Produktbild: Ein anderer Krieg

Ein anderer Krieg Das jüdische Palästina und der Zweite Weltkrieg - 1935 – 1942

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Beschreibung

Produktdetails

Einband

Taschenbuch

Erscheinungsdatum

23.11.2022

Verlag

Pantheon

Seitenzahl

352

Maße (L/B/H)

19,6/12,2/2,9 cm

Gewicht

370 g

Auflage

2. Auflage

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-570-55474-6

Beschreibung

Produktdetails

Einband

Taschenbuch

Erscheinungsdatum

23.11.2022

Verlag

Pantheon

Seitenzahl

352

Maße (L/B/H)

19,6/12,2/2,9 cm

Gewicht

370 g

Auflage

2. Auflage

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-570-55474-6

Herstelleradresse

Pantheon
Neumarkter Straße 28
81673 München
DE

Email: produktsicherheit@penguinrandomhouse.de

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Reichlich verschwurbelt…

ws aus Markdorf am 01.05.2021

Bewertungsnummer: 2743559

Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)

Reichlich verschwurbelt geschrieben – aber hochinteressant Zunächst zum Schreibstil von Dan Diner. Der Autor liebt offensichtlich ellenlange Schachtelsätze. Es macht einige Mühe, sich in das Buch hinein zu lesen. Aber dann... Die Mühen, die historischen Fehler, die vor und bei der Gründung des heutigen Staates Israel gemacht wurden, beschreibt Dan Diner ausführlich. Trotzdem die sich jeder menschlichen Vorstellungskraft entziehende industriell organisierte Ermordung von Millionen Menschen durch die Nazis einen der Schwerpunkte der 346 Seiten bilden, geht es noch um sehr viel mehr. Von den 346 Seiten Umfang entfallen im Übrigen 42 auf Anmerkungen und Literaturhinweise. Alle, die die Feststellungen des Autors in Zweifel ziehen oder sogar negieren, können diese Feststellungen also problemlos auf ihren Wahrheitsgehalt überprüfen. So sie sich ausgehend von ihrer Leugnung der Tatsachen diese Mühe überhaupt machen. Aus diesem Verhalten heraus entwickelten sich die verhängnisvollen Grundlagen des bis heute aktuellen so genannten Nahost-Konfliktes. Mitsamt der katastrophalen Situation in Syrien, Libanon, Iran, Irak, Kurdistan, dieses ganze Pulverfass. Die Briten verweigerten trotz der erlangten Kenntnisse über die Massenvernichtungslager der Nazis die Aufnahme jüdischer Flüchtlinge in ihrem völlig unberechtigt erlangten Mandatsgebiet Palästina. Dies aus der Befürchtung heraus, dass sie, die Briten, die Kontrolle über Palästina verlieren können. Der indische Ozean wurde von den Briten faktisch als Besitz des Empires betrachtet. Um diese mit nichts zu rechtfertigende Ansicht zu verteidigen, schreckten sie auch vor Massakern nicht zurück. Nur eines von vielen möglichen Beispielen, Seite 59: "Hierfür steht das Vorgehen der 'Royal Ulster Rifles' (RUR), die Anfang September 1938 an den arabischen Bewohnern des ganz in Grenznähe zum Libanon gelegenen Dorfes al-Bassa ein Massaker verübten. Nachdem ein britisches Militärfahrzeug auf einer verminten, am Dorf vorbeiführenden Straße zerstört worden war, wobei vier aufsitzende Soldaten des besagten Regiments zu Tode kamen, trachteten die RUR nach Vergeltung. Dorfbewohner wurden in einen Bus gepfercht, und dessen arabischer Fahrer musste ihn über eine von britischen Pionieren gelegte Mine lenken. Die professionell platzierte Sprengladung entfaltete eine derartige Wucht, dass das Fahrzeug vollständig zerbarst und Leichenteile in die weitere Umgebung geschleudert wurden." Sir Arthur Travers Harris, später unter der Bezeichnung 'Bomber-Harris' bekannt geworden, war 1922 Führer einer Lufttransportstaffel im Irak. Dort versuchten, den Widerstand der Einheimischen durch Terrorangriffe auf Städte und Dörfer zu brechen, bevor der Einsatz von Infanterie notwendig wurde. Harris hatte die Idee, alle Transportflugzeuge zusätzlich mit Bombenträgern auszustatten, „kam es doch nicht auf Präzisionsangriffe an, sondern auf eine möglichst flächendeckende Terrorisierung der Bevölkerung.“ Auf seinen Befehl hin wurde im Juli/August 1943 bei der Operation Gomorrha Hamburg in Schutt und Asche gelegt. Er lernte sein "Handwerk" also bei der Terrorisierung der arabischen Bevölkerung. Weitere äusserst interessante und bei dem üblichen Blickwinkel aus europäischer Sicht meist übersehene Aspekte ist der Krieg in Nord-Afrika, die Pläne und Absichten des japanischen Militärs in Ostasien, Stichworte Burma und Indien, der Krieg im östlichen Mittelmeer, die Wege der Waffen- und Rohstofflieferungen der USA an die Rote Armee, sprich die Sowjetische Militärmacht. Ohne die der Feldzug der Roten Armee gegen Nazi-Deutschland nicht möglich gewesen wäre. Sich in das Buch hineinzulesen, sich mit dem Schreibstil von Dan Diner halbwegs anzufreunden ist die Mühe allemal wert.

Reichlich verschwurbelt…

ws aus Markdorf am 01.05.2021
Bewertungsnummer: 2743559
Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)

Reichlich verschwurbelt geschrieben – aber hochinteressant Zunächst zum Schreibstil von Dan Diner. Der Autor liebt offensichtlich ellenlange Schachtelsätze. Es macht einige Mühe, sich in das Buch hinein zu lesen. Aber dann... Die Mühen, die historischen Fehler, die vor und bei der Gründung des heutigen Staates Israel gemacht wurden, beschreibt Dan Diner ausführlich. Trotzdem die sich jeder menschlichen Vorstellungskraft entziehende industriell organisierte Ermordung von Millionen Menschen durch die Nazis einen der Schwerpunkte der 346 Seiten bilden, geht es noch um sehr viel mehr. Von den 346 Seiten Umfang entfallen im Übrigen 42 auf Anmerkungen und Literaturhinweise. Alle, die die Feststellungen des Autors in Zweifel ziehen oder sogar negieren, können diese Feststellungen also problemlos auf ihren Wahrheitsgehalt überprüfen. So sie sich ausgehend von ihrer Leugnung der Tatsachen diese Mühe überhaupt machen. Aus diesem Verhalten heraus entwickelten sich die verhängnisvollen Grundlagen des bis heute aktuellen so genannten Nahost-Konfliktes. Mitsamt der katastrophalen Situation in Syrien, Libanon, Iran, Irak, Kurdistan, dieses ganze Pulverfass. Die Briten verweigerten trotz der erlangten Kenntnisse über die Massenvernichtungslager der Nazis die Aufnahme jüdischer Flüchtlinge in ihrem völlig unberechtigt erlangten Mandatsgebiet Palästina. Dies aus der Befürchtung heraus, dass sie, die Briten, die Kontrolle über Palästina verlieren können. Der indische Ozean wurde von den Briten faktisch als Besitz des Empires betrachtet. Um diese mit nichts zu rechtfertigende Ansicht zu verteidigen, schreckten sie auch vor Massakern nicht zurück. Nur eines von vielen möglichen Beispielen, Seite 59: "Hierfür steht das Vorgehen der 'Royal Ulster Rifles' (RUR), die Anfang September 1938 an den arabischen Bewohnern des ganz in Grenznähe zum Libanon gelegenen Dorfes al-Bassa ein Massaker verübten. Nachdem ein britisches Militärfahrzeug auf einer verminten, am Dorf vorbeiführenden Straße zerstört worden war, wobei vier aufsitzende Soldaten des besagten Regiments zu Tode kamen, trachteten die RUR nach Vergeltung. Dorfbewohner wurden in einen Bus gepfercht, und dessen arabischer Fahrer musste ihn über eine von britischen Pionieren gelegte Mine lenken. Die professionell platzierte Sprengladung entfaltete eine derartige Wucht, dass das Fahrzeug vollständig zerbarst und Leichenteile in die weitere Umgebung geschleudert wurden." Sir Arthur Travers Harris, später unter der Bezeichnung 'Bomber-Harris' bekannt geworden, war 1922 Führer einer Lufttransportstaffel im Irak. Dort versuchten, den Widerstand der Einheimischen durch Terrorangriffe auf Städte und Dörfer zu brechen, bevor der Einsatz von Infanterie notwendig wurde. Harris hatte die Idee, alle Transportflugzeuge zusätzlich mit Bombenträgern auszustatten, „kam es doch nicht auf Präzisionsangriffe an, sondern auf eine möglichst flächendeckende Terrorisierung der Bevölkerung.“ Auf seinen Befehl hin wurde im Juli/August 1943 bei der Operation Gomorrha Hamburg in Schutt und Asche gelegt. Er lernte sein "Handwerk" also bei der Terrorisierung der arabischen Bevölkerung. Weitere äusserst interessante und bei dem üblichen Blickwinkel aus europäischer Sicht meist übersehene Aspekte ist der Krieg in Nord-Afrika, die Pläne und Absichten des japanischen Militärs in Ostasien, Stichworte Burma und Indien, der Krieg im östlichen Mittelmeer, die Wege der Waffen- und Rohstofflieferungen der USA an die Rote Armee, sprich die Sowjetische Militärmacht. Ohne die der Feldzug der Roten Armee gegen Nazi-Deutschland nicht möglich gewesen wäre. Sich in das Buch hineinzulesen, sich mit dem Schreibstil von Dan Diner halbwegs anzufreunden ist die Mühe allemal wert.

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Ein anderer Krieg

von Dan Diner

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Meinung aus der Buchhandlung

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Ralf Rother

Thalia Wien – Mariahilfer Straße

Zum Portrait

5/5

Aus einer anderen Perspektive

Bewertet: Buch (Taschenbuch)

Der historische Blick auf unsere Geschichte hat auch seine Moden, Ideologien, Gewohnheiten, Voreingenommenheit und Vorurteile. Und so scheint Dan Diners Buch "Der andere Krieg" eine andere Perspektive auf den Zweiten Weltkrieg zu legen. Aber das liegt natürlich nur daran, dass wir die historischen Ereignisse mit "unserer" Erfahrung verwechseln. Dass die gleichen Ereignisse sich jedoch in anderen Erzählungen und Erfahrungen, in anderen Analysen und Wahrnehmungen wiederfinden lassen, scheint uns manchmal befremdlich zu sein. Dan Diners Buch, das den Zweiten Weltkrieg angesichts der zionistischen Bewegung und den Geschehnissen während der britischen Mandatszeit in Palästina erzählt, ist solch ein Buch, das unseren gewohnten europäisch-amerikanischen Blick auf die Geschichte öffnet. Durch diesen Perspektivwechsel gewinnen andere Interessen, andere geografische Räume, die koloniale Politik europäischer Mächte, aber auch andere politische Akteure in den Blick unserer Aufmerksamkeit. An Gewicht gewinnen in dieser Geschichte des Zweiten Weltkriegs das britische Empire, die Kolonialmacht Italiens, die zionistischen Bestrebungen einen Staat Israel zu gründen und der indische Ozean. Leider findet die Wahrnehmung einer anderen Perspektive bzw. die Öffnung der eigenen Perspektive auf historische Ereignisse und politischen Optionen viel zu selten statt.
  • Ralf Rother
  • Buchhändler/-in

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5/5

Aus einer anderen Perspektive

Bewertet: Buch (Taschenbuch)

Der historische Blick auf unsere Geschichte hat auch seine Moden, Ideologien, Gewohnheiten, Voreingenommenheit und Vorurteile. Und so scheint Dan Diners Buch "Der andere Krieg" eine andere Perspektive auf den Zweiten Weltkrieg zu legen. Aber das liegt natürlich nur daran, dass wir die historischen Ereignisse mit "unserer" Erfahrung verwechseln. Dass die gleichen Ereignisse sich jedoch in anderen Erzählungen und Erfahrungen, in anderen Analysen und Wahrnehmungen wiederfinden lassen, scheint uns manchmal befremdlich zu sein. Dan Diners Buch, das den Zweiten Weltkrieg angesichts der zionistischen Bewegung und den Geschehnissen während der britischen Mandatszeit in Palästina erzählt, ist solch ein Buch, das unseren gewohnten europäisch-amerikanischen Blick auf die Geschichte öffnet. Durch diesen Perspektivwechsel gewinnen andere Interessen, andere geografische Räume, die koloniale Politik europäischer Mächte, aber auch andere politische Akteure in den Blick unserer Aufmerksamkeit. An Gewicht gewinnen in dieser Geschichte des Zweiten Weltkriegs das britische Empire, die Kolonialmacht Italiens, die zionistischen Bestrebungen einen Staat Israel zu gründen und der indische Ozean. Leider findet die Wahrnehmung einer anderen Perspektive bzw. die Öffnung der eigenen Perspektive auf historische Ereignisse und politischen Optionen viel zu selten statt.

Martin Berger

Thalia Wien – Mitte / W3

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5/5

Ein kleiner Konflikt im großen Krieg

Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)

Dan Diner wirft in seinem neuen Buch einen Blick aus ungewöhnlicher Perspektive auf den Zweiten Weltkrieg. Ausgangspunkt seiner beeindruckenden Darstellung ist das jüdische Palästina. Die geostrategische Wichtigkeit dieser Großregion ist kaum zu überschätzen - Stichwort Öl, damals wie heute. Zeitweise drohte sie von zwei Seiten durch die Achsenmächte überrannt zu werden – von Libyen aus dem Westen, vom Norden her über den Kaukasus. Die Schlachten von El-Alamein und Stalingrad beendeten diese Bedrohung. Eingebettet in die große Auseinandersetzung des Zweiten Weltkriegs werden die Konflikte vor Ort behandelt, wie der zwischen Juden und Arabern, die komplizierte Situation der Briten, die immer auch ihr Empire im Blick haben mussten. Dan Diner hat ein hochinteressantes und spannendes Buch geschrieben, das komplexe Dinge anschaulich erklärt. Nur mehr Kartenmaterial wäre wünschenswert. (Siehe auch: Lawrence, Die sieben Säulen der Weisheit))
  • Martin Berger
  • Buchhändler/-in

5/5

Ein kleiner Konflikt im großen Krieg

Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)

Dan Diner wirft in seinem neuen Buch einen Blick aus ungewöhnlicher Perspektive auf den Zweiten Weltkrieg. Ausgangspunkt seiner beeindruckenden Darstellung ist das jüdische Palästina. Die geostrategische Wichtigkeit dieser Großregion ist kaum zu überschätzen - Stichwort Öl, damals wie heute. Zeitweise drohte sie von zwei Seiten durch die Achsenmächte überrannt zu werden – von Libyen aus dem Westen, vom Norden her über den Kaukasus. Die Schlachten von El-Alamein und Stalingrad beendeten diese Bedrohung. Eingebettet in die große Auseinandersetzung des Zweiten Weltkriegs werden die Konflikte vor Ort behandelt, wie der zwischen Juden und Arabern, die komplizierte Situation der Briten, die immer auch ihr Empire im Blick haben mussten. Dan Diner hat ein hochinteressantes und spannendes Buch geschrieben, das komplexe Dinge anschaulich erklärt. Nur mehr Kartenmaterial wäre wünschenswert. (Siehe auch: Lawrence, Die sieben Säulen der Weisheit))

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