Tanja Fornaro ist Regisseurin und Sprecherin und versteht es auf großartige Weise, aus historischen Stoffen Zeit- und Hörreisen zu machen. Sie hat von Miriam Georg bereits die hanseatische Familiensaga (Elbleuchten, Elbstürme) und Das Tor zur Welt gelesen.Hamburg in den Jahren 1912-1914.Hamburg, 1913. Es muss einen Ausweg geben! Alice wohnt im rauen Arbeiterviertel auf der Uhlenhorst, und ihr Ehemann Henk macht ihr das Leben zur Hölle. Der einzige Lichtblick: ihre Tochter Rosa. Als sie das Kind kaum noch vor Henk beschützen kann, wagt Alice das Unmögliche. Sie will diese Ehe beenden!Nicht weit entfernt vom Elendsviertel lebt der Rechtsanwalt John Reeven in der Villa seiner alteingesessenen Familie. Die Geschäfte florieren, John ist standesgemäß verlobt. Aus guter hanseatischer Tradition berät er auch mittellose Hamburger in rechtlichen Fragen. Das Ansinnen dieser jungen Frau allerdings ist aussichtslos: Sie will sich von ihrem Ehemann trennen.Wider jede Vernunft willigt er ein, sie zu vertreten. Aber das Wagnis birgt ein hohes Risiko. Für Alice steht alles auf dem Spiel. Und John ahnt nicht, wie sehr seine sichere Welt ins Wanken geraten wird ...Der erste Band des packenden neuen Zweiteilers von Bestsellerautorin Miriam Georg.
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4.7/5.0
Bewertung
Thalia Book Circle Community
5/5
27.09.2026
Buch (Taschenbuch)
Fesselnder Roman über Mut und Ungleichheit
In diesem Roman bin ich tief in das Hamburg des Jahres 1913 eingetaucht. Es ist eine Welt, die auf einem extremen Kontrast aufgebaut ist – zwischen den Reichen im Villenvierten und der grausamen Realität im Armenviertel von Uhlenhorst.
Die Protagonistin Alice Bloom lebt in einer Bruchbude. Sie arbeitet unter extremen Bedingungen in einer Fabrik, ist in einer gewalttätigen Ehe gefangen und kämpft verzweifelt darum, sich und ihre kleine Tochter zu schützen. Wie viele Frauen mussten wohl damals solch ein Schicksal hinnehmen, weil sie keinen Ausweg wussten? Doch Alice fasst einen mutigen Entschluss. Mit der Hilfe des Anwalts John Reeven will sie sich scheiden lassen – etwas, das damals aussichtslos erscheint.
Der Prozess allein ist schon spannend genug, doch es geht um viel mehr als nur einen Gerichtsstreit. In Rückblicken enthüllt sich Stück für Stück das Bild von Alices Kindheit und Jugend – und dieses Wissen macht einen fassungslos. Verständlich, dass sie John ihr dunkles Geheimnis nicht anvertrauen kann, auch wenn sich die beiden viel näher kommen als sie sollten. John dagegen stammt aus gutem Hause, lebt in einer Villa und ist verlobt. Nach außen hin ist sein Leben und das seiner Familie perfekt und beneidenswert, doch auch in reichen Kreisen macht das Leid nicht halt.
Die Autorin versteht es unglaublich gut, die inneren Kämpfe der Figuren darzustellen – egal, welcher sozialen Klasse sie angehören. Ob Arbeiterin, Dienstpersonal oder Brauereibesitzer: Jeder Charakter hat Ecken und Kanten, Sorgen und Träume, die mich tief berührten. Auch das Setting spielt wieder eine zentrale Rolle. Während mich in „Sturmland“ die Nordsee in ihren Bann gezogen hat, haben mich diesmal der Hamburger Dom und die Welt der Schausteller fasziniert. Sie spiegelt ebenfalls den Gegensatz von „Glanz nach außen“ und „Not im Inneren“ perfekt wider. Ein packender, vielschichtiger Roman, der mich auf den zweiten Teil hinfiebern lässt.
Isabel (engi)
aus Bietigheim-Bissingen
5/5
18.11.2025
Hörbuch (Audio)
Als großer Fan historischer…
Als großer Fan historischer Romane kam ich natürlich an Miriam Georgs Auftaktband ihrer Hamburg Dilogie nicht vorbei. Allein schon das schöne Cover, das eine Frau zeigt, die eine unheimliche Stärke ausstrahlt, ließ mich zu diesem ersten Teil greifen. In ihrem Roman „Im Nordwind“ behandelt die Autorin Missstände und Ungerechtigkeiten, die noch zu Beginn des 20. Jahrhunderts nicht unüblich waren. Frauen waren von den Männern abhängig und hatten allein kaum eine Chance auf legale Weise oder gar noch mit Kind zu überleben. Als Hörerin durfte ich Alice, eine junge Fabrikarbeiterin, kennenlernen, die versucht, sich selbst sowie ihre kleine Tochter Rosa vor ihrem gewalttätigen, trinkenden Mann zu schützen. Als er sie immer wieder und immer schlimmer verprügelt, beschließt Alice dem Ganzen einen Schlussstrich zu setzen und sucht – für die damalige Zeit vollkommen unüblich – die Scheidung. In John Reven findet sie einen Anwalt, der ihr tatsächlich helfen will, nicht zuletzt, weil er von ihr als Frau total fasziniert ist. Für Alice bedeutet dieser mutige Schritt, dass sie sich auch ihrer verzwickten Vergangenheit stellen muss, John hingegen muss sich fragen, was für ihn im Leben eigentlich wirklich wichtig ist … Auf ganz bezaubernde Weise zeichnet Miriam Georg mit ihren Charakteren ein authentisches Bild der damaligen Zeit, dem die talentierte Sprecherin Tanja Fornaro mit ihrer angenehmen Stimme noch ein Sahnehäubchen obendrauf setzt. Ich habe jede Hörminute genossen und freue mich schon sehr auf den Folgeband. Aber erstmal vergebe ich hier natürlich mit fünf starken und verdienten Sternen die Bestnote!
Lena
aus Köln
5/5
17.11.2025
Buch (Taschenbuch)
Alice Bloom wohnt im Hamburger…
Alice Bloom wohnt im Hamburger Arbeiterviertel Uhlenhorst und ist in einer Ehe mit einem gewalttätigen Ehemann gefangen. Als die Sorge um ihre Tochter Rosa zunimmt, gibt es für sie nur einen Ausweg: die Trennung von Henk. Doch eine Scheidung ist für eine Frau im Jahr 1913 fast unmöglich. Hilfe sucht sich Alice bei dem Anwalt John Reeven, der eine Sozialsprechstunde anbietet. John entstammt einer angesehenen Hamburger Familie, die Inhaber einer Privatbank und der Holsten Brauerei ist. Als sein Vater erkrankt, muss er sich nicht nur um seine Kanzlei, sondern auch noch um die Brauerei kümmern, die sein Bruder Julius am liebsten verkaufen möchte. Zeit für seine Verlobte Evelyn bleibt dabei kaum. Pro bono übernimmt er das Mandat für Alice und kann dabei schon bald keine professionelle Distanz zu der mutigen Frau wahren, die ihm jedoch nicht die ganze Wahrheit über sich zu offenbaren scheint. Nach den beiden Dilogien "Die hanseatische Familiensaga" und "Die Hamburger Auswandererstadt" ist "Die Nordwind-Saga" die dritte historische Hamburg-Buchreihe von Miriam Georg. Ähnlich wie in den Romanen zuvor handelt auch diese Dilogie von der Lebenssituation von Frauen, sozialer Ungleichheit, dem Kampf um Gerechtigkeit und Freiheit und einer verbotenen Liebe Anfang des 20. Jahrhunderts. "Im Nordwind" wird auf zwei Zeitebenen erzählt. Im Jahr 1913 geht es um Alice, die Mutter der fünfjährigen Rosa ist und sich aus den Fängen einer gewalttätigen Ehe befreien möchte, um ihre Tochter zu schützen. Ihre Wege kreuzen sich mit dem Anwalt John Reeven aus einer gut bürgerlichen Unternehmerfamilie. Alice kämpft für ihre Freiheit und läuft dabei Gefahr, ihr eigenes Leben zu gefährden und das Sorgerecht für ihre Tochter zu verlieren. John, der einem Jurist entsprechend sachlich und akkurat agiert, lässt sich unkontrolliert von seinen Gefühlen leiten. Rückblenden in die Jahre ab 1896 zeigen das Schicksal von Christina, einem Mädchen aus einer Schaustellerfamilie, das an ein Pastorenpaar verkauft wird. Aus vielen verschiedenen Perspektiven erzählt, erhält man einen umfassenden Einblick in die Lebenswirklichkeit von Frauen und Männern, Arm und Reich, Ende des 19./ Anfang des 20. Jahrhunderts und ein lebendiges Abbild der damaligen Zeit. Die Orte, ob einfache Wohnungen im schmutzigen Arbeiterviertel, die prunkvolle Villa am Feenteich oder die gesundheitsgefährdenden Fabriken in Hamburg, werden leicht vorstellbar und sorgen für eine zum Zeitgeist passende Atmosphäre. Der Kontrast aus Arm und Reich und den unterschiedlichen Erwartungen ans Leben sind eindrücklich dargestellt. Die Geschichte ist dramatisch und spannend. Die Schicksale sind berührend, der ungewisse Verlauf ihrer Lebenswege, die sich gerade an einem Scheideweg befinden, sorgen für einen anhaltenden Lesesog. Dabei werden die fiktiven persönlichen Geschichten gelungen mit den vorherrschenden tatsächlichen gesellschaftlichen Problemen verbunden. Es geht um Lügen und Geheimnisse innerhalb der Familien, um Arbeitskampf und Frauenrechte sowie den Kampf um Freiheit und ein selbstbestimmtes Leben. Inhaltlich vielschichtig und mit viel Empathie für die handelnden Personen steht dieser Auftaktband den vorigen Bestseller-Reihen in nichts nach - und endet wiederum gemein offen. Um zu erfahren, wie es mit Alice und John, Rosa, Theodor, Blanche und allen anderen (lieb gewonnen) Figuren weitergeht, lässt am liebsten gleich zu Band 2 "Im Nordlicht" greifen, der bereits erschienen ist.
Bewertung
aus Hamm
5/5
28.05.2025
Buch (Taschenbuch)
Tolle Geschichte
Konnte das Buch und auch die Fortsetzung nicht aus den Händen legen. Schade, dass es keinen dritten Teil gibt. Bin ein großer Fan von Miriam Georgs Büchern und freue mich schon auf ihren nächsten Roman
Bewertung
5/5
17.02.2025
Buch (Taschenbuch)
Bewegend und eindrucksvoll!
Ein wunderschönes und fesselndes Buch, das den Leser 100 Jahre in die Vergangenheit teleportiert! Hier geht es um Alice, die gemeinsam mit ihrem Kind häusliche Gewalt erlebt; und wie sich ihr Schicksal entwickelt. Die Autorin hat sich mit dieser Geschichte wirklich selbst übertroffen, ich war davon begeistert, wie gut man sich in die Charaktere hineinversetzen konnte und wie sehr ich mitgefühlt und mitgefiebert habe. Zudem fand ich es super, wie das Setting geschrieben wurde; beim Lesen fühlt es sich wirklich so an, als wäre man bei Alice und würde das Geschehen miterleben. Ich bin schon sehr gespannt auf den nächsten Teil!
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