Ein universeller Roman über Genuss, Lebenskunst und die Geschichte einer weiblichen Befreiung
Für alle LeserInnen von Han Kangs "Vegetarierin", Sayaka Muratas "Ladenhüterin" und Mieko Kawakamis "Brüste und Eier"
Rika, eine junge Journalistin in Tokio, recherchiert über die Serienmöderin Manako Kajii, die Männer mit ihren Kochkünsten verführt und anschließend umgebracht haben soll. Manako behauptet, sie verabscheut nichts mehr als "Margarine und Feministinnen" und hat eine ausgeprägte Leidenschaft für hemmungslosen Genuss und insbesondere Butter. Jetzt, wo sie im Gefängnis sitzt, empfängt sie Rika, unter der Bedingung, nur über ihre Kochkünste zu reden. Für Rika werden die Begegnungen mit Manako zu einer Meisterklasse der Lebenskunst. Ein Roman, der Genuss, Essen und Trinken feiert, vor allem aber die unmöglichen Erwartungen thematisiert, die an Frauen in patriarchalen Gesellschaften heute gestellt werden.
"Ein Buch, das einen sofort in seinen Bann zieht. Mann kann nicht anders, als es zu verschlingen." Yomiuri Shinbun
"Ein sinnlicher Roman über Verlangen, Freundschaft und die Geschichte einer Befreiung." Booklog Japan
Kundinnen und Kunden meinen
3.8/5.0
Ashelia
5/5
08.05.2022
Hörbuch-Download (MP3)
Mehr als Butter
Das Hörbuch wird von Madiha Kelling Bergner gesprochen, die eine sehr angenehme, ruhige Stimme mitbringt und in der Handlung die passenden Akzente setzt. Ich fand durch ihre ruhige aber pointierte Art vorzulesen, den Roman noch spezieller als er ohnehin ist.
In "Butter" begleitet man vor allem die junge Frau Rika, die als Journalistin arbeitet. Sie sieht eine Karrierechance in einem Interview mit der inhaftierten Manako Kajii, die bisher jegliche Interviews zu den von ihr angeblich begangenen Morden verweigert hat. Doch Rika glaubt, einen Zugang zu Manako Kajii zu schaffen über deren Hobby: das Kochen.
Während Rika eine relativ angepasste Frau ist, die versucht, nicht anzuecken, ist Manako eine selbstbewusste Frau, die nichts auf die Meinung anderer Menschen gibt. Was die Besonderheit an ihr darstellt, denn Manako ist rundlicher als die japanische Gesellschaft gut heißt und niemand versteht, wieso die Männer, die sie angeblich getötet hat, ihr verfallen waren.
In "Butter" geht es neben dem Kochen und v.a. der Butter um das (japanische) Frauenbild: schlank, gepflegt, angepasst. Damit ist "Butter" feministische Literatur, die die Rolle der Frau und die Grenzen, die ihrer freien Charakter- und beruflichen Entfaltung auferlegt werden, beschreibt. Gleichzeitig werden auch Freundschaft, Liebe und Familie behandelt und bekommen besondere Bedeutung innerhalb der Handlung. Mir haben die einzelnen Charaktere und ihre Interaktionen untereinander sehr gefallen, ebenso wie die manipulative Ader von Manako Kajii, der man nur nach und nach näher kommt.
Was man beim Lesen/Hören berücksichtigen sollte: ihr bekommt definitiv Hunger! Die Gerichte werden umfangreich beschrieben, ohne langweilig zu sein. Stattdessen sind Gerüche und Geschmack so gut beschrieben, dass man sich die Gerichte richtig vorstellen kann. Essen wird hier auf eine sinnliche Ebene gehoben, die Nahrung eine angemessene Bedeutung gibt und den Wert von gutem Essen hervorhebt.
Mir hat "Butter" sehr gefallen. Der Roman mischt eine eher schlichte Ausgangslage mit feinfühligen bis schonungslosen Akzenten und einem kleinen Krimianteil zu einer besonderen Handlung.
Bewertung
3/5
08.05.2022
Hörbuch-Download (MP3)
Interessanter Plot, vielleicht doch etwas zu viel Butter…
„Butter“ geht zwar nicht runter wie Öl, ist aber schmierig genug, um durch die Geschichte zu gleiten.
Es geht um die Journalistin Rika, die ihre nächste Story rund um über die Serienmöderin Manako Kajii aufbauen möchte. Letztere soll etliche Männer mit ihrer buttrigen Kochkunst verführt und anschließend ermordet haben.
Dem Leser wird ziemlich schnell und oft verdeutlicht, dass Butter in Japan Mangelware zu sein scheint. Und es stimmt: 2015 wurde in unseren Medien bekannt, dass Butter importiert wurde, da der Nachwuchs in der Landwirtschaft fehle.
Ich habe das Hörbuch gehört, welches von Madiha Kelling Bergner angenehm eingesprochen wurde. Dennoch schweifte ich beim Hören häufig ab, was sehr wahrscheinlich an einer der viel zu langen kulinarischen Beschreibungen lag und nicht an der Sprecherin. Was ich schade fand, war, dass die Kapitel nicht beziffert wurden. Da war das „Zurückspulen“ komplizierter und zeitaufwendiger als es hätte sein müssen.
Inhaltlich war es wieder ein gesellschaftskritischer Roman, wie man es von asiatischer Literatur mittlerweile gewohnt ist, der Kriminologie mit Kulinarik miteinander verbindet. Prinzipiell hat es mir ganz gut gefallen, allerdings wurde meines Erachtens zu viel Gewicht auf die Kochkunst gelegt. Anfangs war es total interessant wie Rika und Manako kommunizierten, es hätte aber auf Dauer nicht so ausschweifend sein müssen.
Ansonsten eine tolle Idee, mehr als drei Sterne kann ich dennoch aus besagtem Grund nicht geben. Wer aber gerne über Kulinarisches liest, kommt definitiv auf seine Kosten und wird das Buch lieben!
Funkelnder Sternenstaub
2/5
03.05.2022
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Leider eine Qual.
Erwartet habe ich eine vielleicht interessante bis schmerzhafte Verbindung zweier Themen: Genuss & Gewalt. Bekommen habe ich leider bis auf ein paar charakteristische japanische Einblicke & sehr viel Buttergenuss, ein langatmiges bis an Langeweile grenzendes Werk. Ich konnte mich mit niemanden identifizieren & hatte auch keine Figur als Orientierung. Es ist ein Hin-, & Herschwanken, mit für mich etwas seltsam anmutendes Verhalten, vieler Figuren. Eine gewisse Logik gab es natürlich schon & auch kleine Entwicklungen, aber sie waren nicht immer sofort erkennbar oder sogar vorhersehbar. Ich erhoffte mir natürlich auch eine Fallauflösung, fand aber keine Richtige. Vorsicht kleiner Spoiler: Manipulation spielt hier eine Rolle. Die Synchronsprecherin Madiha Kelling Bergner kenne ich zumeist aus Fantasy Vertonungen, ich mochte sie hier auch gerne, sie hat mir die Geschichte etwas angenehmer gestaltet, als sie eigentlich ist. Von mir gibt es für dieses Hörbuch keine Empfehlung, es war wirklich eher eine Qual.
Cornelia
aus Garbsen
2/5
01.05.2022
Hörbuch-Download (MP3)
Opulent erzählte Geschichte um Mord, dem Schönheitsbild japanischer Frauen und dem leidenschaftlichen Genuss köstlicher Speisen
Butter erzählt die Geschichte der Frauen Japans im Einklang mit Genuss und der Notwendigkeit, dem Schönheitsideal zu entsprechen. Dem Schönheitsideal von Frauen und Männern. Denn eine Frau, die über ein paar Gramm zu viel verfügt, gilt in der Gesellschaft sogleich als eine Frau, die "sich gehen lässt" und "nicht auf sich achtet". Doch ist das so?
Die Autorin Asako Yuzuki greift in Butter auf die Geschichte einer Frau zurück, die vor etwa zehn Jahren inhaftiert wurde. Eine Frau, die übergewichtig ist und als unattraktiv gilt und an dem Tod mehrerer Männer zur Verantwortung gezogen werden soll. - Ein Urteil wurde bislang nicht vollstreckt.
Asako Yuzuki gibt ihrer Akteurin den Namen Manako Kajii. Manako Kajii ist Foodbloggerin und hat der Anklage zufolge den Tod mehrerer Männer zu verantworten. Sie ist übergewichtig, unattraktiv und kocht für ihr Leben gern. Gutes Essen gehört bei ihr zum Leben dazu. Darauf hat sie ihr Dasein ausgerichtet. Und darauf, älteren Männern ein genussvolles Leben zu bieten. - Doch nur für kurze Zeit.
Der "Fall" Manako Kajii sorgt in der Bevölkerung und damit auch bei der Presse für große Aufmerksamkeit. Manako Kajii bleibt jedoch hartnäckig und gibt keinerlei Interviews.
Die Reporterin Rika schafft es jedoch, sich über entsprechend formulierte Briefe Zugang zu Manako Kajii zu verschaffen. Rikas Freundin Reiko hat ihr, getreu dem Motto "mit Speck fängt man Mäusen" geraten, Manako über ihre Leidenschaft - das Essen- zu befragen.
Und so treffen die spannenden Themen "Mordserie in Tokio", "Gourmet Lifestyle Blog" und "Schönheitsideal japanischer Frauen" aufeinander. Während Manako dick und unattraktiv ist, ist an Rika nicht ein Gramm zu viel. Über die französische Küche und Rezeptideen von Madame Pompadour nähern sich Rika und Manako an. Und so gerät Rika immer mehr in den Strudel von zerlassener Butter und Manakos Einfluss.
Obwohl ich wohlschmeckenden Speisen nicht abgeneigt bin, so ist mir doch der opulente Schreibstil beim Beschreiben der Kochkünste und köstlichen Zutaten zu viel des Guten.
Die Geschichte ist so ausladend, wie die Hüften von Manako und so geschmeidig in der Ausdrucksweise wie zerlassene Butter. Die Gerichte und das Schönheitsideal der Frauen werden durchexerziert, so dass auch die voranschreitende Weiterentwicklung der Charaktere keine Spannung mehr erzeugen kann.
Ich hätte mir mehr Spannung aufgrund der Mordserie gewünscht, oder tolle Rezepte. Auch die Freundschaft zwischen Rika und Reiko bringt zwar zunächst etwas Leben in die Geschichte, schwelt dann aber vor sich hin. Irgendwie blieb all das mir in dieser Geschichte Versprochene auf der Strecke. Dabei hatte ich bei Hörbuchbeginn gar keine großen Erwartungen. Diese wurden erst im Laufe der Geschichte geschürt - um dann zu vergehen. Wie sprudelndes Wasser, das am Ende verdampft.
Ein großes Kompliment an die Hörbuchsprecherin Madhia Kelling Bergner, die mich - trotz der Längen in der Geschichte und des opulenten Schreibstils - bis zum Ende der Geschichte mit ihrer Stimme gut unterhalten hat.
Fazit
Butter ist für alle, die philosophische Leseerlebnisse mit zuckrig, buttrigen Ergüssen bei Essensbeschreibungen der japanischen Küche genießen können.
BücherBummler
2/5
29.04.2022
Hörbuch-Download (MP3)
Asako Yuzuki - Butter
Rika ist eine junge Journalistin, die den Ehrgeiz hat, von der wegen mehrfachem Mordes an ihren Verehrern angeklagten Manako Kajii ein Interview zu bekommen. Manako stimmt einem Treffen schließlich zu, aber nur unter der Voraussetzung, dass nur über ihre Kochkunst, nicht über den Fall gesprochen wird. Während der Treffen im Gefängnis gerät Rika immer mehr in den Bann der charismatischen Frau, fängt an, ihr nachzueifern und Aufgaben zu erfüllen, die Manako ihr stellt. Erst als Rika durch ihre Recherchen beginnt, hinter die Fassade Manakos zu blicken, hat sie eine Chance, sich aus deren Bann zu lösen. Und sich selbst neu zu definieren.
Asako Yuzuki ist in Japan nicht unbekannt. Einige ihrer Romane wurden verfilmt und sie wurde mehrfach für literarische Preise nominiert. Alleine für den Naoki-Preis war sie fünfmal gelistet. Was das qualitativ über sie aussagt, ist mir allerdings unklar. Wikipedia erklärt den Naoki-Preis zum populär-unterhaltsamen Gegenstück des Akutagawa-Preises, der wiederum der Prix Goncourt Japans sein soll. Ihr Roman „Butter“, der lose auf der wahren Geschichte einer Frau namens Kanae Kijima basiert, erhielt jedenfalls eine solche Nominierung.
Diesen halbherzigen Ausflug über Yuzukis Bekanntheitsgrad und Anerkennung mache ich nur, weil mir sonst nicht viel Positives zu diesem Roman einfällt. Als leidenschaftliche Nicht-Köchin war ich wohl von Anfang an nicht die passendste Leserin für dieses Buch.
Schon bei der Thematik ist mir nicht wirklich klar, was die Autorin im Sinn hatte. Eine Gesellschaftskritik zur Rolle der Frau in Japan? Einen Krimi? Einen Selbstfindungsroman? Ein Kochbuch? Es spricht ja überhaupt nichts dagegen, mehrere Themen in einen Roman zu packen, aber dann muss es auch funktionieren. Bei Yuzuki ertrinkt alles im wahrsten Sinne des Wortes in Butter. Die Geschichte dümpelt wenig aussagekräftig vor sich hin, etwa zur Hälfte denkt man, jetzt kommt Fahrt rein, jetzt wird es spannender, aber schon plätschert es weiter mit unbekanntem Ziel. Auch die Figuren bleiben, vielleicht mit Ausnahme von Manako Kajii, farblos und langweilig. Ohne Namen hätte ich sie vermutlich nicht auseinanderhalten können. Und schließlich die Verknüpfung des Ganzen mit kulinarischen Aspekten, das hat für mich gar nicht funktioniert. Es hat die Geschichte nur noch mehr verwässert, andere Themen, die für sich durchaus interessant, wenn nicht sogar spannend hätten sein können, verdrängt.
Die Hörbuchversion wurde von Madiha Kelling Bergner eingelesen. Und auch hier kann ich leider nicht aufhören, zu kritisieren. Abgesehen davon, dass die Stimme viel zu jung war, fand ich das Vorgelesene auch eintönig und den Tonfall merkwürdig gequetscht. Amüsanter Weise wurde dadurch meine Einstellung zum Buch durchaus unterstrichen. Also doch irgendwie passend.
„Butter“ und ich haben sich also nicht gesucht und gefunden. Und ich bedaure das wirklich, weil ich fand, dass Yuzuki sehr spannende Ansätze bietet. Die Manipulation Rikas durch Manako, der Druck auf Frauen, für die die Wahl zwischen schlank sein oder genießen und einsam bleiben zu liegen scheint, die vielen Schichten der Figur Manakos, bei der nicht immer klar ist, was Realität und was ihre Erfindung ist, ihre Härte und gleichzeitige Verletzbarkeit... Das alles hätte wirklich fesseln können. Und tut es andere Leser vielleicht auch. Aber bei mir reicht es bedauerlicherweise nicht für eine Lese- bzw. Hörempfehlung.
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5/5
06.02.2024
Buch (Taschenbuch)
Was hat ein Stück Butter mit weiblicher Selbstbestimmung zu tun? - Einfach alles!
Mit viel Gefühl erschafft Asako Yuzuki Figuren voller Ambivalenz, mit denen man einmal weinen, dann wieder lachen und sie manchmal am liebsten auch erwürgen würde.
Dabei ist die Geschichte rund um eine ambitionierte junge Reporterin, ihre beste Freundin und eine vermeintliche Mörderin vergleichbar mit einem exquisit gewobenen Netz, welches einen sofort gefangen nimmt - die wahre Gefahr erkennt man allerdings erst ganz am Schluss.
Für Fans der modernen japanischen Literatur somit ein absolutes Muss - aber auch alle anderen sollten mal einen Blick riskieren.
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3/5
05.02.2026
eBook (ePUB 3)
Interessant
Der Roman überzeugt vor allem durch seine sinnlichen Essensbeschreibungen und die Auseinandersetzung mit Themen wie Weiblichkeit, Körperbildern und gesellschaftlichen Erwartungen. Diese Aspekte sind interessant und stellenweise sehr eindrücklich. Allerdings wirkt die Handlung oft langatmig und wiederholend, wodurch Spannung verloren geht. Auch die Figuren bleiben emotional eher distanziert. Insgesamt ein thematisch spannendes, aber nicht durchgehend fesselndes Buch.
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