Tannau, Ende des Ersten Weltkriegs. Dorflehrerin Antonie Weber ist hoch geachteter und geschätzter Mittelpunkt des kleinen Bergdorfes. Einzig der neue Pfarrer macht ihr das Leben schwer. Wie erleichtert ist Antonie, als Sebastian, ihre große, unerfüllte Liebe, unversehrt aus dem Krieg heimkehrt. Das beschauliche Leben in Tannau ändert sich schlagartig, als 1918 in München die Novemberrevolution ausbricht und die Dorfbevölkerung in Monarchietreue und Revoluzzer spaltet. In den Zeiten des politischen Umbruchs brechen auch Antonies innere Widerstände. Aber ist sie bereit, für ihre Liebe alles zu opfern, was sie bisher erreicht hat?
Kundinnen und Kunden meinen
4.6/5.0
Ele
aus xxx
5/5
14.01.2023
eBook (ePUB 3)
Der Beginn von etwas ganz Neuem
Die Dorflehrerin, Zwischen Stille und Sturm von Antonia Weber, EBook, dtv-Verlag.
Die packende Fortsetzung um die Dorflehrerin Antonia Weber.
Nun ist Antonia Weber schon einige Jahre als Lehrerin im kleinen Bergdorf Tannau, hoch über Berchtesgaden, angestellt. Doch noch immer ist es sehr hart. Er tobt der große Krieg, Armut, gefallene Männer, die Sorge um Soldaten im Feld und nie genug zu essen. Darunter leidet das ganze Dorf, auch Antonie macht sich Sorgen um Sebastian ihre unerfüllte Liebe. Obwohl „Fräulein Weber“ angesehen und hochgeschätzt von den Dorfbewohnern wird, macht ihr Pfarrer Porz das Leben schwer. Derweil ihre Freundin Elvira in München sich in den Revoluzzer-Kreisen bewegt. Als die Novemberrevolution beginnt und ein Sturm große Schäden verursacht, ändert sich das Leben der Freundinnen – eine neue Zeit beginnt.
Wieder hat mich der Roman über die Dorflehrerin Antonie Weber begeistert und gefesselt. Der bildhafte und flüssige Erzählstil haben mich sofort in Lesefluss gebracht und nicht mehr losgelassen. Zwei Erzählebenen lassen den Leser in Zeit und Ort versinken. Zum einen die Geschehnisse in Tannau und deren Bewohner aus der Sicht von Antonie und zum anderen, die Erlebnisse von Elvira, ihrer Familie und was sich während des 1. Weltkriegs und kurz danach in München abspielt. Der Anonie-Erzählstrang hat mir besser gefallen, mir war Elvira zu forsch, ihre Erlebnisse zu spektakulär und auch das Ende war für mich etwas abrupt. Hauptsächlich die Begebenheiten aus Tannau hätten mir zur vollsten Zufriedenheit genügt. Unerwartete Verwicklungen, aufregende spannende Zwischenfälle, die Gemeinheiten des Pfarrers und auch das unvorhersehbare Ende haben es mir schwer gemacht, das Buch aus der Hand zu legen. Mit diesem Roman ist es der Autorin gelungen, dem Leser nahe zu bringen wie sehr die Menschen in dieser Zeit, alltäglich zu kämpfen hatten, Zeitkolorit und die Position der Frauen am Anfang des 20. Jahrhunderts eingeschlossen. Die einzelnen Kapitel haben eine Überschrift, die das Geschehen kurz zusammenfasst. Die lebendigen Dialoge haben mir Freude gemacht. Die Figuren sind tief gezeichnet, sind authentisch. Ich konnte mich unbedingt mit ihnen identifizieren. Viele Figuren sind mir lieb geworden, haben mich begeistert. Natürlich Antonie und Sebastian, Monika, Helene, sie alle habe ich liebgewonnen und kann sie nur schwer gehen lassen. Pfarrer Porz ist mir viel zu gut davongekommen.
Ich habe mich ganz besonders über das Ende gefreut. Deshalb möchte ich dieses Buch den Lesern empfehlen und davor auch noch den ersten Band zu lesen, dann ist der Genuss vollkommen. Von mir 5 Sterne.
Mandel120999
4/5
18.12.2022
eBook (ePUB 3)
Schöner Nachfolgeroman
Schöner Nachfolgeroman
Im zweiten Band der Dorflehrerin geht es wieder um Antonie, die im Bergdörfchen Tannau die Kinder unterrichtet. Es herrscht der erste Weltkrieg, und die Männer des Dorfes sind an der Front, auch Sebastian, für den Antonie nach wie vor Gefühle hat. Noch immer darf sie sich diese Gefühle nicht erlauben, denn als Lehrerin darf sie nicht heiraten, sie müsste dann ihre Stelle aufgeben. Der zweite Band handelt von vielen Erlebnissen während der Kriegswirren. Er ist nicht nur aus der Sicht von Antonie geschrieben, sondern auch aus der Sicht ihrer besten Freundin, der ehemaligen Lehrerin Elvira, die nun in München lebt und eine eigene Familie hat.
Die Autorin bringt dem Leser viel Zeitgeschichtliches bei. Schwerpunkt liegt auf den Forderungen der erstarkenden Sozialisten, eine Revolution herbeizuführen, und gleiche Rechte für alle zu verwirklichen. Elvira ist ganz angetan von diesen Ideen und engagiert sich heimlich. Das führt natürlich über kurz oder lang zu Problemen.
Antonie hingegen leidet unter dem dominanten und autoritären Pfarrer, der ihr das Leben schwer macht.
Die Autorin schildert die Ängste der Menschen damals auf sehr eindringliche Weise. Wie beim ersten Band schon fühlte ich mich in das beschauliche Bergdörfchen versetzt und genoss das Idyll, das nun natürlich vom Krieg stark bedroht wurde.
Antonie ist eine starke und selbstbewusste Frau, die für ihre Ziele kämpft, genauso wie ihre Freundin Elvira.
Die Liebesgeschichte zwischen Antonie und Sebastian findet leider erst in den letzten Kapiteln des Buches statt, ich hätte mir gewünscht, dass sie auch vorher schon zur Sprache kommt und damit etwas ausgebaut wird. Antonies Meinungsumschwung (ich will ihn nicht weiter ausführen, um nicht zu spoilern) erscheint mir etwas plötzlich und ist mir nicht so ganz nachvollziehbar.
Trotzdem habe ich das Buch sehr genossen und mich wieder sehr wohl in dem Dörfchen Tannau gefühlt. Über einen dritten Band würde ich mich sehr freuen!
Nicola's Lesestube
5/5
10.09.2024
Buch (Taschenbuch)
Lehren und Lernen anno 1911
Die Handlung spielt im Jahr 1911 im bayerischen Bergdorf Tannau.
Antonie Weber aus München tritt dort ihre erste Stelle als Lehrerin an.
Im Dorf wird sie kritisch beäugt und noch dazu verliebt sie sich in Revierförster Sebastian...
Der flüssige, lockere Schreibstil entführt einen direkt ins vorige Jahrhundert. Man kann sich die Personen gut vorstellen,fühlt sich fast wie mittendrin. Ebenso erfährt man als Leser viel von den Umständen der damaligen Zeit und den (moralischen) Ansichten von damals,die mich so manches Mal den Kopf schütteln ließen. Antonies Lernmethoden hätte ich in meiner Schulzeit auch gerne gehabt.
Für mich ein Buch das ich bestimmt nochmal lesen werde.
Bewertung
aus Gudensberg
5/5
28.04.2024
Buch (Taschenbuch)
Die Dorflehrerin Band 2
Auch dieses wundervolle Buch ist genau wie der erste Band wunderschön fließend zu lesen und beschreibt sehr eindrücklich die Probleme des kleinen Bergdorfes während und nach dem ersten Weltkrieg.Der niederträchtige Pfarrer,die Rettung des kleinen Mädchens durch eine OP usw.Natürlich mit Happy End
Dreamworx
aus Berlin
5/5
19.02.2023
Buch (Taschenbuch)
Es ist nicht der Berg, den wir bezwingen, wir bezwingen uns selbst. (Edmund Hillary)
Tannau 1918. Seit 7 Jahren ist Antonie Weber die Dorflehrerin von Tannau und hat sich in dieser Zeit zu einem angesehenes Mitglied der kleinen Bergdorfgemeinde gemausert. Fast alle Männer sind aufgrund des 1. Weltkrieges irgendwo an der Front, so dass die Frauen anpacken müssen, um für ihre Familien ein karges Mahl auf den Tisch zu bekommen. Erst nach und nach kehren einige Männer verletzt zurück. Antonies heimliche Liebe, der Förster Sebastian, ist ebenfalls unter ihnen. Doch er wird Tannau bald verlassen, um einen wichtigen Posten in München anzunehmen. Dort lebt auch Antonies beste Freundin Elvira mit ihrer Familie, die von der Novemberrevolution der Sozialisten überrascht wird. Während der neue Pfarrer Porz von seiner Kanzel flammende Reden für den Krieg hält und den Dorfbewohnern mit seinen Ansichten das Leben schwer macht, halten die Tannauer zusammen und greifen sich gegenseitig unter die Arme. Antonie versucht derweil, den Kindern den Schulalltag so angenehm wie möglich zu gestalten und hilft mit aller Kraft dabei, ein kleines Leben zu retten. Der Abschied von Sebastian bringt ihre Entscheidung ins Wanken, ihn ziehen zu lassen. Wird Antonie der Liebe doch noch eine Chance geben?
Bettina Seidl hat mit „Stille und Sturm“ den zweiten Teil um ihre Protagonistin Antonie Weber vorgelegt, der dem Vorgängerband an historischem Hintergrund sowie einer warmherzigen Geschichte über Antonie und die Dorfgemeinschaft in nichts nachsteht. Der flüssige, farbenfrohe und gefühlvolle Erzählstil lässt den Leser schnell ins vergangene Jahrhundert reisen, um sich als Zaungast in Tannau wiederzufinden und dort Antonie und den Dorfbewohnern bei ihrem Treiben über die Schulter zu sehen. Wechselnde Perspektiven erlauben zudem einen Blick in Elviras Leben in München und die sich dort zuspitzende politische Lage. Antonie hat zwar in Förster Sebastian Berger ihren Seelengefährten und heimliche Liebe gefunden, aber als Lehrerin und ehemalige Klosterschülerin ist ihr bewusst, dass ihr Beruf ihr keine Ehe erlaubt. Mit Hingabe, Geduld und Einfühlungsvermögen unterrichtet sie ihre Schüler, wobei sie allerlei unkonventionelle Lernmethoden entwickelt, die dem Pfarrer ein Dorn im Auge sind. Die Autorin hat gut recherchiert und den damaligen historischen Hintergrund sehr glaubhaft mit ihrer Handlung verknüpft. Die Auswirkungen des Krieges sowie die Kriegsmüdigkeit und harten Entbehrungen der Bevölkerung werden eindrücklich zum Ausdruck gebracht. Vor allem aber blitzt der Zusammenhalt der Dorfbewohner immer wieder hervor, ob es das Schlittenfahren, der Kirchenchor oder aber auch der Schulneubau ist. Da greift ein jeder dem anderen unter die Arme, keiner wird allein gelassen, was in der heutigen egoistischen Zeit fast schon Seltenheitswert hat.
Den Charakteren wurde liebevoll Leben eingehaucht, mit ihren authentischen menschlichen Eigenschaften wachsen sie dem Leser schnell ans Herz, der sich gern als unsichtbarer Gast unter ihnen tummelt. Antonie ist eine warmherzige Seele, die immer das Wohl der anderen im Blick hat, vor allem das ihrer Schüler. Sie ist hilfsbereit, mitfühlend, einfallsreich und gibt mehr, als sie für sich nimmt. Dafür wird sie von allen geliebt und immer wieder mit Kleinigkeiten bedacht. Antonies Freundin Elvira ist eine Frau, die über ihre eigenes Handeln und Tun erst überrascht ist, dann jedoch resoluter und mutiger wird. Pfarrer Porz ist ein Blender, der andere klein macht, um sich Macht und Ansehen zu verschaffen. Er ist ein hartherziger und unehrlicher Mann, dem man keine Träne nachweint.
Mit „Stille und Sturm“ ist Bettina Seidl eine sehr gelungene Fortsetzung gelungen, die nicht nur durch den historischen Hintergrund besticht, sondern mit einer wunderbaren, liebevollen Handlung überzeugen kann, in der sowohl Liebe als auch Freundschaft in harten Zeiten einen großen Stellenwert haben. Absolute Leseempfehlung!
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5/5
10.01.2022
Buch (Taschenbuch)
1911 im Bergdorf Tannau eine Lehrerin zu sein ist wahre Berufung
Ein tolles Buch durch dessen Seiten ich von Beginn an nur so geflogen bin.
Die Geschichte fesselte mich und ich hatte das Gefühl immer neben Antonie, der Frau Lehrerin, zu sein - alles mit ihren Augen zu sehen und zu erleben, ihre Vergangenheit, das Dorf, die Kinder, den christlich, menschlichen Herrn Pfarrer, der ihr freundlich gesinnt war, seine Magd und der Verzweiflung sich zwischen Beruf und Liebe in der damaligen Zeit entscheiden zu müssen ...
Sehr gut erzählt und feinfühlig geschrieben.
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