Ein Buch wie eine persönliche Begegnung. Benedict Wells erzählt von der Faszination des Schreibens und gibt einen tiefen Einblick in sein Leben, von seiner Kindheit bis zu seinen ersten Veröffentlichungen. Anhand eigener und anderer Werke zeigt er anschaulich, wie ein Roman entsteht, was fesselnde Geschichten ausmacht und wie man mit Rückschlägen umgeht. Ein berührendes, lebenskluges und humorvolles Buch - für alle, die Literatur lieben oder selbst schreiben wollen. Mit einem neuen Kapitel über künstliche Intelligenz und noch mehr Literaturempfehlungen.
Kundinnen und Kunden meinen
4.6/5.0
Cha
aus Baden-Baden
5/5
31.07.2024
eBook (ePUB)
Lang ersehnt
Da ich die Geschichten von Benedict Wells immer sehr gerne gelesen habe, war ich auf dieses Buch von ihm über sein Schreiben sehr gespannt. Den Aufbau fand ich sehr logisch und schlüssig, zuerst erzählt der Autor über sein Leben, wie er zum Schreiben gekommen ist und seinen Weg bis zu den Veröffentlichungen. Das fand ich besonders ermutigend und hilfreich zu Lesen, dass auch so ein mittlerweile bekannter und erfolgreicher Autor seine Schwierigkeiten hatte. Und danach folgt der größere Teil mit praktischen Tipps und Erzählungen konkret zum Schreiben. Auch hier fand ich die Aufteilung in die verschiedenen Kategorien hilfreich und überhaupt fand ich viel davon sehr hilfreich. Was mir ganz besonders in Erinnerung geblieben ist, weil es auch immer wieder thematisiert wurde, ist, dass kein Text von Anfang an perfekt ist, auch große Autor*innen schreiben schreckliche Erstfassungen und das ist kein Fehler, sondern notwendig, um daraus den besseren Text herauszuarbeiten.
Bewertung
aus Dortmund
4/5
26.08.2024
eBook (ePUB)
Interessant
Dieses war tatsächlich mein erstes Buch von Benedict Wells – und ich fand den ersten Teil, in dem er über sein bisheriges Leben berichtet, sehr interessant, sogar spannend.
Der zweite Teil – die Werkstatt – hat mich jetzt weniger angesprochen, weil ich nicht das Bedürfnis verspüre, ein Buch zu schreiben.
Ich fand seine Schreibweise recht erfrischend, wenn auch gelegentlich mit sprachlichen „Unglücken“. Vielleicht ist das ja seine Art, aber schriftlich kommt es merkwürdig rüber.
Dieses Buch würde ich als Einstieg für Leser empfehlen, die etwas über den Autor wissen wollen (und angehende Schriftsteller); dann kann man ja immer noch entscheiden, ob man seine anderen Bücher auch lesen möchte.
Bewertung
aus Quickborn
3/5
03.08.2024
eBook (ePUB)
Schlecht Gendern kann er gut
Ich habe bisher noch kein Buch von Benedict Wells gelesen, es mag an den Themen liegen oder an der Menge der Bücher, die jährlich erscheinen. Auch wer gerne liest, schafft nicht alles. Also dachte ich mir, wenn dieser Autor nun übers Schreiben schreibt, warum nicht, das interessiert mich, und will ich wissen, wie er es geschafft hat, zum berühmten Diogenes Verlag zu kommen. Ich erfuhr: es war ein steiniger Weg. Aber er war erfolgreich und unterdessen sind seit 2008 so einige Romane von Wells über den Ladentisch gegangen und in unfassbar viele Sprachen übersetzt worden. Wenn so viele ihn mögen, muss doch etwas dran sein, war da mein Gedanke. Ich glaube, das stimmt sogar, dieser Benedict Wells kann schreiben, er schreibt schnell lesbare und flüssige Texte, streut Ironie und Selbstkritik ein – hier im beschriebenen Buch ist das jedenfalls so. Und er erzählt ein bisschen von seiner Familiengeschichte und seiner eigenen Biografie. Etwas ungewöhnlich ist diese, besser gesagt, dieses Künstlerleben fällt schon aus der Reihe. Besonders seine Kindheit und Jugend ist halbvoll von unangenehmen Erlebnissen, aber der Liebe zu den Eltern tut das keinen Abbruch, und das Aufwachsen in Internaten ist gewiss prägend für sein späteres Dasein.
Was mich zumindest innig mit Wells verbindet, ist seine Leidenschaft für John Irving. Ich las Das Hotel New Hampshire und andere Romane mit Ende 20 im Original und konnte nie mehr von Irving lassen.
Wells lässt den Leser also hinter seinen Vorhang schauen und es macht auch Spaß, ihm zu folgen, wäre da nicht das permanente Gendern, das mich bei der Lektüre total aus der Bahn geworfen hat.
Das Buch strotzt von „Autor:innen, Leser:innen, Anfänger:innen, …“, als ich dann die Danksagung erreicht hatte, kam es ganz dicke „Liebe Diogenes:innen“…“. Die geschlechtergerechten Partizipialkonstruktionen erwähne ich gar nicht erst. Mir tut das jedenfalls in meiner deutschen Bücherseele weh, dieses Buch so verhunzt zu sehen. Wells bezieht sich u. a. in seinen Erinnerungen auch auf einen Spiegel-Artikel von Verena Carl vom 26.09.2004. Zu der Zeit wurde aber noch nicht gegendert, Zitat aus dem Artikel von Carl: „Auf den ersten Blick schon: Jungautoren mit Substanz wie Judith Hermann haben sich gehalten, um literarische Dampfplauderer ist es nicht weiter schade.“ Die Erwähnung von „Jungautoren war damals noch legitim, selbst wenn es um weibliche Autoren ging. Wells impliziert so, dass das Gendern ihm eigentlich fast angeboren ist. Empfinde ich als Verfälschung. Zumindest gab es beim jungen Wells noch ein „Studentenleben“!
Wells hat wirklich kluge Gedanken geäußert, gerade im zweiten Teil könnten potentielle Schriftsteller so einiges lernen, das fürs Erstlingswerk sehr wichtig wäre, auch wenn mir nicht alles, was er empfiehlt, praktikabel erscheint.
Wells hat dann doch noch den Bogen gekriegt, wenn er schreibt: „Oder wie der Sprachkritiker Wolf Schneider sagt: »Beim Text muss sich einer quälen, der Absender oder der Empfänger. Besser ist, der Absender quält sich.«“ Bei mir war es wohl eher umgekehrt.
Mir hat tatsächlich der erste, aufschlussreiche biografische Teil sehr gefallen, aber richtig am gesamten Buch freuen kann ich mich nicht. Schade.
Aber: man soll das Kind nicht mit dem Bade ausschütten, deshalb habe ich mir nun „Hard Land“ gekauft, um den Romanautoren Benedict Wells besser kennenzulernen. Es ist zwar als „Jugendbuch“ bekannt geworden, aber das stört mich auch im Alter nicht! Und im Gegensatz zu dem hier rezensierten Sachbuch fand ich in seinem Roman zumindest auf den ersten dreißig, vierzig Seiten keinen Gender-Doppelpunkt. Wie er mir inhaltlich gefällt, werde ich in einer anderen Rezension schreiben. Dass mich der Schreibstil von Wells sehr anspricht, habe ich ja schon erwähnt.
#DieGeschichteninuns #NetGalleyDE
3 Sterne, mehr werden es trotzdem nicht.
Kaffeeelse
Thalia Book Circle Community
5/5
19.05.2026
Hörbuch-Download (MP3)
Rückblicke auf das eigene Tun
Benedict Wells, ja, was soll ich sagen. Ich kenne bisher das umwerfende „Vom Ende der Einsamkeit“ und auch „HardLand“, bin begeistert von seinem Tun. So reizt mich dieses neue Buch des Autors natürlich selbstredend.
Und auch hier schafft es der Autor wieder mich zu Tränen zu rühren. Doch diesmal fließen sie nicht aus der Trauer heraus, wie bei dem fulminanten „Vom Ende der Einsamkeit“ (an Alle, unbedingt Lesen!!!), nein, sie fließen vor Freude. Der Autor schildert seine Freude bei seinem Verlag aufgenommen zu werden völlig überzeugend und ich freue mich mit ihm.
Auch sonst ist „Die Geschichten in uns“ ein absolut positives Buch. Der Autor reflektiert sein bisheriges Tun, ist dabei sehr kritisch. Ich bin nach seiner Kritik sehr neugierig, wie seine weiteren Bücher von mir aufgenommen werden. Aber ebenso strotzt dieses Buch von vielen Informationen zum Thema Schreiben, enthält Tipps und hilfreiche Blickwinkel aus den Augen von Benedict Wells.
Aber nicht nur dies. Wells nennt die Werke, die ihn beeinflusst haben und so wächst in mir bei der Lektüre natürlich eine Leseliste. Was aber dennoch lustig ist, denn ich weiß ehrlich gesagt nicht, wann man diese noch einbauen sollte. Aber gut, irgendwann kommt ja vielleicht die Rente und dann gibt’s ja bekanntlich mehr Lesezeit. Also hoffe ich. Denn Rentner haben ja niemals Zeit. Ich bin gespannt, wer diese Anspielung versteht. Der Hintergrund dazu basiert auf einer Cosy-Fernsehreihe einer vergangenen Zeit in einem vergangenen Land.
Wer das Schreiben mag und vielleicht noch mit etwas anderem kokettiert, sollte unbedingt zu diesem Buch greifen. Es lohnt sich!
Das Hörbuch ist eine Autorenlesung und so ist man diesem richtig guten Autor gefühlt noch näher und seine Stimme gefällt mir sehr gut. Auch als Hörbuch ist dieses so wunderbare Buch ein Tipp. Lesen und Hören!
Bewertung
aus München
5/5
31.12.2025
Buch (Gebundene Ausgabe)
wunderbar
Dieses Hörbuch passt wunderbar in die letzten Wochen des Jahres. Nachdenklich und klug erzählt Benedict Wells von Benedict Wells und seinem Inneren, seinem Arbeiten, seinen Befindlichkeiten dabei. Das hat so viel Tiefe und ist so interessant, das hat mich dann doch überrascht. Es ist kein trockenes Sachbuch und auch keine Selbtbeweihräucherung oder Biographie. Man hat das Gefühl, der Autor spricht mit dem Leser und erklärt ein wenig, wie er zu seinen Geschichte kommt. Oder besser, wie sie ihn finden. Und was er daraus für sich selber ziehen kann. Das macht ihn richtig sympathisch und nahbar. Schön auch, dass er selber das Hörbuch liest.
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5/5
18.10.2024
Buch (Gebundene Ausgabe)
Obwohl Wells hier keinen Roman...
Obwohl Wells hier keinen Roman präsentiert, sondern eben ein Buch über das Schreiben eines Solchen, hat er mich total in seinen Bann gezogen. Das Buch war sehr fesselnd und interessant. Fast schon eine kleine Kulturgeschichte der Literatur mit tollen Erkenntnissen. Einfach gut!
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