Weltmacht, Wirtschaftsmacht, wachsende Spannungen in den internationalen Beziehungen: China erzeugt in Europa zunehmend Angst. Doch das muss nicht sein, zeigt Susanne Weigelin-Schwiedrzik: Europa, so der überraschende Befund, ist im geopolitischen Kräfte- und Mächtespiel zwischen China, USA und Russland der versteckte Akteur, der durchaus entscheidend sein kann.
Ihre profunde Kenntnis Chinas verbindet die Autorin mit einer scharfsichtigen Analyse der Haltung Pekings im russischen Krieg gegen die Ukraine und des strategischen Dreiecks im - eben nicht nur bipolaren - Kalten Krieg. Heute, da sich die Welt neu ordnet, kann und muss Europa auch gegenüber China eine aktive Rolle einnehmen.
Dieses Buch füllt eine wichtige Lücke, um die Interessen der Volksrepublik und die Perspektiven Europas zu erkennen. Denn: Man kann die Welt nicht ohne China denken!
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Meinung aus der Buchhandlung
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China ist eines der Länder unserer Welt, das fast jeden Abend in den Tagesnachrichten vorkommt. In kaum einem anderen Land unserer Welt ist offensichtlich mehr geopolitisch los, als hier. Doch es sind leider keine guten Nachrichten, welche uns vom anderen Ende der Welt erreichen. Die Menschenrechte werden mit Füssen getreten, ganze Bevölkerungsgruppen sind in Internierungslagern eingesperrt, andere Meinungen werden gekonnt ignoriert. Wenn ein westlicher Politiker sich in dieses Land traut, so wird er zwar freundlich behandelt, aber es existiert keine Chance die Meinung eines Anderen außer der Parteiführung zu akzeptieren.
Susanne Weigelin-Schwiedrzik ist langjährige Expertin für Außenpolitik und war lange Professorin für Sinologie in Wien. Heute ist sie eine gefragte Person, wenn es darum geht, wie man mit diesem schwierigen, aber wirtschaftlich wichtigen Partner umzugehen hat. Nun sind Teile ihrer Überlegungen auch erstmals als Buch erschienen und bieten Einblick in eine für mich völlig unbekannte Seite Chinas. Leider ist Geopolitik ein sehr schwieriges Pflaster und auch hier sind viele Vorgänge ganz schwer nachzuvollziehen. Internationale Verflechtungen sind nun mal leider keine leichte Kost und diese einfach und für Jedermann zu vermitteln, ebenfalls nicht.
So ging etwa nicht durch unsere Medien, dass es auch innerhalb des chinesischen Militärs immer wieder zu Säuberungen in der Führungsriege kommt. Der aktuellste Fall ist ein offensichtlicher Wechsel in der Leitung der „Raketentruppen“. Gleich mehrere bekannte Gesichter sind hier verschwunden, und eine Neuaufstellung ist hier in vollem Gange. Frau Weigelin-Schwiedrzik sieht hier eine Änderung in der Führung als klares Signal an den Westen, um hier zu zeigen, dass „jedermann“ ersetzbar geworden ist.
Auch die Taiwan-Frage ist ein großes Thema. So glaubt sie nicht, dass es zu einem offenen Krieg zwischen China und der noch amtierenden Regierung in Taiwan kommen wird. Viel eher ist sie der Meinung, dass es noch größere Repressalien gegen den Inselstaat geben wird, der es für die örtliche Bevölkerungsschicht unmöglich gemacht wird, dort zu leben. Sie sieht hier keine Grauzone mehr, sondern nur noch ein Pro und Kontra, ein Schwarz und Weiß. Entweder man ist für die Chinesische Zentralregierung oder man muss schauen, dass man schnellstmöglich in ein anderes Land verschwindet. Da hilft es leider auch nicht wirklich, dass die Länder der Europäischen Union uneins sind, wie man mit diesem großen geopolitischen Spieler in Zukunft umzugehen hat.
Dem Ukrainekrieg ist ebenso ein eigenes Kapitel in ihrem Buch gewidmet, wie die Frage, wie die EU als Ganzes in Zukunft mit China umzugehen hat. Man glaubt gar nicht, wie vielschichtig dieses Problem ist und welche Facetten man hier beachten sollte, bevor man China generell als große und böse Wirtschaftsmacht am anderen Ende der Welt abstempelt. Leider wirklich nicht leicht zu lesen und ich war an manchen Stellen mit der Fülle an Information überfordert. Keine leichte Kost und für mich nicht immer ganz nachvollziehbar. Sollten Sie leicht lesbare Literatur zum Thema suchen, sind sie hier falsch. Da empfehle ich Ihnen Autoren wie etwa Frank Sieren. Diesem Herrn gelingt es auf wesentlich leichtere Form in das Innere von Chinas geopolitischer Seele zu blicken. Das hier ist gehobenes Leseniveau für nicht Jedermann.
In der Reihe „Auf dem Punkt“ bei Brandstätter schreibt die renommierte Sinologin Susanne Weigelin-Schwiedrzik in kompakter und kompetenter Form über die chinesische Rolle bei der gerade stattfindenden geopolitischen Neuordnung der Welt. Die letzten Jahrzehnte waren von dramatischen politischen Veränderungen geprägt, die Gegenwart ist mit den aktuellen Auseinandersetzungen, auch und gerade militärischer Natur, eine Weiche dafür, wie sich das Mächtesystem der Zukunft darstellen wird. Die Volksrepublik China ist in diesem Kampf um Hegemonie einer der entscheidenden Faktoren. Wie die Europäische Union mit den damit verbundenen Chancen und Risiken umgehen kann und soll, das wird für unseren Kontinent von größter Bedeutung sein. Auf etwas über zweihundert Seiten geballter Information erfährt der Leser/ die Leserin das Wichtigste zu einem der großen Themen unserer Zeit. (Siehe auch: Marshall, Die Macht der Geographie im 21. Jahrhundert)
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