Eigentlich sollte es eine ganz gewöhnliche Bergtour werden, als Nick mit seinem Kumpel Augustin zu einer Kletterpartie in den Schweizer Alpen aufbricht. Doch dann kommt es unterwegs zu einem tragischen Unfall: Augustin stürzt in eine Gletscherspalte, Nick wird schwer verletzt ins Krankenhaus eingeliefert - er wird für immer entstellt sein. Sam, Nicks Lebensgefährte, ist zunächst nur froh, dass sein Freund überlebt hat, aber dann passieren immer mysteriösere Dinge in Nicks Umfeld. Auch Nick selbst verhält sich immer seltsamer, und schon bald wird Sam klar, dass Nick etwas aus den Bergen mitgebracht hat. Etwas Böses ...
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Großartig
Karin Braun aus Kiel am 03.11.2021
Bewertungsnummer: 1599304
Bewertet: eBook (ePUB)
Sam und Nick sind jung, verliebt und seit drei Jahren zusammen. Einziger wirklicher Knackpunkt in ihrer Beziehung: Nick ist Alpinist und Sam hat, nach einem traumatischen Erlebnis in seiner Kindheit, Angst vor den Bergen. Als Nick mit seinem Kumpel Augustin auf Bergtour in den Schweizer Alpen unterwegs ist, entdecken sie einen Berg, von dem sie nie zu vor gehört haben. Den Maudit. Sie beschließen ihn zu besteigen.
Der Aufstieg erweist sich als schwierig, das Wetter unberechenbar und auch sonst scheint so einiges nicht zu stimmen. Der Maudit scheint viel höher zu sein, die Strecken scheinen sich endlos zu ziehen und die Hindernisse werden immer dramatischer, vor allem beginnt Augustin sich zu verändern …
Dann erfährt Sam, dass Nick von der Bergwacht vom Maudit geborgen wurde und Augustin verschollen, wahrscheinlich tot ist. Nick ist schwer verletzt. Sein Gesicht ist komplett verstört … aber nicht nur Nicks Gesicht hat sich verändert, er scheint etwas tief Böses, zerstörerisches vom Maudit mitgebracht zu haben. Das ihn auch nach Hause, nach Amsterdam begleitet. Sam bleibt bei ihm, auch, als er von Nick angegriffen wird. Sie beschließen an den Ort des Geschehens zurückzugehen, in der Hoffnung dort eine Lösung zu finden. Doch in dem Tal in den schweizer Alpen, am Fuße des Maudits, bricht im wahrsten Sinne des Wortes die Hölle los.
Echo ist Thomas Olde Heuvelts sechster Roman. Sein Erfolg als Horrorschriftsteller begann, nachdem Stephen King den Vorgänger HEX als brillant bezeichnetet. Nun habe ich HEX noch nicht gelesen, aber auch Echo kann mit Fug und Recht brilliant genannt werden. Thomas Olde Heuvelt greift nicht einfach in die Trickkiste der billigen Horrotricks, sein Plot ist durchdacht, seine Charaktere dreidimensional, sein Schreibtstil originell und die Geschichte ist vielschichtig. Neben dem Horror ist es auch eine Liebesgeschichte, die tiefberührt.
Lesehighlight!
Bewertung am 18.10.2021
Bewertungsnummer: 1590670
Bewertet: eBook (ePUB)
Rezension zu Echo von Thomas Olde Heuvelt
Das Buch fängt spannend und gruselig an. Der Schreibstil ist "anders". Im Erzählstil geschrieben. Ich flog so über die Seiten hinweg. Mir gefiel es sehr gut. Mal was ganz anderes. Das Ebook hat 644 Seiten. Nach der Hälfte wird einiges aufgelöst aber auch neue Rätsel entstehen. Es wird noch spannender. Ich bin durch Zufall auf dieses Buch gestoßen und muss sagen, das es ein Jahreshighlight für mich ist. Der Showdown am Ende, einfach mega! Klare Leseempfehlung!
Meinung aus der Buchhandlung
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Horrorromane sind eigentlich nicht so mein Ding. Zu oft stehen die pure Handlung und ihre Schockmomente im Vordergrund, während man Figurenentwicklungen und sprachliche Finessen oftmals vergeblich sucht. So wurde ich neugierig, als eines Tages die Nachricht die Runde machte, in den Niederlanden gäbe es einen jungen Autoren, der quasi als literarisch anspruchsvoller Enkel Stephen Kings angepriesen wurde. So war der Weg für mich bereitet, um seinem neuesten Buch zumindest mal eine Chance zu geben – und ich wurde nicht enttäuscht.
„Echo“ ist eine Mischung aus Bergsteiger- und Beziehungsdrama, verpackt in einen Schauerroman, mit deutlichen Wurzeln bei Klassikern wie H.P. Lovecraft oder Edgar Allan Poe. Es ist die Geschichte einer Besessenheit, der eine Mann besessen vom Bösen, der andere von der Liebe seines Lebens.
Nick Grevers ist bei einer Extremklettertour am Mont Maudit in den französischen Alpen abgestürzt, sein Gesicht massiv zerstört und von kaum mehr als den mumienhaften Bandagen um seinen Kopf zusammengehalten. Sein Freund Sam Avery reist panisch zum Krankenhaus und erhält dort einen Zettel von Nick, „Glaube ihnen keinen Wort, es war kein Unfall.“ Und plötzlich beginnen zahlreiche Menschen um sie herum scheinbar den Verstand zu verlieren, stürzen sich in Scharen vom Dach des Krankenhauses, gezeichnet von Symptomen schwerster Höhenangst – und das mitten in Amsterdam.
Thomas Olde Heuvelt legt den Roman so clever an, dass die verstörend tragischen Geschehnisse einerseits als Phänomene einer tatsächlichen übernatürlichen Besessenheit gedeutet werden können, andererseits sich aber auch als Bilder für eine psychische Erkrankung interpretieren lassen. Die vielschichtige Beziehung der beiden Protagonisten steht dabei im Mittelpunkt. Sam bekommt mit, wie sein Freund immer weiter die Kontrolle über sein Handeln verliert und dadurch scheinbar Erwachsene und selbst Kinder ernsthaft bedroht werden. Gleichzeitig wird er angetrieben von der großen Liebe zu seinem Freund und dem unbedingten Willen, ihn nicht im Stich und schon gar nicht aufgeben zu wollen.
In Rückblenden wird die menschliche Entwicklung der beiden rund um prägende Ereignisse ihres Heranwachsens aufgedeckt, wodurch die Charaktere tatsächliche Tiefe erhalten und ihre Entscheidungen emotionalen Eindruck hinterlassen.
Im Stile moderner Horrorfilme à la „Hereditary“ oder „Ring“ wird hier der Schrecken nicht über möglichst extreme Schockmomente erzeugt, sondern ein sich langsam einschleichendes Gefühl der konstanten Beunruhigung, dass man wie Nicks „Opfer“ Schritt für Schritt den festen Boden unter den Füßen verliert.
Horrorromane sind eigentlich nicht so mein Ding – so allerdings absolut.
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