Neil Gaimans Meisterwerk jetzt aufwendig illustriert von Elise HurstSussex, England. Ein Mann kehrt in seinen Heimatort zurück. Wie durch Magie zieht es ihn zu der Farm am Ende der Straße. Dort ist ihm damals ein bemerkenswertes Mädchen begegnet: Lettie Hempstock. Der Mann hat seit Jahrzehnten nicht mehr an sie gedacht. Doch nun, als er an dem Teich sitzt, der angeblich ein Ozean sein soll, kehren die Erinnerungen wieder zurück. Erinnerungen an eine Welt, in der Menschen nichts zu suchen haben. Und in der etwas Böses lauert, das seine Finger nach ihm ausstreckt ...Ausgezeichnet mit dem LOCUS AWARD und BRITISH NATIONAL BOOK AWARD als bester Roman des Jahres
Kundinnen und Kunden meinen
4.5/5.0
Jana SternSplitter
5/5
30.01.2025
Buch (Gebundene Ausgabe)
Ein Meisterwerk ...
Einfach nur wow! Dieses Buch hat mich sehr beeindruckt und auf eine völlig unerwartete, magische Reise mitgenommen. Es ist eine düstere, melancholische Erkundung schmerzlicher Kindheitserinnerungen. Sozusagen ein modernes Schauermärchen voller Gänsehautmomente.
Zusammen mit einem Mann mittleren Alters begab ich mich zurück in sein Heimatdorf, zu Erinnerungen, die lange in den Tiefen seines Unterbewusstseins vergraben lagen. Er erzählte mir von seiner außergewöhnlichen Freundin Lettie Hempstock, die er einst am Ende einer Straße, auf einem geheimnisvollen Bauernhof, kennenlernte. Die Geschichte beginnt nostalgisch, fast zärtlich, und entfaltet sich dann zu einer düsteren und fantasievollen Erzählung, die sich wie ein Puzzle aus den Bruchstücken vergessener Erinnerungen zusammensetzt. Die Grenzen zwischen Realität und Fantasie verschwimmen dabei immer wieder auf faszinierende Weise.
Besonders Lettie und ihre Familie haben mich echt beeindruckt. Sie sind ebenso mysteriös wie faszinierend. Bis zum Schluss blieb die Familie für mich ein ungelöstes Rätsel. Die liebevoll gestalteten Illustrationen in diesem Buch unterstreichen die Erzählung und machen sie noch greifbarer. Der Autor schafft es meisterhaft, die kindliche Sicht auf die Welt einzufangen.
Das zentrale Thema des Buches ist der Schmerz des Verlustes, die Angst davor und die damit verbundene Einsamkeit. Doch ebenso geht es um Freundschaft, tiefe Verbundenheit und die unvermeidlichen Veränderungen im Laufe des Erwachsenwerdens.
Der Schreibstil des Autors ist poetisch und melancholisch. Bei manchen Passagen musste ich innehalten, um sie auf mich wirken zu lassen. Man spürt förmlich die unheimliche Stille, die die Erzählung durchzieht, und die düsteren Elemente wurden meisterhaft in die Geschichte verwoben. Es ist ein Werk, das uns daran erinnert, dass viele unserer Dämonen unsichtbar sind und wir manche Kämpfe still in uns austragen.
Das bittersüße Ende hat mich tief bewegt und mit einem Gefühl der Nostalgie und Nachdenklichkeit zurückgelassen. Dieses Buch ist für mich ein wahres Meisterwerk. Es ist poetisch, tiefgründig und unvergesslich.
Recensio
aus Datteln
5/5
06.04.2024
Buch (Gebundene Ausgabe)
Absolut einzigartig
Wir befinden uns im ländlichen England der 60er-Jahre und lernen einen 7-jährigen Jungen kennen, der dort mit seiner Familie in einem baufälligen Haus lebt. Am Ende dieser Straße wohnt die 11-jährige Lettie Hempstock mit ihrer Mutter und Oma. Beide Kinder sind völlig verschieden: Während der Junge eher introvertiert wirkt und Bücher seinen Mitmenschen vorzieht, ist Lettie wesentlich aufgeschlossener. Und doch merkt der Junge schnell, dass irgendetwas mit dem Mädchen nicht stimmt.
"Wie alt bist du wirklich?"
"Ich bin 11 Jahre alt."
"Wie lange bist du schon 11 Jahre alt?"
Durch diesen kleinen Dialog direkt zu Beginn wird auch dem Leser klar, dass Lettie nicht das ist, was sie zu sein scheint. Eines Tages nimmt das Mädchen den Jungen mit in den Wald und er merkt, dass sich der Himmel verändert. Was ihnen dort im Dickicht begegnet, übersteigt jegliche Vorstellungskraft des 7-Jährigen. Niemals würde er all das Gesehene vergessen.
Man begleitet den Jungen auf einem Abenteuer der fantastischen Art im Kampf gegen etwas Böses, das ihn seither verfolgt. Ob seine Schilderungen jedoch real sind oder seiner kindlichen Fantasie entspringen, bleibt dem Leser überlassen. So kann das Buch auf verschiedene Weisen interpretiert werden und ist poetisch unschlagbar.
Viele Jahre danach zieht es ihn erneut zu der Farm am Ende der Straße. Er sitzt an dem Teich, der angeblich ein Ozean sein soll, und schwelgt in Erinnerungen. An Lettie. An eine Welt, in der Menschen nichts zu suchen haben. Und an das Böse, das immer noch seine Finger nach ihm ausstreckt.
Neil Gaiman hat es geschafft, mich derart an die Seiten zu fesseln, dass ich im Strudel des Ozeans gefangen war. Ich habe gelacht, mich gegruselt, mitgefiebert und die wunderschönen Beschreibungen genossen.
Fazit: Eine meisterhafte Erzählung, die sowohl mystische Fantasy, kindlich naive Geschichte oder auch ein zerrüttetes Elternhaus bedeuten kann - vielleicht aber auch von allem ein bisschen.
Bewertung
Book Circle Community
5/5
23.12.2023
Buch (Gebundene Ausgabe)
Märchenreise für Erwachsene
Das Buch ist die Erinnerung eines Mannes mittleren Alters an die Erlebnisse, die er als siebenjähriger Junge hatte.
Der siebenjährige Protagonist erinnerte mich daran, warum ich meine Kindheit nicht mochte. Die Abhängigkeit von Kindern gegenüber Erwachsenen, seien es Eltern, der Nanny oder Eltern der Freunde, ist wirklich gut dargestellt. Der Roman beschäftigt sich mit ernsten Themen und vermischt diese mit fantastischen Elementen.
Die Sprache ist einfach gehalten, da der grösste Teil ein Kind aus der Ich-Perspektive erzählt. So werden Themen wie finanzielle Probleme und Beziehungsprobleme der Eltern nur angetönt. Der Erzähler bekommt vieles mit, kann es nicht einordnen. Er sucht sich keine Hilfe von Erwachsenen, weil er sich fürchtet, dass sie ihn nicht verstehen oder ihm nicht glauben könnten.
Es ist ein kurzes Buch, dass sehr viele Themen bearbeitet und zeigt, dass es immer irgendwie weitergeht. Besonders bemerkenswert ist, wie gefühlvoll die Geschichte geschrieben ist. Es geht um Trauer, Einsamkeit und das Problem, nicht offen kommunizieren zu können. Der Ton ist grösstenteils melancholisch.
Jeder Satz in diesem Roman zählt. Ich habe keine langen Passagen gelesen, die man getrost hätte streichen können, ohne dass etwas verloren gegangen wäre. Ich wünschte, moderne Bücher wären alle so gut editiert.
Definitiv das beste Buch, dass ich 2023 gelesen habe.
Bewertung
5/5
17.10.2023
Buch (Gebundene Ausgabe)
Eine wunderschöne und besondere...
Eine wunderschöne und besondere Illustration und eine absolute Empfehlung für jeden Gaiman Fan. Diese Geschichte ist gruselig, tiefgründig, poetisch und hat etwas Malerisches an sich. Ich wurde sehr positiv überrascht und würde es immer weiterempfehlen. Sehr lesenswert!
Bewertung
5/5
14.01.2023
Buch (Gebundene Ausgabe)
"Der Ozean am Ende der Straße"
In "Der Ozean am Ende der Straße" von Neil Gaiman erzählt der erwachsene Protagonist von einer abstrusen Erfahrung, die er mit 7 Jahren gemacht hat. Es war magisch, ein wenig mysteriös und sehr spannend. Neil Gaiman schafft es einfach seinen Charakteren und Kreaturen einen interessanten und logischen Hintergrund zu geben, sie echt wirken zu lassen, in allem was sie antreibt und ausmacht. Dazu noch sein fantastischer, atmosphärischer und bildreicher Schreibstil, der einen auch in den etwas ruhigeren Momenten in die Geschichte reinzieht. Egal, was ich von diesem fabelhaften Autor lese, es begeistert mich immer wieder aufs Neue und ich freue mich schon darauf, noch mehr von ihm lesen zu dürfen. Wäre es nicht noch so nah am Jahresanfang, würde ich es sogar zu einem meiner Lieblingsbücher des Jahres zählen, doch dafür ist es noch zu früh. Ich kann diesen tollen Fantasyroman nur empfehlen!
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5/5
02.12.2015
Hörbuch-Download (MP3)
Empfehlung!!
Ein Mann erinnert sich an seine Kindheit, An die außergewöhnliche Lettie, die den Ententeil als Ozean bezeichnete, sowie an ihre Mutter und Großmutter.
Wunderbar zu lesen, schön erzählt sind diese Erinnerungen an den kleinen Jungen.
Empfehlenswert!
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4/5
03.03.2024
Buch (Gebundene Ausgabe)
wunderschöne Geschichte
„Der Ozean am Ende der Straße“ war trotz der wenigen Seiten ein sehr gutes und spannendes Buch. Die Geschichte hat mich von Anfang an sofort mitgenommen und ich konnte einfach nicht mehr aufhören zu lesen. Die Grundgeschichte war ganz anders als ich zu Beginn erwartet habe, aber genau das hat mir wirklich sehr gut gefallen.
Die Charakter sind einen sehr schnell ans Herz gewachsen, wodurch ich mir zum Schluss noch 200 Seiten mehr gewünscht habe, einfach damit man mit ihnen noch etwas Zeit verbringen kann.
Am Besten ist es, wenn man den Klappentext nicht durchliest und sich einfach blind auf die Geschichte einlässt, denn jeder der Fantasy mag, wird dieses Buch lieben.
Große Leseempfehlung!
Aufgrund einer Beerdigung kehrt ein Mann in das Dorf seiner Heimat zurück. Das Haus seiner Kindheit steht schon lange nicht mehr und nachdem er ein wenig in der Gegend herumgefahren ist, blieb er vor einem alten Bauernhof am Ende einer Straße stehen. Plötzlich werden Erinnerungen an seine Kindheit wacht. Erinnerungen an Lettie, die mit ihrer Mutter und Großmutter hier gewohnt haben. Er erinnert sich an den Ententeich von dem Lettie behauptete, dass er so groß wie ein Ozean sei.
Beschämenderweise muss ich zugeben, dass mir der Literat Neil Gaiman das erste Mal aufgefallen ist, als er einen Gastauftritt bei den Simpsons hatte und nicht weil ich einen Roman von ihm gelesen habe. Cameos heißen in Amerika diese Gastauftritte von Promis in Film und Fernsehen, und die Stars und Sternchen reisen dazu auch mal liebend gerne nach Springfield. Wahrscheinlich wird die breite deutschsprachige Leserschaft Neil Gaimans Romane nicht wirklich kennen, mir selbst ging es ja genauso. Mit der Empfehlung dieses Romans im Literaturclub, dürfte dieses Dilemma allerdings erledigt sein.
Als echter Vielleser bereiten mir die 08/15 Romane, besonders in letzter Zeit, ein bisschen Schwierigkeiten. Wenn man hundertmal dieselben Charaktere vorgesetzt bekommt und dieselben ähnlich erzählten Geschichten zu lesen bekommt, ermüdet man ein bisschen und wird lesefaul. Das ist der Punkt, wo ich darauf achte keine allzu kritischen Rezensionen zu schreiben, weil es oft nicht an der Qualität des Romans liegt, sondern an meiner eigenen Lese-Flaute. Wenn dann ein Roman aus der Masse nur ein wenig hervorsticht, stürze ich mich wie ein Verdurstender auf ein Glas Wasser und bin schließlich wieder motiviert genug, hundert andere ein wenig durchschnittliche Romane zu lesen und sie schlussendlich auch zu mögen. So ein kleines und feines, motivierendes Schätzchen ist nun Der Ozean am Ende der Straße. Klein, weil er sich auf knapp 240 Seiten entfaltet und fein, weil sich dem Leser eine märchenhaft anmutende Welt eröffnet, die sich zu einer emotional erschütternden Reminiszenz an die Kindheit des Hauptcharakters entwickelt.
Ich erzähle dir jetzt etwas Wichtiges. Erwachsene sehen im Inneren auch nicht wie Erwachsene aus. Äußerlich sind sie groß und gedankenlos, und sie wissen immer, was sie tun. Im Inneren sehen sie allerdings aus wie früher.
Wie in der Inhaltsangabe oben schon beschrieben, ist das eigentliche Thema des Romans, die Erinnerungen an die Kindheit, besonders die Erinnerungen an Lettie und die Hempstocks, die durch einen Besuch auf den Bauernhof am Ende der Straße im Protagonisten hervorbrechen. Als sich ein Untermieter im Wagen des Vaters selbst umbringt, trifft er das erste Mal auf Lettie. Gaiman gelingt es hier nicht nur authentisch aus der Sicht eines 7jährigen zu schreiben, sondern porträtiert auch eine magische aber nicht greifbare Welt, die dem Kind und dem Leser eine Heidenangst einjagt. Vielleicht liegt es ferner an meiner blühenden Fantasie, dass ich mich in diese kindliche Naivität so gut hineinversetzen konnte und mir die gruseligen Szenen mächtig Gänsehaut verschafft haben. Hier fängt er, jedenfalls meiner Meinung nach, Geschickt das Gefühl der Ohnmacht Kindern gegenüber den of sehr distanzierten Erwachsenen ein und spielt mit den Urängsten von Verlassen werden und der oft sehr einschüchternden Dunkelheit. So wie einem Kind die Erwachsenenwelt oft sehr rätselhaft ist, so rätselhaft bleibt er auch in der Erzählung selbst. Das Außergewöhnlich liegt für mich darin, dass er oft etwas andeutet, aber niemals gänzlich erzählt und so bliebt auch das Ende bewusst offen. Der Ozean am Ende der Straße ist somit ein kurzweiliges Lesevergnügen und war nicht mein letzter Roman, den ich von Neil Gaiman lesen werde.
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