Castle Freeman ist zurück: „Charmanter, beinharter Country Noir, in dem alle immer sehr viel klüger sind, als sie tun.“ Simone Buchholz
Lucian Wing, der „Hinterwäldler mit Sheriffstern“, bekommt hohen Besuch. Männer in Nadelstreifenanzug und Seidenkrawatte sieht man in dem kleinen Nest in Vermont selten. Der vollmundige Anwalt aus New York behauptet auf der Suche nach der verschwundenen Tochter seines Auftraggebers zu sein. Gemeinsam mit seinem neuen Deputy, dem wortkargen Treat, nimmt Wing die Spur auf. Doch schon bald wünscht er sich, er hätte auf seinen Instinkt gehört. Denn urbaner Großschnäuzigkeit sollte man niemals trauen. Castle Freeman ist zurück mit einem modernen Western über das ländliche Amerika – für Fans von „Fargo“ und „Three Billboards“.
Kundinnen und Kunden meinen
4.8/5.0
Manu
Book Circle Community
5/5
29.04.2025
Buch (Gebundene Ausgabe)
Herrliches Country Noir
Mitten in Vermont bekommt der Dorf-Sherriff Besuch aus der grossen Stadt. Er soll ein Mädchen finden, das wohl abgehauen ist. Und schon geht es drunter und drüber.
Der Meister der pointierten Dialoge at his Best. Kein Wort zu viel und doch unglaublich präzise, das ist Castle Freeman. In sich absolut stimmig und perfekt ausgearbeitet, zeichnet der Autor mit diesem Buch ein Bild des ruralen Nordostens der USA, wo man die Dinge auf eine eigene Art und Weise erledigt.
Mit viel verstecktem Wortwitz und hervorragend ausgearbeiteten Figuren, hat Freeman mit diesem Büchlein ein kleines Meisterwerk geschaffen.
Bewertung
5/5
15.12.2021
Buch (Gebundene Ausgabe)
Per Zufall bin ich auf diesen...
Per Zufall bin ich auf diesen Titel gestossen und hellauf begeistert. Der "Charmanter, beinharter Country Noir, in dem alle immer sehr viel klüger sind, als sie tun.“ (Zitat Simone Buchholz) erinnert auch an den Film "Three Billboards outside Ebbing, Missouri.
Absolut lesenswert!
Bewertung
5/5
01.12.2021
Buch (Gebundene Ausgabe)
So macht Country-Noir Spaß!
Im hintersten Winkel von Vermont leben eigentlich nur Leute der "besonderen" Art. Jede Person ist auf ihre Weise verschroben und ist sich dessen auch vollständig bewusst. Lucian Wing ist als Sheriff des Countys mit all diesen Gestalten regelmäßig in Kontakt und weiß mit ihnen umzugehen, doch als plötzlich feine Gesellschaft aus New York mit Problemen anrückt, liegt es am Sheriff zu demonstrieren wie zäh diese Hinterwäldler sein können.
Viel Lokalkolorit und eine ganz besondere Attitüde: Die perfekte Kombination aus typisch amerikanischem Western und den beliebten französischen Kriminalromanen - abzüglich Kochexzessen, dafür umso mehr Donuts!
Bewertung
5/5
11.11.2021
Buch (Gebundene Ausgabe)
Mein neuer Buchtipp für Sie!
Sheriff Wing ist zurück mit seinem dritten Streich.Der leicht phlegmatische, nicht übermäßig motivierte Gesetzeshüter aus dem beschaulichen Vermont wird ärgerlicherweise erneut aus seiner alltäglichen Routine gerissen, die nicht zu unbedeutendem Teil daraus besteht, von seiner Frau Clemmie geschleuderte Wurfgeschosse abzuwehren.Im Auftrag eines nicht sonderlich sympathischen Anwalts soll er die ausgebüchste Tochter eines Multimillionärs finden.Auch in Castle Freemans neuem Roman werden Fans von komplexen und spektakulären Krimiplots nicht auf ihre Kosten kommen. Wer aber einen Faible für trockenen Humor, geschliffene Dialoge und einen der wohl schnoddrigsten Sheriffs der vergangenen Jahre hat, wird in „Herren der Lage“ einen kleinen Schatz finden, der pures Lesevergnügen garantiert.
Sagota
aus Saarbrücken
5/5
25.10.2021
Buch (Gebundene Ausgabe)
"Immer mit der Ruhe!"
"Herren der Lage" von Castle Freeman erschien im Hanser-Verlag (HC; gebunden, 2021) und der relativ schmale Roman hat es wirklich in sich: Ich kannte den Autor noch nicht, werde jedoch nach dem Genuss von "Herren der Lage" (im Original 'Children of the Valley') und übersetzt von Dirk van Gunsteren) nach weiteren Werken des Autors Ausschau halten...
Lucian Wing, der "Abreger" und Meister der Deeskalation, ist der Sheriff von Cardiff im amerikanischen Vermont und hat es in seinem Job eher mit "Dämlichkeiten" namens Mr. Bud Weiser oder Mr. Jim Beam zu tun als mit groben kriminellen Machenschaften. Sein Credo ist "Immer mit der Ruhe!", bis eines Tages ein halbseidener Anwalt namens Armentrout auftaucht, der im Motel, in dem Clemmie, Lucian's Ehefrau, als stellvertretende Geschäftsführerin arbeitet, unter ganz anderem Namen abgestiegen ist: Er "beauftragt" Wing, die Stieftochter Pamela seines Arbeitgebers Mr. Lord im Tal zu finden, die ausgerissen ist. Die Belohnung durch den reichen Mr. Lord soll stattlich ausfallen: Wing mag allerdings keine Aufträge von Menschen, die verschiedene Namen haben und auch von Leuten, die ihn finden wollen....
So macht sich Lucian selbst ein Bild und fährt nach dem Alarm von Mrs. Truax in deren Waldgebiet, wo er zwei Teenager vorfindet, die dort campieren: Pamela und Duncan verstecken sich vor den Schergen des Mr. Lord, und dies aus gutem Grund. Der weitere Verlauf dieses köstlich zu lesenden Romans mit Krimielementen wird nun von weiteren Verstecken für Pammy und Duncan bestimmt, wobei Wing dem halbseidenen Anwalt und dessen Kumpanen, die auch gerne mal zerstörerisch zu Werke gehen, immer einen Schritt voraus sein muss. Diese Situation soll so lange anhalten, bis die Mutter von Pamela auftaucht, die sich gerne in der Welt herumtreibt und im Jet Set lebt, sich mit reichen Gönnern (und Ehemännern wie Lord) umgibt, die Provinz und das Hinterwäldlerische jedoch verabscheut (weshalb sie die Verlobung mit Addison, dem Schwiegerpapa von Lucian Wing, damals löste)...
Der Schreibstil von Freeman ist einfach nur köstlich: In wenigen Worten und fast slapstickhaft sowie mit bissigem, schrägem und schwarzem Humor lässt er Wing im Stile eines Western noir zu Höchstform auflaufen: Erteilt Seitenhiebe in die amerikanische Gesellschaft, die in den 60ern gerne mit der Familienkutsche am Wochenende von einem (schäbigen) Motel zum nächsten fuhr, um dann späer lieber zu Hause zu bleiben und fernzusehen...
Die Dialoge sind allesamt zum Schmunzeln und besonders köstlich fand ich jene zwischen Lucian und seiner Ehefrau Clemmie, die gewisse "Dinge" und Zusammenhänge voraussehen kann.
Man lernt Wingate kennen, den früheren Chef und Sheriff, der nun im Altenheim sitzt, sich redlich fithält und nicht davon lassen kann, überall dort aufzutauchen, wo er Arbeit wittert; Big John, einen wilden Keiler, der später Lucian aus einer brenzligen Situation retten sollte und Tierschützer, die trotz gegensätzlicher Ansichten (in Person von Cola, dem Schrottplatzhändler) und Millie, der Aktivistin, sich doch menschlich annähern sollten. Auch Addison, der Schwiegervater von Wing, fand ich absolut köstlich. Ob es die "hinterwäldlerische" Kleinstadtgemeinschaft schaffte, Pamela vor ihren Widersachern zu verstecken und was tatsächlich hinter dieser Geschichte steckt, muss jeder selbst herausfinden:
Ich hatte jedenfalls ebenso wie Addison viel Spaß an der Geschichte, deren letzten Seiten ich nur noch schmunzelnd las.
Fazit:
Ein sympathischer Sheriff mit dem Herz am rechten Fleck löst einen "haarigen" Fall im "Hinterland" der USA: Schräg, bissig, witzig, komisch und auch kritisch, in die (gesellschaftliche) Tiefe gehend! Von mir eine ganz klare Leseempfehlung und 4,5 Sterne!
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5/5
02.01.2022
Buch (Gebundene Ausgabe)
Beste Unterhaltung für Zwischendurch
Wenn es im ländlichen Vermont Probleme gibt, setzen Sheriff Wing und seine Leute nach Möglichkeit auf Deeskalation. Meist haben sie es ja auch „nicht mit finsteren, geplanten, eindeutigen Verbrechen zu tun, sondern mit … jener Form von Fehlverhalten, die … in neun von zehn Fällen auf das Wirken zweier Wohltäter der Menschheit zurückzuführen ist: auf Mr Jim Beam und Mr Bud Weiser.“
Gegenüber uneinsichtigen Störenfrieden argumentieren sie aber auch gerne mit einer Antiquität von Colas örtlichem Schrottplatz, einer einwandfrei funktionstüchtigen „Browning Automatic Rifle, eines leichten Maschinengewehrs Kaliber .30, das unsere Soldaten in mindestens drei Kriegen begleitet hat.“
Castle Freeman schreibt coole, schwarzhumorige Stories rund um den von seinen Widersachern stets unterschätzten Sheriff Wing und seine vermeintliche Hinterwäldler-Truppe. Beste Unterhaltung für Zwischendurch.
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4/5
15.01.2022
Buch (Gebundene Ausgabe)
Romeo und Julia in dem Walde
Lucian Wing hütet als Sheriff eines Örtchens, tief in den idyllischen Wäldern Vermonts, seine Schafe mit sehr entspannter Hand und wenig Aufregung im Alltag. Doch diese Idylle wird nachhaltig in Unruhe versetzt, als ein in elterliche Ungnade gefallenes, junges Liebespaar Zuflucht in eben jenen Wäldern sucht. Denn schon bald folgen ihnen die wenig zimperlichen Handlanger des schwerreichen Stiefvaters und Wing ist klar: wenn er nicht rechtzeitig die zwei Ausreißer findet, werden es die Anderen tun – und das würde nicht glimpflich ablaufen.
Der vierte ins Deutsche übersetzte Roman von Castle Freeman überzeugt mit den gewohnt unterhaltsamen Qualitäten seiner Vorgänger. Brillante Dialoge, verschrobene Charaktere und eine spannend kurzweilige Handlung, die oberflächlich ein Krimi ist, aber vielmehr von den verschiedenen Weltsichten der „Hinterwäldler“ Vermonts und ihrer ungebetenen Gäste erzählt.
Zwar tauchen manche Figuren aus den vorangegangenen Teilen erneut auf, doch ist „Herren der Lage“ komplett selbsterklärend und in sich abgeschlossen. Wer hier jedoch einmal anbeißt, wird höchstwahrscheinlich eh den Weg zu den anderen Bänden von selbst finden.
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