicht beschreiben können.
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