Eine beherzte junge Frau. Der Zauber von Wissen und Bildung
Tannau im Berchtesgadener Land. Als Antonie Weber, bei den Englischen Fräulein in München zur Lehrerin ausgebildet, 1911 im Bergdorf Tannau ihre erste Stelle antritt, rollt ihr eine Lawine von Misstrauen und Vorurteilen entgegen. Aber Antonie ist aus hartem Holz geschnitzt. Als Waise aufgewachsen, war ihr eigener Weg zu Bildung und Beruf hart erkämpft. Lehrerin zu sein ist ihre wahre Berufung, verfügt sie doch über die Gabe, ihre Schüler für das Lernen zu begeistern und ihnen den Wert von Bildung nahezubringen. So findet sie in ihren kleinen Schützlingen schnell Verbündete. Als sie sich in den Revierförster Sebastian verliebt, steht sie vor der schwersten Entscheidung ihres Lebens: Folgt sie ihrer Berufung oder ihrem Herzen?
Kundinnen und Kunden meinen
4.6/5.0
Bewertung
5/5
13.03.2022
eBook (ePUB 3)
Antonie als Junglehrerin im Bergdorf
Antonie Weber kommt als frischgebackene Lehrerin ins Berchtesgadener Land. Auf ihrem Fußweg hinauf ins Dorf gerät sie auf dem letzten Wegstück in ein Unwetter. Tropfnass stellt sie sich im Rathaus vor und trifft auf einen mehr als unwilligen Bürgermeister, der eigentlich einen Mann erwartet hatte.
Vorurteile und ein heruntergekommenes Schulhaus erwarten Antonie, doch die lässt sich nicht unterkriegen und schließt nach und nach Bekanntschaften im Dorf. Ihre Schüler scheinen mir manchmal fast zu brav, auch wenn ihre "neue" Art des Unterrichtens vielleicht sogar die Neugier der Kinder geweckt hat.
Ich hatte großen Spaß daran, mitzuverfolgen, wie es Antonie ergeht. Zum einen liebe ich historische Romane und das Thema "Lehrerin" um 1911, mit den Schwierigkeiten einer adäquaten Ausbildung, dem Lehrerinnenzölibat und eben mit der Akzeptanz einer fremden Dorfgemeinschaft hat mich gespannt weiterlesen lassen. Es passiert einiges, das ich hier nicht vorwegnehmen möchte. Auch der Revierförster kreuzt mehrfach Antonies Weg und ich war gespannt, wie das Buch ausgehen würde, um mich dann überraschen zu lassen.
Kurz: Es war für mich ein farbig und lebendig geschilderter Ausflug in vergangene Zeiten und in die fernen Berge. Vielleicht mit einem Hauch Kitsch, aber nie fand ich die Idylle zu dick aufgetragen, sondern habe gebannt weitergelesen.
Bewertung
5/5
22.02.2022
eBook (ePUB 3)
Eine tolle junge Lehrerin
Antonie kommt als dringend benötigte Lehrerin in das Bergdorf Tannau. Allerdings wird sie nicht von allen freundlich empfangen. Sie muss gegen so einigen Widerstand kämpfen, freut sich aber trotz allem auf die Schüler, welche mit dem Schulstoff ziemlich hinterher hängen. Der Revierförster Sebsatian ist ihr sehr sympatisch, doch in einer Zeit, in der Lehrerinnen nicht heiraten dürfen, ist der gute Ruf eine wichtige Voraussetzung.
Ich finde das Buch wirklich sehr schön geschrieben. Mir sind besonders Antonie, Sebastian, Elvira, Helena und Monika mit ihren Kindern sehr ans Herz gewachsen. Da ich selbst Lehrerin werden möchte, fand ich es auch sehr spannend zu lesen, wie sie die SchülerInnen immer wieder motiviert und Aufgaben in den Alltag einbaut. Ihr liegen die Schüler wirklich am Herzen und ihre Methode, ohne Rohrstock zu unterrichten war für die damalige Zeit doch ungewöhnlich und neumodisch. Die Kinder haben wirklich Glück, eine so tolle, freundliche, engagierte Lehrerin zu haben. Aber die Entscheidung, sich für die Liebe oder für den Beruf als Lehrerin entscheiden zu müssen finde ich wirklich schwer. Zum Glück gibt es dieses Gesetz heutzutage nicht mehr. Ich kann Antonie durchaus verstehen und wüsste nicht, welche Entscheidung ich getroffen hätte.
Ich kann das Buch wirklich nur weiterempfehlen.
Nicola's Lesestube
5/5
10.09.2024
Buch (Taschenbuch)
Lehren und Lernen anno 1911
Die Handlung spielt im Jahr 1911 im bayerischen Bergdorf Tannau.
Antonie Weber aus München tritt dort ihre erste Stelle als Lehrerin an.
Im Dorf wird sie kritisch beäugt und noch dazu verliebt sie sich in Revierförster Sebastian...
Der flüssige, lockere Schreibstil entführt einen direkt ins vorige Jahrhundert. Man kann sich die Personen gut vorstellen,fühlt sich fast wie mittendrin. Ebenso erfährt man als Leser viel von den Umständen der damaligen Zeit und den (moralischen) Ansichten von damals,die mich so manches Mal den Kopf schütteln ließen. Antonies Lernmethoden hätte ich in meiner Schulzeit auch gerne gehabt.
Für mich ein Buch das ich bestimmt nochmal lesen werde.
Bewertung
aus Gudensberg
5/5
28.04.2024
Buch (Taschenbuch)
Die Dorflehrerin Band 2
Auch dieses wundervolle Buch ist genau wie der erste Band wunderschön fließend zu lesen und beschreibt sehr eindrücklich die Probleme des kleinen Bergdorfes während und nach dem ersten Weltkrieg.Der niederträchtige Pfarrer,die Rettung des kleinen Mädchens durch eine OP usw.Natürlich mit Happy End
Dreamworx
aus Berlin
5/5
19.02.2023
Buch (Taschenbuch)
Es ist nicht der Berg, den wir bezwingen, wir bezwingen uns selbst. (Edmund Hillary)
Tannau 1918. Seit 7 Jahren ist Antonie Weber die Dorflehrerin von Tannau und hat sich in dieser Zeit zu einem angesehenes Mitglied der kleinen Bergdorfgemeinde gemausert. Fast alle Männer sind aufgrund des 1. Weltkrieges irgendwo an der Front, so dass die Frauen anpacken müssen, um für ihre Familien ein karges Mahl auf den Tisch zu bekommen. Erst nach und nach kehren einige Männer verletzt zurück. Antonies heimliche Liebe, der Förster Sebastian, ist ebenfalls unter ihnen. Doch er wird Tannau bald verlassen, um einen wichtigen Posten in München anzunehmen. Dort lebt auch Antonies beste Freundin Elvira mit ihrer Familie, die von der Novemberrevolution der Sozialisten überrascht wird. Während der neue Pfarrer Porz von seiner Kanzel flammende Reden für den Krieg hält und den Dorfbewohnern mit seinen Ansichten das Leben schwer macht, halten die Tannauer zusammen und greifen sich gegenseitig unter die Arme. Antonie versucht derweil, den Kindern den Schulalltag so angenehm wie möglich zu gestalten und hilft mit aller Kraft dabei, ein kleines Leben zu retten. Der Abschied von Sebastian bringt ihre Entscheidung ins Wanken, ihn ziehen zu lassen. Wird Antonie der Liebe doch noch eine Chance geben?
Bettina Seidl hat mit „Stille und Sturm“ den zweiten Teil um ihre Protagonistin Antonie Weber vorgelegt, der dem Vorgängerband an historischem Hintergrund sowie einer warmherzigen Geschichte über Antonie und die Dorfgemeinschaft in nichts nachsteht. Der flüssige, farbenfrohe und gefühlvolle Erzählstil lässt den Leser schnell ins vergangene Jahrhundert reisen, um sich als Zaungast in Tannau wiederzufinden und dort Antonie und den Dorfbewohnern bei ihrem Treiben über die Schulter zu sehen. Wechselnde Perspektiven erlauben zudem einen Blick in Elviras Leben in München und die sich dort zuspitzende politische Lage. Antonie hat zwar in Förster Sebastian Berger ihren Seelengefährten und heimliche Liebe gefunden, aber als Lehrerin und ehemalige Klosterschülerin ist ihr bewusst, dass ihr Beruf ihr keine Ehe erlaubt. Mit Hingabe, Geduld und Einfühlungsvermögen unterrichtet sie ihre Schüler, wobei sie allerlei unkonventionelle Lernmethoden entwickelt, die dem Pfarrer ein Dorn im Auge sind. Die Autorin hat gut recherchiert und den damaligen historischen Hintergrund sehr glaubhaft mit ihrer Handlung verknüpft. Die Auswirkungen des Krieges sowie die Kriegsmüdigkeit und harten Entbehrungen der Bevölkerung werden eindrücklich zum Ausdruck gebracht. Vor allem aber blitzt der Zusammenhalt der Dorfbewohner immer wieder hervor, ob es das Schlittenfahren, der Kirchenchor oder aber auch der Schulneubau ist. Da greift ein jeder dem anderen unter die Arme, keiner wird allein gelassen, was in der heutigen egoistischen Zeit fast schon Seltenheitswert hat.
Den Charakteren wurde liebevoll Leben eingehaucht, mit ihren authentischen menschlichen Eigenschaften wachsen sie dem Leser schnell ans Herz, der sich gern als unsichtbarer Gast unter ihnen tummelt. Antonie ist eine warmherzige Seele, die immer das Wohl der anderen im Blick hat, vor allem das ihrer Schüler. Sie ist hilfsbereit, mitfühlend, einfallsreich und gibt mehr, als sie für sich nimmt. Dafür wird sie von allen geliebt und immer wieder mit Kleinigkeiten bedacht. Antonies Freundin Elvira ist eine Frau, die über ihre eigenes Handeln und Tun erst überrascht ist, dann jedoch resoluter und mutiger wird. Pfarrer Porz ist ein Blender, der andere klein macht, um sich Macht und Ansehen zu verschaffen. Er ist ein hartherziger und unehrlicher Mann, dem man keine Träne nachweint.
Mit „Stille und Sturm“ ist Bettina Seidl eine sehr gelungene Fortsetzung gelungen, die nicht nur durch den historischen Hintergrund besticht, sondern mit einer wunderbaren, liebevollen Handlung überzeugen kann, in der sowohl Liebe als auch Freundschaft in harten Zeiten einen großen Stellenwert haben. Absolute Leseempfehlung!
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5/5
10.01.2022
Buch (Taschenbuch)
1911 im Bergdorf Tannau eine Lehrerin zu sein ist wahre Berufung
Ein tolles Buch durch dessen Seiten ich von Beginn an nur so geflogen bin.
Die Geschichte fesselte mich und ich hatte das Gefühl immer neben Antonie, der Frau Lehrerin, zu sein - alles mit ihren Augen zu sehen und zu erleben, ihre Vergangenheit, das Dorf, die Kinder, den christlich, menschlichen Herrn Pfarrer, der ihr freundlich gesinnt war, seine Magd und der Verzweiflung sich zwischen Beruf und Liebe in der damaligen Zeit entscheiden zu müssen ...
Sehr gut erzählt und feinfühlig geschrieben.
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