KHK Jens Schneider ist jetzt nach seinem letzten Fall wirklich urlaubsreif. Er reist nach Cassis an der Cóte Azur. Leider verhallt sein Wunsch nach Ruhe ungehört. Schon bald wird die Leiche einer jungen Frau geborgen. Es ist Isabelle, die junge Kellnerin, die den Kommissar häufig bediente. Manchmal „knisterte“ es dabei zwischen den Beiden. Gerade der Start des Romans zog mich durch seine lebensechte, detailgetreue Beschreibung gleich mit ins geschehen. Ich erlebe die Betroffenheit der Protagonisten, kann aber auch die Schönheit und die Atmosphäre der Landschaft aufnehmen. Ist hier ein Mord geschehen, oder war es doch ein tragischer Unglücksfall, wie die Polizei verlauten lässt??? Dann wird Anja, eine Deutsche, tot aufgefunden. Hier ist dann Kommissar Schneider zur falschen Zeit am falschen Ort. Er landet im Gefängnis. Was ist nur los in Cassis??? Für mich war der Blick auf die Themen im Hintergrund auch sehr interessant. Der Autor hat aktuelle Themen, wie die Rolle der Polizei, die große Liebe, die Edelprostitution mit ihren Abgründen und die Frage nach dem Woher und Wohin des Lebens, geschickt den Protagonisten auf den Leib geschrieben. Dabei bedient er sich eines ausgewogenen Schreibstils, der den Leser gut unterhält, aber auch Raum zum Nachdenken lässt. Abgerundet wird das Szenario durch die wundervolle Urlaubskulisse an der Còte Azur. Wobei der Blick hinter die Kulissen sehr ernüchternd sein kann. Das gerade dem Hauptprotagonist sich die Sinnfrage stellt ist auch symptomatisch für seinen Beruf. Die Auszeit eines Urlaubs lädt vielleicht auch ein, ehrlich mit sich selbst zu sein. Als Fazit möchte ich den Krimi von Peter Berg mit den Wellen des Meeres vergleichen. Mal sind sie ganz nahe, überrollen mich, dann ziehen sie sich zurück und geben mir Raum. In diesem Kreislauf erlebe ich das Geschehen und darf mich immer schon auf die nächste Welle freuen.
maraAngel2107
5/5
08.11.2020
eBook (ePUB 3)
Ich durfte Jens Schneider in…
Ich durfte Jens Schneider in den Urlaub nach Cassis begleiten, was für eine wunderbare Reise, die für den Kriminalhauptkommissar leider nicht ganz Urlaub bleiben wird. Der Roman beginnt sogleich mit der Bergung einer Leiche, beobachtet von Jens Schneider beim Frühstück auf der Hotelterrasse. Die junge Frau, Isabelle, die ihm jeden Morgen das gleiche Frühstück brachte, immer fröhlich, immer gut drauf und immer für einen kleinen Flirt zu haben. Somit ist man gleich in der Geschichte mittendrin und es ist alles so detailgetreu beschrieben, das man das Gefühl hat, direkt vor Ort zu sein, die einzelnen Protagonisten zu beobachten, und geschockt zu sein, über diese Tat, in diesem malerischen Ort an der Calanque-Küste in Frankreich. Ist dieser tragische Unglücksfall tatsächlich Selbstmord? Wie die Polizei es darstellt? Oder geschah hier mehr hinter den Kulissen, ein furchtbarer Mord? Ich fühlte mich in diesem Roman sofort sehr gut aufgehoben, Spannung pur, wie in den Bann gezogen, und es wurde zu keiner Zeit langweilig, ganz im Gegenteil, ein sehr gelungenes Werk, das mich zudem sehr zum nachdenken angeregt hat. Eine Liebe, die das Leben verändert mit ein paar holperigen Zwischengedanken. Gefahren, denen nur knapp entkommen wird und einem zwielichtigen Milieu, durch das etwas aufgedeckt wird. Unglaublich wie man so unterschiedliche Protagonisten und Situationen sowie Urlaubsgefühle miteinander in einem Buch kombinieren kann. Von der ersten Seite und vom ersten Mord an, war ich absolut begeistert! Eine unglaubliche Verstrickung von Menschen, die harmlos sind und auch wieder nicht, wobei man manchmal eine falsche Spur erwischt:-) Dieses Buch macht den Anschein, als hätte der Autor diese Reise selber angetreten, sowie alle Situationen und Momente persönlich erlebt. Der leichte Schreibstil macht es einfach, die Seiten nur so durchzulaufen und einzuatmen, ja ich denke, das ist das richtige Wort. Ich als Leserin war so gefesselt, das ich alles um mich herum vergessen habe, daher hat mich dieses Buch auch so sehr zum nachdenken gebracht. Die wirklich gut eingebrachten Tagebucheinträge des Hauptprotagonisten, die Überlegungen, sein Leben ändern zu wollen, sich zu fragen, ob dies tatsächlich das eigene Leben ist, welches man leben möchte, oder ob es vielleicht noch mehr gibt, als Mörder suchen, zu finden oder sich unbeliebt machen, bei denen die der Polizei nicht gut gesonnen sind? Ich habe für mich als Leserin aus diesem Buch unter anderem auch noch mitgenommen, einmal über das eigene Leben nachzudenken und zu hinterfragen, ob das was ich tue, wirklich dem entspricht was ich möchte? Ist es das? Oder möchte ich vielleicht ganz andere Dinge machen, außer dem Beruf, den ich ausübe und diejenigen Dinge die ich privat unternehme? Gibt es vielleicht noch viel mehr, das ich aus meinem Leben machen möchte? Habe ich den Mut Dinge zu ändern? Ich denke auch das möchte uns der Autor mit auf den Weg geben, sich selber einmal zu hinterfragen und sich selbst gegenüber ehrlich zu sein! Und nicht immer drumherum zu denken, reden oder sich selber belügen, das klappt nämlich oftmals ziemlich gut. Das steht für mich zwischen den Zeilen und in manchen Buchseiten gut in den Krimi mit eingebracht. Das Buch ist in irgendeiner Form auch eine Reise zu sich selbst, vielleicht für den Autor Peter Berg, in jedem Fall aber für die Leser, unglaublich gut mit einem Krimi zusammen gebracht! Ein absolut lesenswertes sowie empfehlenswertes Buch, das unbedingt die Welt bereisen muss! 5 von 5 Sternen gebe ich super gerne, am liebsten noch viele Sterne mehr, ich habe mich sehr unterhalten gefühlt und auch vieles über mich selber lernen dürfen!
flyspy
4/5
26.07.2023
eBook (ePUB 3)
Ein Kriminalfall der anderen…
Ein Kriminalfall der anderen Art mit einem Ermittler in der Lebenskrise Vorneweg: Ich habe bei diesem Buch keinen üblichen Kriminalfall erwartet, da mit bewusst war, dass Peter Berg auch die Vorstellung der Region, wie in einer Art Reiseführer, als Ziel hat. Wer hier einen spannungsgeladenen Thriller erwartet, wird wahrscheinlich etwas enttäuscht werden, obwohl es mehr als nur eine Leiche gibt. Kurz zum Inhalt: Jens Schneider, Kriminalkommissar aus Frankfurt und ausgebrannt, fährt nach Südfrankreich in den wunderschönen Ort Cassis, einer Kleinstadt am Mittelmeer in einer Bucht der Calanque-Küste unweit von Marseille. Schnell wird er Mordfälle verwickelt und gerät selbst in Verdacht. Meine Meinung: mir persönlich haben die Beschreibungen der Landschaft gut gefallen, der Autor hat die Region schön beschrieben. Das geht etwas zu Lasten der eigentlichen Kriminalhandlung, die das Buch tragen sollte. Tagebucheinträge des Kommissars werden als Stilmittel eingesetzt, um die Gedanken des Kommissars dem Leser näher zu bringen und hebt sich stilistisch auch deutlich ab. Er lässt seine Gedanken kreisen, das führt auch zu der einen oder anderen Wiederholung. Ich habe mich öfters dabei ertappt, die Passagen dann nur flüchtig zu lesen. Die eingearbeitete Liebesgeschichte gehört zu der Geschichte zwar dazu, hätte ich aber nicht gebraucht und an manchen Stellen hätte auch eine Andeutung gereicht. Zum Ende war ich wieder zufrieden, denn der überraschende Schluss des Falls versöhnt und ist nachvollziehbar. Daher (und wegen des umfassenden Lokalkolorits) gibt es 4 von 5 Sternen.
Bewertung
2/5
01.04.2021
eBook (ePUB 3)
Leider wurden meine Erwartungen nicht erfüllt
Inhalt übernommen:
Ein deutscher Kriminalkommissar, Jens Schneider aus Frankfurt, ist in der Lebenskrise. Sein Ziel: Erst einmal Urlaub machen, Abstand gewinnen. Der Roman beginnt vor seinem Urlaubshotel in Südfrankreich. Die Kleinstadt Cassis mit ihrer malerischen Hafenkulisse ist ein Sehnsuchtsort, der vor dem inneren Auge der Leserschaft entsteht. Doch auch im Urlaubsparadies holt ihn sein bisheriges Leben ein. Der Mord an einer jungen Kellnerin des Hotels eröffnet den Spannungsbogen mit einer Kette mysteriöser Ereignisse. Als der Kommissar wenig später das Opfer eines zweiten Mordes tot auffindet, wird er endgültig in das schicksalhafte Geschehen verwickelt. Er gerät selbst in Verdacht und wird irrtümlich in Marseille inhaftiert. Die Kriminalität hinter den Fassaden, Edelprostitution und die Beziehungslosigkeit der Figuren sind die Themen des Kriminalromans, der zugleich Liebes- und Reiseroman ist. Spannung und das Aufkeimen einer neuen Liebe, faszinierende Landschaften und die Hoffnung auf ein Happy End.
Meine Meinung:
Es fiel mir von Anfang an schwer, mich in die Geschichte hineinzufinden. Genauso schwer fällt es mir jetzt, eine Rezension zu schreiben, die dem Buch gerecht wird.
Der Autor hat in dem Buch versucht , mehrere Genres zu bedienen. Das sind neben Liebesroman, etwas Krimi, ein wenig Reiseführer und die Beschreibung eines Mannes am Scheideweg seines Lebens.
Obwohl mir die Figur von Jens Schneider, Kriminalhauptkommissar aus Frankfurt, nicht unsympathisch war, konnte ich mich mit seiner Geschichte nicht wirklich anfreunden.
Zum einen lag das an dem etwas (zumindest für mich) eigenwilligen Schreibstil, in den ich nur sehr zögerlich hineinfand.
Des Weiteren fehlte mir über längere Strecken die Spannung, zwar gab es ein paar brisante Szenen und am Ende eine Aufklärung,das war mir für einen Krimi jedoch deutlich zu wenig.
Außerdem störten mich die gehäuft vorkommenden Fehler auf die Dauer gesehen sehr.
Was mir hingegen sehr gut gefiel, waren die Landschaftsbeschreibungen, hier sprang mein Kopfkino an und versetzte mich an die verschiedenen Orte des Geschehens.
Fazit:
Ich hatte vielleicht falsche Erwartungen an das Buch, weshalb es mich nicht überzeugt hat. Leider kann ich nur zwei Sterne vergeben (der zweite Stern ist für die schönen Landschaftsbeschreibungen)
Biancaneve
aus Salzburg
1/5
15.02.2021
eBook (ePUB 3)
Weder Krimi - noch Parodie
Der deutsche Kriminalkommissar Jens Schneider durchlebt die Midlife-Crisis und überdenkt im Urlaub an der Côte d´Azur sein Leben. Als die Leichen zweier junger Frauen gefunden werden, ermittelt Schneider. Angekündigt wird das Buch als Krimi, der zugleich Liebes- und Reiseroman ist. Das Cover des Buches ist einladend, die Hoffnungen des Lesers werden aber leider nicht erfüllt.
Im Rahmen einer Leserunde kam heraus, dass der Autor das Buch als Krimi-Parodie angelegt hatte. Dazu fehlt es dem Text aber eindeutig an Komik. Als Ich-Erzähler verwendet der Protagonist eine nüchterne Sprache. Begebenheiten werden meist bloß wie in einer Aufzählung aneinandergereiht, Nichtigkeiten werden wiedergekäut, Wichtiges wird einfach weggelassen, Namen werden vertauscht, Ungereimtheiten bis zum Ende nicht aufgelöst. Auch die angekündigte Änderung im Wesen Schneiders passiert nicht.
Unnötigerweise sind auch noch Tagebucheinträge des Kommissars eingebaut, die wiederum nur die einseitige Sicht des Protagonisten zulassen. Spannung kommt hier leider keine auf. Zusätzlich stören Tippfehler, falsche Übersetzungen ins Französische und grammatikalische Ungereimtheiten.
Die recht guten Beurteilungen anderer Leser kann ich überhaupt nicht nachvollziehen. Ich bin froh, mir das E-Book gekauft zu haben. So wurde für mein Exemplar kein Papier verschwendet und ich kann es nicht verschenken. Denn Feinde habe ich keine, und aus dem Bekanntenkreis fällt mit absolut keiner ein, dem ich dieses Buch zumuten möchte.
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