"Haben wir einen Plan?" "Natürlich, wir wandern, bis wir aufhören zu wandern, und vielleicht finden wir unterwegs so etwas wie eine Zukunft." "Das ist ein guter Plan." Raynor und Moth, seit 32 Jahren ein Paar, verlieren durch zwei Schicksalsschläge in kürzester Zeit alles, ihre Farm in Wales, ihre Lebensgrundlage, ihre Gewohnheiten, ihr soziales Umfeld - ihr Zuhause. Mit zwei Rucksäcken machen sie sich auf den Weg, eigentlich in eine beängstigende Obdachlosigkeit, aber sie gehen los mit der Hoffnung, eine Lösung zu finden. Ihr Plan: den wildesten und längsten Küstenweg Englands zu wandern, den South West Coast Path. Auf 1000 km Zeit gewinnen, den Kopf frei zu bekommen und Kraft zu sammeln. Wie holt man sich das eigene Leben und die Würde zurück, wenn man so weit aus der Bahn geworfen wurde? Sie begegnen Vorurteilen und Ablehnung, doch zugleich entdecken sie auch das Glück ihrer Liebe und lernen Kraft aus der Natur zu schöpfen. In lakonisch knappen Dialogen und mit feiner Selbstironie erzählt Raynor Winn von diesem Trip an den unteren Rand der Gesellschaft. Jutta Speidel, die sich seit vielen Jahren mit ihrem Verein Horizont e.V. sozial engagiert, liegt das Thema Obdachlosigkeit sehr am Herzen. 1997 gründete sie neben ihrer schauspielerischen Tätigkeit den privat finanzierten Verein HORIZONT, der sich obdachlosen Kindern und deren Mütter annimmt und ihnen hilft neuen Mut fürs Leben zu fassen. Es war klar, daß sie die deutsche Stimme sein mußte! "Das inspirierendste Buch des Jahres." (The Times) "Ein Reisebericht voller Menschlichkeit und Herzenswärme." (Deutschlandfunk LESART) "Eine wahre Geschichte über den Triumph der Hoffnung über die Verzweiflung und den Sieg der Liebe über alles andere." (The Sunday Times)
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Sehr bewegend, aber auch sehr inspirierend
Bewertung am 26.10.2020
Bewertungsnummer: 404391
Bewertet: Hörbuch-Download
Dieses Buch hatte ich bei uns bereits in der Spiegelwand entdeckt, aber es hat mich überhaupt nicht angesprochen. Erst als ich es auf dem Tisch mit den Empfehlungen meiner Kollegen*innen und mir gefunden habe, bin ich neugierig geworden. Es ist nämlich die Besprechung meiner Kollegin B. Schumacher gewesen, der ich schon einige schöne Buchtipps verdanke. (Sie ist übrigens ebenso wie ich „Lieblingsbuchhändlerin“, d.h. man kann sich über die Thalia App benachrichtigen lassen, wenn wir neue Besprechungen veröffentlicht haben.) Erst da entdeckte ich, dass es in diesem Buch um eine Wanderung in England geht. Mein Interesse war geweckt.
Wissen Sie, was der Salzpfad oder The Salt Path ist? Es ist der längste, ausgeschilderte Fernwanderweg Großbritanniens. Er ist ca. 1.024 km lang und führt von Minehead, Somerset um die Spitze Cornwalls herum nach Pool Harbour in Dorset. Dabei werden auch noch die beiden Countys Cornwall und Devon durchquert. Im Durchschnitt braucht man für diese Strecke 305 Stunden. Wenn man von durchschnittlich 8 Stunden Wanderung täglich ausgeht, braucht man dafür mindestens 38 Tage!
Bei der Autorin Raynor Winn und ihrem Mann Moth sieht es aber ganz anders aus. Die beiden sind bereits über 50 Jahre alt und Moth hat körperliche Probleme. D.h. sie werden für diese Wanderung deutlich mehr Zeit benötigen.
Wie sie der Beschreibung des Buchs oder Hörbuchs bereits entnommen haben, beginnen die beiden ihre Wanderung, weil sie alles verloren haben. Warum sie alles verloren haben, und wie sie auf die Idee dieser Wanderung gekommen sind, erzählt Raynor ebenfalls in diesem Buch. Auf jeden Fall brechen sie mit zwei Rucksäcken auf, in denen sie ihre Ersatzkleidung, ihre Schlafsäcke, einen Campingkocher, ihre Lebensmittel und ihr Zelt transportieren. Da sie mit rund 40 Pfund wöchentlicher Unterstützung des Staates zurechtkommen müssen, war von Anfang an klar, dass sie sich kein Bed & Breakfast, keinen Campingplatz und auch keinen noch so günstigen Pub leisten können. Sie werden als Selbstversorger wandern und campen wild, was in Großbritannien wie auch in den meisten anderen europäischen Ländern verboten ist. Das Abenteuer beginnt und Raynor erzählt uns, wie es gelaufen ist.
Mich hat dieses Buch in vielerlei Hinsicht fasziniert. Da ist zum einen die tragische Geschichte von Raynor und Moth. Was für ein schönes Leben sie ursprünglich in Wales hatten. Und dann kommen die Schicksalsschläge. Moth erfährt, dass er an einer seltenen Krankheit leidet, die nicht heilbar ist. Und durch eine Fehlkalkulation verlieren sie alles, was sie besitzen, d.h. ihr Haus und ihren Erwerb. Ich habe es bewundert, wie die beiden das Schicksal angenommen und das beste daraus gemacht haben. Es ist einfach unvorstellbar, wie sie es unter diesen Umständen geschafft haben.
Dann ist natürlich der South West Coast Path an sich schon Grund genug, dieses Buch zu lesen. Eine Wanderung, die nicht so überlaufen ist, wie z.B. der Jakobsweg. Und die durch ganz unterschiedliche Landschaften Großbritanniens führt. Leider enthält das Buch nur 12 Abbildungen.
Der dritte Aspekt, der mich an diesem Buch begeistert hat, ist, wie Raynor das britische Rechtssystem beschreibt. Und wie es in Großbritannien um die Situation der Obdachlosen bestellt ist. Wie sieht es aus mit dem wild campen? Welchen Strafen können da auf sie zukommen? Wie gehen die Menschen mit Obdachlosen um? Und wie hilft der Staat ihnen? Es hat mich schon erschüttert, was für Erfahrungen Raynor und Moth machen mussten. Aber es war auch schön, dass sie immer auch einmal wieder sehr positive Bekanntschaften machten. Oftmals genau dort, wo sie am wenigsten damit gerechnet haben.
Das einzige, was mir an dem Buch nicht ganz so gefallen hat, ist, dass es kein Nachwort gibt, in dem die Autorin erzählt, wie es ihnen nach der Wanderung ergangen ist. Sie hatten zwar einen festen Plan, der sich im Laufe der Wanderung herauskristallisiert hatte, aber konnte der umgesetzt werden? Wie sieht Moths gesundheitliche Situation aus? Sind sie finanziell wieder auf die Beine gekommen und sind sie wieder sesshaft geworden? Diese Fragen werden auf jedem Fall in dem Hörbuch nicht beantwortet. Das Hörbuch ist allerdings leider eine gekürzte Version. Vielleicht ist es bei dem Buch anders und die Leser kennen die Antworten auf meine Fragen.
Ich habe diese wahre Geschichte mit Begeisterung angehört. Und dabei ist bei mir der Wunsch entstanden, dass ich diese Wanderung irgendwann auch einmal machen möchte. Aber dann bitte mit bereits vorab gebuchten Unterkünften.
Ein ausgesprochen interessantes Buch, in dem es viel zu entdecken gibt. Eine Reisebeschreibung, eine tragische Familiengeschichte und ein Buch, das einem Mut macht.
Unglaublich stark, schön und inspirierend
Andrea L. aus Aargau am 28.01.2025
Bewertungsnummer: 2397153
Bewertet: Buch (Taschenbuch)
Die 5 Sterne gebe ich nicht, weil das Buch literarisch unschlagbar wäre, sondern weil es eine unglaublich starke, schöne und inspirierende wahre Geschichte ist.
Ich hab mich so gefreut, als ich in der Bibliothek einen Fernwander-Reisebericht gefunden habe, der darüber hinaus nicht nach Selbstverlag aussah. Aber dieses Buch ist so viel mehr! Raynor und ihr Mann Moth wandern nicht einfach zum Vergnügen. Sie haben aus fiesen Gründen ihren Hof in Wales verloren, einen Tag später erhielt Moth eine ausweglose Diagnose. Ihren Freunden wollten die 50-Jährigen nicht zur Last fallen. Also wanderten sie einfach los.
Was dann passierte, ist irgendwie das, was Fernwanderungen so mit sich bringen: Sie fanden zu sich selbst und neue Hoffnung. Ich find sie und ihre Geschichte grossartig. Ein ganz tolles Buch.
Meinung aus der Buchhandlung
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ist das Wundermittel, dass einem am Leben hält. In Zeiten wie diesen, ist dies ein Buch das Mut macht! Auch wenn man denkt es kann nicht mehr schlimmer werden, muss man immer daran denken, es gibt jemanden dem du wichtig bist, oder es gibt einen Weg wie man sein Leben schöner machen kann. Ich hab echt mitgefühlt mit den beiden Protagonisten. Ein Buch wie man es selten findet!
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Zwischen Klippen und Küste: Eine Heimkehr zu sich selbst
Bewertet: eBook (ePUB)
Nach dem Verlust ihres Zuhauses und einer tödlichen Diagnose begeben sich Raynor Winn und ihr Mann Moth auf den 1.015 Kilometerlangen South West Coast Path. Der Salzpfad ist kein klassischer Reisebericht, sondern eine tief berührende Geschichte über Obdachlosigkeit, die heilende Kraft der Natur und unerschütterliche Liebe.
Winns ehrliche, bildgewaltige Sprache macht diesen Überlebenskampf zu einer inspirierenden Ode an das Leben.
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