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Das Philosophenschiff Roman

115

25,50 €

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Beschreibung

Produktdetails

Verkaufsrang

22307

Einband

Gebundene Ausgabe

Erscheinungsdatum

29.01.2024

Verlag

Carl Hanser

Seitenzahl

224

Maße (L/B/H)

20,4/12,7/2,3 cm

Gewicht

322 g

Farbe

Seidengrau / Dunkelbraun

Auflage

9

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-446-27942-1

Beschreibung

Produktdetails

Verkaufsrang

22307

Einband

Gebundene Ausgabe

Erscheinungsdatum

29.01.2024

Verlag

Carl Hanser

Seitenzahl

224

Maße (L/B/H)

20,4/12,7/2,3 cm

Gewicht

322 g

Farbe

Seidengrau / Dunkelbraun

Auflage

9

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-446-27942-1

Herstelleradresse

Carl Hanser Verlag
Vilshofener Straße 10
81679 München
DE

Email: info@hanser.de

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  • Gesellschaftliche Betrachterin

    aus Großraum Halle (Saale)

    5/5

    28.09.2024

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    "You don’t need a weatherman to know which way the wind blows"

    Klare Leseempfehlung. Michael Köhlmeier nimmt uns mit in die Zeit der sozialrevolutionären Wirren in der Sowjetunion in der Phase des Übergangs der Macht von Lenin und Trotzki auf Stalin, basierend auf den Erinnerungen einer 100-jährigen (und damals 14-jährigen) Frau, die dem Autor aus dieser Zeit berichtet hat. Die Frau ist natürlich fiktiv und so fabuliert der Autor seine eigene Darbietung der Geschehnisse und Zusammenhänge um eine Gruppe von Menschen, die (so Trotzki) politisch unzuverlässig seien und sich eines Tages gegen die Revolution wenden würden. Und diese Darbietung ist bei Köhlmeier kurzweilig - zumal die charmante alte Dame ihre Geschichten öfter korrigiert - und konsequent pazifistisch. Wir begegnen Leonid Kannegiesser, der am 30. August 1918 in Petrograd den sowjetischen Volkskommissar Moissei Urizki erschoss, anschließend dämlicherweise mit dem Fahrrad flüchtete und natürlich gefasst wurde. Und war die sehbehinderte Fanny Kaplan wirklich in der Lage, ihrerseits an demselben Tage einen Attentatsversuch auf Lenin beim Verlassen einer Moskauer Fabrik zu unternehmen? Der gewaltsame Tod Urizkis und der fehlgeschlagene Mordanschlag auf Lenin wurden von den Bolschewiki zum Anlass und zur Rechtfertigung für die danach einsetzenden blutigen Verfolgungen solcher „politisch Unzuverlässigen“ genommen und wer nicht hingerichtet wurde, fand sich auf dem Philosophenschiff wieder. Und bei den historischen Zusammenstellungen mittels fiktiver und realer eingeflochtener Personen erfährt die begeisterte Leserin sogleich noch etwas über die linke militante Untergrundorganisation Weathermen, die unter anderem im Oktober 1969 in Chicago die „Days of Rage“ gegen den Vietnamkrieg organisierte.

  • Bewertung

    5/5

    15.09.2024

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Nominiert für den Deutschen Buchpreis, Longlist

    Ein neuer Köhlmeier. und dasnn gleich die Longlist zum Deutschen Buchpreis. Zurecht? Mit Sicherheit! Ein tolles Buch, welches uns von Anfang an fesselt. Die Idee mit der 100 jährigen Architektin, die ihre Biographie schreiben lassen will beinhaltet so viel Möglichkeiten zu fabulieren. Und der ausgesuchte Schriftsteller, dem nie einer glaubt und daher gut geeignet! Sicherlich mit augenzwinkern geschrieben. Und sehr schön die ausufernden Erzählungen von Anouk, der hundertjährigen. Sicher hat sie nicht so viel Gesprächspartner oder - partnerinnen. Gut beobachtet. Worum geht es in dem Buch? Lasst es euch nicht erzählen, sondern lest selber. Es lohnt sich!!!

  • Bewertung

    5/5

    04.03.2024

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Was ist wahr?

    Keine geradlinigen Erinnerungen sind es, die dem Erzähler da aufgetischt werden. So wie vielen Protagonisten nicht zu trauen ist, erzählt Anouk auch nicht immer ganz die Wahrheit. Vieles fügt sich oder wird im Laufe der Geschichte neu erzählt und bekommt eine zusätzliche Bedeutung. Und doch ein philosophisches Zeitbild mit vielen Bezügen zur Gegenwart.

  • Bewertung

    5/5

    02.03.2024

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Eine Leseerfahrung über eine revolutionäre Zeit voller Angst, Lügen, Verdrängungen und Grausamkeiten

    Der neue Roman von Michael Köhlmeier lässt die hundertjährige Architektin Anouk Perelman-Jacob über ihre Jugend erzählen. Ihre intellektuellen Eltern hatten in Paris im Exil auf freizügige avanguardistische Weise gelebt, eher in einer Dreierbeziehung. Als die Revolution in Russland ausbricht, kehren sie zurück. Die Geschichten werden mehrmals erzählt und variieren in ihrer Bedeutung. Am Anfang des Romans wird erwähnt, dass der interviewende Schriftsteller, es nicht so ernst mit der Wahrheit nimmt und bekannt dafür ist, erfundene Dinge mit in seine Geschichten einzuweben. Gerade deshalb habe Anouk ihn ausgewählt. Die gesprochene Sprache, die kurzen Sätze, die Wiederholungen und Abweichungen lassen das Gespräch zwischen dem Schriftsteller und der Hundertjährigen echt wirken. Man sitzt mit den beiden zusammen im Wohnzimmer, hört zu, wie die uralte Frau ihr Leben offenbart. Man isst zusammen, wird müde, der Schriftsteller möchte weg und bleibt dann doch. Was ist real an dieser Geschichte? Bei jeder erlebten und nacherzählten Geschichte ist das schwierig. Hier handelt es sich sogar um Erinnerungen, die schon fast hundert Jahre zurückliegen, aus einer höchst brisanten, gefährlichen Zeit. In so einer Zeit wird mehr gelogen und erdichtet, die Lüge wird lebensnotwendig. Im Nachhinein kann es dann schwer sein, zwischen Dichtung und Wahrheit auseinanderzuhalten. Die Frage entsteht, ist es hier überhaupt wichtig? In diesem Roman scheint es eher darum zu gehen, die Essenz der Zeit nahezubringen. Der ermordete Dichter und Liebhaber von Anouks Mutter Gumiljow wird zitiert, „dem Sein nahekommen“, darum gehe es hauptsächlich. Manchmal kann Dichtung reeller sein, als kalte Fakten. Die Eltern und Anouk werden von der Geheimpolizei abgeholt und auf einem Luxusdampfer mit anderen wenigen Intellektuellen zwangsausgewiesen. Nicht alle kommen auf dem Schiff an, einige werden umgebracht. “Niemand kam, um uns eine Erklärung zu geben“ (Zitat aus dem Roman). Das Schiff hält auf offenem Meer an. Die Ungewissheit, Todesangst, ist zum Atmen nahe. Niemand möchte die anderen kennenlernen, aus Angst beschuldigt zu werden. Diese Situation erinnert an den Roman von Kafka, der Prozess. “Das Gerücht liebt das Nichts. Angst und Gerücht, das sind zwei Halunken. Wenn die sich zusammentun, das wird eine Verheerung.“ (Zitat aus dem Roman) “Ich dachte sogar, ich könnte der Spitzel sein“, sagt Anouk. (Zitat aus dem Roman). Irgendwann beginnt sich Anouk trotz der Angst zu langweilen und erkundet eine abgesperrte Zone des Schiffes und trifft in der ersten Klasse auf Lenin, der ein alter Greis geworden ist. Zwischendurch werden Erfahrungen aus anderen Zeiten erwähnt, die Freundschaft Anouks zu einer Frau, die bei der terroristischen amerikanischen Gruppe Weather Report aktiv war, oder der Mitbewohner des Schriftstellers, der damals beim KBW war. Sie haben „Stalinismus gespielt“, sagt dieser. Warum wird Lenin Anouks „Freund“? Das Unverständnis scheint beabsichtigt. Im dem damaligen Chaos von Mord und Revolution war nichts mehr zu verstehen. Die Wahrheit vermischt sich mit Halluzination und Totenstarre.

  • Bewertung

    5/5

    02.03.2024

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Faszinierend, relevant und sogar spannend

    Kann dieses Buch nur empfehlen! Das Thema ist sehr relevant und ueberbrueckt 100 Jahre in einer sehr dynamischen und persoenlichen Weise. Selten habe ich in den letzten Jahren mich auf das Weiterlesen am Abend gefreut.

Kundinnen und Kunden meinen

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Unsere Meinungen

  • Zum Bewerterprofil von Pia Lemberger

    Pia Lemberger

    Thalia Wien – Mitte / W3

    Buchhändler*in

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    5/5

    03.02.2024

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Das Philosophenschiff

    Hundert Fragen, die sich auftun, nachdem ich den Klappentext zum neuen Buch des von mir verehrten Michael Köhlmeier lese, unter anderem: Wer ist Anouk Perleman-Jacob? Was weiß ich über die Bolschewiken? Was ist ein Philosophenschiff? Wie viel Wahrheit steckt in diesem Buch? Und die wichtigste Frage – übrigens die einzige, die ich gleich beantworten kann: interessiert mich das überhaupt? Nein, überhaupt nicht. Ich interessiere mich gar nicht für die Zeit des Leninismus, wirklich null, und ehrlich gesagt noch viel weniger für Lenin selbst; aber wenn ein Autor es schafft, dass ich über ein Thema lese, das mich maximal peripher interessiert, dann ist es Michael Köhlmeier. Also rein ins Vergnügen oder Unvergnügen – nach spätestens 30 Seiten weiß ich es. Und weil es Michael Köhlmeier ist, weiß ich es sogar schon nach 10 Seiten. Vermutlich könnte er dem Schnürsenkelbinden ein 100seitiges Werk widmen: ja, ich würde es auch lesen, denn Michael Köhlmeier versteht Unterhaltung wie kein anderer. Nachdem ich schon „Zwei Herren am Strand“ gelesen habe, war ziemlich schnell klar, in welche Richtung „Das Philosophenschiff“ steuert: viele historische Fakten vermischt mit einer ganzen Menge Fiktion, dargelegt von einer faszinierenden Persönlichkeit, die auf ein 100jähriges Leben zurückblickt: Anouk Perleman-Jacob. Auch der Autor, der ihre Geschichte aufzeichnet, kann sich ihrer resoluten, aber trotzdem sehr charmanten Art nicht entziehen, ebenso wenig wie die Leserinnen und Leser. Nach oder schon beim Lesen des Buches hängt man dann unweigerlich über Google, um zu erforschen, wie viel denn nun Fiktion war und wie viel harte Realität. Hunger, Vertreibung, Mord – Themen, die unter die Haut gehen. Keine einfache Lektüre, auch wenn sehr viele Details nur der Phantasie des Autors entsprungen sind. Was bleibt, ist ein entfachtes Interesse an Themen, die vorher reizlos wirkten, und Weiterbildung in Sachen Lenin und Bolschewismus. Ein toller Roman in Form eines Quasi-Monologs, der trotz der anspruchsvollen Themen mit viel Leichtigkeit jede Menge Wissenswertes vermittelt und uns in die Welt von Anouk Perleman-Jacob entführt.

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