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Arno Geiger

1. Reise nach Laredo

Reise nach Laredo

Gesprochen von
136
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Beschreibung

Produktdetails

Family Sharing

Ja

Gesprochen von

Matthias Brandt

Spieldauer

7 Stunden und 41 Minuten

Abo-Fähigkeit

Ja

Erscheinungsdatum

19.08.2024

Hörtyp

Lesung

Fassung

ungekürzt

Medium

MP3

Anzahl Dateien

118

Verlag

Hörbuch Hamburg

Sprache

Deutsch

EAN

9783844939880

Beschreibung

Produktdetails

Family Sharing

Ja

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Gesprochen von

Matthias Brandt

Spieldauer

7 Stunden und 41 Minuten

Abo-Fähigkeit

Ja

Erscheinungsdatum

19.08.2024

Hörtyp

Lesung

Fassung

ungekürzt

Medium

MP3

Anzahl Dateien

118

Verlag

Hörbuch Hamburg

Sprache

Deutsch

EAN

9783844939880

Herstelleradresse

Hörbuch Hamburg HHV GmbH
Völckersstr. 18
22765 Hamburg
Deutschland
Email: info@hoerbuch-hamburg.de
Url: www.hoerbuch-hamburg.de
Telephone: +49 40 89720780
Fax: +49 40 897207810

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  • drawe

    aus Landau

    5/5

    29.08.2024

    Hörbuch-Download

    In jedem Menschen steckt ein zurückgetretener König.

    Mein Hör-Eindruck: 1558. Kaiser Karl V., der mächtige Kaiser, in dessen Reich die Sonne niemals unterging, hatte sich nach seiner Resignation in die Einsamkeit der Extremadura zurückgezogen. Dort begegnet ihm nun der Leser, aber von Glanz, Macht und universalem Kaisertum kann keine Rede sein. Karl ist ausgebrannt, hinfällig, von Krankheiten gezeichnet, hilfsbedürftig, vereinsamt, und umgeben von einem Hofstaat, der nur auf seinen Tod wartet. Karl aber will ergründen, wer er eigentlich ist. Welcher Mensch befindet sich unter der Krone? Wer ist er, wenn er nicht mehr Kaiser ist? Sein Beichtvater empfiehlt ihm Gebete und Kontemplation, aber damit kommt Karl nicht weiter, und so entschließt er sich kurzerhand für einen Ausbruch. Er will nach Laredo, ans Meer, zusammen mit dem kleinen Pagen Geronimo, seinem illegitimen Sohn. Und so besteigen die Beiden nachts ihre Reittiere und brechen auf. Nein, kein medizinisches Wunder. Dem Leser wird schnell klar, dass diese Reise nicht real ist. Geiger wendet den schönen Kniff der Zeitdehnung an: die Zeit dehnt sich in Karls Visionen, und der Leser erhält Einblick in die Gedankenwelt dieses sterbenden Menschen. Es ist eine abenteuerliche Reise, die Karl und das Kind unternehmen, und je einsamer und monotoner die äußere Landschaft wird, umso mehr wendet sich Karls Blick in sein Inneres. Der Mensch, der vom König übriggeblieben war, vergisst nun die halsstarrigen Päpste, die Vertragsbrüche Frankreichs, die Reichstage in Deutschland, Luthers Thesen und die ganzen Wirren und Kämpfe seiner Zeit. „Wozu das Ganze?“ Stattdessen wendet er sich den Dingen seiner nahen Umgebung zu. Hier ist es vor allem das Kind und sein freudiges Staunen, das ihn fasziniert. Das Kind lebt nur im Moment und geht voller Neugier in jeden Tag seines Lebens, und damit ist es ein Gegenbild zu Karl, der Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft im Blick haben musste. Karl erlebt auf seiner Reise das Leben mit seinen Freuden, aber auch mit seiner Niedertracht. Und vor allem erlebt er menschliche Zuneigung und kann am Ende seines Lebens feststellen: „Der Tod kann schön sein, wenn man gelebt hat.“ Geiger vermengt die beiden Erzählebenen schlüssig und einfach nur meisterhaft: manchmal hört Karl die Stimme des Priesters, sein schmerzender Körper meldet sich, er empfindet Berührungen, zudem ist er sich ständig der Nähe seines Todes bewusst, und am Schluss werden beide Erzählebenen souverän und erhellend zueinander geführt. Ein historischer Roman? Geiger vermeidet bewusst historisierende Wendungen, wenn er z. B. das neuzeitliche „Sie“ für die Ansprache benutzt und damit das Thema der Selbstfindung in unsere Zeit rückt. Gelegentliche Wortspielereien wie Chiasmen fand ich zwar gewollt, aber das schmälert der Gesamteindruck nicht. Das Hörbuch wird eingelesen von Matthias Brandt, und es ist ein Geschenk, ihm zuzuhören. Sein Vorlesen ist bis ins Detail durchdacht, jede Stimm-Nuance, jedes kleine Verzögern, jede Betonung interpretieren den Text und erleichtern dem Hörer den Zugang.

  • Lianne

    4/5

    04.09.2024

    Hörbuch-Download

    Eine letzte Reise

    „Der Tod könnte schön sein, wenn man gelebt hat“ -ein Satz, der mehrfach im Buch fällt und sehr für Karls empfinden steht. Karl ist ein zurückgetretener Herrscher, hat die Kronen niedergelegt und sich in seinem gebrechlichen Zustand von Krankheit gezeichnet in ein Kloster zurückgezogen. Doch dort findet er nicht die letzte Ruhe, sondern macht sich noch einmal auf eine Reise, mit Pferd und Maultier und einem Jungen, der nicht weiß, dass er Karls Sohn ist. Es war mein erstes Buch des Autoren und ich bin von der Poesie und Bildhaftigkeit seiner Worte für das Leben allgemein begeistert. Dennoch konnte mich diese Geschichte an sich nicht packen. Aber einige Sätze, werden mir stark in Erinnerung bleiben, denn sie stehen für so viel mehr als für Karl und seiner letzten Reise.

  • brauneye29

    aus Wachtendonk

    4/5

    21.08.2024

    Hörbuch-Download

    Interessantes Buch

    Zum Inhalt: Eigentlich hat Karl nur noch eins vor, in dem abgelegenen Kloster in Spanien auf den Tod zu warten nachdem er krankheitsbedingt abgedankt hat. Als er dem elfjährigen Geronimo begegnet erwächst der Plan sich mit Pferd und Maulesel auf eine Reise zu begeben und so starten sie nach Laredo. Und es wird für Karl eine Reise der Erkenntnisse. Meine Meinung: Das Buch hat einfach Charme. Karl, der in seinem Leben natürlich vieles hatte wie Macht zum Beispiel lernt auf der Reise so vieles kennen, was er in seinem Leben nicht kannte wie Freundschaft oder auch Freiheit, weil er natürlich in seinem Amt auch gefangen war. Gerade das Zusammenspiel vom kranken Karl und dem agilen und jungen Geronimo hat mit gut gefallen. Immer wieder gibt es überraschende Momente auf der Reise. Natürlich ist nicht jedes Erlebnis oder Abenteuer auf der Reise für den kranken Karl zu meistern, aber es finden sich immer wieder Wege. Das Buch hat einen melancholischen Touch und hat sich als Hörbuch sehr gut hören lassen. Fazit: Interessantes Buch

  • Bewertung

    aus Bielefeld

    5/5

    17.11.2024

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    was ist Glück

    Im Jahr 1558 verweilt der zurückgetretene Kaiser Karl der fünfte bereits seit 1 1/2 Jahren im Kloster im spanischen Yuste. Er siecht dahin und seine Bediensteten, sein Arzt, sein Sekretär, alle um ihn herum warten auf seinen Tod um wieder frei zu sein. Für Karl selbst ist seine einzige Freude, im Garten zu sitzen. Von dort sieht er den elfjährigen Geronimo, seinen Sohn, der nicht weiß, dass der ehemalige Kaiser sein Vater ist. Beiden ist langweilig. Karl möchte ausbrechen aus seiner klösterlichen Enge und den Vorschriften. Er bittet Geronimo um Hilfe um sein Ziel, Laredo im Norden Spaniens, zu erreichen. Mit seiner Armbrust, einem Pferd und einem Maulesel machen sie sich auf den beschwerlichen Weg. Hilfe bekommen sie von dem Geschwisterpaar Honza und Angelita, die der geächteten Gruppe der Cagots angehörten. Im Laufe ihrer gemeinsamen Reise sind sie Gefahren ausgesetzt, die für Karl völlig fremd sind. Während seines abgeschirmten Lebens hat er das Leben der einfachen Bevölkerung nicht kennengelernt. Auf der Reise erfährt Karl was Liebe und Zuneigung bedeutet, wie man ums Überleben kämpfen muss und was Glück ist und er erinnert sich an sein privilegiertes Leben, an seine Lehrer, seine geliebte und früh verstorbene Frau, seinen Umgang mit seinen Kindern. Der Roman ist phantasievoll, poetisch und mit viel Lebensweisheit geschrieben.

  • Bewertung

    5/5

    06.11.2024

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    So schön kann Sprache sein!!!

    So schön kann Sprache sein. Das weiß man eigentlich, wenn man ein neues Werk von Arno Geiger in Händen hält. Darauf ist bei Arno Geiger Verlass! So auch in seinem neuen Roman "Reise nach Laredo". Und eine zweite Gewissheit bei diesem Autor: Ungewöhnliche Gedanken, neue Perspektiven des Nachdenkens eröffnend, Reflexionslust auslösend - eine Bereicherung. Und was will man als Leser:in also mehr, als eine schöne Sprache, angereichert mit weiterführenden Gedanken, genießen zu können? So war für mich - zugegebenermaßen - die reine Handlung eher zweitrangig. König Karl hat abgedankt; ihm ist es in der Einöde seines verfallenden Körpers, umsorgt von seinem 'Betreuungsteam', furchtbar langweilig; umgeben von einer Vielzahl von Uhren ist er umso mehr konfrontiert mit dem Zeitlichen. Sein Blick fällt auf Geronimo, den elfjährigen Jungen, sein uneheliches Kind. Karl beschließt mit dem Jungen an den Küstenort Laredo zu reisen - die Reise steht hierbei sinnbildlich für den (letzten) Aufbruch, dafür das Leben nocheinmal in Angriff zu nehmen, befreit aus allen vorherigen, einengenden Rollen; und das Meer als Ziel ist der Sehnsuchtsort, in dem sich die Schwere des Lebens und die Bedeutung des Individuums auflöst im Ewigen. Natürlich wird das eine oder andere Abenteuer erlebt und Karl lernt ihm bislang unbekannte Seiten von sich kennen; fast schon regt sich eine Lust am Leben. Ein unbedingt lesenswertes Buch!

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Bewertungen (136)

Unsere Meinungen

  • Zum Bewerterprofil von Walter Fürhacker

    Walter Fürhacker

    Thalia Salzburg – Europark

    Buchhändler*in

    5/5

    21.09.2024

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    BEZAUBERND!

    Ich habe dieses Buch mit großer Begeisterung gelesen. Karl, ein zurückgetretener, kranker König, beschließt eines Tages spontan mit Geronimo, einem 11-jährigen Jungen, Pferd und Maulesel zu satteln und ins Abenteuer nach Laredo zu reisen. Auf dieser aufregenden Reise beginnt Karl sein Leben zu reflektieren - er begegnet der Liebe, der Freundschaft und vor allem der Freiheit - Gefühle, die ihm in seinem Leben bisher fremd waren. Karl begegnet der Achtsamkeit, beginnt den Augenblick zu leben und findet schließlich das Glück. Arno Geiger schreibt nicht, er malt. Aus dem Gemälde seiner Fantasie tropfen seine farbenreichen Wort- und Sprachbilder direkt in das Herz des Lesers und der Leserin. Ein wunderbares Märchen, eine weise Abenteuergeschichte mit großem Tiefgang. Sehr empfehlenswert.

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