Als die Polizei nach Jahren erneut in einem alten Fall ermittelt, ist Automechaniker Roy alarmiert. Die Rückkehr seines Bruders Carl in die kleine Stadt Os in den Bergen Norwegens wirbelt zu viel Staub auf. Auch dass Carls Frau Shannon genau sein Typ ist macht Roy nervös. Carl hingegen ist voll großer Pläne und verspricht, ganz Os reich zu machen. Doch plötzlich kursieren im Ort Gerüchte und Verdächtigungen zum Unfalltod ihrer Eltern. Roy hat seinen kleinen Bruder immer beschützt, aber jetzt stehen sie sich als Rivalen gegenüber.
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Der Geist lebt ewig
mimitatis_buecherkiste aus Krefeld am 27.05.2025
Bewertungsnummer: 2500929
Bewertet: Buch (Taschenbuch)
»Ich verstand ihre Gedanken vielleicht nicht, wohl aber, dass sie wie mein Vater nach dem Naturgesetz lebte, dass die Familie an erster Stelle kommt. Vor Recht und Gesetz. Vor dem Rest der versammelten Menschheit. Dass es immer heißt: Wir gegen den Rest.« (Seite 187)
Nach jahrelanger Abwesenheit kehrt Carl Opgard nach Os zurück, zurück auf den Hof der Familie, von der nach einem Unfall vor achtzehn Jahren nur noch sein älterer Bruder Roy übrig ist. Er bringt seine Frau mit sowie hochtrabende Pläne, wie er dem Dorf, das er einst verlassen hat, zu Reichtum verhilft. Der Dorfpolizist Kurt Olsen indessen ist damit beschäftigt, Beweise dafür zu finden, dass die Brüder für das Verschwinden seines Vaters verantwortlich sind. Dies wird nicht das einzige Problem sein auf dem Weg, den die Geschwister noch vor sich haben.
Dieses Buch war wie eine Naturgewalt, langsam und unaufhaltsam bewegte sich die Geschichte auf etwas zu, das ich anfangs nicht richtig fassen, was ich mir gar nicht vorstellen konnte, das aber in weiter Ferne bereits am Horizont zu sehen gewesen ist. Die Beziehung der beiden Brüder spielte dabei eine ebenso große Rolle wie Ereignisse, die Jahrzehnte zurücklagen und dennoch permanent zu spüren waren, so wie man die feuchte Luft förmlich fühlt, wenn man weiß, dass Regen aufzieht. Dadurch gab es eine unterschwellige, an den Nerven zehrende Spannung, die in Wellen kam, manchmal überschwappte und sich zurückzog, um unerwartet mit doppelter Kraft und Geschwindigkeit zurückzukehren und alles zu zerstören, was sich ihr in den Weg stellt.
Wieder einmal hat Jo Nesbø sein Können unter Beweis gestellt und klargemacht, was für ein unnachahmlicher Geschichtenerzähler er ist. Fast 600 Seiten lang entführte er mich in eine andere Welt, ließ mich fühlen, bangen, hoffen, Mitleid sowie Hass empfinden, und trug dazu bei, dass ich letztendlich doch noch die Fassung verlor. Ich kann gar nicht zählen, wie oft ich Worte, Sätze, ganze Abschnitte wiederholte, weil es mich packte und ich noch einmal fühlen wollte, was beim ersten Lesen so bewegend gewesen ist. Das ist Erzählkunst, das ist einfach meisterlich! Wie gut, dass der Autor sein Wort nicht gehalten hat, als er in einem Interview zum vorliegenden Buch von einem Standalone sprach. Die Fortsetzung mit dem Titel »der könig« steht bereits in meinem Regal und ich bin gespannt, wie es weitergeht.
Jo Nesbo muss man gelesen haben
Bewertung am 16.12.2024
Bewertungsnummer: 2365192
Bewertet: Buch (Taschenbuch)
Ich bin momentan noch am lesen dieses Buches.
Ich habe aber schon alles was es sonst von Nesbo an Thrillern gibt gelesen.
Es sind nicht alle für " schwache Gemüter" geeignet. ;-)
Die Werke von Nesbo sind z.T. etwas langfädig, da er immer wieder die Schönheit und Wildheit von Norwegen beschreibt.
Meinung aus der Buchhandlung
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Meine Haltung zu diesem Buch war schwankend. Zu Beginn eher ablehnend, als die Geschichte in Fahrt kam dann doch von der Spannung sehr angetan, unterm Strich bleibt aber der nicht ganz so gute Eindruck. ____ Der Ich-Erzähler Roy Opgard erzählt seine und seines jüngeren Bruders Carls Geschichte, die sich im Wesentlichen in einem Dorf im Gebirge in Norwegen ereignet. Die wichtigsten Wedung dieser Geschichte sind der frühe Tod der Eltern, Missbrauch, Carls Auswanderung zum Studium in die USA und nach Kanada und seine Rückkehr gemeinsam mit seiner attraktiven Frau Shannon als gemachter Mann, der hier in den Bergen ein ambitioniertes Hotelprojekt realisieren möchte. Carl ist der charismatischere, hübschere und auch sensiblere der beiden. Roy steht dem Bruder immer zur Seite - notfalls und und häufig indem er dessen Rivalen verprügelt. ____ Nun wird man von einem Krimi keine allzu ausgeprägte Figurenzeichnung erwarten, Roys und Carls Persönlichkeiten waren mir dann aber doch zu unverständlich. Ich bin im Lesefluß immer wieder ins Stocken geraten weil manche ihrer Aktionen für mich nicht nachvollziehbar waren. Ähnliches gilt für einige Details ihrer Machenschaften, die ich, in einem sozusagen technischen Sinn nicht glaubwürdig fand. Umgekehrt sind es aber gerade wieder Kleinigkeiten, die mir eine Lesefreude bereiteten, weil ich sie so gelungen fand und ich in ihnen Nesbos reiche Erfahrung als Thrillerautor wiederzuerkennen meinte. ____ Wem solche Details nicht wichtig sind, der hat mit diesem ersten Teil von Nesbos Dilogie einen spannenden Thriller, für mich warens 3 Sterne von 5 möglichen ...
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