Berlin, 1926. Schluss mit dem Langweilertum! Gretchen nimmt Reißaus vor der Provinz und zieht nach Berlin. Im namhaften Schönheitssalon der Madame Bross wird sie von der Nachtclubsängerin Isis als Tippfräulein für ihre Memoiren eingestellt. Manch ein übles Gerücht kursiert über ihre neue Chefin, doch Gretchen mag den Räuberpistolen nicht recht glauben. Wer jedoch hat Isis die Narbe zugefügt, die ihre linke Gesichtshälfte entstellt? Kopfüber stürzt Gretchen sich in das glamouröse Leben der Großstadt und fühlt sich ausgerechnet zu dem Verlobten ihrer besten Freundin hingezogen. Aber dann ist da ja auch noch der unnahbare Erik ...
"Joan Weng erweckt das Berlin der Goldenen Zwanziger zu neuem Leben." Stuttgarter Zeitung.
Kundinnen und Kunden meinen
4.4/5.0
Sabdah65
aus Dorsten
5/5
11.10.2021
eBook (ePUB 3)
Die 20er in Berlin
DIE DAMEN VOM PARISER PLATZ von der Autorin
Joan Weng
Das Versprechen ewiger Jugend.
Berlin, 1926. Schluss mit dem Langweilertum! Gretchen nimmt Reißaus vor der Provinz und zieht nach Berlin. Im namenhaften Schönheitssalon der Madame Bross wird sie von der Nachtclubsängerin Isis als Tippfräulein für ihre Memoiren eingestellt. Manch ein übles Gerücht kursiert über ihre neue Chefin, doch Gretchen mag den Räuberpistolen nicht recht glauben. Wer jedoch hat Isis die Narbe zugefügt, die ihre linke Gesichtshälfte entstellt? Kopfüber stürzt Gretchen sich in das glamouröse Leben der Großstadt und fühlt sich ausgerechnet zu dem Verlobten ihrer besten Freundin hingezogen. Aber dann ist da ja auch noch der unnahbare Erik …
Das Cover passt sehr gut zu der Historischen Geschichte und man erkennt die goldenen Zwanziger in Berlin. Die Autorin Joan Weng schreibt flüssig und leicht über Berlin in den Zwanziger Jahren und erweckt die Stadt zum neuem Leben. Ich konnte direkt in die Geschichte hineintauchen. Es geht um eine junge Frau namens Gretchen, die weiß wie sie sich durchsetzen kann. Ihre erste Zeit in Berlin ist sie noch zurückhaltend, aber mit der Zeit wird sie immer selbstbewusster. Die Hauptprotagonistin Gretchen ist mir sehr sympathisch und fühle mit ihr. Manchmal könnte ich sie schubsen, weil sie zu gutmütig ist. Mir hat das Buch beim Lesen viel Freude bereitet und ich wurde bildlich ins Leben im Künstlerviertel hineinversetzt. Überrascht war ich, daß ein Teil im berliner Dialekt gesprochen wird. In der Geschichte existieren viele Gerüchte und Geheimnisse. Das gibt der Story ihre Spannung. Man liest über viele unterschiedliche Charaktere und deren inviduelles Leben das dem Buch die persönliche Note gibt. Wer historische Romane liebt, sollte dieses Buch lesen.
Jennifer
5/5
04.07.2021
eBook (ePUB 3)
Berlin in den Zwanziger Jahren
Die Autorin Joan Weng ist eine ausgesprochene Kennerin der 20er-Jahre und weiß diese faszinierende Zeit in jedem ihrer Romane ungemein authentisch abzubilden.
In ihrem neuesten Clou "Die Damen vom Pariser Platz" geht es um das kluge Tippfräulein Gretchen. Diese findet durch Vermittlung ihrer Freundin Henni 1926 eine Anstellung in der Metropole Berlin. Sie soll die Memoiren der geheimnisvollen Sängerin Isis zu Papier bringen und taucht dabei in eine vollkommen neue Welt, die der Bohème, ein. Aus der Provinz kommend und mit humanistischer Bildung ausgestattet muss sie ihren Platz in der Großstadt erst finden, obschon sie liebend gern studieren würde, was für eine Frau damals eher die Ausnahme als die Regel war. Bald noch lernt sie zwei interessante Männer - einen dilettierenden Pianisten und einen stillen Nachwuchsjournalisten - kennen und das Abenteuer beginnt.
Mich hat Joan Wengs Roman von Anfang bis Ende formidabel unterhalten und ich hätte mir, gerade am Schluss, noch ein paar mehr Seiten gewünscht. Gretchen als Hauptfigur ist ein interessanter Charakter mit ebenso spannendem Freundeskreis. Wengs Figuren sind alle für sich einzigartig und derart zeittypisch gestaltet, dass man sich sofort in den 20er-Jahren wähnt. Auch das Leben der "kleinen" und "großen" Künstler in Berlin fängt sie verblüffend realistisch ein. Schön ist auch, dass altbekannte Figuren aus vorangegangenen Romanen an der ein oder anderen Stelle wieder auftauchen. Doch es ist die Sprache der Zeit, die mich beim Lesen am meisten gefesselt hat. Ob "Gehwolf", "manoli sein" oder "Schmonzes", ich bin jedes Mal erstaunt über die zeitgenössischen Begriffe und Wendungen. Zudem fand ich es als Altertumswissenschaftlerin klasse, dass Weng allerhand Gestalten aus der Antike in ihrem Fließtext zitiert hat. Auch Wengs Fokus auf starke und emanzipierte Frauenfiguren in einer von Männern dominierten Zeit hat mir gefallen.
FAZIT
Wieder ein gelungener Pageturner, der mich für ein paar Stunden in die spannende Zeit der 20er-Jahre zurückversetzt hat.
Elke Seifried
aus Gundelfingen
5/5
29.06.2021
eBook (ePUB 3)
Wenn die 1920er in Berlin lebendig werden,...
Schon vor einiger Zeit hat es Gretchens Freundin nach Berlin verschlagen. Wahr werden soll er für sie, der Traum von der großen Karriere auf der Bühne, den so viele junge Frauen hegen, die es in den 1920ern in die Hauptstadt zieht. Als Hanni für Gretchen, die eher von einem Studium als vom Film träumt, eine Stelle als Tippfräulein organisiert, kann auch die das miefige Rechnungsbüro und das öde Landleben hinter sich lassen und sich zwischen aufregendem Nacht- und Künstlerleben in der Großstadt auf die Suche nach dem Weg in ihre Zukunft machen. Als sie beim Vorstellungsgespräch hört, »Wenn Sie Mumm haben und einen feuchten Furz auf die Meinung der guten Gesellschaft geben, dann kommen Sie morgen, Schlag elf ins Kempinski und bringen Sie Ihre Schreibmaschine mit. Ich zahle den üblichen Anschlagssatz, plus wöchentlich eine Mark Verpflegungszuschuss«, hört, ist sie überglücklich, denn sie muss nicht einmal, wie befürchtet, für einen Schönheitssalon Rechnungen schreiben, sondern darf für Isis, den geheimnisvollen Star, um den sich so viele Gerüchte ranken, arbeiten und zudem noch Latein Stunden geben.
Als Leser darf man mit Gretchen in das pulsierende Hauptstadtleben der 1920er eintauchen, darf mit ihr so einige Geheimnisse lüften, unzählige Überraschungen erleben und auch in Liebesdingen hat man es mit ihr alles andere als leicht, was im Übrigen nicht nur ihr, sondern auch anderen Damen vom Pariser Platz so geht. Mehr will ich gar nicht verraten, weil der Roman von Überraschungen lebt und jeder hier selbst sein eigenes großes Lesevergnügen haben soll.
Joan Wengs historische Romane haben mich bisher noch immer mehr als gekonnt in die 1920er Jahre entführt und dieser hier macht da keine Ausnahme. So nimmt einen die Autorin mit ihren einnehmenden Darstellern z.B. mit in die Fruchtkonditorei, ein Automatenrestaurant, in die Kakadu Bar und an noch viel mehr Orte, an denen das damalige Leben pulsiert. Als Leser darf man dank der bilderreichen Darstellung regelrecht mit eintauchen und hat fast das Gefühl selbst mittendrin zu sein. Hier passt einfach alles, ihre Sprache bedient sich der damaligen Ausdrücke und auch die Befindlichkeiten und Meinungen kurz nach Kriegsende samt Hitler und seiner Partei fließen stets in die Handlung mit ein. So erfährt man hier nicht nur viel über die Rolle der Frau zu der Zeit oder darf mit Fred über politische Einstellungen und Ideale nachdenken, sondern darf z.B. auch im „Wintergarten Varieté – Berlins wahrgewordener Traum aus Glas und Plüsch, aus Stuck und Eitelkeit“ miterleben, dass noch Parodien auf Hitler erlaubt waren Klar, dass hier auch immer wieder richtig berlinert wird und zudem gilt bei ihren Romanen, »Jleich jibt’s Musike, aber zuvor wollen we en bissken Kulturjenuss. Wir sin ja nich nur zum Verjnüjen hier. «, denn dank der vielen kleinen interessanten Informationen, die sich zwischen der Handlung verstecken, kann man auch sein Wissen mit Details aus der Alltagsgeschichte auffrischen, die so nicht im Geschichtsbuch zu finden sind. Ein Hoch daher auf ihre akribische Recherche.
Der einnehmende Schreibstil der Autorin hat mich von der ersten Seite ab völlig ans Buch gefesselt. Einnehmende Charaktere, mit denen man so richtig mitfiebern und mitfühlen kann, Geheimnisse, die es zu lüften gilt und damit die Geschichte spannend machen, überraschende Wendungen, die diese Spannung auch stets hoch halten, zudem jede Menge emotionale und berührende Szenen, das sind die Zutaten, die das Ganze gewürzt mit einer feinen Prise Humor zu einem großartigen Lesevergnügen machen, bei dem die Seiten viel zu schnell verfliegen. Die anschaulichen, bilderreichen Beschreibungen bringen das Kopfkino so richtig ins Laufen. Wer kann sich so z.B. die Szene bei den Worten „Die Habichtsnase schrumpfte merklich und mit der Geste eines Unterprimaners, der seinem strengen Ordinarius eine vermutlich mangelhafte Hausarbeit übergibt, legte er eine Pralinenschachtel in die ausgestreckte Rechte, bat schüchtern: »Dürfte ich dich vielleicht heute Abend zum Dinner ausführen?«, den schon so oft Abgewiesenen nicht bildlich ausmalen. Pointierte Beschreibungen wie "Henni war zurechtgemacht, mit fast grünlichweiß gepudertem Gesicht, roten Kirschlippen und die Augen derart schwarz umrandet, mancher Panda wäre neidisch geworden.", das Berlinern mit den feinen Spitzen, "jetzt kieken Se mal brav jadeaus, dat können wir Preußen bekanntlich besonders jut. Nich rechts, nicht links, schon zweimal nich zurück, immer schön jradeaus." und schlagfertige Dialoge haben mich oft grinsen und schmunzeln lassen. Gut haben mir auch die zahlreichen Vergleiche gefallen, die die Autorin Gretchen mit Kleopatra ziehen lässt. „Sie lief keineswegs die Treppe hinauf, vielmehr stellte sie sich hinter die nicht ganz geschlossene Tür und starrte durch den Spalt. Das war vermutlich nicht ganz die feine Art, aber galt Neugier im wissenschaftlichen Bereich nicht durchaus als positive Eigenschaft? Und Kleopatra hätte da bestimmt keine Skrupel gehabt.“, ist nur ein amüsantes Beispiele dafür.
Gretchen, die mit großen Augen und reichlich eingeschüchtertem Selbstbewusstsein in Berlin ankommt, habe ich sofort ins Herz geschlossen und ich habe diesen Roman mit dem gewitzten, gebildeten Persönchen gelebt. Sie ist mit vielen einnehmenden Wesenszügen ausgestattet und in ihrer Entwicklung nicht nur äußerst realistisch, sondern auch besonders lebendig dargestellt. Sehr geheimnisumwoben ist Nisis, die Künstlerin mit dem entstellten Gesicht, vor der Gretchen überall gewarnt wird, gezeichnet. Nicht ganz so warm bin ich mit Henni geworden, der Freundin, die den Titel in meinen Augen nicht verdient. Sie, die Gretchen oft so abschätzig behandelt und die zweifelsohne die Arbeit, ebenso wie ihr Künstlerfreund Fred, nicht erfunden hat, hat nicht nur einmal meinen Zorn geschürt, aber genau auch von solchen Mitspielern lebt ja solch ein Roman auch. Mein ganz persönliches Highlight unter den Nebendarstellern ist zweifelsohne Gretchens Vermieterin Fräulein Notter, die es vorzieht sich als Geliebte aushalten zu lassen, weil sie nicht als Ehefrau den Personalmangel ausgleichen will. Ich habe mich über eine jede Szene mit ihr gefreut
Alles in allem für mich wieder ein großes Lesehighlight, das fünf Sterne mehr als verdient hat.
Philiene
aus Süsel
5/5
24.06.2021
eBook (ePUB 3)
Lovly Gretchen
Gretchen kommt vom Land in das pulsierende Berlin der zwanziger Jahre. Sie kommt sich vollkommen fehl am Platze vor. Interessiert sie sich doch mehr für antike Königinnen und alte Sprachen als für Mode und Filmstars. Trotzdem oder gerade deswegen bekommt sie einen Job als Tippelfräukein bei dem Nachtclubstar Isis...
Gretchen ist einfach ganz zauberhaft. Sie ist so ganz anders als alle anderen Mädchen und weiß selbst gar nicht wie liebenswürdig sie ist. Aber auch die anderen Charaktere der Geschichte haben mir gut gefallen. Ob es Gretchen Vermieterin , Freundin Henni oder Isis ist. Alle haben so ihre Geheimnisse und es war großartig mit ihnen durch Berlin zu wandeln.
Das Berlin der zwanziger Jahre wird in diesem Roman lebendig und der Leser begibt sich auf eine Zeitreise an bekannte Orte, wie dem romanischen Cafe. Die Stimmung der Zeit wurde eingefangen und in einem fesselnden Schreibstil wieder frei gelassen.
Die Geschichte rund um Gretchen und ihre Freunde hat mir sehr gut gefallen und in meinem Kopf sind viele Bilder dazu entstanden.
Wer das Berlin der zwanziger Jahre mag, wird diesen Roman lieben.
Katjuschka
4/5
24.07.2021
eBook (ePUB 3)
Gretchen in Berlin
Berlin 1926: Der Name Gretchen passt perfekt zu der zunächst noch recht unbedarften jungen Frau.
Da ihr in der Heimat das Geld für ein Studium fehlt, folgt sie ihrer Freundin Henni in die glitzernde Großstadt Berlin.
Unterkunft findet Gretchen bei Frieda Notter, die sie bei ihrem verheirateten Geliebten als Cousine ausgibt.
Autorin Joan Weng lässt ihre Protagonistin auf viele bunte Vögel treffen, zumeist aus ganz unterschiedlichen Künstlerkreisen, und so wird für ihre Leserschaft das laute, teils grelle Berlin der "goldenen 20er Jahre" lebendig.
Kaffeehäuser, Bars und Tanzlokale werden von Gretchen zuerst mit großen Augen bestaunt, aber nach und nach wird sie immer selbstsicherer und findet ihren ganz eigenen Weg.
Gretchen ist von Beginn an unglaublich liebenswert und hat mich an "Flämmchen" aus dem Roman "Menschen im Hotel" von Vicki Baum erinnert!
Henni tritt ihrer Freundin gegenüber oft überheblich und schnippisch auf. Ihre Träume von einer Karriere scheinen geplatzt, die Verlobung mit dem idealistischen Fred zukunftslos? Auf mich wirkt sie desillusioniert und ein wenig neidisch auf die noch optimistische Freundin - sie tat mir irgendwann, trotz ihrer Spitzen, sehr leid.
Und wer denkt beim mäßig erfolgreichen, stets an sich zweifelnden Erik, nicht auch an Paul Varjak aus "Frühstück bei Tiffany" von Truman Capote?
Dank wunderbar flüssigem Schreibstil liest sich diese Geschichte wie von selbst und ich habe sie mit einem Lächeln beendet!
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