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Denn für dieses Leben ist der Mensch nicht schlau genug Erinnerungen

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Beschreibung

Produktdetails

Einband

Gebundene Ausgabe

Erscheinungsdatum

13.10.2020

Abbildungen

Mit 15 s/w Abb.

Verlag

Rowohlt Berlin

Seitenzahl

384

Maße (L/B/H)

20,8/13,4/3,8 cm

Gewicht

465 g

Auflage

2. Auflage

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-7371-0088-5

Warnhinweis

nicht erforderlich.

Beschreibung

Rezension

Lethen gehört nicht zu den Kalten und Schlauen, sondern zu den Klugen und Mitfühlenden. Seine Autobiografie zeigt, wie sich jemand mit unermüdlicher Denklust durch die Epochen bewegt. ("Der Tagesspiegel")
Die berührende Autobiografie eines gelernten und gelehrten 68ers. ("Welt am Sonntag")
Entwaffnend und persönlich ... Lethen ist der seltene Intellektuelle, der die Welt, auch seine eigene, lieber mit Fragen als unverrückbaren Antworten bedenkt. ("Die Welt")
Ein unabhängiger Geist ... Helmut Lethens Autobiographie ist ein eindrücklicher Beleg eben dafür. ("3Sat "Kulturzeit"")
Es ist die leise Selbstironie, die Helmut Lethens Rückbesinnung auf sein bewegtes politisches Leben zum Lesegenuss macht. ("Berliner Zeitung")
Man liest dieses sowieso kluge Buch mit dem meisten Gewinn, wenn Lethen sein Denken in Sätze bringt, er seine Entwicklung zu verstehen versucht. ("RBB Kultur")
Helmut Lethen hat die deutschen Geistes- und Kulturwissenschaften mitgeprägt. In seiner Autobiografie blickt er auf sein Leben zurück – und zeichnet dabei auch die Entwicklungen der Bundesrepublik nach. ("NZZ Online")
Mindestens so faszinierend wie seine Schriften sind Helmut Lethens Lebensstationen. ("Die Welt")
Ein subtiler Abenteurer – in der jungen Bundesrepublik Soldat, dann Rebell in West-Berlin, es folgt ein langes Exil in Holland. Lethen hat genug gesehen und erlebt – wer könnte besser erzählen, wie wir wurden, was wir sind. ("Blurbs")

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Gebundene Ausgabe

Erscheinungsdatum

13.10.2020

Abbildungen

Mit 15 s/w Abb.

Verlag

Rowohlt Berlin

Seitenzahl

384

Maße (L/B/H)

20,8/13,4/3,8 cm

Gewicht

465 g

Auflage

2. Auflage

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-7371-0088-5

Herstelleradresse

Rowohlt Berlin
Neue Promenade 5
10178 Berlin
DE

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    Ralf Rother

    Thalia Wien – Mariahilfer Straße

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    5/5

    13.01.2021

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Spannend, aufschlussreich und unterhaltsam

    Helmut Lethen war von Oktober 2007 bis Februar 2016 der leitende Direktor des Internationalen Forschungszentrums Kulturwissenschaften in Wien. Im Rahmen seiner Amtszeit thematisierte das Institut den Forschungsschwerpunkt "Kulturen der Evidenz". Ich muss zugeben, dass ich damals nie verstand, was damit gemeint war. Wie sollte irgendetwas unvermittelt einleuchten bzw. gegeben oder gewiß sein? Jetzt, im Zuge der Lektüre von Helmut Lethens Autobiografie verstehe ich zumindest, worum es ihm ging. In seinem Buch hält er zwei signifikante Ereignisse fest, die er meinem Eindruck nach mit dem verbindet, was in den Medienwissenschaften als Evidenz bezeichnet wird. Das erste Ereignis war die Wehrmachtsausstellung in ihrer ersten Fassung, die die Verbrechen der Wehrmacht zwischen 1941-1944 in einer Fotosammlung zeigte. Sie hatte starke ihre Wirkung, auch wenn sie überarbeitet werden musste. Das zweite Ereignis war der Terroranschlag und die Zerstörung des World Trade Centers am 11. September 2001. Beide Ereignisse erlangten, so Lethens Hypothese, ihre unmittelbare Evidenz als Medienereignis. Dass er seine Probleme mit all dem hatte, was er mit der Macht des Diskurses verband, schwingt durch die ganze Autobiografie: Das sind die politischen Zustände der Nachkriegzeit, das Sektiererische der maoistischen, leninistischen und trotzkistischen zumeist studentischen Gruppen, das Institut für Allgemeine und Vergleichende Literaturwissenschaft und die an eine Sprache bzw. an Diskurse bzw. an ein "close reading" orientierte Philosophie (Adorno, Foucault, Kittler, Derrida, Hamacher usw.). Bekanntheit erlangte Helmut Lethen wiederum durch zwei andere Ereignisse: einerseits mit seiner Publikation "Verhaltenslehre der Kälte. Lebensversuche zwischen den Kriegen" und andererseits mit der Ehe mit Caroline Sommerfeld-Lethen, die sich im Umfeld der Identitären Bewegung aufhält. Die Autobiografie von Helmut Lethen ist spannend und sehr unterhaltsam geschrieben. Bei weitem ist sie kein akademisches Buch und vertritt keine theoretische These. Ab und zu ließ sie mich an Rousseaus Biografie denken, der auch keine Verfehlung ausließ, um sie zu notieren. Vor allem erhalten viele Persönlichkeiten der deutschsprachigen Geisteswissenschaften zwischen diesen Buchdeckeln ihren Auftritt. Ebenso schildert das Buch eindringlich die Situation und das Klima in der Nachkriegszeit. Die Schulen und Universitäten, das öffentliche Leben wurde noch weitgehend von den Nationalsozialisten in ihren Nachkriegsberufen geprägt. Der Feminismus und die Rechte der Frauen musste erst noch erfunden werden. Viele Länder führten noch Kriege in ihre Kolonien. Die junge Kriegs- und Nachkriegsgeneration versuchte sich ihrer NS-Elterngeneration zu widersetzen, indem sie sich in linksradikales Sektierertum auflöste. Beim Lesen von Lethens Autobiografie fühlte ich mich seltsamerweise oftmals an mein eigenes Leben erinnert, obwohl ich etwa eine Generation jünger bin. Seine "Zeitgenossen" waren mein Lehrpersonal, politisch wie philosophisch. Da waren sie wieder: Kamper, Taubes, Theweleit, Weber, Mennighaus, Derrida, Hamacher u.a.

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