Leidenschaftlich, fesselnd, wunderschön: Leïla Slimani über ihr Leben zwischen den Kulturen.
In diesem sehr persönlichen Buch erzählt Leïla Slimani von einer ungewöhnlichen Nacht, die sie allein im Museum Museo Punta della Dogana in Venedig verbringt, dem einstigen Zollgebäude der Serenissima. Einem Ort, an dem sich seit jeher Orient und Okzident begegnen und der zum Sinnbild ihrer eigenen Geschichte wird. Leïla Slimani nimmt uns mit auf eine Reise durch ihr Leben. Sie erzählt von ihrer Familie und ihrer Kindheit in Rabat, vom Alltag in Paris als Mutter und Schriftstellerin, vom Leben zwischen den Kulturen, ihrer Aufgabe als Schreibende und gesellschaftspolitisch engagierter Frau - und letztlich von der Kraft der Literatur.
Kundinnen und Kunden meinen
4.6/5.0
Bewertung
5/5
30.06.2024
Buch (Taschenbuch)
Hervorragend!
absolut spannend, wirklich beeindruckend und mit hohem Lesespaß, sodass man gar nicht aufhören kann weiterzulesen. Das Buch lässt mich nicht mehr los – auch nach dem Ende. Muss absolut gelesen werden! Buchhighlight!
Bories vom Berg
aus München
4/5
30.03.2026
Buch (Taschenbuch)
Hinter den literarischen Kulissen
Im Erscheinungsjahr von «Der Duft der Blumen bei Nacht» der französisch-marokkanischen Schriftstellerin Leïla Slimani war die Gattungs-Bezeichnung ‹Memoir› für derartige literarische Werke noch wenig gebräuchlich. Aber ohne Zweifel trifft sie hier zu, denn dieses Werk konzentriert sich auf ein bestimmtes reales Ereignis im Leben dieser Schriftstellerin, das mit emotionaler Tiefe, allein aus subjektiver Sicht reflektierend, Einsichten und Ansichten der Ich-Erzählerin ohne jede fiktionale Ausschmückung thematisiert. Den Anstoß für dieses Buch hatte ihre Lektorin gegeben: Sie solle doch bitte einen Beitrag für die von ‹Les Éditions du Stock› initiierte, neue Buchreihe «Eine Nacht im Museum» schreiben. Obwohl sie mit einem Roman beschäftigt war und eigentlich ablehnen, ausnahmsweise also auch mal Nein sagen wollte, hat sie sich schließlich doch dazu bereit erklärt.
Im April 2019 reist sie nach Venedig, um im Museo Punta della Dogana, dem einstigen Zollamt der Serenissima, ganz allein eine, wie sie hofft, inspirierende Nacht zu verbringen. An diesem der Kunst gewidmeten Ort treffen nach wie vor Orient und Okzident aufeinander, was ihre eigene Situation als marokkanische Frau widerspiegelt, die sich als Erwachsene für Frankreich als Wahlheimat entschieden hat und sich nun nirgendwo richtig dazugehörig fühlt. Als gesellschafts-kritisch engagierte Schriftstellerin lebt sie zwischen den beiden grundverschiedenen Kulturen, wobei sich mit Paris als Wohnsitz zunehmend die westliche Kultur in ihr verfestigt, das islamische Denken also in den Hintergrund gedrängt hat. Mit einem Feldbett und Schlafsack versorgt lässt Leïla Slimani sich also abends im Museum einschließen und ist nun allein mit all den Exponaten. Mit denen sie aber, das gibt sie unumwunden zu, partout nichts anfangen kann, die dort ausgestellte, modernistische Objekt-Kunst sagt ihr rein gar nichts. Sie geistert völlig allein ziellos durch die dunklen Säle des alterehrwürdigen Gebäudes und versinkt immer mehr in ihren Gedanken und Träumen, von denen in diesem Buch vor allem die Rede ist.
Dazu gehört natürlich ihr Beruf als Schriftstellerin, den sie kritisch hinterfragt, wenn sie von ihrem Arbeitsalltag erzählt. Sie igelt sich regelrecht ein in ihrer einsamen Schreibklause, die schon nach kurzer Zeit in einem kreativen Chaos versinkt, das sie ganz offensichtlich zum Schreiben braucht. Dabei will sie auch nicht gestört werden, sie empfängt niemanden und geht auch nichts ans Telefon. Sie denkt auch an ihre Jugendzeit in Rabat zurück, wo sie sich als nicht Islam-Gläubige ausgegrenzt fühlte. Als Sechzehnjährige schleicht sie, den islamischen Sitten zum Trotz, nächtens aus dem Haus und kehrt erst am frühen Morgen genau so heimlich zurück. «Ich war berauscht von meiner Freiheit, und zugleich hatte ich Angst». Seit sie 1999 Marokko verlassen hat gilt sie dort als frankophon. Einen breiten Raum in ihren einsamen Betrachtungen nimmt die Literatur ein, Verweise auf viele andere Schriftsteller vor allem, wobei sie Salman Rushdie als ihren Freund bezeichnet, dem sie viel zu verdanken habe. Diese der Literatur als Kunstgattung gewidmeten Gedanken sind mit vielen Zitaten unterlegt, als Beispiel sei eine Definition von Tschechow über die Großen der schreibenden Zunft genannt: «Das sind die, die es mitten im Sommer schneien lassen und die Flocken so gut beschreiben, dass es einem plötzlich kalt wird und man zittert».
Und immer wieder neu definiert Leïla Slimani in diesem Memoir sprunghaft ihre Sicht auf die Möglichkeiten und Grenzen der Schriftstellerei. Ihre breit angelegte Selbsterforschung als Autorin mutet denn auch oft an wie eine veritable Poetikvorlesung. Dieser Papier gewordene Gedankenstrom bietet dem Leser geradezu ein Füllhorn von interessanten Interna. Genau darin liegt denn auch die Stärke dieses Buches, man bekommt durch die bisher leider nur in Frankreich hoch geschätzte Autorin einen ungemein bereichernden Einblick hinter die Kulissen der Literatur.
Bewertung
aus Rubigen
5/5
30.01.2023
Buch (Gebundene Ausgabe)
Wie duften Blumen?
Sie, die Blumen duften so, wie Frau Slimani schreibt.
Eine mir fremde Welt ist mir durch die Schilderungen in der Geschichte näher gekommen. Die Annäherung habe ich als eine sanfte, zarte und niemals missionarische, erlebt.
Wer Berührungen der sanfteren Art liebt mag dieses Buch mit Freude lesen.
Peter Woodtli
aus Basel
5/5
26.08.2022
eBook (ePUB)
Für einsame Sellen, und solche die es nie werden möchten
Wer sich einsam fühlt, muss dieses Buch lesen, und er oder sie wird nie mehr einsam sein. Ein grossartiges Buch mit einer Sprache, die nur Leïla Slimani zu Stande bringt: einfach, einfühlsam abgrundtief poetisch. Sie schafft es Bilder in den Kopf der Lesenden zu zaubern, die nachhallen.
Bewertung
5/5
20.08.2022
Buch (Gebundene Ausgabe)
Nachts im Museum
Eine Nacht, die die Autorin im Museo Punta della Dogana in Venedig verbringt. Sie erzählt dabei aus ihrem Leben, ihrer Herkunft und ihrer Karriere als Schriftstellerin und Journalistin. Wie man es von ihren Büchern gewohnt ist, liest sich der Text flüssig und angenehm und trifft einen mit unglaublicher Wortgewalt.
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5/5
18.03.2022
Buch (Gebundene Ausgabe)
Feinsinnig, philosophisch, klare Sprache – uneingeschränkte Lese-Empfehlung
Leila Slimani ist eine herausragende französische Literatin marokkanischer Abstammung. In einem sehr persönlichen Buch erzählt sie über das Schreiben, ihre Herkunft, über Identität, Rückzug und Allein-Sein. Feinsinnig, philosophisch, klare Sprache – uneingeschränkte Lese-Empfehlung.
„Ich schließe mich tage- und nächtelang ein, in dem Versuch, das Gefühl der Scham, des Unbehagens, der Einsamkeit in Worte zu fassen, das mich begleitet. Ich lebe auf einer Insel, nicht, um den anderen aus dem Weg zu gehen, sondern um sie zu betrachten und so meine Leidenschaft für sie zu stillen.“
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4/5
07.03.2024
Buch (Gebundene Ausgabe)
Offen und bewegend
Leila Slimani lässt sich eine Nacht in einem Museum einsperren, und schreibt dabei Ihre Gedanken auf. Ein Roman über Herkunft, Identität, Da Zugehörigkeit, Vater-Tochter und viele Gedankenstränge mehr. Sehr feinfühlig zeichnet Slimani ein Bild ihrer inneren Gedankenwelt während diesen Aufenthaltes. Ob ein Buch genauso bewegend sein kann wenn der Gedanke nicht intrinsisch ist, sondern aus einem Verlagswillen heraus?
Definitiv!
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