"Mein Unglück ist, daß ich noch lebe... von einem Heere von 48.000 Mann hab ich jetzt, wo ich dies schreibe, keine 3000." Als Friedrich der Große dies am 11. August 1759 notiert, liegt die furchtbare Schlacht bei Kunersdorf hinter ihm. Das Grauen dieses einzigen Tages steht emblematisch für einen Weltkrieg des 18. Jahrhunderts, dessen Ereignisse zwischen 1756 und 1763 ganz Europa, aber ebenso die überseeischen Imperien Frankreichs, Großbritanniens und Spaniens oder die Indianerstämme Nordamerikas in Mitleidenschaft zogen.
Marian Füssel, Professor für Geschichte der Frühen Neuzeit an der Georg-August-Universität Göttingen, legt eine große, spannende Darstellung dieses Weltkriegs vor.
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Detailliert aber kein Lesegenuss
Bewertung am 05.04.2022
Bewertungsnummer: 1690039
Bewertet: eBook (ePUB)
Sehr detailliert und reich an Quellen wird der Siebenjährige Krieg aus vielen Blickwinkeln geschildert. Leider liest sich das Buch aber sehr wissenschaftlich, weshalb ich das Buch selten länger als eine halbe Stunde am Stück in der Hand hatte.
Der Preis des Ruhms
Bewertung aus Basel am 17.08.2020
Bewertungsnummer: 1364049
Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)
Das Buch ist etwas kompliziert geschrieben und setzt bereits Kenntnisse über den siebenjährigen Krieg voraus. Die verschiedenen Zeitachsen erschweren das Verständnis etwas resp. sind gewöhnungsbedürftig. Das Resultat ist aber OK. Am Ende weiss man das, was man wissen wollte.
Meinung aus der Buchhandlung
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Ich möchte mich dem zwiespältigen Eindruck anschließen, den der Rezensent Stephan Speicher (FAZ) von Marian Füssels Buch "Der Preis des Ruhms" hat. Man muss jedoch auch dem Autor Füssel zugestehen, dass er die methodischen Herausforderungen seiner Forschung aufzeigt und annimmt, mit all den Problemen, die sich aus dem Anliegen ergeben.
Der Forschungsgegenstand seiner Publikation ist die weltweite Verflechtung der Ereignisse, die als der "Siebenjährige Krieg" bezeichnet werden. Methodisch möchte Füssel bei der historischen Beschreibung der Ereignisse aber nicht auf der Makroebene bleiben, um nur Daten, Fakten, Schlachten, Verträge und chronologische Abläufe sowie territoriale Bewegungen auf einer abstrakten Struktur abzubilden. Vielmehr sieht er seine Aufgabe als Historiker, das Hauptinteresse auf das Mikrogeschehen während der Kriegsereignisse zu legen: denn letztlich geht es in der Geschichte wie im Krieg nicht nur um Zahlen und Daten, sondern auch um Erfahrungen, Leidenswege, Handlungen, Überlegungen, Entscheidungen usw.
Methodisch ist es gewiss eine besondere Herausforderung ein Makrogeschehen wie die Globalität des Siebenjährigen Krieges mikrohistorisch zu erzählen. Füssel schließt sich bei seinen theoretischen Überlegungen an Georg Simmel an, um die Mikrogeschichte mit der Makrogeschichte in ein Verhältnis zu bringen. Dabei geht es bei der mikrohistorischen Darstellung der Ereignisse nicht darum die makrohistorischen Strukturen und Abläufe zu vergessen, denn eine Atomisierung der Geschichte kann kein Forschungsziel sein. Für seine Darstellung des Siebenjährigen Krieges zieht Füssel über 200 Zeugnisse von Einzelpersonen hinzu, die von Eindrücken, Ereignissen und Erlebnissen über den Krieg berichten. So ergibt sich daraus kein chronologisch gegliedertes Geschichtsbuch, das aus Daten und Fakten mit klaren Abläufen besteht. Vielmehr ergibt sich das Bild von einem weltumspannenden Krieg durch die vielen Einzelkapitel zu unterschiedlichen Themen und Ereignisse, die sich aus den Einzelperspektiven zusammensetzen. Wenn man so will, ist die Welt des Siebenjährigen Krieges ein riesiges Puzzle, dessen Einzelteile das Ganze eines Bildes ergeben, je nach dem wie die Puzzlestücke zusammengesetzt werden. Vielleicht verhält es sich aber auch so, wie es im Gleichnis vom Engel der Geschichte heißt, das Walter Benjamin erzählt: Der Engel "hat das Antlitz der Vergangenheit zugewendet. Wo eine Kette von Begebenheiten vor uns erscheint, da sieht er eine einzige Katastrophe, die unablässig Trümmer auf Trümmer häuft und sie ihm vor die Füße schleudert."
Marian Füssel ist Professor für Geschichte der Frühen Neuzeit an der Georg-August-Universität Göttingen: und ich hoffe noch viele von ihm geschriebene Bücher zu lesen, die ein weiteres Mal unsere Trümmer der Geschichte ausbreiten.
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