Die junge Honora war schon immer eine Außenseiterin in ihrem Dorf an der irischen Westküste. Es ist das Jahr 1849. Als die Hungersnot ihre Gemeinschaft mit brutaler Wucht trifft, schöpft sie genau aus ihrem Anderssein die Kraft zu überleben. Nachdem sie alles verloren hat, bricht sie auf nach Amerika, in der Hoffnung auf ein besseres Leben. Ihr Schicksal führt sie nach New York und bis in die Weiten der amerikanischen Prärie. Honora gibt nicht auf, ehe sie ihre Freiheit findet – und jemanden, der sie als das erkennt, was sie ist.
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4.3/5.0
sommerlese
5/5
01.01.2026
Buch (Taschenbuch)
Honoras Odyssee: Tragisch, bitter und auch poetisch schön!
Im Diogenes Verlag erscheint Jacqueline O´Mahonys Roman Sing, wilder Vogel, sing.
1849: In Irland herrscht die Zeit der großen Hungersnot. Auch im kleinen Dorf Dooloogh spielen sich schreckliche Tragödien menschlicher Schicksale ab, es gibt zahlreiche Tote und keine Aussicht auf Überleben. Dort lebt die junge Honora, die das Grauen und den Hungermarsch überlebt und ohne Unterstützung auf sich allein gestellt ist. Sie schmuggelt sich auf ein Schiff nach Amerika. Auch dort liegt das Glück nicht auf der Straße und sie muss weiterhin Not leiden. Doch sie gibt nicht auf und hofft und kämpft weiter für ihre Freiheit.
Was für eindringlich geschriebner, berührender und tragischer Roman, der einfach nur unter die Haut geht. An Honoras Seite erleben wir ihre verletzten Gefühle in ihrer Ehe, den Verlust ihres Kindes, die entsetzliche Hungersnot in Irland, schliesslich ihren Überlebenskampf als Einzige aus ihrem Dorf und ihren Kampf um Freiheit und ein wenig Glück auf Leben. Sehr eindringlich beschreibt die Autorin das schwierige Leben in dieser Zeit und zeigt damit auch, dass Honora nur eine Chance hat, die Flucht in ein besseres Leben in Amerika. Doch ihr Weg enthält viele Hürden und Stolperfallen, die ich bewegt und tief berührt mitverfolgt habe. Honoras gibt nicht auf, auch wenn sie in Amerika nicht das verheißene Glück erlebt, sondern Zwangsarbeit und Prostitution. Wie sie dennoch ihren Traum nach wahrer Freiheit weiter verfolgt, ist bewundernswert, bewegend und sehr spannend zu lesen.
O’Mahony zeigt in ihrer Geschichte die Parallelen zwischen ausgewanderten Iren und den vertriebenen indigenen Cayuse auf. Beide sind auf der Suche nach einer neuen Bleibe, einer Heimat, wo sie Wurzeln treiben können.
Neben den menschlichen Tragödien gibt es immer wieder poetisch wirkende bildhafte Landschaftsbeschreibungen und Eindrück aus der Prärie. In der Schönheit der Natur findet Honora Frieden und Kraft und auch ich hatte beim Lesen das Gefühl, diese Kraftorte zu brauchen, um das Gelesene verkraften zu können.
Mit diesem großartigen Roman beginnt mein neues Lesejahr. Ein echtes Highlight, das mir noch lange in Erinnerung bleiben wird.
sommerlese
5/5
01.01.2026
Buch (Taschenbuch)
Honoras Odyssee: Tragisch,…
Honoras Odyssee: Tragisch, bitter und auch poetisch schön! Im Diogenes Verlag erscheint Jacqueline O´Mahonys Roman Sing, wilder Vogel, sing. 1849: In Irland herrscht die Zeit der großen Hungersnot. Auch im kleinen Dorf Dooloogh spielen sich schreckliche Tragödien menschlicher Schicksale ab, es gibt zahlreiche Tote und keine Aussicht auf Überleben. Dort lebt die junge Honora, die das Grauen und den Hungermarsch überlebt und ohne Unterstützung auf sich allein gestellt ist. Sie schmuggelt sich auf ein Schiff nach Amerika. Auch dort liegt das Glück nicht auf der Straße und sie muss weiterhin Not leiden. Doch sie gibt nicht auf und hofft und kämpft weiter für ihre Freiheit. Was für eindringlich geschriebner, berührender und tragischer Roman, der einfach nur unter die Haut geht. An Honoras Seite erleben wir ihre verletzten Gefühle in ihrer Ehe, den Verlust ihres Kindes, die entsetzliche Hungersnot in Irland, schliesslich ihren Überlebenskampf als Einzige aus ihrem Dorf und ihren Kampf um Freiheit und ein wenig Glück auf Leben. Sehr eindringlich beschreibt die Autorin das schwierige Leben in dieser Zeit und zeigt damit auch, dass Honora nur eine Chance hat, die Flucht in ein besseres Leben in Amerika. Doch ihr Weg enthält viele Hürden und Stolperfallen, die ich bewegt und tief berührt mitverfolgt habe. Honoras gibt nicht auf, auch wenn sie in Amerika nicht das verheißene Glück erlebt, sondern Zwangsarbeit und Prostitution. Wie sie dennoch ihren Traum nach wahrer Freiheit weiter verfolgt, ist bewundernswert, bewegend und sehr spannend zu lesen. O’Mahony zeigt in ihrer Geschichte die Parallelen zwischen ausgewanderten Iren und den vertriebenen indigenen Cayuse auf. Beide sind auf der Suche nach einer neuen Bleibe, einer Heimat, wo sie Wurzeln treiben können. Neben den menschlichen Tragödien gibt es immer wieder poetisch wirkende bildhafte Landschaftsbeschreibungen und Eindrück aus der Prärie. In der Schönheit der Natur findet Honora Frieden und Kraft und auch ich hatte beim Lesen das Gefühl, diese Kraftorte zu brauchen, um das Gelesene verkraften zu können. Mit diesem großartigen Roman beginnt mein neues Lesejahr. Ein echtes Highlight, das mir noch lange in Erinnerung bleiben wird.
kaffeeelse
aus D
5/5
15.12.2025
Buch (Gebundene Ausgabe)
Honoras Weg Sing, wilder…
Honoras Weg Sing, wilder Vogel, sing. Ein schöner Titel. Ja, dieses Singen, dieses Fliegen wollen, dieser Drang nach Freiheit. Ein wohl uns allen bekanntes Thema. Die Konventionen. Das Hamsterrad. Man kann daran zerbrechen. Oder man sucht sich seinen Weg. Für uns in unserem Jetzt ist diese Suche nach der Freiheit dank gewisser sozialer Errungenschaften ein nicht unmögliches Unterfangen. Ja, mit Einschränkungen. Aber wer das Eine will muss halt auch das Andere in Kauf nehmen. Oder man muss gehen, neu anfangen. Und sich neuen Unwägbarkeiten stellen. Dennoch ist auch dies nicht mit dieser Welt vor fast zweihundert Jahren vergleichbar. Und so kann man wohl Honora‘s Welt nicht mit dem Jetzt in einen Einklang bringen. Den Drang nach einer Freiheit aber schon. Nach dem Singen. Nach dem Fliegen. 1849. Irland. Die Zeit der Großen Hungersnot. Der Tod findet reichlich Nahrung. Und der Mensch zeigt sein düsteres Gesicht. Eroberer und Eroberte. Menschen erster und zweiter Klasse. Vermeintliche Überlegenheiten. Die zu einem Grauen führen. Hier in einem Blick auf die Tragödie von Dooloogh beispielhaft gezeichnet. Habe noch nie vorher davon gehört. Sicher wird es aber viele solcher Dramen gegeben haben, bei der großen Zahl von Toten in Irland ist dies zu vermuten. Denn der Mensch ist nun mal der Mensch. Honora überlebt eben dieses Grauen von Dooloogh, ist auf sich gestellt, ohne ein soziales Netz. Wobei dieses Netz eher grobmaschig war, da Honora etwas aus dem eng gestrickten weiblichen Rahmen fällt. Denn sie singt, sie fliegt. Vielleicht fällt ihr schon daher dieser weite Weg in die USA leichter, da sie ja schon früh das menschliche Wesen erkennen musste. Doch der Weg geht weiter, denn die Ostküste der USA ist nicht das Ziel von Honora. Es geht weiter in den Westen des Landes. Und hier passiert etwas, was mich innerlich aufglühen lässt. Die Autorin lässt Honora einem Mann der Cayuse begegnen. Und sie verflicht in dem Roman irisches Erleben mit dem Erleben der Indigenen. Zeigt Verbindungen der Indigenen der USA zu den Iren auf. Eroberte verbünden sich. Herrlich. Ich liebe es! Sehr! Genauso wie ich den Charakter der Honora liebe! Ein wunderbares Buch. Spannend, wunderbare Charaktere, eine abenteuerliche Handlung, eine Geschichte voller Wissen, eine absolut gelungene Mischung, die ich wirklich sehr empfehle! Unbedingt lesen!
Kaffeeelse
Thalia Book Circle Community
5/5
14.12.2025
Buch (Gebundene Ausgabe)
Honoras Weg
Sing, wilder Vogel, sing. Ein schöner Titel. Ja, dieses Singen, dieses Fliegen wollen, dieser Drang nach Freiheit. Ein wohl uns allen bekanntes Thema. Die Konventionen. Das Hamsterrad. Man kann daran zerbrechen. Oder man sucht sich seinen Weg. Für uns in unserem Jetzt ist diese Suche nach der Freiheit dank gewisser sozialer Errungenschaften ein nicht unmögliches Unterfangen. Ja, mit Einschränkungen. Aber wer das Eine will muss halt auch das Andere in Kauf nehmen. Oder man muss gehen, neu anfangen. Und sich neuen Unwägbarkeiten stellen. Dennoch ist auch dies nicht mit dieser Welt vor fast zweihundert Jahren vergleichbar. Und so kann man wohl Honora‘s Welt nicht mit dem Jetzt in einen Einklang bringen.
Den Drang nach einer Freiheit aber schon. Nach dem Singen. Nach dem Fliegen.
1849. Irland. Die Zeit der Großen Hungersnot. Der Tod findet reichlich Nahrung. Und der Mensch zeigt sein düsteres Gesicht. Eroberer und Eroberte. Menschen erster und zweiter Klasse. Vermeintliche Überlegenheiten. Die zu einem Grauen führen. Hier in einem Blick auf die Tragödie von Dooloogh beispielhaft gezeichnet. Habe noch nie vorher davon gehört. Sicher wird es aber viele solcher Dramen gegeben haben, bei der großen Zahl von Toten in Irland ist dies zu vermuten. Denn der Mensch ist nun mal der Mensch. Honora überlebt eben dieses Grauen von Dooloogh, ist auf sich gestellt, ohne ein soziales Netz. Wobei dieses Netz eher grobmaschig war, da Honora etwas aus dem eng gestrickten weiblichen Rahmen fällt. Denn sie singt, sie fliegt. Vielleicht fällt ihr schon daher dieser weite Weg in die USA leichter, da sie ja schon früh das menschliche Wesen erkennen musste. Doch der Weg geht weiter, denn die Ostküste der USA ist nicht das Ziel von Honora. Es geht weiter in den Westen des Landes. Und hier passiert etwas, was mich innerlich aufglühen lässt. Die Autorin lässt Honora einem Mann der Cayuse begegnen. Und sie verflicht in dem Roman irisches Erleben mit dem Erleben der Indigenen. Zeigt Verbindungen der Indigenen der USA zu den Iren auf. Eroberte verbünden sich. Herrlich. Ich liebe es! Sehr! Genauso wie ich den Charakter der Honora liebe!
Ein wunderbares Buch. Spannend, wunderbare Charaktere, eine abenteuerliche Handlung, eine Geschichte voller Wissen, eine absolut gelungene Mischung, die ich wirklich sehr empfehle! Unbedingt lesen!
mimitatis_buecherkiste
aus Krefeld
5/5
20.07.2025
Buch (Gebundene Ausgabe)
Zwischen den Welten
Honora war schon immer anders, in ihrem Zuhause, einem Dorf an der irischen Westküste, gilt sie als Außenseiterin. Als 1849 die Große Hungersnot ausbricht, verliert sie alles und macht sich auf den Weg nach Amerika, um dort ihre Freiheit zu finden.
Natürlich habe ich bereits einige Bücher über die Hungersnot in Irland gelesen, von der Tragödie in Doolough, County Mayo, aber noch nie etwas gehört. Das Tal ist nach dem See Doo Lough (auf Irisch Dúloch - schwarzer See) benannt. Während der Großen Hungersnot in Irland passierte dort im Jahre 1849 eine Tragödie. Die ländlichen Gegenden hatten am stärksten zu kämpfen mit der Not, die meisten Iren litten nicht nur Hunger, sondern hatten ihr Heim sowie ihre Einnahmen verloren. Die sogenannte Poor Law sollte den ärmsten der Armen eine Grundversorgung ermöglichen und um zu vermeiden, dass diese an Menschen ausgegeben wurde, die nicht dazu gehörten, schickte die englische Regierung Abordnungen zur Kontrolle nach Irland. Am 30.03.1849 kamen zwei Abgeordnete in Louisburgh an, abends sollten sich die Bedürftigen versammeln, wenn sie weiterhin diese Zuwendungen erhalten wollten. Nach einer Essenseinladung in die über zwanzig Kilometer entfernte Delphi Lodge beschlossen die Abgeordneten, dass sie die Kontrolle am Folgetag dort abhalten würden. Die über sechshundert geschwächten Männer, Frauen und Kinder hatten keine Wahl, als die Nacht durchzumarschieren, wenn sie nicht die wenigen Almosen verlieren wollten, die kaum zum Überleben reichten. Wieviele Menschen das Ziel erreichten, ist unbekannt. Diejenigen, die es geschafft hatten, wurden jedoch mit leeren Händen zurückgeschickt, sie sollten sich erneut in Louisburgh einfinden. Nach Schätzungen starben bei und durch diesen Marsch über vierhundert Menschen durch Hunger und Erschöpfung, viele sind erfroren.
»Geschichten waren nur dann real, wenn sie erzählt wurden. Bei all den anderen, den verborgenen, nicht erzählten, nicht gehörten Geschichten - da war es, als wären die Dinge nie geschehen. Man konnte so tun als ob, oder die Ereignisse im Kopf so ummodeln, dass sie einem am Ende gefielen.« (Seite 115)
Als ich zu lesen anfing, brauchte ich einige Seiten, um reinzufinden ins Buch. Ich muss gestehen, dass mir anfangs nicht gefiel, was ich las, fast war ich versucht, das Buch auf die Seite zu legen. Zu meinem großen Glück habe ich das nicht getan und nur kurze Zeit später saß ich gebannt da und begleitete Honora auf ihrem Weg. Die Autorin hat rund um das Ereignis in Doolough eine Geschichte erzählt, die fast magisch war, und mir damit ein Lesevergnügen beschert, das unvergesslich bleiben wird - inklusive einem kleinen Splitter in meinem Herz. Wer erfahren möchte, welche Rolle das Volk der Cayuse, ein indianischer Stamm im heutigen US-Bundesstaat Oregon, dabei spielt und welche historische Verbindung es zwischen Iren und indigenen Amerikanern gibt, muss das Buch schon selbst lesen. Ich wünsche gute Unterhaltung. Es lohnt sich!
Irland im Jahr 1849. Mitten in der großen Hungersnot versucht die junge Honora gemeinsam mit ihrem Ehemann zu überleben. Honora war schon immer eine Außenseiterin in ihrem
Dorf an der irischen Westküste. Mit einem Fluch belastet, schöpft sie genau aus ihrem Anderssein die Kraft zu überleben. Doch nach einem schweren Schicksalsschlag, bricht sie wie Tausende ihrer Landsleute auf nach Amerika. In das Land der unbegrenzten Möglichkeiten. Doch auch in Amerika
muss sie um ihre Freiheit kämpfen und lernen ihre Vergangenheit loszulassen um Erfüllung zu finden.
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