Regungslos verfolgt Cromwell die Hinrichtung der Königin, um dann mit den Siegern zu frühstücken. Der Sohn des Schmieds aus Putney taucht aus dem Blutbad des vergangenen Frühlings auf, um seinen Aufstieg zu Macht und Reichtum fortzusetzen. Zur selben Zeit gibt sich Henry VIII., der mehr und mehr zum unberechenbaren Gebieter wird, dem kurzlebigen Glück mit seiner dritten Königin hin, die schon bald bei der Geburt des lang ersehnten männlichen Thronfolgers sterben wird. Cromwell kann sich nur auf seinen Verstand verlassen, denn er hat weder eine starke adlige Familie noch eine private Armee hinter sich. Der Kampf mit dem Papst und der katholischen Welt Europas droht England zu zerreißen. Da sind die religiösen Rebellen im eigenen Land und die Verräter aus den eigenen Reihen, die sich im Ausland mit den Feinden verbünden. Und da ist der König, den nichts so sehr interessiert wie die Sicherung der Thronfolge. Trotz alldem sieht der weitsichtige Cromwell ein neues England im Spiegel der Zukunft - und ist für diese Vision zu jedem Opfer bereit. Doch kann eine Nation oder eine Einzelperson ihre Vergangenheit abwerfen wie eine Schlange ihre Haut? Was wird er tun, wenn die Toten sich nicht abschütteln lassen, wenn der König ihm sein Vertrauen entzieht? In >Spiegel und Licht< zeichnet Hilary Mantel die letzten Lebensjahre des Thomas Cromwell nach und entwirft ein eindrucksvolles Porträt von Jäger und Gejagtem, von dem erbitterten Wettstreit zwischen Gegenwart und Vergangenheit, zwischen königlichem Willen und der Vision eines einfachen Mannes: der Vision einer modernen Nation, die sich durch Konflikt, Leidenschaft und Tapferkeit selbst erschafft. Der lang erwartete dritte Band der Tudor-Trilogie! Für >Wölfe< (2009) und >Falken< (2012) wurde Hilary Mantel jeweils mit dem renommierten Booker Prize ausgezeichnet.
Kundinnen und Kunden meinen
4.5/5.0
Carmen
aus Mettmann
2/5
07.04.2021
eBook (ePUB)
Enttäuschung
Ich kann die guten Bewertungen leider nicht teilen. Die ersten beiden Bände hatte ich mit viel Begeisterung gelesen und den neuen mit Spannung erwartet. Weder in Sprache noch in Inhalt kommt für mich der letzte Band an die Vorgänger heran. Auch werden für mich weder die Zeit noch die Figuren lebendig. Für mich ist es kein Lesevergnügen und ich kann diesen Roman auch nicht weiterempfehlen.
Bewertung
5/5
02.04.2023
Buch (Gebundene Ausgabe)
Nichts währt ewig
Hillary Mantel war bekannt für ihre sehr akribische Recherche. Und auch in diesem Roman wird die Zeit Cromwells und HeinrichVIII so beschrieben, dass man als Leser:in dort alles miterlebt und sich sowohl die Personen als auch die Orte sehr gut vorstellen kann. Die Machtspiele am Hof sind spannend und die ständige Bedrohung durch den Größenwahn des Königs wird anschaulich dargestellt. Wer einen historischen Roman auf hohem Niveau sucht, ist mit dieser Lektüre bestens versorgt.
Anne Felchner
aus Meißen
5/5
26.07.2020
Hörbuch (CD)
Gutes Hörbuch
Wenn man ein wenig über die Geschichte von Heinrich den VIII bescheid weis kann man dem Hörbuch auch ziemlich gut Folgen, falls man doch den überblick bei den vielen Personen verliert, hilft die kleine Übersicht, die in der CD Hülle beiliegt.
Die Stimme von Frank Stieren ist sehr angenehm und macht Lust zum zuhören.
Ich mag es sehr und war sehr begeistert von dem Hörbuch. Nur mit 37 Stunden Hörzeit ist das Hörbuch nicht so schnell fertig zu bekommen.
Gavroche
5/5
18.05.2020
Hörbuch (CD)
Cromwells letzte Jahre
Sommer 1536 - das Buch beginnt mit dem Tag von Anne Boleyns Ermordung und endet vier Jahre später mit dem Tod Cromwells. Über 37 Stunden Hörgenuss. Detailliert wird über das Leben Thomas Cromwells berichtet, über seine letzten Jahre, in denen er kometenartig zu immer mehr Macht gelangt, wie er mit diplomatischem Geschick England und dem König zu besserem Ansehen und zu besseren Geschäften verhilft. Immer in Verhandlungen mit dem Kaiser und dem König der Franzosen. Eine Fülle an Personen, Rückblicke und Gedankenspiele. Ein Leben mit Vorsichtsmaßnahmen zur sich ausbreitenden Pest lässt viele Parallelen zu heute aufblitzen. Es ist sicherlich hilfreich, wenn man sich in der englischen Geschichte schon zumindest ein wenig auskennt. Hilary Mantel bietet dann ihren Lesern oder hier den Hörern - die dank des großartigen Vortrags von Frank Stieren der Geschichte lauschen können - einen kenntnisreichen Einblick, sicherlich immer persönlich gefärbt aus Sicht Cromwells, der jedoch auch seine Schwächen kennt. Trotz der Länge kam bei mir keine Langeweile auf und mit etwas Wehmut lasse ich Cromwell nun in Frieden ruhen.
Elke
aus Vaihingen an der Enz
5/5
15.05.2020
Buch (Gebundene Ausgabe)
Wer hoch steigt, wird tief fallen
Englische Geschichtsschreiber/Historiker sind schon eine seltsame Spezies. Beeinflusst vom Zeitgeist wurde ein Richard I. (Löwenherz) jahrhundertelang idealisiert, Richard III. hingegen in Grund und Boden verdammt. Ähnliches widerfuhr auch Thomas Cromwell, dem schillernden Staatsmann und mächtigen Ratgeber Heinrichs VIII., der in Hilary Mantels Tudor-Reihe im Mittelpunkt steht.
„Spiegel und Licht“ ist der abschließende Band der Trilogie und richtet den Fokus auf die letzte Lebensjahre Cromwells, beginnend nach der Hinrichtung Anne Boleyns 1536, an deren Sturz er maßgeblich beteiligt war. Zuerst gilt es für ihn, denn sein König braucht eine neue Gefährtin, eine die ihm endlich den ersehnten Thronfolger schenkt. Cromwells Hilfe ist wieder einmal gefragt. Jane Seymour erfüllt die Erwartungen hinsichtlich der Geburt des männlichen Nachkommens, aber sie stirbt im Kindbett. Anna von Kleve, Ehefrau Nr. 4, erfüllt Heinrichs Erwartungen allerdings nicht, und diesen „Missgriff“ verzeiht er Cromwell nicht. Dessen Macht schwindet nun Tag für Tag, aber man fragt sich, ob er, geblendet von Aufstieg und Position, das nicht sieht oder nicht sehen will. Sich nicht vorstellen kann, dass sich sein König, gegen ihn wenden wird. Wie es endet ist bekannt. Die Gunst seines Königs verloren, der für ihn „Spiegel und Licht der Christenheit“ ist, wird er des Hochverrats und der Ketzerei angeklagt und schuldig gesprochen und muss schließlich 1540 den Gang zum Schafott antreten.
Hilary Mantel lässt uns mit ihrer Cromwell/Tudor-Trilogie tief in die englische Renaissance eintauchen. Natürlich hält sie sich an die verbrieften Daten und Ereignisse, vermeidet aber dabei das kitschig-romantisierende Klischee, das fast allen historischen Romanen anhaftet. Ihr Cromwell ist zwar ein Mann ohne Skrupel, wenn es um die Unterstützung des Königs geht, hat aber auch eine Vision, die sich aus dem Erlebten speist. England soll besser werden, und deshalb bedarf es einer Erneuerung der Kirche, um damit den Einfluss des Papstes zurückzudrängen.
Da die Autorin im Präsens schreibt und die Ereignisse aus Cromwells subjektiver Sicht schildert, kann der Leser hautnah teilhaben, ist mittendrin, bewegt sich mit dem Protagonisten in dieser spannenden Epoche, teilt dessen Gedanken.
Allen nachdrücklich empfohlen, die sich, wenn auch nur ein bisschen, für die englische Geschichte interessieren. Momentan gibt es im Bereich des literarischen Historienromans nichts Besseres!
Und ich lehne mich jetzt nicht weit aus dem Fenster, wenn ich behaupte, dass auch dieser abschließende Band, wie bereits die beiden Vorgänger, mit dem Booker Prize ausgezeichnet wird.
Mit „Spiegel und Licht“ vollendet Hilary Mantel ihre Tudor-Trilogie. Für „Wölfe“ und „Falken“ gab es jeweils den Booker-Preis, und zwar absolut verdient. Dieser dritte Band ist der schwächste der Serie. Es ist ein extrem weitschweifiger Roman, mit einer Unmenge an Rückblenden. Es scheint so, als wollte die Autorin noch alles über Thomas Cromwell erzählen, was vor Beginn der Trilogie geschah. Ein vierter Band wäre besser gewesen. (Siehe auch: Mantel, Wölfe / Falken)
Kurze Frage zu unserer Seite
Vielen Dank für Ihr Feedback
Wir nutzen Ihr Feedback, um unsere Produktseiten zu verbessern. Bitte haben Sie Verständnis, dass wir Ihnen keine Rückmeldung geben können. Falls Sie Kontakt mit uns aufnehmen möchten, können Sie sich aber gerne an unseren Kund*innenservice wenden.