Mai im Mostviertel: Im Garten der Schallaburg wird die Skikaiserin Simone Schnell nach einer Modenschau tot aufgefunden - erdrosselt mit einer Dirndlschürze. Nach dem Ende ihrer aktiven Karriere hatte die berühmte Sportlerin mit zwei Jugendfreundinnen ein modernes Trachtenlabel gegründet. Rasch rückt die Modekonkurrenz ins Visier der Ermittlungen, doch auch ehemalige Teamkollegen und Familienmitglieder neideten der jungen Frau den Erfolg. Der Fall ist von höchster Brisanz, und als ein zweiter Mord geschieht, geraten Major Brandner und Inspektorin Lindner gehörig unter Druck.
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Dirndlmord im Mostviertler
NiWa am 31.07.2025
Bewertungsnummer: 2554983
Bewertet: Buch (Taschenbuch)
Die bekannte Schallaburg im Mostviertel wird zum Tatort. Die einst skifahrende Dirndl-Designerin Simone Schnell wird tot aufgefunden. Rasch ergibt sich ein Knäuel an Vermutungen, das es mit akribischer Polizeiarbeit aufzudröseln gilt.
„Mostviertler Kaiserin“ ist bereits der sechste Fall für Major Brandner. Auch diesmal bleibt sich Helmut Scharner treu, denn der Krimi überzeugt mit ehrlicher Ermittlungsarbeit, viel Gespür für die Region und einem angenehm unaufgeregten Erzählstil.
Der Mord an der „Skikaiserin“ Simone Schnell, die nach einer Modenschau auf der Schallaburg, mit einer Dirndlschürze erdrosselt, aufgefunden wird, gibt nur wenige Hinweise preis. Schwierig ist zudem, dass die Ermordete äußerst prominent ist und damit im Blickpunkt des öffentlichen Interesses steht.
Ich mag an der Reihe, dass es kaum künstlich erzeugte Spannung und selten Effekthascherei gibt, weil mir diese ruhige, glaubwürdige Entwicklung besonders liegt. Die Ermittlungen schreiten Schritt für Schritt voran, Indizien werden sorgfältig geprüft und emotionale Spannungen in Gesprächen mit oder zwischen Beteiligten werden fein beobachtet sowie glaubhaft dargestellt. Dabei stoßen Brandner und Lindner nicht nur auf Widerstände, sondern auch auf menschliche Abgründe. Dennoch kommt der Autor ohne großes Drama aus, indem er zu einer authentischen Intensität greift, die wie das echte Leben wirkt.
Ermittlungstechnisch steht Major Brandner erneut im Mittelpunkt. Die private Komponente seines Lebens wird auch in diesem Band nur am Rande behandelt, was ich sehr begrüße. Für mich reicht es vollkommen, wenn das Familienleben als Hintergrundrauschen vorhanden ist, ohne überhandzunehmen. Zudem ist Brandner ein Ermittler, der sich nicht, wie viele seiner Kriminalroman-Kollegen, im Elend einer zerstörten Existenz suhlt.
Zum zweiten Mal ist Annika Lindner an seiner Seite, die sich in der Zusammenarbeit immer mehr öffnet. Als junge Frau hat sie es nicht so einfach, sich in ihrer Rolle als Ermittlerin durchzusetzen. Manchmal liegt es an ihrem Umfeld, dann wieder an ihrer Einstellung. Man merkt ihr oftmals ihre Unsicherheit im Umgang mit beruflichen Situationen an, was sie, angesichts ihrer wenigen Dienstjahre, ebenso glaubwürdig macht.
Im Fall um die Mostviertler Kaiserin kommt es zu einer Konfrontation mit dem Bruder der Toten, der ausgesprochen unangenehm ist. Durch ihn zeigt der Autor auf bedrückende Weise, wie nachhaltig Männer Frauen unter Druck setzen können. Egal, ob es offene Drohungen, Herabwürdigung oder sexuelle Belästigung ist.
Neben der soliden Krimi-Handlung lebt "Mostviertler Kaiserin" einmal mehr von seiner tiefen regionalen Verankerung. Die Schallaburg als Tatort bringt einen Hauch historischen Flairs in den Fall, doch die eigentliche Ermittlungsarbeit spielt sich größtenteils in den Städten Amstetten und St. Pölten ab. Gerade die Passagen, die in meiner Heimatstadt Amstetten angesiedelt sind, fand ich gelungen. Ich wusste genau, wo wir uns befinden. Das ist wohl ein echter Mehrwert für Leser:innen mit Ortskenntnis. Das Kommissariat in St. Pölten wird ebenso atmosphärisch eingebunden und trägt zur regionalen Verortung des Romans bei.
Sprachlich bleibt Scharner seinem Stil treu. Er schreibt souverän, klar, mit einem Hauch trockenem Humor, der für mich besonders gut funktioniert. Es ist kein vordergründiges Witzeln, sondern ein verstecktes Augenzwinkern, das sich unaufdringlich durchzieht und dem Ton des Romans eine eigene Note verleiht.
Für Leser:innen, die realistische Regionalkrimis mit stimmigen Charakteren mögen, ist dieser Krimi bestens geeignet. "Mostviertler Kaiserin" ist für mich ein weiterer gelungener Band einer Reihe, die mir mit jedem Teil mehr gefällt. Schon jetzt freue ich mich, wenn in „Mostviertler Bauern“ der nächste Fall zwischen der Donau und dem Ötscher gelöst wird.
Kommissar Brandner im Mostviertel:
1) Mostviertler
2) Mostschlinge
3) Mostviertler Jagd
4) Mostbarone
5) Mostviertler Grafen
6) Mostviertler Kaiserin
7) Mostviertler Bauern
Spannender Krimi bis zum Schluss
Jürg K. am 09.03.2024
Bewertungsnummer: 2149444
Bewertet: Buch (Taschenbuch)
Dies ist der sechste fall von Kommissar Brandner. Die Skikaiserin Simone Schnell wird nach einer Modeschau im Garten der Schallaburg tot aufgefunden. Nach ihrer Karriere hat sie mit zwei Freundinnen ein Trachtenlabel gegründet. Dieser Fall hat höchste Brisanz, als ein zweiter Mord passiert, geraten Major Brandner und Inspektorin Lindner gehörig unter Druck. Als Leser wird man von Beginn an in das Geschehen miteinbezogen. Man liest und liest und dabei wird die Neugierde immer mehr geweckt. Wie und wer hat ein Interesse daran die Skikaiserin aus dem Weg zu räumen? Bei diesem Fall gibt es einige Verdächtige, die in Frage kommen könnten. Für mich ein spannender Regionalkrimi der wunderbar geeignet ist mitzuraten. Das Lesen ist beste Unterhaltung und interessant. Dieses Buch empfehle ich gerne weiter.
Meinung aus der Buchhandlung
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Major Leopold Brandner und Inspektorin Annika Lindner ermitteln in einem weiteren gemeinsamen Fall. Diesmal geht es um einen Mord an einer ehemaligen Schirennläuferin namens Simone Schnell. Nach dem Ende ihrer aktiven Schirennkarriere hat sie sich ein neues Standbein geschaffen. Sie versucht sich als Modedesignerin für ein Trachenlabel. Gemeinsam mit zwei Jugendfreundinnen ist sie dabei äußerst erfolgreich. Ihr bekannter Name als ehemaliger Teil des niederösterreichischen Damenschisports hat ihr Popularität in der Branche eingebracht. Das bringt viel Geld in die Geschäftskasse, aber auch Neider auf den Plan.
Als ihre Leiche im Innenhof der Schallaburg entdeckt wird, ist auch die Mordwaffe schnell gefunden. Es handelt sich um die Schürze eines Dirndlkleides. Das ist nicht weiter verwunderlich, zumal zum Todeszeitpunkt von Schnell eine Trachtenmodenschau präsentiert wurde. Als Haupteigentümerin der Modemarke „Schnell und Chic“ kam ihr sehr gelegen, dass die Hauptkonkurrenz mit Turbulenzen konfrontiert ist. Dies hat ihr und ihren beiden Geschäftspartnerinnen in die Hände gespielt. Doch auch innerhalb der Familie sind nicht alle Nahestehenden mit ihrem sportlichen und beruflichen Erfolg im Einklang.
Die anlaufenden Ermittlungen erweisen sich für das ungleiche Duo als äußert schwierig. Auch die Liste der Verdächtigen erscheint immer umfangreicher zu werden. Nicht nur Beteiligte der Konkurrenzfirma „Bauer Trachten“ sondern auch Mitglieder ihrer Familie sowie Angehörige ihrer Freundinnen hätten durchaus Interesse am frühen Ableben der einstigen Schikaiserin. Aber auch zusätzliche Hürden zum Lösen des Falls werden Brandner und Annika in den Weg gelegt. Ihr Vorgesetzter, Herr Böck, bekommt den Druck der Medien und der niederösterreichischen Landeshauptfrau zu spüren. Hinzu kommt dass Annika aufgrund ihrer optischen Erscheinung von vielen Verdächtigen nicht ernst genommen wird.
Die Schauplätze sind neben Göstling auch Amstetten, Waidhofen an der Ypps, die niederösterreichische Landeshauptstadt Sankt Pölten und Leopoldsdorf. Es ist nicht zwingend notwendig mit der Gegend vertraut zu sein. Vieles erklärt sich von selbst, auch wenn man über keine Ortskenntnisse verfügt. Auch das ungleiche Ermittlerduo konnte mich gänzlich überzeugen. Einerseits Leopold Brandner als verlässlicher, familientreuer Ermittler dem manchmal die Digitalisierung zu schaffen macht. Anderseits Annika Lindner die wegen ihrer lesbischen Beziehung und ihr auffälliges Erscheinungsbild als schwarz gekleidete Person nicht von allen in ihrem Umfeld ernst genommen wird. Genau so stelle ich mir eine Ermittlung im Jahr 2024 vor. Die Gesellschaft wird zunehmend diverser. Dies wirkt bis in die niederösterreichischen Provinz hinein. Schnell und leicht zu lesender Krimi mit viel Lokalkolorit. Freue mich schon auf den nächsten Fall der beiden Ermittler.
Es handelt sich hier um den 6ten Fall um Major Leopold Brandner. Die Ermittlerin Annika Lindner stieß erst kürzlich dazu, da der Kollege zum Regionalpolizisten von Waidhofen befördert wurde. Gibt aber immer wieder mal kleine Gastspiele im aktuellen Fall!
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