Produktbild: Antichristie

Antichristie Roman

130

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Beschreibung

Produktdetails

Format

ePUB

Kopierschutz

Nein

Family Sharing

Ja

Text-to-Speech

Ja

Verkaufsrang

32243

Erscheinungsdatum

17.09.2024

Verlag

Carl Hanser Verlag GmbH & Co. KG

Seitenzahl

544 (Printausgabe)

Dateigröße

4341 KB

Auflage

1. Auflage

Sprache

Deutsch

EAN

9783446280847

Beschreibung

Produktdetails

Format

ePUB

eBooks im ePUB-Format erlauben eine dynamische Anpassung des Inhalts an die jeweilige Display-Größe des Lesegeräts. Das Format eignet sich daher besonders für das Lesen auf mobilen Geräten, wie z.B. Ihrem tolino, Tablets oder Smartphones.

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  • entspricht der Vorgabe EPUB Barrierefreiheit 1.0 AA
  • keine Vorlesefunktionen des Lesesystems deaktiviert

Verkaufsrang

32243

Erscheinungsdatum

17.09.2024

Verlag

Carl Hanser Verlag GmbH & Co. KG

Seitenzahl

544 (Printausgabe)

Dateigröße

4341 KB

Auflage

1. Auflage

Sprache

Deutsch

EAN

9783446280847

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  • Bewertung

    5/5

    06.10.2024

    eBook (ePUB)

    Aktuelles und wichtiges Buch

    Kurz nach dem mysteriösen Tod ihrer Mutter und dem nicht wirklich mysteriösen Tod der Queen nimmt die 50-jährige Durga an einem Agatha-Christi-Workshop in London teil, als sie sich plötzlich in einer U-Bahnstation Anfang des 20. Jahrhunderts wiederfindet - und das auch noch als Mann und knapp drei Jahrzehnte jünger. Ohne jegliche Erinnerungen an das bisherige Leben von Sanjeev, in dessen Körper Durga geschlüpft ist, sucht er/sie Zuflucht im India House. Im India House, das von dem Revolutionär, Rechtsanwalt und Journalisten Shyamji Krishna Varma gegründet wurde, leben Studenten, Revolutionäre und Freiheitskämpfer, die sich für ein unabhängiges Indien einsetzen. Gewalt ist hierbei ein legitimes Mittel. Als der Chef der britischen Geheimpolizei Curzon Wyllie durch ungeklärte Umstände aus der Bibliothek von India House verschwindet und nichts als seinen Anzug und jede Menge Blut hinterlässt, beginnt Sanjeev zu ermitteln. Die Beschreibung der Figuren, sowohl äußerlich als auch ihrer Charaktereigenschaften, bleibt seltsam distanziert. Es fällt daher etwas schwer sich mit den Charakteren zu identifizieren. Die zahlreichen im Buch vorkommenden Personen (die meisten davon mit indischen Namen), Zeitsprünge und historische Verweise machen die Lektüre anspruchsvoll. Genau das ist wiederum die Intention der Autorin. Durga äußert sich im Roman zu einer gleichen Situation zutreffend: „Genau, das ist ja das Problem! Ihr wisst nichts über uns, deshalb wollt ihr nicht zu viele von uns in euren Geschichten haben. Und weil wir wiederum nicht in euren Geschichten vorkommen, wisst ihr nichts über uns. Ihr kennt noch nicht einmal unsere Namen…“ (S. 223) Personen die sich wenig mit Anti-Rassismus, Feminismus und Queerness beschäftige haben es mitunter schwer, da das Wissen über Anglizismen wie „channeln“ „canceln“ und „Backlash“ vorausgesetzt wird. Mit über 530 Seiten ist das Buch lang und man fragt sich streckenweise ob 400 Seiten nicht auch gereicht hätten. Unverwechselbar und unterhaltsamt bleibt Mithu Sanyals Sprache, die humorvoll und offenherzig ist und die ernste und komplexe Handlung des Romans ideal kontrastiert. Die Tatsache, dass Aussagen und Überzeugungen der Charaktere immer wieder hinterfragt werden erzeugt Nahbarkeit. Im Gegensatz zu Kolleg:innen die oft mit radikaler Überzeugung arbeiten, schreibt Mithu Sanyal stets aus fragender manchmal naiver Perspektive. Dies hat zur Folge, dass man sich als Leser:in mitgenommen fühlt. Der Roman setzt sich hauptsächlich mit den Themen europäische Kolonialgeschichte und Gewalt auseinander über die in Deutschland erschreckend wenig bekannt ist. „Und ich dachte an all die Demonstrationen gegen all die Kriege des zwanzigsten und einundzwanzigsten Jahrhunderts, bei denen Durga mitmarschiert war: So groß, so gewaltlos, so wirkungslos. Ich war durch die Zeit gereist, wie ich vorher durch die Welt gereist war: Mit der festen Überzeugung, dass sich die Welt um nicht herum verändern würde, aber ich, ich würde gleich bleiben - während ich mich jetzt fragte, ob sich die Welt hier wirklich so sehr von meine unterschied, aber dafür mich nicht wiedererkannte.“ (S. 272) Manchmal stellt man erschrocken fest, wie wenig sich in den letzen 100 Jahren verändert hat, insbesondere im Hinblick auf Unterdrückung, Befreiungskämpfe und die Frage nach der Legitimierung von Gewalt. Das Buch von Mithu Sanyal ist brandaktuell und schlau konzeptioniert. Historische Fakten, die Verknüpfung von Gegenwart und Vergangenheit und amüsante Sprache ergeben einen effektvollen Mix. Bei all den aktuellen, vergangenen und zukünftigen Konflikten ist es schwer zu sagen was richtig und was falsch ist. Wie findet man seine eigene Haltung in Zeiten, in denen es nur noch Extreme zu geben scheint? Zum Glück gibt es Mithu Sanyal, die uns zeigt, dass die Wahrheit auch dazwischen liegen kann.

  • Seitenrascheln

    5/5

    23.09.2024

    eBook (ePUB)

    Komplexer und humorvoller Roman über wichtige Themen

    Es war keine Liebe auf den ersten Blick. Ich musste mich erst ein wenig in diese wilde Geschichte einlesen und war fast schon überwältigt über die vielen Informationen. Immer wieder habe ich in meiner Lektüre innegehalten um über all die Personen, Ereignisse und das India House zu recherchieren. Da mein Englisch eher rudimentär ist, war mir mein Reader eine große Hilfe gewesen, der für mich einige Sätze und Zitate ins Deutsche übersetzt hatte. Aber als mich die Erzählung gepackt hatte, war ich begeistert. Ich habe so viel über den indischen Freiheitskampf gelernt, die Geschichte Indiens, Rassismus, Widerstand (was geht, was geht nicht) und über den Kolonialismus. Habe einen komplett neuen Blick auf Gandhi bekommen. Und muss das alles noch in meinem Kopf verarbeiten. Ich finde, dass es ein ungemein kluges, wichtiges und sogar witziges Buch ist. Ich feiere den Humor von Mithu Sanyal. Geschichte ist etwas was man wohl meist erst im Rückblick erfassen kann. Könnte man meinen. Ist man allerdings quasi mittendrin, dann sieht man wiederum einiges mit anderen Augen. Was den Buchtitel betrifft, das klärt sich am Ende. Fazit: Ein sehr komplexer Roman, dessen Inhalt ich fast gar nicht zusammenfassen kann. Hier verknüpfen sich einige Themen miteinander. Man sollte sich wirklich auf die Erzählung einlassen können. Dann erhält man viel Stoff zum Nachdenken. Mir gefiel der Humor von Mithu Sanyal, er war herrlich anders wie man es so von Büchern über eigentlich ernsten Themen kennt. Ich kann es den entsprechend Interessierten empfehlen und vergebe sehr gerne 4,5 Sterne.

  • meerblick

    3/5

    17.12.2024

    eBook (ePUB)

    Reisen durch die Zeit

    Mithu Sanyal legt mit 'Antichristie' einen vielschichtigen, interessanten Roman vor, der für den Deutschen Buchpreis 2024 nominiert wurde. Die Geschichte spielt zwischen den Zeiten und springt hin und her zwischen Durga, der Ich-Erzählerin, eine deutsch-indischen Drehbuchautorin, die in den zwanziger Jahren des einundzwanzigsten Jahrhunderts eine Agatha-Christie Verfilmung politisch korrekt aufarbeiten soll. Dafür reist sie nach London und erlebt den Tod der Queen, ist noch mental gezeichnet vom Tod ihrer Mutter. Plötzlich findet sich Durga als Mann namens Sanjeev im London des Jahres 1906 wieder. Hier erlebt er mit historisch belegten Personen den indischen Widerstandskampf gegen die britische Kolonialmacht. Der Plot ist sehr ausführlich ausgearbeitet und überfordert zum Teil beim Lesen durch zu viele Details. Ein übersichtliches Personenregister hilft bei der Einordnung geschichtlicher Tatsachen. Zwischen Detektivgeschichte und Zeitreiseroman bewegt sich die Geschichte, die einiges an Konzentration und gegeben falls auch einer zusätzlichen Recherche bedarf.

  • meerblick

    3/5

    17.12.2024

    eBook (ePUB)

    Reisen durch die Zeit Mithu…

    Reisen durch die Zeit Mithu Sanyal legt mit 'Antichristie' einen vielschichtigen, interessanten Roman vor, der für den Deutschen Buchpreis 2024 nominiert wurde. Die Geschichte spielt zwischen den Zeiten und springt hin und her zwischen Durga, der Ich-Erzählerin, eine deutsch-indischen Drehbuchautorin, die in den zwanziger Jahren des einundzwanzigsten Jahrhunderts eine Agatha-Christie Verfilmung politisch korrekt aufarbeiten soll. Dafür reist sie nach London und erlebt den Tod der Queen, ist noch mental gezeichnet vom Tod ihrer Mutter. Plötzlich findet sich Durga als Mann namens Sanjeev im London des Jahres 1906 wieder. Hier erlebt er mit historisch belegten Personen den indischen Widerstandskampf gegen die britische Kolonialmacht. Der Plot ist sehr ausführlich ausgearbeitet und überfordert zum Teil beim Lesen durch zu viele Details. Ein übersichtliches Personenregister hilft bei der Einordnung geschichtlicher Tatsachen. Zwischen Detektivgeschichte und Zeitreiseroman bewegt sich die Geschichte, die einiges an Konzentration und gegeben falls auch einer zusätzlichen Recherche bedarf.

  • Cha

    aus Baden-Baden

    3/5

    04.10.2024

    eBook (ePUB)

    Abgedreht

    Da ich Identitti von Mithu Sanyal richtig toll fand, war ich wirklich gespannt auf diese Geschichte. Ehrlich gesagt hatte der Klappentext mich nicht so wirklich angesprochen, aber da ich ihr anderes Buch toll fand und wusste, dass man sich darauf einlassen und überraschen lassen muss, wollte ich es gerne lesen. Allerdings ist die Geschichte wirklich so verrückt, wie der Klappentext klingt, ich finde viel abgedrehter als Identitti und irgendwie war mir das zu viel. Ich kam nicht mehr richtig mit und fand es teilweise einfach zu komisch. Das Buch behandelt trotzdem auf jeden Fall auch sehr interessante Ideen, steckt voller Gedankenanstöße und hat mich zum Nachdenken angeregt, aber die Rahmenhandlung konnte mich so gar nicht begeistern.

Kundinnen und Kunden meinen

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Bewertungen (130)

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  • Zum Bewerterprofil von Mara Hollenstein-Tirk

    Mara Hollenstein-Tirk

    Thalia Graz – Murpark

    Buchhändler*in

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    2/5

    15.12.2024

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Kolonialismus, Identitätspolitik und political correctness

    Die moderne Filmindustrie, die indische Unabhängigkeitsbewegung im England des frühen 20. Jahrhunderts und Agatha Christie - wer meint, dass diese drei Dinge eine recht wilde Mischung ergeben, der hat auf jeden Fall recht. Und dieses Buch ist der beste Beweis dafür. Die Geschichte springt dabei, ebenso wie die Hauptfigur, von der Gegenwart in die Vergangenheit, von einem weiblichen in einen männlichen Körper, von einem Beratungszimmer voller Drehbuchautoren, in ein Herrenhaus voller Revolutionäre. Das alles ist im besten Fall herausfordernd, regt zum Nachdenken an und lehrt einen etwas über die indische Geschichte. Im schlimmsten Fall ist es verwirrend, zieht sich wie Kaugummi und ist durchsetzt von erhobenen Zeigefingern, die auch durch das stete Augenzwinkern nicht verborgen werden können. So bleibt ein Buch, bei dem man das Gefühl nicht los wird, dass es sich zu oft im Kreis dreht, sich in diesem Fall der Tiger in den sprichwörtlichen Schwanz beißt und die Moral von der Geschichte so auch auf einem Wandkalender stehen könnte.

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