Produktbild: Ich erwarte die Ankunft des Teufels

Ich erwarte die Ankunft des Teufels Reclams Klassikerinnen

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Beschreibung

Produktdetails

Einband

Taschenbuch

Erscheinungsdatum

24.03.2023

Verlag

Reclam, Philipp

Seitenzahl

204

Maße (L/B/H)

19,2/12,2/3 cm

Gewicht

208 g

Farbe

Bordeaux / Wollweiß

Übersetzt von

Ann Cotten

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-15-020647-8

Beschreibung

Produktdetails

Einband

Taschenbuch

Erscheinungsdatum

24.03.2023

Verlag

Reclam, Philipp

Seitenzahl

204

Maße (L/B/H)

19,2/12,2/3 cm

Gewicht

208 g

Farbe

Bordeaux / Wollweiß

Übersetzt von

Ann Cotten

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-15-020647-8

Herstelleradresse

Reclam Philipp Jun.
Siemensstr. 32
71254 Ditzingen
DE

Email: auslieferung@reclam.de

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Bewertung am 06.10.2021

Bewertungsnummer: 1580540

Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)

Was für eine Entdeckung! Bereits 1902 erschienen, kommen wir hierzulande erst jetzt in den Genuss dieser Kampfschrift gegen Isolation, Entfremdung und Bigotterie. Mary MacLanes Prosa ist scharf wie ein Seziermesser, ihr Hohn und Spott zuweilen kaum auszuhalten. Und doch fasziniert gerade ihr Biss und ihre gnadenlose Selbstüberzeugung. Sie zu lesen macht staunen und zittern, berührt und stößt ab. Eine Feier des freien, wilden Lebens und der rebellischen Jugend.

Bewertung am 06.10.2021
Bewertungsnummer: 1580540
Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)

Was für eine Entdeckung! Bereits 1902 erschienen, kommen wir hierzulande erst jetzt in den Genuss dieser Kampfschrift gegen Isolation, Entfremdung und Bigotterie. Mary MacLanes Prosa ist scharf wie ein Seziermesser, ihr Hohn und Spott zuweilen kaum auszuhalten. Und doch fasziniert gerade ihr Biss und ihre gnadenlose Selbstüberzeugung. Sie zu lesen macht staunen und zittern, berührt und stößt ab. Eine Feier des freien, wilden Lebens und der rebellischen Jugend.

Eine Frau, die mehr vom Leben will

Magische Farbwelt am 27.03.2020

Bewertungsnummer: 1308464

Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)

Am Ende des Buches weißt Du immer noch nicht so genau, wo die Reise jetzt hingegangen ist. Zumindest erging es mir so. Du weißt nur, dass Du in Deinen Händen ein Werk hältst, was niedergeschrieben wurde von einer scheinbar verzweifelten, jungen Frau in einer scheinbar verzweifelten Welt. „Ich erwarte die Ankunft des Teufels“ ist von Mary MacLane im Stil eines Tagebuches verfasst worden. Man spürt ihre Verzweifelung, denn sie scheint für Größeres geschaffen. Und ja, wenn man sich in eine Welt zu Beginn des 20. Jahrhunderts hineinversetzt, mag man Mary MacLane jedes Wort, und sei es noch so wirr, glauben. Denn als Frau ist sie scheinbar nicht viel wert, sei sie noch so klug, noch so hübsch, noch so genial. Ich bin übrigens sehr dankbar für das Nachwort der Übersetzerin Ann Cotten und den Ausführungen von Juliane Liebert. Denn somit kann man als Leser noch mehr in die Gefühlswelt der jungen Mary MacLane eintauchen. Einige Fragen nach dem Warum werden im Nachwort beantwortet. Und im Nachhinein habe ich das Gefühl, jetzt Einiges besser zu verstehen, und gleichzeitig müsste ich das Buch mit diesem Wissen noch einmal lesen für ein besseres Verständnis. Mary MacLane schreibt atemlos, teilweise widersprüchlich, so dass der Leser merkt, in welchem Zwiespalt sie sich befindet. Sie bezeichnet sich als Genie und gleichzeitig als Närrin. Und sie ist unheimlich einsam. Beinah lese ich Phasen depressiven Verhaltens aus ihrer Darstellung, so offenherzig gibt sie sich dem Leser. Für mich ist „Ich erwarte die Ankunft des Teufels“ mehr als nur eine Darstellung. Es ist ein Abbild, eine Reise in ein vergangenes, wahres Ich. Es zeigt die Gefühlswelt einer Frau von 1901, die mehr von ihrem Leben erwartet, als einfach nur Frau zu sein. Und Mary MacLane setzt mit ihrer Darstellung, wie sie es nennt, alles auf eine Karte und hat Erfolg. So lassen sich auch Analogien bis in die heutige Zeit ziehen: Nicht sein Dasein fristen, auch mal was riskieren, sich mal was trauen und aus sich herauskommen.

Eine Frau, die mehr vom Leben will

Magische Farbwelt am 27.03.2020
Bewertungsnummer: 1308464
Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)

Am Ende des Buches weißt Du immer noch nicht so genau, wo die Reise jetzt hingegangen ist. Zumindest erging es mir so. Du weißt nur, dass Du in Deinen Händen ein Werk hältst, was niedergeschrieben wurde von einer scheinbar verzweifelten, jungen Frau in einer scheinbar verzweifelten Welt. „Ich erwarte die Ankunft des Teufels“ ist von Mary MacLane im Stil eines Tagebuches verfasst worden. Man spürt ihre Verzweifelung, denn sie scheint für Größeres geschaffen. Und ja, wenn man sich in eine Welt zu Beginn des 20. Jahrhunderts hineinversetzt, mag man Mary MacLane jedes Wort, und sei es noch so wirr, glauben. Denn als Frau ist sie scheinbar nicht viel wert, sei sie noch so klug, noch so hübsch, noch so genial. Ich bin übrigens sehr dankbar für das Nachwort der Übersetzerin Ann Cotten und den Ausführungen von Juliane Liebert. Denn somit kann man als Leser noch mehr in die Gefühlswelt der jungen Mary MacLane eintauchen. Einige Fragen nach dem Warum werden im Nachwort beantwortet. Und im Nachhinein habe ich das Gefühl, jetzt Einiges besser zu verstehen, und gleichzeitig müsste ich das Buch mit diesem Wissen noch einmal lesen für ein besseres Verständnis. Mary MacLane schreibt atemlos, teilweise widersprüchlich, so dass der Leser merkt, in welchem Zwiespalt sie sich befindet. Sie bezeichnet sich als Genie und gleichzeitig als Närrin. Und sie ist unheimlich einsam. Beinah lese ich Phasen depressiven Verhaltens aus ihrer Darstellung, so offenherzig gibt sie sich dem Leser. Für mich ist „Ich erwarte die Ankunft des Teufels“ mehr als nur eine Darstellung. Es ist ein Abbild, eine Reise in ein vergangenes, wahres Ich. Es zeigt die Gefühlswelt einer Frau von 1901, die mehr von ihrem Leben erwartet, als einfach nur Frau zu sein. Und Mary MacLane setzt mit ihrer Darstellung, wie sie es nennt, alles auf eine Karte und hat Erfolg. So lassen sich auch Analogien bis in die heutige Zeit ziehen: Nicht sein Dasein fristen, auch mal was riskieren, sich mal was trauen und aus sich herauskommen.

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Ich erwarte die Ankunft des Teufels

von Mary MacLane

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Ralf Rother

Thalia Wien – Mariahilfer Straße

Zum Portrait

5/5

Frech, kraftvoll und unverschämt

Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)

Meine zwanzigste Empfehlung für die Quarantäne-Tage soll das Buch von Mary MacLane sein: Es trägt den hochtrabenden Titel „Ich erwarte die Ankunft des Teufels“. Ich muss zugeben, dass mich das Buch schon mit den ersten Sätzen überrollte. Das Tempo des Überfalls hält sie bis zum Ende des Buches durch. Über sich selbst notiert sie in dem Buch, das einem Tagebuch gleicht: „Ich habe die Kunst, die Poesie meines feinen, femininen Körpers erfasst.“ Man möchte ihr zustimmen, denn sie feiert sich, ihre Jugend, ihren Körper und ihre Weiblichkeit: Der Teufel „hat mir unter anderem meinen bewunderungswürdigen jungen Frauenkörper gegeben, den ich durch und durch genieße und den ich leidenschaftlich gerne mag.“ Sie ist belesen, urteilt schnell und grundlos, hört mit Genuss Musik und kommt ohne jeden Zweifel zum Schluss, dass niemand – weder Mann noch Frau, weder jung noch alt – ihr das Wasser reichen kann. Und man glaubt es ihr, wenn sie von sich sagt, dass sie einen „reinen Egoismus“ besitzt. Sie scheint von jener Klasse zu sein, die sich nicht vergleichen lässt. Am ehesten erinnert mich dieser gesunde Hochmut an Friedrich Nietzsche. Oder aber auch an Gertrude Stein. Frech und unverschämt wie Rousseau. Geschrieben hat sie das Buch mit neunzehn Jahren, das dann 1902 verlegt wurde und außerordentlichen Erfolg verbuchte. Mary MacLane lebte in der Provinz von Montana, erst in Great Falls, dann in Butte. Das alles macht das Buch unglaublich. Es ist kraftvoll. Das womit sie sich messen lassen will, sind nicht die anderen Menschen: es ist der Tod, über den sie triumphiert, wie über das Leiden und die Ödnis. Übersetzt wurde das Buch von Ann Cotten. Das hat was! Danke!
  • Ralf Rother
  • Buchhändler/-in

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5/5

Frech, kraftvoll und unverschämt

Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)

Meine zwanzigste Empfehlung für die Quarantäne-Tage soll das Buch von Mary MacLane sein: Es trägt den hochtrabenden Titel „Ich erwarte die Ankunft des Teufels“. Ich muss zugeben, dass mich das Buch schon mit den ersten Sätzen überrollte. Das Tempo des Überfalls hält sie bis zum Ende des Buches durch. Über sich selbst notiert sie in dem Buch, das einem Tagebuch gleicht: „Ich habe die Kunst, die Poesie meines feinen, femininen Körpers erfasst.“ Man möchte ihr zustimmen, denn sie feiert sich, ihre Jugend, ihren Körper und ihre Weiblichkeit: Der Teufel „hat mir unter anderem meinen bewunderungswürdigen jungen Frauenkörper gegeben, den ich durch und durch genieße und den ich leidenschaftlich gerne mag.“ Sie ist belesen, urteilt schnell und grundlos, hört mit Genuss Musik und kommt ohne jeden Zweifel zum Schluss, dass niemand – weder Mann noch Frau, weder jung noch alt – ihr das Wasser reichen kann. Und man glaubt es ihr, wenn sie von sich sagt, dass sie einen „reinen Egoismus“ besitzt. Sie scheint von jener Klasse zu sein, die sich nicht vergleichen lässt. Am ehesten erinnert mich dieser gesunde Hochmut an Friedrich Nietzsche. Oder aber auch an Gertrude Stein. Frech und unverschämt wie Rousseau. Geschrieben hat sie das Buch mit neunzehn Jahren, das dann 1902 verlegt wurde und außerordentlichen Erfolg verbuchte. Mary MacLane lebte in der Provinz von Montana, erst in Great Falls, dann in Butte. Das alles macht das Buch unglaublich. Es ist kraftvoll. Das womit sie sich messen lassen will, sind nicht die anderen Menschen: es ist der Tod, über den sie triumphiert, wie über das Leiden und die Ödnis. Übersetzt wurde das Buch von Ann Cotten. Das hat was! Danke!

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    Anmerkungen

    Nachwort der Übersetzerin

    There’s something about Mary

    Zeittafel