Zwei Schwestern, die eine ganze Welt trennt Ein kleiner Ort im ländlichen Louisiana. Seine afroamerikanischen Bewohner blicken mit Stolz auf eine lange Tradition und Geschichte, und vor allem auf ihre Kinder, die von Generation zu Generation hellhäutiger zu werden scheinen. Stella und Desiree etwa, Zwillingsschwestern von ganz unterschiedlichem Wesen. Aber in einem sind sie sich einig: Hier sehen sie keine Zukunft für sich. In New Orleans trennen sich ihre Wege. Denn Stella tritt unbemerkt in eine nur weißen Amerikanern vorbehaltene Welt - und bricht alle Brücken hinter sich ab. Desiree dagegen heiratet den dunkelhäutigsten Mann, den sie finden kann. Und Jahrzehnte müssen vergehen, bis zu einem unwahrscheinlichen Wiedersehen.
Kundinnen und Kunden meinen
4.6/5.0
Manu
Book Circle Community
5/5
05.12.2023
Buch (Gebundene Ausgabe)
Einfühlsam, berührend, hoffnungsvoll
Mich hat das Buch extrem fasziniert. Die beiden Geschichten waren einzigartig und die Charaktere hervorragend ausgearbeitet. Manchmal war es für mich ein bisschen schwierig zu verstehen, warum diese große Differenz zwischen Schwarz und Weiß so stattfindet. Ich glaube aber, dass man das selber erleben muss in diesem Kulturkreis, ansonsten hat man keine Chance, da dahinter zu sehen und das nach zu vollziehen.
Der Schluss der Geschichte hat mich sowohl fasziniert wie auch enttäuscht. Einerseits hätte ich mir selbstverständlich ein Happy-end oder ein dramatisches Ende gewünscht, denke aber, dass der gewählte Schluss eher der Realität entspricht. Von dem her absolut gelungen.
Alles in Allem ist diese Geschichte ein hervorragendes Beispiel dafür, wie absolut OK es ist, durchschnittlich zu sein. Und das Zufriedenheit oft nicht daraus entsteht, dass man speziell ist, sondern sich selbst treu bleibt.
bookloving
5/5
28.04.2021
eBook (ePUB 3)
Fesselnde, tiefgründige Familiengeschichte zur BLACK LIVES MATTER-Thematik
Die US-amerikanische Autorin Brit Bennett gilt als eine der wichtigsten jungen Stimmen der US-amerikanischen Literatur und wird als würdige Nachfolgerin der Literaturnobelpreisträgerin und literarischen Grand Dame Toni Morrison gehandelt. In ihrem neuesten Roman «Die verschwindende Hälfte» erzählt sie eine bewegende, Generationen umspannende Familiengeschichte, in der die Emanzipation von Herkunft, Hautfarbe und Geschlecht eine tragende Rolle spielt. Hierin nimmt sich Brit Bennett zahlreicher wichtiger Themen an, die sich mit alltäglichem Rassismus, Diskriminierung und Gewalt gegen Afroamerikaner auseinandersetzen, aber sich auch eingehend mit Fragen der Besinnung auf die eigenen Wurzeln, der Identitätssuche, Lebenslügen und dem Umgang mit Transsexualität beschäftigen.
Obwohl der Roman in den USA derzeit als das Buch zur "Black-Lives-Matter"–Bewegung gilt, geht es der Autorin doch um viel mehr als nur um eine literarische Aufarbeitung von eingefahrenen Vorurteilen, alltäglicher Ausgrenzung und Gewalt gegen die afroamerikanische Bevölkerung in den USA und deren Folgen auf das Zusammenleben der unterschiedlichen Ethnien.
Ihren Anfang nimmt die Familiengeschichte im fiktiven Südstaatenstädtchen Mallard im ländlich geprägten Louisiana in den 1950ger Jahren und führt uns bis in die 1990ger Jahre hinein.
Im Mittelpunkt des vielschichtig angelegten Romans stehen die Zwillingsschwestern Stella und Desiree, die in Mallard in einer afroamerikanischen Community aufwuchsen, die sehr auf ihre außergewöhnliche Hellhäutigkeit bedacht war. Im Alter von 16 Jahren verschwinden die beiden über Nacht aus der Stadt sind, um die Enge und Perspektivlosigkeit hinter sich zu lassen und in New Orleans ein neues Leben zu beginnen, doch trennen sich ihre Schicksalswege schon bald. Während Stella ihre Herkunft verleugnet, sich von ihrer Vergangenheit und familiären Wurzeln abwendet, um einen reichen Weißen Mann zu heiraten und als Weiße mit ihrer weißen Tochter Kennedy unter den Privilegierten in Los Angeles zu leben, heiratet Desiree einen tiefschwarzen Mann und bekommt mit ihm eine ebenfalls sehr dunkelhäutige Tochter, Jude. Mit ihr flüchtet Desiree schließlich vor ihrem gewalttätigen Mann zurück nach Mallard.
Auf sehr faszinierende Weise beleuchtet die Autorin in unterschiedlichen Episoden die miteinander verwobenen Schicksale ihrer sehr vielschichtig angelegten Frauencharaktere, gewährt Generationen übergreifende Einblicke und wechselt immer wieder zwischen den unterschiedlichen Zeitebenen. So folgen wir den verschlungenen Lebenswegen der beiden Schwestern, erhalten aufschlussreiche Einblicke in ihr Seelenleben und erfahren schließlich immer mehr über ihre Bemühungen einen Platz in der Gesellschaft und in ihren so gegensätzlichen Lebenswelten zu finden. Sehr einfühlsam und anschaulich beschreibt Bennett, welchen Preis die beiden Zwillinge für ihre folgenschweren Lebensentscheidungen zu zahlen haben. Äußerst eindrücklich fand ich die Schilderungen von Stellas aufgewühltem Innenleben, ihrer permanenten Angst vor Enttarnung ihrer Lebenslüge, dem ständigen innerlichen Abwägen, der Einsamkeit und ihrem unbedingten Willen zur Assimilation bis hin zur Selbstverleugnung. Geschickt thematisiert die Autorin in ihrer tiefgründigen Geschichte auch den allgegenwärtigen Schmerz und die innere Zerrissenheit von Zwillingen, seine „andere Hälfte“ zu verlieren.
Im Laufe der fesselnden Handlung verfolgen zudem auch das bewegende Schicksal ihrer Töchter Jude und Kennedy, die sich zufällig begegnen, und das fragile Lügengeflecht ihrer Mütter ins Wanken bringen. Ihnen gelingt es schließlich die familiären Brüche, ambivalente Denkmuster, alte Vorbehalte und Klassenunterschiede zu überwinden, um ein neues Miteinander daraus erwachsen zu lassen. Ein überaus schöner, versöhnlich stimmender Ausklang!
FAZIT
Eine bewegende, vielschichtig angelegte und mitreißend erzählte Familiengeschichte über die Emanzipation von Herkunft, Hautfarbe und Geschlecht sowie über das Leben als „Falsche Weiße“.
Sehr lesenswert!
Bewertung
aus Zürich
5/5
28.04.2021
Buch (Gebundene Ausgabe)
Die verschwindende Hälfte
Ein Superbuch zu einem aktuellen Thema. Die Autorin schreibt in einem hervorragenden Stil und widemet sich dem Thema " wie fühle ich als schwarze Mitbürgerin in den USA, wie ist meine Rolle in der Gesellschaft.
Bookflower173
5/5
28.04.2021
Buch (Gebundene Ausgabe)
Wo gehöre ich hin?
In Mallard wachsen die Zwillinge Stella und Desiree auf. Dort scheint es das Ziel zu sein, von Generation zu Generation hellhäutiger zu werden. Da die Zwillinge in Mallard keine Zukunft für sich sehen, flüchten sie nach New Orleans, wo sich ihre Wege dann trennen. Stella tauch in die Welt der weißen Amerikaner ein und versucht, ihre Herkunft und ihre wahre Identität zu verbergen. Desiree hingegen heiratet einen dunkelhäutigen Mann und kehrt Jahre später mit ihrer dunkelhäutigen Tochter nach Mallard zurück und möchte nun ihre Schwester wiederfinden.
Meinung:
Brit Bennett hat einen sehr berührenden Roman geschrieben, welcher wichtige Themen wie Rassismus und Identität behandelt. Die Charaktere werden wunderbar ausgestaltet. Die Geschichte hat viele spannende und überraschende Wendungen. Gerade die Trennung der Zwillinge und ihre ganz unterschiedlichen Wünsche nach einem neuen Leben werden sehr emotional beschrieben und man darf als Leser an diesen Wegen und an der Suche nach der wahren eigenen Identität teilhaben.
Fazit:
Das Buch ist sehr packend und emotional. Auf eine moderne Weise behandelt Bennett in diesem Roman wichtige Themen, die schon lange Probleme in unserer Gesellschaft sind.
oneveganbooknerd
5/5
28.04.2021
Buch (Gebundene Ausgabe)
Mallard - Gedanke und Vorstellung
In „Die verschwindende Hälfte“, der zweite Roman von Brit Benntt, geht es um die beiden Zwillingsschwestern Desiree und Stella Vignes, die unterschiedlicher nicht sein können. Eines Tages verschwinden die Beiden Hals über Kopf aus ihrem kleinen Heimatstädtchen Mallard und ihre Leben ändern sich schlagartig…
Mallard ist ein Städtchen oder mehr ein Dorf, welches für andere so unbedeutend ist, dass es nicht einmal auf einer Karte Louisianas verzeichnet ist. Durch dessen Bewohner jedoch, ist dieses Städtchen von langer Tradition geprägt worden.
„Eine Stadt, die, wie alle anderen auch, mehr Gedanke und Vorstellung war als Ort. Gedanke und Vorstellung Alphonse Decuirs, wie er im Jahr 1848 auf den Zuckerrohrfeldern stand, geerbt von seinem Vater […] Eine Stadt für Menschen wir ihn, die nie als Weiße akzeptiert werden würden und sich trotzdem nicht wie N* behandeln lassen wollten.“ (S. 12, „Die verschwindende Hälfte“, Britt Bennett, Rowohlt Verlag)
20 Jahre später stehen sich auf einer Party in Los Angeles zwei junge Frauen gegenüber. Die Eine hellhäutig, die Andere dunkelhäutig. Die Eine vermögend, die Andere bescheiden. So plötzlich wie sich die beiden Cousinen trafen, so schnell haben sie sich wieder aus den Augen verloren. Das Schicksal (oder wie immer man es nennen möchte), bringt sie jedoch wieder zusammen. Und durch dieses Treffen erwacht in einer der Vignes Zwillinge ein lang gehütetes Geheimnis.
Mir hat „Die verschwindende Hälfte“ unglaublich gut gefallen! Die Geschichte ist auf so vielen Ebenen einfach und trotzdem eindringlich geschrieben. Beispielsweise zeigt der Roman sehr gut auf, wie eine Generation durch die Fehler oder Missstände der Vorigen geprägt sein kann und es viel Mühe und Anstrengung braucht, an diesen zu arbeiten. Das spielt sich hier vorrangig zwischen Müttern und Töchtern ab, ist aber auf die Gesellschaft übertragbar.
Der Stil von Brit Bennet hat mir so gut gefallen, dass ich ihren ersten Roman „Die Mütter“, nun auch lesen mag.
Es ist ein Problem aufgetreten. Bitte laden Sie die Seite neu und versuchen es noch einmal.
5/5
03.10.2020
Buch (Gebundene Ausgabe)
Tolle Figuren, tolle Geschichte
Ein außergewöhnliches Buch über zwei Schwarze Zwillings Schwestern der 50er Jahre die durch ihre helle Haut als Weiße durchgingen. Zuerst unzertrennlich dann gehen sie getrennte Wege, nicht von beiden gewollt. Wir erfahren in schöner Sprache, sehr bildlich ihre Geschichten. Rassentrennung, sexuelle Orientierung, werden in diesem Buch Thema. Tolles Buch. Leseempfehlung.
Kurze Frage zu unserer Seite
Vielen Dank für Ihr Feedback
Wir nutzen Ihr Feedback, um unsere Produktseiten zu verbessern. Bitte haben Sie Verständnis, dass wir Ihnen keine Rückmeldung geben können. Falls Sie Kontakt mit uns aufnehmen möchten, können Sie sich aber gerne an unseren Kund*innenservice wenden.