Produktbild: Die Nickel Boys

Die Nickel Boys

125

11,99 €

inkl. gesetzl. MwSt.

Beschreibung

Produktdetails

Format

ePUB

Kopierschutz

Nein

Family Sharing

Ja

Text-to-Speech

Ja

Verkaufsrang

30786

Erscheinungsdatum

03.06.2019

Verlag

Carl Hanser Verlag GmbH & Co. KG

Seitenzahl

224 (Printausgabe)

Dateigröße

1333 KB

Auflage

1. Auflage

Sprache

Deutsch

EAN

9783446262966

Beschreibung

Produktdetails

Format

ePUB

eBooks im ePUB-Format erlauben eine dynamische Anpassung des Inhalts an die jeweilige Display-Größe des Lesegeräts. Das Format eignet sich daher besonders für das Lesen auf mobilen Geräten, wie z.B. Ihrem tolino, Tablets oder Smartphones.

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Barrierefreiheit

  • keine Information zur Barrierefreiheit bekannt

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30786

Erscheinungsdatum

03.06.2019

Verlag

Carl Hanser Verlag GmbH & Co. KG

Seitenzahl

224 (Printausgabe)

Dateigröße

1333 KB

Auflage

1. Auflage

Sprache

Deutsch

EAN

9783446262966

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  • Bewertung

    5/5

    20.06.2019

    eBook (ePUB)

    Jung, schwarz, tot

    In einer ehemaligen Besserungsanstalt für Jungen werden undeklarierte Gräber gefunden. Gräber, die dort nicht sein sollten - und mit der Exhumierung der Leichen wird auch Einiges Andere wieder zu Tage gefördert. Menschen, denen niemand glaubt, weil sie einmal in der Besserungsanstalt waren. Dinge, die schon viel zu lange begraben liegen und jetzt erst ans Licht kommen. Durch die richtigen Leute. Weiße Leute. Gleich am Anfang des Buches treffen wir Elwood, einen jugendlichen Anhänger Martin Luther Kings. Intelligent, gute Noten, versehen mit dem Glauben an eine bessere Welt. Einer der Nickel-Boys.. Die Geschichte ist wahnsinnig gut erzählt, mit viel Feingeist. Sie enthält unglaublich wichtige Teile einer historischen Entwicklung, über die immer noch zu wenig erzählt wird. Colson Whiteheads neuestes Buch wirft gleich am Anfang viele Fragen auf, die es zu beantworten gibt. Das Titelbild ist fast schon eine Metapher für den Inhalt des Buches: hinter dem scheinbar Unauffälligen verbirgt sich eine Story, die Ihresgleichen sucht.

  • Bewertung

    aus Unterhaching

    4/5

    01.02.2021

    eBook (ePUB)

    Eine Mahnung

    Die Nickelboys sind Teenager und junge Männer, die in den 60ger Jahren in die Besserungsanstalt Nickel eingewiesen wurden. In der Mehrzahl handelte es sich dabei um dunkelhäutige Insassen, die oft wegen Lappalien oder wie der Hauptdarsteller Ellwood sogar unschuldig hier landeten. Amerika war damals noch immer ganz öffentlich rassistisch und die Jungen müssen Gewalt, Bedrohung, Missbrauch und mehr über sich ergehen lassen. Regelmäßig kommt es zu Todesfällen. Erst viele Jahre später legen Ausgrabungen dieses schwarze Kapitel der amerikanischen Geschichte frei. Die Hintergründe des Romans beruhen auf tatsächlichen Begebenheiten. Der Autor versuchte seinen Erzählstil vollkommen wertfrei zu halten. Es wirkt deshalb spröde und oft unterkühlt, wie er die Geschehnisse beschreibt, die trotzdem erschüttern und erschrecken. Auch wenn es einen Hauptdarsteller gibt, so ist es doch eher ein Buch über diese Anstalt und über die dort geschehenen Verbrechen. Das Cover ist kongenial reduziert und doch so aussagekräftig. Ich liebe es. Der Autor festigt mit den Nickelboys seinen Ruf eines Mahners gegen Rassismus und Gewalt.

  • Lilli33

    4/5

    01.02.2021

    eBook (ePUB)

    Ein ewiger Kampf um Menschenrechte

    Inhalt: Florida, 1962. Elwood Curtis, 16, hat sich noch nie etwas zuschulden kommen lassen. Er ist bestrebt, seiner Großmutter zu gehorchen und ein guter Schüler zu sein. Fasziniert lauscht er den Reden von Martin Luther King. Ausgerechnet die Erlaubnis, am College Kurse zu belegen, wird ihm zum Verhängnis. Er wird unschuldig in die Besserungsanstalt Nickel Academy eingewiesen. Hier werden vor allem die farbigen Jungen misshandelt und missbraucht. Elwood gibt sein Möglichstes, um die Tortur zu überleben, ohne sich brechen zu lassen. Meine Meinung: Colson Whitehead hat sich erneut das Thema Rassismus in den USA vorgenommen. Eindrücklich erzählt er über die Ungerechtigkeiten und Schikanen, die Farbige erleiden mussten und teilweise immer noch müssen, über den Willen und den Kampf, dies zu ändern. Das Nickel eignet sich hier sehr gut als Hintergrund. Die Aufseher agieren vollkommen willkürlich, prügeln, sperren ein, töten und vertuschen. Es gibt manche „unappetitliche“ Szene, die die Lesenden schockieren kann. Der Protagonist Elwood ist ein starker Charakter, an dessen Seite man die ganzen Missstände in der Anstalt erlebt. Diesen Jungen habe ich ganz schnell ins Herz geschlossen. Umso schlimmer fand ich, was ihm alles widerfährt. Ich habe mit ihm und um ihn gebangt, ob er diese Hölle überleben wird, ob er danach noch ein normales Leben führen kann oder ob er ein gebrochener Mann sein wird. Das Buch berührt, trotzdem war da stets eine gewisse Distanz zwischen den Figuren und mir, die mich ein klein wenig gestört hat. Vieles wird ein bisschen zu berichtartig erzählt. Hier hätte ich gerne noch tiefer in die Protagonisten hineingeschaut, ihre Gedanken, Gefühle, Ängste und Hoffnungen noch direkter auf mich wirken lassen. Nichtsdestotrotz: Ein klare Leseempfehlung von mir!

  • Bewertung

    aus Kahla

    3/5

    01.02.2021

    eBook (ePUB)

    Emotionslos aber dennoch wichtig.

    Protagonist Elwood ist eigentlich ein Vorzeigebeispiel, ehrlich, strebsam in der Schule und seiner Oma ein guter Enkel, nur ist er zu seinem späteren Leidwesen auch ein Afroamerikaner, und das in einer Zeit, in der von Gleichberechtigung noch keine Rede sein kann. So wird er auch schließlich durch ein unglückliches Ereignis einer Straftat bezichtigt, die er nicht begangen hat, seine einzige Schuld ist es, die vermeintlich falsche Hautfarbe zu haben. So gelangt er dann ins namensgebende Nickel-Heim, in dem die seelischen und körperlichen Grausamkeiten gegenüber schwarzen Jugendlichen alltäglich sind. Die Geschichte an sich erzählt Colson Whitehead eher emotionslos und distanziert, was mir teils gut gefiel, teils fehlte mir jedoch dadurch auch ein Ansatzpunkt, um mich wirklich in die Geschichte hineinversetzen zu können. Hinzu kommt ein etwas verwirrender Schreibstil oder wahlweise eine dürftige Übersetzung. Interessant zu lesen ist die Geschichte dennoch, und wichtig in ihrer Bedeutung sowieso.

  • Danyboy

    Book Circle Community

    5/5

    02.11.2023

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Heimmissbrauch und Willkürjustiz

    Sooo, trotz “nur” 220 Seiten hatte ich ne Weile an diesem Buch. Nach der “Harlem Shuffle”-Lesung in Zürich hab ich mir zunächst mal “Die Nickel Boys” vorgenommen. Den Pulitzerpreis hat Whitehead dafür gekriegt, sicherlich zurecht… Worum gehts? Um das “Nickel”, ein Heim für schwer erziehbare Jugendliche, für jugendliche Straftäter und (angebliche) Tunichtgute. Wir sind in den frühen 1960er Jahren, das Heim ist zweigeteilt: In einen Teil für Weisse und einen für POC. Unnötig zu sagen, dass die POC-Jugendlichen noch wesentlich schlechter dran sind… Der Roman zeigt nüchtern und schonungslos den Rassismus der USA auf. Die katastrophale Situation von Farbigen, die Willkür der Justiz und vor allem: Der himmeltraurige Alltag in Heimen und Anstalten. Gewalt, Unrecht in kompletter Willkür. Die Geschichte dreht sich hauptsächlich um Elwood, ein schwarzer Jugendlicher, der aus Versehen und unschuldig in einen Autodiebstahl verwickelt wird. Dabei war er immer fleissig, rechtschaffen, vielversprechend, intelligent. Und ein Verehrer von Martin Luther King. Whitehead lässt Elwood an der Welt und der Realität verzweifeln. Die rassistische Umgebung schleift seine Ideale, seine Werte ab. Und dies ist für Leser:innen wie ein Schlag in die Magengrube. Whiteheads Stil ist nüchtern, knapp, unspektakulär. Manchmal so knapp, dass es für mich den Lesefluss etwas störte. Wer es emotionaler mag, sollte Ann Petrys “Die Strasse” lesen. Aber “Die Nickel Boys” klagen leiser an. Deshalb aber nicht minder wuchtig. Es bleibt Wut und Hilflosigkeit. Insgesamt dringende Empfehlung!

Kundinnen und Kunden meinen

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Bewertungen (125)

Unsere Meinungen

  • Zum Bewerterprofil von Lukas Bärwald

    Lukas Bärwald

    Thalia St. Pölten

    Buchhändler*in

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    4/5

    12.06.2019

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Gefangen in Freiheit

    „Dieser Roman ist fiktiv, alle Charaktere sind erfunden“, heißt es im Nachwort des Autors. Doch eben jene Fiktionalität, die es Colson Whitehead erlaubt, seinen literarischen Blick auf Menschen und Geschichte in Worte zu kleiden und in eine Dramaturgie einzubetten, ist zutiefst eingebettet Rassismus, Gewalt und Angst historischer Realität der 1960er Jahre Amerikas. Im Jahr 2017 gewann sein herausragender Vorgängerroman „Underground Railroad“ den Pulitzer Preis. Darin beschrieb er auf eindringliche Weise die mehrjährige Flucht einer jungen Sklavin zu Beginn des 19. Jahrhunderts. Die Sklaverei haben die USA zur Zeit der „Nickel Boys“ zwar schon hinter sich gelassen, doch hat sich der Rassenwahn neue Bahnen gebildet: Elwood ist 16 Jahre alt, zurückhaltend und riskiert auch, unter seinen Freunden als Streber anzuecken, solange er dadurch die Chance erhält, aufs College gehen zu können. Doch kurz bevor dieser Traum Realität werden kann, gerät er in die Mühlen des Zufalls und wird fälschlicherweise als scheinbarer Autodieb in die „Besserungsanstalt“. In der streng nach Hautfarben getrennten Nickel Academy landen Jugendliche, die straffällig wurden, Jungen, die die Frau oder Tochter des falschen Mannes zu lang angeschaut hatten und ähnliche Schicksale, bei denen die Willkür des staatlichen Systems dem Lebensweg eines jungen Menschen eine neue Richtung verleihen wollte. Innerhalb von durchschnittlich zwei Jahren sollen die Nickel Boys durch eingetrichterten Gehorsam und psychische wie körperliche Züchtigung in sozialverträgliche Mitglieder der Gesellschaft verwandelt werden – so der offiziell nach außen kommunizierte Plan. Was Elwood in seiner Zeit dort jedoch begegnet, ist der kontinuierliche Versuch seitens der Anstaltsleitung und Betreuer, die Jungen systematisch zu brechen. Isolationshaft, Ausbeutung und körperlicher Missbrauch stehen an der Tagesordnung und wenn jemand eines Tages in sein altes Leben entlassen wird, ist er in den seltensten Fällen immer noch der intakte Mensch, als der er die Nickel Academy betrat. Dem tief verwurzelten Rassismus stellt Colson Whitehead aufblitzende Begegnungen und Momente entgegen, in denen die Sehnsucht nach Zusammenhalt und Fürsorge spürbar werden. Sein Protagonisten wird angetrieben von seiner Hoffnung auf ein besseres „Danach“, einer Rückkehr in ein Leben in Freiheit und seinem durch Martin Luther King inspirierten Streben nach einer besseren Welt abseits von Schwarz und Weiß. „Die Nickel Boys“ ist fokussiertes Gesellschaftsportrait, zeithistorisches Drama und gleichermaßen von aktueller Relevanz. Gewalt, Hass und Unterdrückung werden von Elwoods Hoffnungen und Whiteheads virtuos gefühlvoller und bildstarker Sprache konterkariert. Wem „Underground Railroad“ gefallen hat, sei dieser außergewöhnliche Roman sehr ans Herz gelegt.
  • Zum Bewerterprofil von Andrea Resch-Krenn

    Andrea Resch-Krenn

    Thalia Zentrale

    Buchhändler*in

    5/5

    19.05.2020

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Elwood ist aufgrund seiner Hautfarbe...

    Elwood ist aufgrund seiner Hautfarbe ganz weit unten in der Hackordnung der Nickel Academy -einer Besserungsanstalt für Jugendliche. Die nüchterne Schreibweise lassen die Grausamkeiten des rassistischen Amerikas der 60er Jahre noch bewusster werden. Erschütternd geschrieben!
  • Zum Bewerterprofil von Gregor Schwarzenbrunner

    Gregor Schwarzenbrunner

    Thalia Zentrale

    Buchhändler*in

    5/5

    14.07.2019

    eBook (ePUB)

    Die Hoffnung stirbt zuletzt

    Im Roman “Die Nickel Boys” erzählt der Schriftsteller Colson Whitehead vom jahrzehntelangen Missbrauch von Schützlingen in der Besserungsanstalt Nickel Academy. Es ist aus der Sicht des sechzehnjährigen Elwood geschrieben. Elwood selbst ist eine fiktive Person, die Dinge, die ihm widerfahren sind allerdings real. Die Besserungsanstalt gab es tatsächlich und nachdem unweit der Anstalt ein neues Büroviertel geplant war, stieß man auf einen grausigen Fund: Unzählige im Boden verscharrte Leichen. Beim Lesen möchte man vor dem erschütternden Leid, dem Rassismus und der Gewalt die Augen verschließen. Ähnlich ging es dem Schriftsteller, der bezüglich seiner Recherchearbeit, im Interview mit der L.A. Times folgendes sagte: “I’ll never go there. It's a place of incredible evil.” Colson Whitehead, der für seinen letzten Roman „Underground Railroad“ über die amerikanische Sklaverei mit dem Pulitzer Prize ausgezeichnet wurde, lotst den geneigten Leser auf zwei Zeitebenen zu einem grausamen Ende. Auf der ersten begegnen wir Elwood als Jugendlichen, der unrechtmäßig verurteilt worden ist und sein Dasein in der Anstalt fristete. Auf der zweiten Zeitebene lernt der Leser den Erwachsenen kennen, der rückblickend auf die Ereignisse der „Nickel Boys“ blickt. Langsam erschleicht sich eine Ahnung und dennoch hofft man als Leser, dass alles gut ausgehen wird. Die Hoffnung stirbt bekanntlich zu Letzt.

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