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Die Stimme meiner Schwester Roman

51

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Beschreibung

Produktdetails

Einband

Gebundene Ausgabe

Erscheinungsdatum

31.08.2022

Verlag

S. Fischer Verlag

Seitenzahl

320

Maße (L/B/H)

20,9/13,7/3,2 cm

Gewicht

423 g

Farbe

Karamell

Auflage

1. Auflage

Originaltitel

Torto Arado

Übersetzt von

Barbara Mesquita

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-10-397493-5

Warnhinweis

nicht erforderlich.

Beschreibung

Rezension

Eine furiose literarische Reise in den Norden Brasiliens. ("news")
Vieira schafft einen Einblick in die brasilianische Gesellschaft, den es so noch nie gab. ("Stern")
Wer sich für Brasiliens jüngere Geschichte und vor allem die der schwarzen Bevölkerung interessiert, wird den Roman verschlingen. ("SWR 2")

Produktdetails

Einband

Gebundene Ausgabe

Erscheinungsdatum

31.08.2022

Verlag

S. Fischer Verlag

Seitenzahl

320

Maße (L/B/H)

20,9/13,7/3,2 cm

Gewicht

423 g

Farbe

Karamell

Auflage

1. Auflage

Originaltitel

Torto Arado

Übersetzt von

Barbara Mesquita

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-10-397493-5

Herstelleradresse

FISCHER, S.
Hedderichstraße 114
60596 Frankfurt
DE

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  • Didi

    aus Mertesheim

    5/5

    16.10.2022

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    "Die Stimme meiner Schwester"v…

    "Die Stimme meiner Schwester"von Itamar Vieira Junior führt uns auf einen anderen Kontinent, nach Brasilien. Zwei Schwestern die durch einen tragischen Unfall fest aneinander gepresst wurden, da die Belonisia ihre Zunge verloren hat ist ab sofort Bibiana ihre Stimme. Das Cover ist einfach aber man erahnt um was es Inhaltlich geht. Der Autor gibt Einblick in die Sklavenwelt Brasiliens des 20. Jahrhunderts. Sein Schreibstil ist etwas anders als wir es gewohnt sind, aber durchaus flüssig und etwas poetisch. Man kann sich gut in die Situation der Protagonisten hinein versetzen. Leider erfährt man nur kurzweilig das weitere Leben der Schwestern, erfährt aber viel über die die Siedlung in der Plantage, in der die Nachfahren der afrikanischen Sklaven sich einordnen müssen. Ich habe das Buch gerne gelesen und kann es durchaus weiter empfehlen.

  • Barbara

    aus Gersdorf an der Feistritz

    5/5

    07.10.2022

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Schattenseite Brasiliens

    Das Buch gibt nicht nur einen tiefen Einblick in die Welt der ehemaligen Sklaven Brasiliens, sie geflohen sind und sich in der Landwirtschaft eine eigene existenzaufgebaut haben, die jedoch nur wenig mit Freiheit zutun hat. Es zeigt auch eindrucksvoll den Widerstand gegen das vorherrschende System und wie machtlos man am Ende dann doch ist. Belonisia stellt für mich eine Symbolfigur dar. Sie wurde stumm, weil die finanziellen Mittel fehlten. Genauso stumm wie die Frauen in ihrem Umfeld sein sollten. Doch sie spricht durch ihre Taten und kann dadurch nicht nur aus ihrer eigenen Ehe ausbrechen sondern auch anderen Frauen helfen. Ein eindrucksvolles und berührendes Buch und mein erster Roman über Brasilien

  • Bewertung

    5/5

    04.10.2022

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Faszinierende fremde Welt

    Dieses Buch war eine Überraschung für mich. Ganz anders als erwartet, aber unglaublich fesselnd. Das Cover ist wunderschön, bunt und passt sehr gut zu dem Roman. Die Geschichte beginnt mit einem Unfall, bei dem sich die Schwestern Bibiana und Belonisia mit einem Messer verletzen, eine der Beiden verliert ihre Zunge und somit ihre Stimme. Das Sprechen übernimmt daraufhin die Andere für sie. Das Buch ist in drei Teile gegliedert, erst am Ende des ersten Teiles erfährt man, welche Schwester die Zunge verloren hat. Das Buch zeigt das Leben der Nachfahren der Sklaven auf einer Fazenda. Schwarze und Indigene leben unter unfassbar harten Umständen zusammen, sie dürfen das Land bestellen, aber nicht besitzen. Ich wusste gar nichts über die Sklaverei und ihre langen Schatten in Brasilien, deshalb war dieses Buch eine absolute Bereicherung für mich. Itamar Vieira Junior ist ein großartiges Debüt gelungen. Ich habe es verschlungen, die Beschreibungen von Personen, Natur und vor allem der Spiritualität auf der Fazenda sind wundervoll und eindringlich. Besonders beeindruckt hat mich seine Empathie für das Schicksal der Frauen, die ihr Leben unter solchen Bedingungen bestreiten müssen.

  • Katrin

    aus Kiel

    5/5

    11.09.2022

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Wessen Stimme zählt?

    Bibiana und Belonísia sind Schwestern, sie lieben sich, aber sie streiten auch viel: „Belonísia und ich wurden im kürzesten Abstand zueinander geboren, und vielleicht waren wir auch deswegen diejenigen, die sich am wenigsten gut verstanden.“ Und sie sind neugierig, weswegen sie nicht widerstehen können, die Habseligkeiten ihrer Großmutter zu untersuchen, als sie für eine Weile allein zu Hause sind. Doch das Messer, das sie finden, führt zu einem Unglück: Eine der beiden schneidet sich aus Versehen die Zunge ab, sodass von da an die andere für sie sprechen muss. Itamar Vieira Junior erzählt im Folgenden vom Erwachsenwerden der beiden Schwestern aus ihren jeweiligen Perspektiven. Wir lernen das Leben der besitzlosen Plantagenarbeiter*innen in Brasilien kennen, Nachkommen der schwarzen Sklav*innen, deren Situation sich im Laufe der Jahrhunderte nicht grundlegend verbessert hat. Zwar sind sie formal frei, doch trotzdem nach wie vor von den Launen der Großgrundbesitzer abhängig, die billige Arbeitskräfte benötigen, aber diesen keinen Lohn zahlen wollen. Die Menschen dürfen sich nur Häuser aus Lehm bauen, die in regelmäßigen Abständen erneuert werden müssen, sie leben von der Subsistenzwirtschaft auf den ihnen zugeteilten Grundstücken. Geld können sie nur verdienen, wenn sie etwas von ihrer Ernte verkaufen. Der Vater der Mädchen, Zeca Chapéu Grande, ist der Heiler des Ortes, er führt religiöse Zeremonien durch und sorgt für den spirituellen Zusammenhalt. Die Schwestern sind Teil dieser Gemeinschaft, suchen jedoch auch jede für sich nach einem Weg, auf ihre Art glücklich zu werden. Der Autor ist Geograph und Ethnologe mit Schwerpunkt auf afrobrasilianischer Kultur und kämpft auch jenseits der Literatur gegen Rassismus und rechte Kräfte im eigenen Land. Sein wissenschaftlicher Hintergrund zeigt sich im Roman, allerdings ist dieser weit davon entfernt, trocken oder gar langatmig zu sein. Ganz im Gegenteil, die Sprache ist poetisch und verwebt die lokale Kultur und Religion geschickt mit Themen wie Rassismus, patriarchale Strukturen und den Kampf um Gerechtigkeit. Die Sichtweisen der beiden Schwestern spiegeln ihre eigenen Wahrheiten wider, erst im dritten Teil des Romans bringt eine übergeordnete Erzählstimme einige der Begebenheiten in einen größeren Zusammenhang, der uns die Geschichte besser verstehen lässt und das Ende unwiderruflich erscheinen lässt. Ein wirklich schöner Roman, der mir einen Teil der brasilianischen Kultur näher gebracht hat, der mir bisher nicht so präsent war, und der einen genauen Blick darauf wirft, wer für wen sprechen darf und wer gehört wird.

  • iGirl

    aus Bad Nauheim

    5/5

    06.09.2022

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Willkür, Stärke und Magie in…

    Willkür, Stärke und Magie in sprachlichen Bildern Heftig geht es gleich los in der Geschichte – die Unvorsichtigkeit zweier Schwestern und das Spiel mit dem Messer kostet einer der beiden die Möglichkeit zu sprechen. Bibiana übernimmt von nun an für die zungenlose Belonisia zu sprechen. So entsteht eine enge Bindung der beiden Schwestern und doch schlagen beide im Heranwachsen völlig unterschiedliche Wege ein. Trotzdem ihre Schicksale verschieden verlaufen verbindet sie eine Gemeinsamkeit: der Wille zur Unabhängigkeit, zum sich-nicht-beugen-lassen, zum Kampf. Dem Autor ist eine bedrückende, nachdrückliche, beeindruckende und vor allem bedeutende Geschichte gelungen. Er erzählt in seinem nahe gehenden, in meinen Leseaugen, hervorragenden Schreibstil die Geschichte der schwarzen ehemaligen Sklaven Brasiliens. Dabei wählt er die Geschichte einer Familie, die über mehrere Generationen reicht. Der jahrzehntelangen Ausbeutung und Demütigung durch die Großgrundbesitzer steht absoluter Zusammenhalt, Hilfsbereitschaft, Aberglaube und Geisterzauber der betroffenen Menschen entgegen. Wir als Lesende erhalten einen Einblick in ein Leben geprägt vom Überlebenskampf, bedingt durch Trockenheit, geringe Ernte, körperliche Übergriffe, Gewalt, Repressalien und Willkür der Landbesitzer. Aber wir lernen auch eine Welt der Geister, der Naturheiler, der Mystik kennen und ebenso die ungewöhnliche Gedankenwelt der hauptsächlich weiblichen Protagonistinnen. Itamar Viera Junior und Barbara Mesquita (Übersetzerin) zeichnen sprachliche Bilder. Es fiel mir leicht die Protagonistinnen deutlich vor mir zu sehen, mich in sie hinein zu versetzen. Zwar konnte ich nicht jedes Gedankenkonstrukt nachvollziehen, jedoch war ich unglaublich beeindruckt von der Stärke der unbeugsamen Frauen und ihrer Willenskraft. Da können wir uns in der westlichen Welt noch eine große „Feministinnenscheibe“ abschneiden. Mein Fazit: Chapeau für ein hervorragendes Erstlingswerk. 'Itamar Vieira Junior' werde ich mir merken – ich freue mich schon auf sein nächstes Buch!

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  • Zum Bewerterprofil von Lukas Bärwald

    Lukas Bärwald

    Thalia St. Pölten

    Buchhändler*in

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    4/5

    11.10.2022

    eBook (ePUB 3)

    Ein Leben auf Messers Schneide

    Colson Whitehead, Ta-Nehisi Coates, Pam Zhang: Sie und viele weitere Autor*innen haben in den letzten paar Jahren unterschiedliche Aspekte aus der Geschichte der Sklaverei in den USA literarisch beleuchtet. Und beim Stichwort Sklaverei ist oftmals die erste Assoziation Nordamerika, doch trugen sich sehr ähnliche Verhältnisse auch in anderen Teilen der Welt zu, die nicht so häufig im Zentrum der Aufmerksamkeit stehen. Von solch einem aus dem Fokus gerückten Ort erzählt der Geograf und Ethnologe Itamar Vieira Junior: Brasilien, jenem Land, das 1888 als letzter Staat der Erde offiziell die Versklavung verbot. Er richtet seinen Blick auf die Nachfolgegenerationen in den 1930er bis 50er Jahren, die auf dem Papier zwar frei und selbstbestimmt Leben, deren Lebensumstände sich jedoch nur unwesentlich verbessert haben. Im Mittelpunkt stehen die Schwestern Bibiana und Belonísia, deren Eltern und Großeltern schon auf der Plantage die Felder des Großgrundbesitzers bestellten und denen es bis in ihre Gegenwart der Handlung nicht erlaubt ist, Häuser aus einem anderen Material als dem stetig verfallenden Lehm zu bauen. Das Verhältnis der beiden als Kinder ist oft von Streits und wenig Harmonie geprägt, bis es eines Tages zu dem Vorfall kommt, der ihr restliches Leben bestimmen wird: Als die Großmutter aus dem Haus ist, öffnen sie ihren sonst strikt verbotenen Koffer und finden darin ein langes, hell strahlendes Messer. Ein Schrei später hat sich eine der beiden im Spiel versehentlich einen Teil ihrer Zunge herausgetrennt und so wird die andere zur „Stimme meiner Schwester“. Ab diesem Zeitpunkt werden die beiden unzertrennlich, denn wo Bibiana zu Belonísias Sprachrohr wird, versteht und hört niemand Bibiana so gut und intensiv zu wie Belonísia. Der Roman erzählt die Geschichte ihres Heranwachsens, ihrer Sehnsüchte und Träume für ihre Zukunft. Dabei wechseln sich die beiden als Ich-Erzählerinnen ab und so erhält man nach einiger Zeit auch einen Einblick in das Seelenleben der verstummten Schwester. Je älter sie werden, desto mehr rückt für sie nicht nur ihre Emanzipation als junge Frauen, unabhängig von ihrer Familie, in den Vordergrund, sondern auch der größere Aufstand gegen die immer noch vorherrschende Unterdrückung der Plantagenbesitzer und die kaum verbesserten Umstände seit der Abschaffung der Sklaverei. Itamar Vieira Junior erzählt ein packendes Stück brasilianischer Zeitgeschichte mit zwei starken, eindrucksvollen Frauenfiguren, die gegen alle Widerstände für ihre eigene Zukunft als auch die eines ganzen Landes kämpfen.

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