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Produktbild: Antichristie
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Mithu Sanyal

1. Antichristie

Antichristie

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Beschreibung

Produktdetails

Family Sharing

Ja

Gesprochen von

Melika Foroutan + weitere

Spieldauer

17 Stunden und 10 Minuten

Abo-Fähigkeit

Ja

Erscheinungsdatum

25.10.2024

Hörtyp

Lesung

Fassung

ungekürzt

Medium

MP3

Anzahl Dateien

313

Verlag

Speak Low

Sprache

Deutsch

EAN

9783948674953

Beschreibung

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Family Sharing

Ja

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Erscheinungsdatum

25.10.2024

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Deutsch

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9783948674953

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Wilder Diskus um Kolonialgeschichte

katis zettelchen aus Salzburg am 14.06.2025

Bewertungsnummer: 2515578

Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)

Der Roman ist ein wilder Ritt durch die Zeit und das Thema Kolonialismus. Mit vielen Referenzen zur britischen Kultserie Dr. Who bewegt sich die Protagonistin über verschiedene Zeitebenen, bzw. am Anfang ist da noch Bewegung, mit der Zeit existieren sie parallel, alles ist gleichzeitig präsent. Hauptsächlich befinden wir uns mit ihr am Anfang des 20. Jahrhunderts im India House in London inmitten von Männern, die später zu Indiens Freiheitskämpfern werden und an den 12 Tagen zwischen Tod und Beerdigung von Elisabeth II in einer Schreibwerkstatt, in der Agatha Christies Krimis „politically korrigiert“ umgeschrieben werden sollen: Hercule Poirot als kongolesischer anti-belgischer Widerstandskämpfer. Die Dialoge und Situationen oder Situationswechsel grenzen oft ans Absurde (siehe Dr. Who), sind manchmal verwirrend, man muss sich erst einlesen, doch das Thema Kolonialismus verliert nicht an Seriosität. Sanyal verbindet auch in diesem Roman brillant absurd unterschiedliche Handlungsstränge: auf der einen Seite den Diskurs um Freiheit, Kolonialmacht, Empire, bewaffneten oder unbewaffneten Widerstand, hinduistische und muslimische Identitäten in einem Land, alles wichtige und ernste Themen, die auch heute noch nachhallen; auf der anderen Seite eine witzige Story um ein Team, das zu einer Schreibwerkstatt zusammengewürfelt wird, um Agatha Christies Krimis politisch zu korrigieren. Dazwischen verarbeitet die Protagonistin noch ihre persönliche Familiengeschichte mit einem indischen, an Deutschland angepassten Vater und einer deutschen Mutter, die sie für ihre mehr oder weniger indisch esoterischen Ziele verlässt. Durch die Parallelebenen werden wir sensibilisiert für koloniales Verhalten, das sich auch heute noch überall finden lässt, manchmal unerwartet. Identitti war vor zwei Jahren mein persönliches Buch des Jahres, dieses Buch gefällt mir fast genauso gut. Ich mag das Literarisch – Politische im besten Sinne Geisteswissenschaftliche des Romans, die Mischung aus wichtigen Themen, witzigen Dialogen, unerwarteten Twists, so klug erzählt, so originell.

Wilder Diskus um Kolonialgeschichte

katis zettelchen aus Salzburg am 14.06.2025
Bewertungsnummer: 2515578
Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)

Der Roman ist ein wilder Ritt durch die Zeit und das Thema Kolonialismus. Mit vielen Referenzen zur britischen Kultserie Dr. Who bewegt sich die Protagonistin über verschiedene Zeitebenen, bzw. am Anfang ist da noch Bewegung, mit der Zeit existieren sie parallel, alles ist gleichzeitig präsent. Hauptsächlich befinden wir uns mit ihr am Anfang des 20. Jahrhunderts im India House in London inmitten von Männern, die später zu Indiens Freiheitskämpfern werden und an den 12 Tagen zwischen Tod und Beerdigung von Elisabeth II in einer Schreibwerkstatt, in der Agatha Christies Krimis „politically korrigiert“ umgeschrieben werden sollen: Hercule Poirot als kongolesischer anti-belgischer Widerstandskämpfer. Die Dialoge und Situationen oder Situationswechsel grenzen oft ans Absurde (siehe Dr. Who), sind manchmal verwirrend, man muss sich erst einlesen, doch das Thema Kolonialismus verliert nicht an Seriosität. Sanyal verbindet auch in diesem Roman brillant absurd unterschiedliche Handlungsstränge: auf der einen Seite den Diskurs um Freiheit, Kolonialmacht, Empire, bewaffneten oder unbewaffneten Widerstand, hinduistische und muslimische Identitäten in einem Land, alles wichtige und ernste Themen, die auch heute noch nachhallen; auf der anderen Seite eine witzige Story um ein Team, das zu einer Schreibwerkstatt zusammengewürfelt wird, um Agatha Christies Krimis politisch zu korrigieren. Dazwischen verarbeitet die Protagonistin noch ihre persönliche Familiengeschichte mit einem indischen, an Deutschland angepassten Vater und einer deutschen Mutter, die sie für ihre mehr oder weniger indisch esoterischen Ziele verlässt. Durch die Parallelebenen werden wir sensibilisiert für koloniales Verhalten, das sich auch heute noch überall finden lässt, manchmal unerwartet. Identitti war vor zwei Jahren mein persönliches Buch des Jahres, dieses Buch gefällt mir fast genauso gut. Ich mag das Literarisch – Politische im besten Sinne Geisteswissenschaftliche des Romans, die Mischung aus wichtigen Themen, witzigen Dialogen, unerwarteten Twists, so klug erzählt, so originell.

Eindrucksvoller Roman

bookloving am 15.12.2024

Bewertungsnummer: 2364995

Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)

Nach ihrem gefeierten Debütroman "Identitti" widmet sich Mithu Sanyal in "Antichristie" erneut hochaktuellen, brisanten Themen. In diesem faszinierenden, vielschichtigen Roman beleuchtet Sanyal auf provokante, originelle und vor allem humorvolle Art den Kolonialismus, Identität und die Komplexität historischer Narrative. Geschickt vermischt sie in ihrer fesselnden Geschichte Elemente des historischen Romans, Krimis und der Zeitreisefiktion. Sanyal setzt sich facettenreich mit der kolonialen Vergangenheit und deren Auswirkungen auf die Gegenwart sowie Formen des Widerstands auseinander. Dabei schärft sie den Blick auf weniger beleuchtete Aspekte der indischen Unabhängigkeitsbewegung und hinterfragt nicht nur die Rolle von Gewalt gegen Unterdrückung und koloniale Strukturen, sondern auch die oft vereinfachte Darstellung historischer Figuren wie Gandhi und anderer einflussreicher, aber weniger bekannter Akteure. Sie greift aktuelle gesellschaftliche Diskussionen auf und hinterfragt auf unbequeme Weise gängige Vorstellungen, ohne belehrend zu wirken. Kritisch beleuchtet Sanyal oberflächliche Betrachtungsweisen zur kolonialen Geschichte und zum Postkolonialismus, hält uns gleichzeitig einen Spiegel vor und regt zum Nachdenken an. Gekonnt verwischt sie in ihrem Roman die Grenzen zwischen Gegenwart und Vergangenheit, Realität und Fiktion, aber auch persönlicher und kollektiver Geschichte. Die Vielschichtigkeit der Erzählung und die Fülle an historischen und kulturellen Referenzen machen den Roman zu einem sehr anspruchsvollen, aber lohnenden Leseerlebnis. Nach einem durchaus herausfordernden Einstieg, der etwas Durchhaltevermögen erfordert, entwickelt die komplexe Geschichte zunehmend eine fesselnde Dynamik. Die verschachtelten, genial miteinander verwobenen Zeitebenen schaffen eine komplexe Struktur, die der Autorin eine eingehende Auseinandersetzung mit historischen und aktuellen politischen Themen und eine differenzierte Betrachtung von persönlicher und kollektiver Geschichte ermöglicht. Angesiedelt ist die Geschichte im London des Jahres 2022, kurz nach dem Tod der Königin. Im Mittelpunkt der Handlung steht die Protagonistin Durga, eine 50-jährige internationale Drehbuchautorin mit deutsch-indischen Wurzeln, die an einer woken Verfilmung der klassischen Agatha-Christie-Krimis mitwirken soll. Nach dem Tod ihrer Mutter findet sie sich plötzlich nicht nur im Jahr 1906 wieder sondern im Körper des jungen Inders Sanjeev. Auf ihrer unerwarteten Zeitreise trifft sie auf eine Gruppe indischer Revolutionäre, die im Gegensatz zu Gandhi nicht auf Gewaltlosigkeit setzen und sie mit zentralen Fragen des Widerstands gegen Unterdrückung konfrontiert. Mit der Protagonistin Durga hat Sanyal eine faszinierende und sehr vielschichtige Figur geschaffen. Aufgrund ihrer deutsch-indischen Herkunft verkörpert sie selbst die Komplexität kultureller Zugehörigkeit. Ihre Reise durch die Zeit, ihr Genderwechsel sowie die Konfrontation mit verschiedenen Formen des Widerstands lassen sie eine interessante, tiefgreifende Charakterentwicklung durchlaufen. Sanyals äußerst lebendiger Schreibstil ist sehr kreativ und unterhaltsam. Er ist durchsetzt mit Anglizismen und integriert geschickt verschiedene Textformen wie Dialoge, Tweets und Drehbuch-Auszüge. Hervorragend haben mir auch die zahlreichen Verweise auf Agatha Christie, Sherlock Holmes und Doctor Who gefallen. FAZIT Ein unglaublich komplexer und anspruchsvoller Roman über kulturelle Identität, die Komplexität historischer Narrative und die Auswirkungen des Kolonialismus auf die moderne Gesellschaft – unterhaltsam, lehrreich, gesellschaftskritisch und humorvoll! Ein beeindruckender Roman, der noch lange nachwirkt, zum Überdenken eigener Positionen anregt und zum erneuten Lesen anregt. Äußerst lesenswert!

Eindrucksvoller Roman

bookloving am 15.12.2024
Bewertungsnummer: 2364995
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Nach ihrem gefeierten Debütroman "Identitti" widmet sich Mithu Sanyal in "Antichristie" erneut hochaktuellen, brisanten Themen. In diesem faszinierenden, vielschichtigen Roman beleuchtet Sanyal auf provokante, originelle und vor allem humorvolle Art den Kolonialismus, Identität und die Komplexität historischer Narrative. Geschickt vermischt sie in ihrer fesselnden Geschichte Elemente des historischen Romans, Krimis und der Zeitreisefiktion. Sanyal setzt sich facettenreich mit der kolonialen Vergangenheit und deren Auswirkungen auf die Gegenwart sowie Formen des Widerstands auseinander. Dabei schärft sie den Blick auf weniger beleuchtete Aspekte der indischen Unabhängigkeitsbewegung und hinterfragt nicht nur die Rolle von Gewalt gegen Unterdrückung und koloniale Strukturen, sondern auch die oft vereinfachte Darstellung historischer Figuren wie Gandhi und anderer einflussreicher, aber weniger bekannter Akteure. Sie greift aktuelle gesellschaftliche Diskussionen auf und hinterfragt auf unbequeme Weise gängige Vorstellungen, ohne belehrend zu wirken. Kritisch beleuchtet Sanyal oberflächliche Betrachtungsweisen zur kolonialen Geschichte und zum Postkolonialismus, hält uns gleichzeitig einen Spiegel vor und regt zum Nachdenken an. Gekonnt verwischt sie in ihrem Roman die Grenzen zwischen Gegenwart und Vergangenheit, Realität und Fiktion, aber auch persönlicher und kollektiver Geschichte. Die Vielschichtigkeit der Erzählung und die Fülle an historischen und kulturellen Referenzen machen den Roman zu einem sehr anspruchsvollen, aber lohnenden Leseerlebnis. Nach einem durchaus herausfordernden Einstieg, der etwas Durchhaltevermögen erfordert, entwickelt die komplexe Geschichte zunehmend eine fesselnde Dynamik. Die verschachtelten, genial miteinander verwobenen Zeitebenen schaffen eine komplexe Struktur, die der Autorin eine eingehende Auseinandersetzung mit historischen und aktuellen politischen Themen und eine differenzierte Betrachtung von persönlicher und kollektiver Geschichte ermöglicht. Angesiedelt ist die Geschichte im London des Jahres 2022, kurz nach dem Tod der Königin. Im Mittelpunkt der Handlung steht die Protagonistin Durga, eine 50-jährige internationale Drehbuchautorin mit deutsch-indischen Wurzeln, die an einer woken Verfilmung der klassischen Agatha-Christie-Krimis mitwirken soll. Nach dem Tod ihrer Mutter findet sie sich plötzlich nicht nur im Jahr 1906 wieder sondern im Körper des jungen Inders Sanjeev. Auf ihrer unerwarteten Zeitreise trifft sie auf eine Gruppe indischer Revolutionäre, die im Gegensatz zu Gandhi nicht auf Gewaltlosigkeit setzen und sie mit zentralen Fragen des Widerstands gegen Unterdrückung konfrontiert. Mit der Protagonistin Durga hat Sanyal eine faszinierende und sehr vielschichtige Figur geschaffen. Aufgrund ihrer deutsch-indischen Herkunft verkörpert sie selbst die Komplexität kultureller Zugehörigkeit. Ihre Reise durch die Zeit, ihr Genderwechsel sowie die Konfrontation mit verschiedenen Formen des Widerstands lassen sie eine interessante, tiefgreifende Charakterentwicklung durchlaufen. Sanyals äußerst lebendiger Schreibstil ist sehr kreativ und unterhaltsam. Er ist durchsetzt mit Anglizismen und integriert geschickt verschiedene Textformen wie Dialoge, Tweets und Drehbuch-Auszüge. Hervorragend haben mir auch die zahlreichen Verweise auf Agatha Christie, Sherlock Holmes und Doctor Who gefallen. FAZIT Ein unglaublich komplexer und anspruchsvoller Roman über kulturelle Identität, die Komplexität historischer Narrative und die Auswirkungen des Kolonialismus auf die moderne Gesellschaft – unterhaltsam, lehrreich, gesellschaftskritisch und humorvoll! Ein beeindruckender Roman, der noch lange nachwirkt, zum Überdenken eigener Positionen anregt und zum erneuten Lesen anregt. Äußerst lesenswert!

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Antichristie

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Mara Hollenstein-Tirk

Thalia Graz – Murpark

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2/5

Kolonialismus, Identitätspolitik und political correctness

Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)

Die moderne Filmindustrie, die indische Unabhängigkeitsbewegung im England des frühen 20. Jahrhunderts und Agatha Christie - wer meint, dass diese drei Dinge eine recht wilde Mischung ergeben, der hat auf jeden Fall recht. Und dieses Buch ist der beste Beweis dafür. Die Geschichte springt dabei, ebenso wie die Hauptfigur, von der Gegenwart in die Vergangenheit, von einem weiblichen in einen männlichen Körper, von einem Beratungszimmer voller Drehbuchautoren, in ein Herrenhaus voller Revolutionäre. Das alles ist im besten Fall herausfordernd, regt zum Nachdenken an und lehrt einen etwas über die indische Geschichte. Im schlimmsten Fall ist es verwirrend, zieht sich wie Kaugummi und ist durchsetzt von erhobenen Zeigefingern, die auch durch das stete Augenzwinkern nicht verborgen werden können. So bleibt ein Buch, bei dem man das Gefühl nicht los wird, dass es sich zu oft im Kreis dreht, sich in diesem Fall der Tiger in den sprichwörtlichen Schwanz beißt und die Moral von der Geschichte so auch auf einem Wandkalender stehen könnte.
  • Mara Hollenstein-Tirk
  • Buchhändler/-in

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Kolonialismus, Identitätspolitik und political correctness

Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)

Die moderne Filmindustrie, die indische Unabhängigkeitsbewegung im England des frühen 20. Jahrhunderts und Agatha Christie - wer meint, dass diese drei Dinge eine recht wilde Mischung ergeben, der hat auf jeden Fall recht. Und dieses Buch ist der beste Beweis dafür. Die Geschichte springt dabei, ebenso wie die Hauptfigur, von der Gegenwart in die Vergangenheit, von einem weiblichen in einen männlichen Körper, von einem Beratungszimmer voller Drehbuchautoren, in ein Herrenhaus voller Revolutionäre. Das alles ist im besten Fall herausfordernd, regt zum Nachdenken an und lehrt einen etwas über die indische Geschichte. Im schlimmsten Fall ist es verwirrend, zieht sich wie Kaugummi und ist durchsetzt von erhobenen Zeigefingern, die auch durch das stete Augenzwinkern nicht verborgen werden können. So bleibt ein Buch, bei dem man das Gefühl nicht los wird, dass es sich zu oft im Kreis dreht, sich in diesem Fall der Tiger in den sprichwörtlichen Schwanz beißt und die Moral von der Geschichte so auch auf einem Wandkalender stehen könnte.

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