Die unvergessliche Geschichte eines Sámi-Mädchens, das in einer im Verschwinden begriffenen Welt für seinen Platz im Leben kämpft. Ein Roman, so fesselnd und bezaubernd wie die schneebedeckte Weite, in der er spielt.
Die Sámi Elsa ist neun Jahre alt, als sie allein Zeugin des Mordes an ihrem Rentierkalb wird. Der Täter zwingt sie, zu schweigen. Sie kann nichts tun und fühlt sich doch schuldig, gegenüber ihrer Familie und allen, die ihr nah sind, denn wieder einmal sieht die Polizei keinerlei Anlass, in einem Verbrechen zu ermitteln. Elsas Rentier gilt schlicht als „gestohlen“. Als die Bedrohung der Sámi und ihrer Herden dramatisch zunehmen und auch Elsa selbst ins Visier des Haupttäters gerät, findet sie endlich die Kraft, sich ihrer lange unterdrückten Schuld, Angst und Wut zu stellen. Aber wird sie etwas ausrichten können gegen die Gleichgültigkeit der Behörden und die Brutalität der Täter?
»Was immer Sie sonst noch im Leben vorhaben: Diesen Roman müssen Sie lesen!« Dagens Nyheter
Kundinnen und Kunden meinen
4.5/5.0
Bewertung
5/5
06.11.2023
Buch (Gebundene Ausgabe)
Das Buch ist eines meiner Lese-Highlights...
Das Buch ist eines meiner Lese-Highlights aus diesem Jahr!
Unfassbar spannend und lehrreich dazu. Brutal, eiskalt und ehtlich und herzerwärmend schön.Bin beeindruckt!
Sharon Baker
aus Mönchengladbach
5/5
09.03.2023
Buch (Gebundene Ausgabe)
Lehrreich, bildgewaltig, fesselnd ...
Elsa ist neun, als sie sich mit Skiern auf den Weg zu den Rentieren ihrer Familie macht, denn sie möchte unbedingt zuerst da sein und ihr Rentier sehen. Fast dort angekommen, überrascht sie einen Wilderer, der nicht nur ihr geliebtes Rentier abschlachtet, sondern auch ihr zu verstehen gibt, was passiert, wenn sie ihn verrät. Geschockt bleibt sie zurück, sie kennt diesen Mann, er ist ein Schwede aus dem Nachbardorf und ihre Scham nimmt zu, weil sie sich nicht traut, ihren Eltern alles zu erzählen. Dieser Mann ist schon länger ein Problem, doch die Familie scheint machtlos der Situation gegenüber zu sein, da die Polizei und auch die Politik nichts unternimmt. Der Tod von Elsas geliebtem Rentier wird einfach als „Diebstahl“ abgestempelt, aber sie vergisst nicht. Die Zeit vergeht und Elsa wird erwachsen und für sie gibt es kein Leben ohne die Rentiere und das bedeutet, das sie kämpfen muss, für ihre Familie, für ihre Stammesleute und für ihr Recht. Was kann sie als einzelne Frau bewirken? Wie kann sie für ihr Recht kämpfen? Und was muss noch alles passieren, damit die samischen Rentierhirten erhört werden?
Dieses Buch wurde mit dem Vergleich von „Der Gesang der Flusskrebse“ beworben und ganz ehrlich, ich mag so was nicht. Für mich stand der Titel schon allein ziemlich im Vordergrund und da ich die Polarlandschaft und Rentiere faszinierend finde, war das schon der Ausschlag für mich, es lesen zu wollen. Na gut, ich mag auch Bücher über starke Frauen und war gespannt, ob Elsa so eine ist. Ansonsten hatte ich mich wenig mit dem Thema auseinandergesetzt und habe verdammt viel dazu gelernt. Ob es nicht nur lehrreich, sondern auch unterhaltend war, erzähle ich euch nun.
Elsa ist eine Neunjährige, als die Geschichte beginnt und so erleben wir alles durch ihre Kinderaugen. Wir erleben Streit zwischen den Eltern, Wut auf Polizei und Gesetzgebung, ein Bruder, der vieles ändern möchte und nicht darf und ein Dorf, was ausgegrenzt wird. Dazu kommt der Vorfall mit Elsas Rentier und ihr Unverständnis wächst, warum tut keiner was und sie selbst traut sich nicht, alles zu verraten. Aber sie hält an dem Ohr ihres toten Rentiers fest und vergisst nicht. Der Stapel der abgelehnten Anzeigen wird größer, die Mutlosigkeit nimmt unter den Rentierhaltern zu und das Schweigen wird immer lauter. Ein hartes, unnachgiebiges Leben führen die Samen und Elsa will sich der Resignation nicht anschließen, sie möchte für ihr Recht, ihr Leben und für ihr Volk kämpfen. Und vor allem dem Wilderer das Handwerk legen, denn diese Kindheitserinnerung hat ihr ganzes Leben mit Angst, Scham und Wut begleitet.
Meine Mutter hat sich sehr für Native American interessiert und so einige Bücher angesammelt, die nun mir gehören. Meine Begeisterung hielt sich immer in Grenzen, aber auf Bitten und Drängen hatte ich mal eins angefangen und diese Geschichte hat mit so furchtbar wütend gemacht. Ein ganzes Volk wird ausgemerzt, verdrängt, unsichtbar gemacht und wie Abfall behandelt. Keine Rechte, in Reservate abgeschoben, ausgenutzt und ohne Perspektiven weggesperrt. Was für eine Ungerechtigkeit, welche ein Ohnmachtsgefühl und welch rasende Wut man da empfindet. Da hat sich ein patriotisches Volk nicht mit Ruhm bekleckert und dabei ist es nicht mal ihr Land. So, das musste raus, was ich aber nicht wusste, ist, das es die Schweden ähnlich mit dem Samen (veraltet Lappen) auch so machen. Ein Volk, was hoch im Norden von Skandinavien lebt und sich auf einem Siedlungsgebiet niedergelassen hat. Genau wie die Native American müssen sie mit Rassismus, Ausgrenzung, Menschen zweiter Klasse und ohne Rechte leben, denn der Schwede kommt immer zu erst. Allein für den geschichtlichen Aspekt lohnt es sich, dieses Buch zu lesen. Es ist angefüllt mit Beschreibungen von Traditionen, Stammeskleidung, Festen und deren hartes Leben, ohne die Handlung aus dem Blick zu lassen.
Ann-Helén Laestadius hat eine starke Protagonistin erschaffen, Elsa ist hartnäckig, bleibt am Ball, nervt die Gesetzeshüter, zwingt sie zum Handeln und wird auch selbst zur Spurenleserin. Sie kann die Ungerechtigkeit nicht mehr ertragen und auch das sinnlose töten ihrer Rentiere, was auch die Existenz ihres Volkes bedroht. Eindringlich beschreibt die Autorin die Situation aber auch malerisch und bildgewaltig. Was für eine Landschaft, was man im Schnee alles lesen kann und das knirschen von Schritten im Schnee, war beim Lesen hörbar. Erst hatte ich etwas Sorge, das sie die ganze Zeit aus der Sicht der Neunjährigen erzählt, da alles nur umschrieben wurde, ohne das Thema wirklich zu benennen, aber mit ihren Zeitsprüngen und der erwachsenen Elsa war ich total am Ball. Man fiebert einfach mit, man möchte Gerechtigkeit oder zumindest das die Polizei nicht immer die Augen verschließt und man möchte, dass Elsa ihren Platz bekommt. Denn auch eine Frau hat es in der Welt der Rentierhirten nicht einfach. Viele Themen, toll ausgearbeitet und begeistert geschrieben. Ich fand es großartig.
Das Leuchten der Rentiere ist lehrreich, bildgewaltig und fesselnd. Ein Appell gegen Hass und Fremdenfeindlichkeit. Beeindruckend und mitreißend erzählt noch dazu.
Bewertung
aus Rickenbach Sulz
5/5
21.02.2023
Buch (Gebundene Ausgabe)
Szenisch, fesselnd und eiskalt
Szenisch, fesselnd und eiskalt. Die Geschichte des Sami-Mädchens Elsa, die mit 9 Jahren Zeugin eines Mordes an einem ihrer Rentiere wird. Durch Bedrohung wird sie aber lange Zeit ihres Lebens schweigen und wird von diesem Ereignis in ihrer Kindheit geprägt. Jahre später versucht sie sich als erwachsene Frau für die Rechte der indigenen Urbevölkerung einzusetzen und sich gegen das Unrecht an ihrem Volk zu wehren. Ein Roman, so szenisch dargestellt, man fühlt sich mitten in einer weitaus unbekannten aber wunderschönen und eiskalten Gegend im Norden Skandinaviens, nördlich des Polarkreises. Die Beschreibung einer unheimlich unfairen Behandlung gegenüber der indigenen Urbevölkerung in den Dörfern fernab der städtischen Zivilisation. Es bringt einem die Lebensweise dieser ursprünglichen Bewohner sehr nahe und auch deren harten Alltag mit ihren Rentieren. Und letztendlich den Kampf um Gerechtigkeit. Das traurige und zugleich berührende an der ganzen Sache: Die Geschichte ist nur zum Teil fiktiv. Die Vorkommnisse gegenüber den Samen, der Urbevölkerung, kommen genau so vor. Im einzigen indigenen Volk Europas.
Lu
aus Berlin
5/5
17.01.2023
Buch (Gebundene Ausgabe)
Hervorragend geschrieben
Buch "Das Leuchten der Rentiere" von Ann-Helén Laestadius ist eine wundervolle Geschichte über ein Mädchen, dass zu sich selbst findet. Über das Buch bekommt man einen beeindruckenden Einblick in das beeindruckende Leben der Samen so wie über die Renntierzucht.
Es hat mir viel Freude bereitet das Buch zu lesen. An vielen Stellen konnte ich das Buch nicht aus der Hand legen, weil ich wissen wollte, was als nächstes passiert. Die Spannung war jedoch auf einem angenehmen Level und nicht zu mächtig. So konnte man auch die Beschreibung der Natur und der Umgebung sehr genießen.
Die Art von Geschichten gefällt mir sehr und ich freue mich immer, wenn ich auf so ein Roman aufmerksam werden. Ich freue mich darauf mehr von Ann-Helén Laestadius zu lesen und in weitere bestimmt unheimlich schöne Geschichten abzutauchen und mich verzaubern zu lassen.
Suska
5/5
10.01.2023
Buch (Gebundene Ausgabe)
Ein beeindruckendes Buch
Die 9jährige Elsa ist eine Sami und lebt mit ihrer Familie im Norden Schwedens von der Rentierzucht. Sie wird eines Tages Zeugin, wie eines ihrer Rentiere von einem Dorfbewohner getötet wird. Aus Angst schweigt sie, der Vorfall verfolgt sie allerdings noch lange. Die Samen werden im Dorf zum Teil ausgegrenzt und beschimpft, ihre Rechte können sie nur schwer durchsetzen.
10 Jahre später hat sich an der Situation nicht viel geändert. Elsa kämpft für die Rechte der Samen, deren Rentiere noch immer getötet werden.
Die Perspektive ändert sich immer Mal wieder, es wird aus Sicht von Elsa, aber auch aus Sicht von ihrem Bruder Matthias, ihrer Nachbarin Hannah, dem Wilderer Peter und vielen mehr geschildert. Hauptsächlich aber erleben wir Elsas Sicht.
Das Buch hat mich sehr beeindruckt. Ich hatte einen Krimi erwartet, aber es ist so viel mehr. Es ist ein Buch über das Volk der Samen, über ihre Kultur, über deren Lebenswandel und den täglichen Kampf, den sie als indigenes Volk kämpfen müssen. Es geht um Rassismus, um Ausgrenzung und Hass. Ein Thema, das man leider aus vielen Kulturen kennt. Trotzdem hat es mich erschüttert, denn der Hass macht vor keiner Kultur halt, auch nicht vor Schweden.
Definitiv ein Lesehighlight.
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5/5
24.09.2024
Buch (Gebundene Ausgabe)
Krimi oder Roman? Auf jeden Fall fesselnd!
Als 9-Jährige ist die Sámi Elsa Zeugin des brutalen Mordes an ihrem Rentier. Der Wilderer wird nicht gefasst, aber Elsa kann das Geschehene nicht vergessen und beginnt als junge Frau darum zu kämpfen, dass die Wahrheit ans Licht komm. Sie stößt dabei auf Rassismus, Gleichgültigkeit der Obrigkeit, starre Rollenbilder innerhalb ihrer Kultur und gerät selber in Lebensgefahr. Ein spannender, schmerzhaft schöner und tagesaktueller Roman, der das schwierige Leben der Ursprungsbevölkerung der Samen in Nordschweden beleuchtet, von einer Autorin, die selber samische Vorfahren hat.
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5/5
04.08.2023
Buch (Gebundene Ausgabe)
volle Leseempfehlung - fesselnde Handlung
hier treffen wir auf eine sehr fesselnde Geschichte - begleiten das Sami-Mädchen Elsa vom Kind zur Erwachsenen - erleben mit ihr den Mord an ihrem Rentier als Kind und die Entwicklung, die dadurch ins Rollen gebracht wird. Ein Leseerlebnis, weil es sehr bildreich beschrieben wird, eine fesselnde Handlung hat und viele interessante Einblicke in das Leben der Samen gibt. Volle Empfehlung!
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