Der große historische Roman des BuchpreisträgersNach den Bestsellern ›In Zeiten des abnehmenden Lichts‹ und ›Metropol‹: ein fulminanter Geschichtsroman über den verheerenden Ausbruch des Vesuvs 79 n. Christus – über Aufstieg und Fall, Wahrhaftigkeit und Lüge. Brillant und fesselnd erzählt von einem der bedeutendsten Schriftsteller der Gegenwart. Als auf einem Berg oberhalb der Stadt Pompeji tote Vögel gefunden werden, hat der Zuwanderer Jowna alias Josephus alias Josse eine Eingebung: Wenn da wirklich ein Vulkan grollt, wie von manchen behauptet wird, sollte man das Weite suchen. Ohne Schulbildung, Geld und Einfluss gelingt es ihm, sich an die Spitze einer Aussteigerbewegung zu setzen. Bald fürchtet das Stadtoberhaupt Fabius Rufus, die Vulkangerüchte könnten Pompeji schaden. Erst als sich ein paar wohlhabende Bürger für die Gründung einer neuen Siedlung zu interessieren beginnen, die in sicherer Entfernung am Fenster des Meeres liegt, schaltet sich Livia ein, die mächtigste Frau der Stadt. Allmählich wird der Aussteiger Josse zum Aufsteiger. Seine Weggefährten mit ihrer Schwäche für Fliegenpilzsud und Philosophie werden ihm zur Last, die eigenen Ideen fangen an, ihn zu stören. Doch wie wirft man Überzeugungen über Bord, ohne seine Anhängerschaft zu verprellen? Wie macht man eine Kehrtwende, ohne sich zu drehen?Eugen Ruges ›Pompeji‹ ist eine Erfindung, die auf geschichtlicher Wahrheit beruht und zugleich durch ihre Gegenwärtigkeit verblüfft: die Geschichte einer verhängnisvollen Verblendung im Vorfeld einer Katastrophe. Eine schillernde Parabel über Verführbarkeit, Verrat und Wahn.
Kundinnen und Kunden meinen
4.0/5.0
Angela K
aus Hamburg
5/5
29.01.2024
Buch (Taschenbuch)
Klug und unterhaltsam
Ein großartiges Buch. Es ist nicht nur sehr unterhaltsam, sondern auch lehrreich bezüglich Kommunikation und Manipulation. Theorien der Persuasion können hier an vielen Beispielen trefflich analysiert werden.
Bewertung
Book Circle Community
3/5
24.10.2024
Buch (Taschenbuch)
Historisch aber allzu bekannt
Pompeji erzählt die Geschichte des Emporkömmlings Jowna. Er beginnt seine Reise als mittelloser junger Mann, der zu Beginn nur per Zufall in die Kreise der Einflussreichen hineinrutscht. Bald lernt er aber, seine Talente - Charisma und mehr oder weniger Rhetorik - zu seinem Nutzen einzusetzen und sich so in den Reihen der Mächtigsten Pomejis hochzuschummeln. Dabei sind seine Werte, Moralvorstellungen und Loyalitäten so wandelbar wie der Wind - jedoch nicht wie das unumgängliche Ende der Geschichte. Denn während sich alle darum streiten, ob sie nun tatsächlich auf einem gefährlichen Vulkan sitzen oder nicht und dabei Politik und Einfluss die obersten Prioritäten haben, brodelt es unter der Oberfläche schon lange.
Rugen erzählt mit einer präzisen Sprachgewalt, wie die Menschen oft nur auf ihren eigenen Vorteil bedacht sind und dabei nur zu gerne die Augen vor der nahenden Katastrophe verschliessen. Egal ob sie so ihre Mitmenschen in den Untergang hineinreissen.
Während sich der Roman historisch gibt, erinnert er uns zu oft auf unangenehme Weise an die eigene Gegenwart. Manchmal leider auch nicht ganz so subtil. Dennoch stellt sich den Lesenden die Frage: Gelingt es wenigstens uns - im Gegensatz zu den Bewohner\*innen Pompejis - die Augen noch rechtzeitig vor dem sich abzeichnenden Untergang zu öffnen?
Galladan
aus Niederrhein
5/5
14.06.2023
Hörbuch-Download
Intrigen auf dem Vulkan
Pompeji oder Die fünf reden des Jowna von Eugen Ruge, gelesen von Ulrich Noethen, erschienen im Argon Verlag, als ungekürzte Hörbuchausgabe am 24. Mai 2023.
Jownas Familie ist eingewandert nach Pompeji, aber die Metzgerei lief nicht und nach dem frühen Tod des Vaters, verbringt der Junge seine Zeit damit sich sportlich zu betätigen und mit seiner Bande Verbindungen zu Frauen her zu stellen. Dazu gehen sie zu einem Verein, der sich vordergründig als Vogelfreunde bezeichnet, bei dem es sich aber um die Neugründung eines Philosophenvereins handelt, da Philosophenvereine gerade verboten wurden. Dort erklärt ein Grieche, warum das kürzlich stattgefundene Erdbeben und noch einige weitere Vorzeichen, darauf hindeuten, dass sie Pompeji auf einem aktiven Vulkan befindet. Jowna hält die Erklärungen für richtig und beginnt eine Gruppe um sich zu scharen, die außerhalb von Pompeji eine neue Stadt gründen wollen, um der Gefahr zu entgehen. Das ruft die mächtige Livia Numistria auf den Plan, da mit der Gefahr auf einem Vulkan zu leben die Immobilienpreise fallen.
Es ist nun kein Geheimnis wie die Geschichte endet, aber der Weg dahin ist einfach grandios von Eugen Ruge erfunden. Ja, es gibt geschichtlich verbürgte Personen, aber die Namensgebende Person, Jowna, ist frei erfunden und doch so real, es könnte sein, dass wir ihn aus dem 21. Jahrhundert ganz an den Beginn der Zeitrechnung verschoben haben. Die Geschichte wertet nicht, lässt uns aber daran teilhaben, wie sich so manche Geschichte entwickelt. Da gibt es Fakten, die sehr deutlich darauf hinweisen, dass es einen aktiven Vulkan gibt, der droht auszubrechen. Das interessiert die Bürger und Politiker nicht. Jeder versucht noch möglichst viel Geld aus der Sache zu ziehen, von Mietwucher über den Erwerb öffentlicher Betriebe, die dann durch Zuschüsse derer denen sie gehört haben, renoviert werden sollen, Es gibt seltsame Sekten, man fühlt sich manchmal etwas an Monty Python erinnert, und die Menschen ignorieren die Vorzeichen, nehmen sie anders wahr, oder im Fall Jowna, vollführen so schnelle Sinneswandlungen, dass einem fast schwindelig wird.
Für den Leser ist es natürlich einfach zu wissen, was richtig und was falsch ist. Immerhin sitzen wir an dem Teil, der weiß, wie die Sache ausgegangen ist. Man kann sicher annehmen, dass der Autor uns genau darauf stoßen will, ohne Partei ergreifen zu müssen oder jemandem auf die Füße zu treten.
Ulrich Noethen hat einen sehr guten Job gemacht und sein Herzblut in die vielen Charaktere laufen lassen. Klare Kaufempfehlung
Bewertung
5/5
07.06.2023
Buch (Gebundene Ausgabe)
Ruge hat in seinem Roman den römischen...
Ruge hat in seinem Roman den römischen Zeitgeist grandios eingefangen.
Die Wandlung eines Außenseiters zu einem anerkannten Redner war faszinierend zu beobachten und hat mir persönlich sehr gut gefallen.
Sursulapitschi
5/5
31.05.2023
Hörbuch-Download
Ein erlesener Spaß
Wie mag das Leben in Pompeji wohl gewesen sein, bevor die Stadt mit Mann und Maus verschüttet wurde? Hat niemand etwas bemerkt? Hätte man rechtzeitig fliehen können? Wäre die große Katastrophe vermeidbar gewesen?
Das weiß man alles nicht, aber Eugen Ruge bietet uns hier eine anschauliche Interpretation an.
Wir lernen eine Stadt kennen, die sich durch römische Dekadenz auszeichnet, sich aber nicht als römisch versteht. Eigentlich sind sie Samniten, die Bürger der Stadt, jedenfalls einige, und stehen den Neuerungen der Römer kritisch gegenüber, Besserwisser mit neumodischem Schnickschnack allesamt. Hier gibt es unterschiedlichste Interessengemeinschaften, politisch-weltanschaulich-sonstwie, Querdenker aller Art finden dort ein Publikum und Anhänger.
Da wächst Josse auf, ein gewitzter Metzgersohn und Lebenskünstler, der es schafft durch Charme, Eloquenz und Opportunismus in höchste Kreise aufzusteigen und aus dem harmlosen Vogelschutzverein eine politisch ernstzunehmende Größe zu schaffen. Die Warnungen der Vulkanisten werden verlacht, aber auch gefürchtet. Was, wenn da etwas dran ist?
Natürlich befinden wir uns im Jahr 830 nach Gründung der ewigen Stadt, 15 Jahre nach dem großen Beben, trotzdem springen einen überall kleine fiese Parallelen zur Gegenwart an, die zeigen was passiert, wenn man Warnungen nicht hört, weil es unbequem ist oder wirtschaftliche Nachteile bringt. Und woher soll man wissen, wem man Gehör schenken soll? Pythagogäer essen keine Bohnen, weil Pythagoras seinen Jüngern verboten hat, Bohnen zu essen. Sollte man vorsichtshalber Bohnen meiden oder lieber die Stadt verlassen?
Eugen Ruge macht gekonnt eine lang vergessene Zeit lebendig und stellt die unterschiedlichsten Figuren vor, zeichnet sie mit Licht und Schatten und herrlicher Ironie. Dieses Buch ist ein erlesener Spaß, sehr fein gemein.
Das Hörbuch wird von Ulrich Noethen ganz wunderbar gelesen. Er trifft genau diesen süffisanten Erzählton des Textes. Es dauert 9 Stunden und 11 Minuten.
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4/5
25.05.2023
Buch (Gebundene Ausgabe)
Altes Pompeji.
Ein Bild von der Stadt und ihren Einwohnern vor dem großen Vulkanausbruch.
Die Geschichte handelt vom Alltag der einfachen Menschen sowie Schelmen, Hochstaplern und Politikern, von der Gesellschaft, Wissenschaft und Liebe.
Sehr spannend und unterhaltsam erzählt, alles andere als ein verstaubter historischer Roman.
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