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Rebecca Makkai

1. Ich hätte da ein paar Fragen an Sie

Ich hätte da ein paar Fragen an Sie

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Beschreibung

Produktdetails

Family Sharing

Ja

Gesprochen von

Inka Löwendorf

Spieldauer

15 Stunden und 51 Minuten

Abo-Fähigkeit

Ja

Erscheinungsdatum

28.09.2023

Hörtyp

Lesung

Fassung

ungekürzt

Medium

MP3

Anzahl Dateien

258

Verlag

Der Audio Verlag

Übersetzt von

Bettina Abarbanell

Sprache

Deutsch

EAN

9783742430557

Beschreibung

Produktdetails

Family Sharing

Ja

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Gesprochen von

Inka Löwendorf

Spieldauer

15 Stunden und 51 Minuten

Abo-Fähigkeit

Ja

Erscheinungsdatum

28.09.2023

Hörtyp

Lesung

Fassung

ungekürzt

Medium

MP3

Anzahl Dateien

258

Verlag

Der Audio Verlag

Übersetzt von

Bettina Abarbanell

Sprache

Deutsch

EAN

9783742430557

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Empfehlung

MaliM aus Rastatt am 09.01.2024

Bewertungsnummer: 2105603

Bewertet: eBook (ePUB 3)

Bodie Cane ist eine erfolgreiche Podcasterin, die sich für die Metoo Bewegung einsetzt. Sie erhält die Chance, einen Workshop an ihrer alten Schule zu leiten, dem renommierten Elite-Internat Granby in New Hampshire. Dort hat sie als Stipendiatin aus einer armen Familie keine guten Erinnerungen, denn sie wurde oft von ihren reichen Mitschüler/innen schikaniert und ausgegrenzt. Doch sie lässt sich von dem Projekt überzeugen, das ihr erlaubt, mit jungen Menschen über ihre eigenen Podcasts zu sprechen und sie zu fördern. Außerdem hat sie noch eine offene Rechnung mit Granby: Vor mehr als 20 Jahren wurde ihre damalige Zimmergenossin Thalia Keith ermordet im Pool aufgefunden, und der einzige Verdächtige war der schwarze Sporttrainer Omar Evans, der zu lebenslanger Haft verurteilt wurde. Bodie glaubt nicht an die offizielle Version des Falls. Sie weiß, dass die Schule alles getan hat, um den Skandal zu vertuschen und die Ermittlungen zu behindern. Sie weiß auch, dass Thalia keine Affäre mit Omar hatte, wie die Anklage behauptete, und dass die Beweise gegen ihn sehr dünn waren. Sie fragt sich, ob sie selbst ihn unwissentlich belastet hat, als sie damals als Zeugin aussagte. Sie beschließt, den Fall neu aufzurollen, als eine ihrer Studentinnen ihn als Thema für ihren Podcast wählt. Gemeinsam beginnen sie, nach Hinweisen zu suchen, die sie zu dem wahren Täter führen könnten. Dabei muss Bodie sich ihrer eigenen Vergangenheit stellen, die sie in vielen Rückblenden mit dem Leser teilt. Wir tauchen ein in die Campuswelt der 1990er Jahre, die von Konflikten, Freundschaften, Feiern, Mobbing, Sexismus und Rassismus geprägt war. Wir lernen Thalia und ihre Mitschüler/innen näher kennen und erfahren mehr über ihre Geheimnisse, Motive und Beziehungen. Wir folgen den Spuren, die Bodie zu einem anderen Verdächtigen führen, den sie immer wieder direkt anspricht und mit „Sie“ anredet – ein ungewöhnliches Stilmittel, das dem Roman seinen Titel gibt. Der Roman ist spannend und aktuell. Er zeigt, wie Misogynie und Rassismus das amerikanische Justizsystem beeinflussen und wie sich die moralischen Maßstäbe in den letzten 20 Jahren gewandelt haben. Er zeigt auch, wie Bodie selbst in einen moralischen Konflikt gerät, als ihr Ex-Mann Jerome, der Vater ihrer beiden Kinder, von einer jungen Mitarbeiterin beschuldigt wird, sie sexuell ausgenutzt zu haben. Bodie muss sich fragen, ob sie ihm glaubt oder nicht, und wie sie mit dem medialen Druck umgeht. Die Autorin verknüpft geschickt die verschiedenen Ebenen und Perspektiven und schafft eine lebendige Atmosphäre. Sie lässt den Leser miträtseln, wer Thalia getötet hat, und hält die Spannung bis zum Ende aufrecht. Ich habe den Roman gerne gelesen und kann ihn empfehlen.

Empfehlung

MaliM aus Rastatt am 09.01.2024
Bewertungsnummer: 2105603
Bewertet: eBook (ePUB 3)

Bodie Cane ist eine erfolgreiche Podcasterin, die sich für die Metoo Bewegung einsetzt. Sie erhält die Chance, einen Workshop an ihrer alten Schule zu leiten, dem renommierten Elite-Internat Granby in New Hampshire. Dort hat sie als Stipendiatin aus einer armen Familie keine guten Erinnerungen, denn sie wurde oft von ihren reichen Mitschüler/innen schikaniert und ausgegrenzt. Doch sie lässt sich von dem Projekt überzeugen, das ihr erlaubt, mit jungen Menschen über ihre eigenen Podcasts zu sprechen und sie zu fördern. Außerdem hat sie noch eine offene Rechnung mit Granby: Vor mehr als 20 Jahren wurde ihre damalige Zimmergenossin Thalia Keith ermordet im Pool aufgefunden, und der einzige Verdächtige war der schwarze Sporttrainer Omar Evans, der zu lebenslanger Haft verurteilt wurde. Bodie glaubt nicht an die offizielle Version des Falls. Sie weiß, dass die Schule alles getan hat, um den Skandal zu vertuschen und die Ermittlungen zu behindern. Sie weiß auch, dass Thalia keine Affäre mit Omar hatte, wie die Anklage behauptete, und dass die Beweise gegen ihn sehr dünn waren. Sie fragt sich, ob sie selbst ihn unwissentlich belastet hat, als sie damals als Zeugin aussagte. Sie beschließt, den Fall neu aufzurollen, als eine ihrer Studentinnen ihn als Thema für ihren Podcast wählt. Gemeinsam beginnen sie, nach Hinweisen zu suchen, die sie zu dem wahren Täter führen könnten. Dabei muss Bodie sich ihrer eigenen Vergangenheit stellen, die sie in vielen Rückblenden mit dem Leser teilt. Wir tauchen ein in die Campuswelt der 1990er Jahre, die von Konflikten, Freundschaften, Feiern, Mobbing, Sexismus und Rassismus geprägt war. Wir lernen Thalia und ihre Mitschüler/innen näher kennen und erfahren mehr über ihre Geheimnisse, Motive und Beziehungen. Wir folgen den Spuren, die Bodie zu einem anderen Verdächtigen führen, den sie immer wieder direkt anspricht und mit „Sie“ anredet – ein ungewöhnliches Stilmittel, das dem Roman seinen Titel gibt. Der Roman ist spannend und aktuell. Er zeigt, wie Misogynie und Rassismus das amerikanische Justizsystem beeinflussen und wie sich die moralischen Maßstäbe in den letzten 20 Jahren gewandelt haben. Er zeigt auch, wie Bodie selbst in einen moralischen Konflikt gerät, als ihr Ex-Mann Jerome, der Vater ihrer beiden Kinder, von einer jungen Mitarbeiterin beschuldigt wird, sie sexuell ausgenutzt zu haben. Bodie muss sich fragen, ob sie ihm glaubt oder nicht, und wie sie mit dem medialen Druck umgeht. Die Autorin verknüpft geschickt die verschiedenen Ebenen und Perspektiven und schafft eine lebendige Atmosphäre. Sie lässt den Leser miträtseln, wer Thalia getötet hat, und hält die Spannung bis zum Ende aufrecht. Ich habe den Roman gerne gelesen und kann ihn empfehlen.

Bodie Cane ist eine erfolgreic…

Amelia_Sunsign am 09.01.2024

Bewertungsnummer: 2835992

Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)

Bodie Cane ist eine erfolgreiche Podcasterin, die sich für die Metoo Bewegung einsetzt. Sie erhält die Chance, einen Workshop an ihrer alten Schule zu leiten, dem renommierten Elite-Internat Granby in New Hampshire. Dort hat sie als Stipendiatin aus einer armen Familie keine guten Erinnerungen, denn sie wurde oft von ihren reichen Mitschüler/innen schikaniert und ausgegrenzt. Doch sie lässt sich von dem Projekt überzeugen, das ihr erlaubt, mit jungen Menschen über ihre eigenen Podcasts zu sprechen und sie zu fördern. Außerdem hat sie noch eine offene Rechnung mit Granby: Vor mehr als 20 Jahren wurde ihre damalige Zimmergenossin Thalia Keith ermordet im Pool aufgefunden, und der einzige Verdächtige war der schwarze Sporttrainer Omar Evans, der zu lebenslanger Haft verurteilt wurde. Bodie glaubt nicht an die offizielle Version des Falls. Sie weiß, dass die Schule alles getan hat, um den Skandal zu vertuschen und die Ermittlungen zu behindern. Sie weiß auch, dass Thalia keine Affäre mit Omar hatte, wie die Anklage behauptete, und dass die Beweise gegen ihn sehr dünn waren. Sie fragt sich, ob sie selbst ihn unwissentlich belastet hat, als sie damals als Zeugin aussagte. Sie beschließt, den Fall neu aufzurollen, als eine ihrer Studentinnen ihn als Thema für ihren Podcast wählt. Gemeinsam beginnen sie, nach Hinweisen zu suchen, die sie zu dem wahren Täter führen könnten. Dabei muss Bodie sich ihrer eigenen Vergangenheit stellen, die sie in vielen Rückblenden mit dem Leser teilt. Wir tauchen ein in die Campuswelt der 1990er Jahre, die von Konflikten, Freundschaften, Feiern, Mobbing, Sexismus und Rassismus geprägt war. Wir lernen Thalia und ihre Mitschüler/innen näher kennen und erfahren mehr über ihre Geheimnisse, Motive und Beziehungen. Wir folgen den Spuren, die Bodie zu einem anderen Verdächtigen führen, den sie immer wieder direkt anspricht und mit „Sie“ anredet – ein ungewöhnliches Stilmittel, das dem Roman seinen Titel gibt. Der Roman ist spannend und aktuell. Er zeigt, wie Misogynie und Rassismus das amerikanische Justizsystem beeinflussen und wie sich die moralischen Maßstäbe in den letzten 20 Jahren gewandelt haben. Er zeigt auch, wie Bodie selbst in einen moralischen Konflikt gerät, als ihr Ex-Mann Jerome, der Vater ihrer beiden Kinder, von einer jungen Mitarbeiterin beschuldigt wird, sie sexuell ausgenutzt zu haben. Bodie muss sich fragen, ob sie ihm glaubt oder nicht, und wie sie mit dem medialen Druck umgeht. Die Autorin verknüpft geschickt die verschiedenen Ebenen und Perspektiven und schafft eine lebendige Atmosphäre. Sie lässt den Leser miträtseln, wer Thalia getötet hat, und hält die Spannung bis zum Ende aufrecht. Ich habe den Roman gerne gelesen und kann ihn empfehlen.

Bodie Cane ist eine erfolgreic…

Amelia_Sunsign am 09.01.2024
Bewertungsnummer: 2835992
Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)

Bodie Cane ist eine erfolgreiche Podcasterin, die sich für die Metoo Bewegung einsetzt. Sie erhält die Chance, einen Workshop an ihrer alten Schule zu leiten, dem renommierten Elite-Internat Granby in New Hampshire. Dort hat sie als Stipendiatin aus einer armen Familie keine guten Erinnerungen, denn sie wurde oft von ihren reichen Mitschüler/innen schikaniert und ausgegrenzt. Doch sie lässt sich von dem Projekt überzeugen, das ihr erlaubt, mit jungen Menschen über ihre eigenen Podcasts zu sprechen und sie zu fördern. Außerdem hat sie noch eine offene Rechnung mit Granby: Vor mehr als 20 Jahren wurde ihre damalige Zimmergenossin Thalia Keith ermordet im Pool aufgefunden, und der einzige Verdächtige war der schwarze Sporttrainer Omar Evans, der zu lebenslanger Haft verurteilt wurde. Bodie glaubt nicht an die offizielle Version des Falls. Sie weiß, dass die Schule alles getan hat, um den Skandal zu vertuschen und die Ermittlungen zu behindern. Sie weiß auch, dass Thalia keine Affäre mit Omar hatte, wie die Anklage behauptete, und dass die Beweise gegen ihn sehr dünn waren. Sie fragt sich, ob sie selbst ihn unwissentlich belastet hat, als sie damals als Zeugin aussagte. Sie beschließt, den Fall neu aufzurollen, als eine ihrer Studentinnen ihn als Thema für ihren Podcast wählt. Gemeinsam beginnen sie, nach Hinweisen zu suchen, die sie zu dem wahren Täter führen könnten. Dabei muss Bodie sich ihrer eigenen Vergangenheit stellen, die sie in vielen Rückblenden mit dem Leser teilt. Wir tauchen ein in die Campuswelt der 1990er Jahre, die von Konflikten, Freundschaften, Feiern, Mobbing, Sexismus und Rassismus geprägt war. Wir lernen Thalia und ihre Mitschüler/innen näher kennen und erfahren mehr über ihre Geheimnisse, Motive und Beziehungen. Wir folgen den Spuren, die Bodie zu einem anderen Verdächtigen führen, den sie immer wieder direkt anspricht und mit „Sie“ anredet – ein ungewöhnliches Stilmittel, das dem Roman seinen Titel gibt. Der Roman ist spannend und aktuell. Er zeigt, wie Misogynie und Rassismus das amerikanische Justizsystem beeinflussen und wie sich die moralischen Maßstäbe in den letzten 20 Jahren gewandelt haben. Er zeigt auch, wie Bodie selbst in einen moralischen Konflikt gerät, als ihr Ex-Mann Jerome, der Vater ihrer beiden Kinder, von einer jungen Mitarbeiterin beschuldigt wird, sie sexuell ausgenutzt zu haben. Bodie muss sich fragen, ob sie ihm glaubt oder nicht, und wie sie mit dem medialen Druck umgeht. Die Autorin verknüpft geschickt die verschiedenen Ebenen und Perspektiven und schafft eine lebendige Atmosphäre. Sie lässt den Leser miträtseln, wer Thalia getötet hat, und hält die Spannung bis zum Ende aufrecht. Ich habe den Roman gerne gelesen und kann ihn empfehlen.

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Ich hätte da ein paar Fragen an Sie

von Rebecca Makkai

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Herbert Hofer

Thalia Wien – Mariahilfer Straße

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5/5

Gesellschaftsroman mit krimihafter Spannung (aber dennoch kein Krimi)!

Bewertet: eBook (ePUB 3)

Die paar Fragen, die zum Titel des Buches beigetragen haben, das sind Fragen, die Bodie Kane an ihren früheren Lehrer Denny Bloch richten würde wollen. An jenem elitären Internat Granby, in das die aus mittelloser Familie stammende Ich-Erzählerin Bodie über die Förderung einer vermögenden Familie gelangen hatte können, war 1995 ihre Mitschülerin Thalia Keith ermordet aufgefunden worden. Die polizeilichen Ermittlungen waren von Anfang an schlampig und tendenziell gewesen und Denny Bloch war, trotz seines unangemessen intimen Verhaltens der Ermordeten gegenüber nie befragt oder mit den Verdachtsmomenten einiger Schüler:innen konfrontiert worden. Als Schuldigen hatte man im dunkelhäutigen Omar, der als Sporttrainer weder zur Lehrerschaft, noch zu den Schülern zählte ein bequemes und auch für den Ruf der Schule angenehmes Opfer gefunden. Omar ist auch jetzt, mehr als 20 Jahre später, noch in Haft, unschuldig, wie er stets beteuert. ____ Bodie Kane, die sich neben den reichen Kids stets als Aussenseiterin empfunden hatte kam als landesweit bekannte Autorin eines feministischen True Crime Podcasts 2018 nach Granby zurück um dort einen Kurs abzuhalten. Eine ihrer Schüler:innen wählt jenen Mord an Thalia als Thema ihrer Arbeit, zu dem es online immer noch intensive Diskussionen und Theorien gab - war Thalia doch jung genug, weiss genug, hübsch genug und reich genug (die Autorin in einem Interview) um das Interesse einer True Crime Fangemeinde auf sich zu ziehen. ____ All das und auch die weitere Entwicklung erfährt der Leser aus einer Art Bericht - inklusive der oben erwähnten Fragen - in dem sich Bodie Kane direkt an jenen Lehrer Denny Bloch richtet, dessen Benehmen zumindest hinterfragt hätte werden müssen. ____ Mit alledem sind bereits einige Themen angesprochen - sexualisierte Gewalt gegen Frauen, strukturelle Ungleichheiten, Rassismus und später auch Fragen nach Identität und Erinnerung - und Rebecca Makkais Anspruch einer realistischen Betrachtungsweise zeigt sich auch darin, diese Gegenstände auf unterschiedliche Weise zu betrachten. So wird Gewalt gegen Frauen auch in Zusammenhang mit der Frage ihrer Fetischisierung in True Crime Podcasts (mit einer vorwiegend weiblichen Fangemeinde) und der, wer welche Geschichte wie erzählen darf dargestellt. Auch bei ihren Figuren vermeidet Makkai Klischees und Bodie Kane ist über das ganze Buch hinweg unsicher, ob sie sich selbst, aber auch die Angehörigen des Mordopfers mit ihren Fragen konfrontieren soll. ____ Aus all diesen Gründen hat mir „Ich hätte da ein paar Fragen an Sie“ sehr gut gefallen. Wer an einem Gesellschaftsroman mit durchaus krimihafter Spannung interessiert ist, wird damit sicher eine Freude haben.
  • Herbert Hofer
  • Buchhändler/-in

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5/5

Gesellschaftsroman mit krimihafter Spannung (aber dennoch kein Krimi)!

Bewertet: eBook (ePUB 3)

Die paar Fragen, die zum Titel des Buches beigetragen haben, das sind Fragen, die Bodie Kane an ihren früheren Lehrer Denny Bloch richten würde wollen. An jenem elitären Internat Granby, in das die aus mittelloser Familie stammende Ich-Erzählerin Bodie über die Förderung einer vermögenden Familie gelangen hatte können, war 1995 ihre Mitschülerin Thalia Keith ermordet aufgefunden worden. Die polizeilichen Ermittlungen waren von Anfang an schlampig und tendenziell gewesen und Denny Bloch war, trotz seines unangemessen intimen Verhaltens der Ermordeten gegenüber nie befragt oder mit den Verdachtsmomenten einiger Schüler:innen konfrontiert worden. Als Schuldigen hatte man im dunkelhäutigen Omar, der als Sporttrainer weder zur Lehrerschaft, noch zu den Schülern zählte ein bequemes und auch für den Ruf der Schule angenehmes Opfer gefunden. Omar ist auch jetzt, mehr als 20 Jahre später, noch in Haft, unschuldig, wie er stets beteuert. ____ Bodie Kane, die sich neben den reichen Kids stets als Aussenseiterin empfunden hatte kam als landesweit bekannte Autorin eines feministischen True Crime Podcasts 2018 nach Granby zurück um dort einen Kurs abzuhalten. Eine ihrer Schüler:innen wählt jenen Mord an Thalia als Thema ihrer Arbeit, zu dem es online immer noch intensive Diskussionen und Theorien gab - war Thalia doch jung genug, weiss genug, hübsch genug und reich genug (die Autorin in einem Interview) um das Interesse einer True Crime Fangemeinde auf sich zu ziehen. ____ All das und auch die weitere Entwicklung erfährt der Leser aus einer Art Bericht - inklusive der oben erwähnten Fragen - in dem sich Bodie Kane direkt an jenen Lehrer Denny Bloch richtet, dessen Benehmen zumindest hinterfragt hätte werden müssen. ____ Mit alledem sind bereits einige Themen angesprochen - sexualisierte Gewalt gegen Frauen, strukturelle Ungleichheiten, Rassismus und später auch Fragen nach Identität und Erinnerung - und Rebecca Makkais Anspruch einer realistischen Betrachtungsweise zeigt sich auch darin, diese Gegenstände auf unterschiedliche Weise zu betrachten. So wird Gewalt gegen Frauen auch in Zusammenhang mit der Frage ihrer Fetischisierung in True Crime Podcasts (mit einer vorwiegend weiblichen Fangemeinde) und der, wer welche Geschichte wie erzählen darf dargestellt. Auch bei ihren Figuren vermeidet Makkai Klischees und Bodie Kane ist über das ganze Buch hinweg unsicher, ob sie sich selbst, aber auch die Angehörigen des Mordopfers mit ihren Fragen konfrontieren soll. ____ Aus all diesen Gründen hat mir „Ich hätte da ein paar Fragen an Sie“ sehr gut gefallen. Wer an einem Gesellschaftsroman mit durchaus krimihafter Spannung interessiert ist, wird damit sicher eine Freude haben.

Meinung aus der Buchhandlung

Ich hätte da ein paar Fragen an Sie

von Rebecca Makkai

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